evangelischer Kirchbautag und Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart 


Newsletter Nr. 108



Liebe Newsletterleserinnen und –leser,

für die meisten ist die Ferienzeit zu Ende und das merkt man auch bei den Kunstveranstaltungen. Es sind sehr viele, die nun eröffnen, sodass wir einen Teil erst im nächsten Newsletter bringen – dies ist aber mit der jeweiligen Ausstellungsdauer abgestimmt.

In der Regel berichten wir nur über die hiesigen Ausstellungen, da es sonst ausufernd und zu unübersichtlich würde. Ausnahme ist das benachbarte Ausland, wenn dort besonders sehenswerte Projekte zu vermelden sind.

Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Hinweise zu Ereignissen im Schnittfeld von Kunst, Architektur und Kirche. Redaktionsschluss ist der 9. Oktober 2017.

Einen guten Start nach der Sommerpause wünscht die Newsletter-Redaktion!

    Mitteilungen aus dem Institut



    Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2017/18

    Prof. Dr. Thomas Erne

    Vorlesung: Einführung in die Religionsästhetik

    Mo 10-12 Uhr, Raum 01010, Beginn: 23.10.2017

    Die jahrhundertelange Allianz zwischen Religion und Kunst, die zu einer beeindruckenden Geschichte der christlichen Kunst geführt hat, ist in der Moderne zerbrochen.  Gleichwohl sind zahlreiche Spuren des Religiösen in der Gegenwartskunst, im Kino, in der Werbung, im Internet zu finden.  Spuren scheinen auf ein Abwesendes zu verweisen. Ist die Religion in der Kunst der Gegenwart nur als Abwesende anwesend? Was ist aus diesen Spuren des Religiösen über die moderne Kunst und was über Transformationen der Religion in der modernen Kultur zu erfahren? Dieser Frage geht die Vorlesung an konkreten Beispielen nach und führt so ein in das Vertiefungsmodul Religionsästhetik.

    Seminar: Kirche im Internet

    Mo 12-14 Uhr, AU, Raum 01010, Beginn: 16.10.2017

    Das Internet ist eine der Zukunftsaufgaben der Kirche. Im Seminar wird es in einem ersten Schritt darum gehen zu klären, was überhaupt ein Medium ist und wie Religion damit verbunden ist. Vor diesem Hintergrund werden wir fragen, was das Besondere des Internets als Medium ausmacht, um dann konkrete Formen der religiösen und kirchlichen Kommunikation im Internet auf ihre mediale Passgenauigkeit hin zu untersuchen.

    Seminar: Mit Bildern predigen?

    Di 10-12 Uhr, AU, Raum 02001, Beginn: 17.10.2017

    Martin Nicol verdanken wir eine inspirierende Homiletik, die das Bild ins Zentrum der Predigt rückt. Nun gibt es auch grundlegend neue Einsichten zum Protestantismus als kritischer Bildtheorie aus der systematischen Theologie. Im Seminar werden wir neben Nicol auch ausgewählte Texte zur Bildtheologie  lesen, um diese grundlegenden Einsichten für die Predigt auszuwerten. Und wir werden in einer homiletischen Werkstatt diese Einsichten auch praktisch erproben.

    Ausstellungen / Veranstaltungen



    Tagung: Luther und die Avantgarde. Zeitgenössische Kunst und die Reformation

    Ev. Akademie Sachsen-Anhalt Wittenberg, 2. – 4. September 2017

    In der Ausstellung „Luther und die Avantgarde" setzen sich zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler aus allen Kontinenten mit der Reformation auseinander. Im „Alten Gefängnis" in Wittenberg – und in zwei Kirchenräumen in Berlin und Kassel – eröffnen sie ungewohnte Blickwinkel auf die evangelische Freiheit ebenso wie auf die protestantische Verantwortung. Lässt sich der große Freiheitsimpuls der Reformation auch als Befreiung der Kunst verstehen? Oder ist die Kunst inzwischen so frei, dass sie mit Kirche oder Religion nichts mehr zu tun hat? Die Tagung bringt Zugänge aus der Kulturwissenschaft, aus der Theologie und aus der künstlerischen Praxis in Dialog miteinander. Eine Führung durch die Ausstellung in Gestalt einer „Besucherschule" ist Teil des Programms. Anmeldung: http://ev-akademie-wittenberg.de/veranstaltung/luther-und-die-avantgarde

    Tagung: Religionen – Medien, Materialität, Methoden

    Dt. Vereinigung für Religionswissenschaft DVRW, Philipps-Universität Marburg, 13. – 16.September 2017

    Das Stichwort „Medien“ verweist auf die Ebene von Kommunikation und Interaktion und damit die Zeichenvermittlung oder Aktualisierung von Zeichen im großen Spektrum von Performanz, Text, Bild, Architektur, Film oder auch neuen Medien. In der Regel sind die materiellen Repräsentationen der religiösen Traditionen multisensual arrangiert, sodass sich Aussehen, Haptik, Klang, Olfaktorik usw. überlagern. Im meist planvoll orchestrierten Zusammenspiel der unterschiedlichen Repräsentations-formen werden religiöse Wahrnehmungsräume konstruiert. Die religionswissenschaftliche Erforschung solcher medialer und materieller Phänomene kann zum einen an klassisch historische, philologische und sozialwissenschaftliche Methoden anknüpfen, erfordert zum anderen jedoch Revision und Erweiterung: Stichworte wie „iconic“, „visual“, „material“ oder „body turn“ sind Ausdruck von Neujustierungen kultur- und religionswissenschaftlicher Forschungen. http://dvrw2017.relwiss-marburg.de/faq

    Raumwunder. Reichenauer Künstlertage

    Haus Feldberg-Falkau, 13. – 14. Oktober 2017

    Thema der jährlich stattfindenden Tagung sind „Kirchliche Räume und das Heilige der Kunst“. Es geht um Diözesanmuseen, Kunstkirchen und künstlerische Neugestaltungen von Kirchen. Veranstalter ist die Gemeinschaft christlicher Künstler der Erzdiözese Freiburg zusammen mit dem Kunstverein der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

    Kirchen schaffen neuen Raum. Sanierung, Umbau und Umnutzung von kirchlichen Gebäuden

    Evangelische Akademie Bad Boll, 27. September 2017

    Wie können Kirchengemeinden, Bistümer, Landeskirchen und Diözesen angesichts sinkender Mitgliederzahlen künftig mit ihren kirchlichen Gebäuden umgehen? Bei dieser Fachtagung lernen Sie gelungene Beispiele für Sanierung, Umbau und Umnutzung kennen. Sie erfahren z. B., wie aus einem früheren Versammlungsort einer christlichen Gemeinschaft durch bauliche Veränderungen und neue Kooperationen von Kirche und Kommune ein inspirierender Ort für das gelingende Zusammenleben der Menschen in der Nachbarschaft entstehen kann. (Abb.Kirche mit Schlecker-Markt in Narbonne, Südfrankreich,©Dr. Irmgard Ehlers) www.ev-akademie-boll.de/tagung/451917.html

    Solus Christus: Das Kreuz heute

    Johanniskirche Herford, 23. September – 12. November 2017

    Eine Ausstellung mit Arbeiten von Helmut Ammann, Wolfgang Baumann, Marc Chagall, Boris Doempke, Otto Dix, Josef Ebnöther, Andreas Felger, HAP Grieshaber, Jörgen Habedank, Johann Christian Joost, Matthias Klemm, Bruno Krenz, Erich Krian, Karl-Ludwig Lange, Jean Leppien, Udo Mathee, Ulrich Möckel, Axel Vater und anderen.

    Elke Maier – Lichtungen/Lienhard von Monkiewitsch. Maß und Empfindung. Raumintervention und Malerei

    Markuskirche Hannover, 6. August - 17. September

    Die Kulturkirche Markuskirche rückt mit den Künstlern Elke Maier und Lienhard von Monkiewitsch das Thema Raum und Licht in den Mittelpunkt ihres diesjährigen Ausstellungsprogramms. Elke Maier und Lienhard von Monkiewitsch steht jeweils innerhalb der Markuskirche ein eigener Raum zur Verfügung. Elke Maier wird das große Kirchenschiff verwandeln, indem sie Tausende von weißen Fäden im Raum verspannt, die das natürliche Licht reflektieren. Lienhard von Monkiewitsch arbeitet malerisch mit geometrischen Formen, schafft durch monochrome Schwärze geheimnisvolle Räume. Eine meditative Haltung überträgt sich beim Betrachten der dunklen Farbräume. Das Moment einer sinnlich erfahrbaren Entgrenzung – Transzendenz –ist das Thema, das Elke Maier und Lienhard von Monkiewitsch auf jeweils eigene Weise bearbeiten. Finissage: 17. 9. , 18.00 mit Mónica García Vicente und Loris Zambon und einer für Lichtungen entwickelten Tanzperformance. (Abb.Foto: Elke Maier: Lichtungen, 2017, Markuskirche Hannover. Foto: Andre Germar)

    Stationen des Lebens - Ein Ausstellung mit Skulpturen von Andreas Kuhnlein

    Lutherkirche München Giesing, 8. Oktober - 26. November 2017

    Kuhnlein schafft expressive Skulpturen mit der Kettensäge aus vom Sturm gefällten Baumstämmen. Seine Werke waren schon in vielen Ausstellungen zu sehen, so auch im vergangenen Jahr unter dem Titel „Zerklüftete Antike“ in der Glyptothek in München und in diesem Jahr unter dem Titel „MenschSein“ in der Städtischen Galerie Rosenheim. „Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?“ ist der Titel eines Bildes von Paul Gauguin. Die Skulpturen zu den Stationen des Lebens von Andreas Kuhnlein in der Lutherkirche konfrontieren den Betrachter mit genau diesen Fragen. Der Kunstausschusses der Lutherkirche organisiert  2 mal im Jahr Kunstausstellungen im Kirchenraum.  (Abb.: ©Andreas Kuhnlein)

    EMPFANGSHALLE ‚Wäsche’

    DG-Galerie und St. Paul München, 9. September - 11. November 2017

    Partizipation von Dritten ist ein wesentlicher Bestandteil des künstlerischen Schaffens von Corbinian Böhm (*1966) und Michael Gruber (*1965), die seit 2007 unter dem Namen EMPFANGSHALLE zusammenarbeiten. Neben klassischen Skulpturen entstehen performative und ephemere Arbeiten, deren Verlauf das Unvorhersehbare durch die Interaktion der Menschen widerspiegeln. Bei „Wäsche“  werden Kleidungsstücke rund um die Kirche St. Paul gesammelt und zusammen in einer in der Galerie der DG aufgestellten Industriewaschmaschine gereinigt und als Rauminstallation zum Trocknen auf eine Wäscheleine gehängt. So entsteht ein Wäschebild der Gesellschaft des Bahnhofsviertels in einer der teuersten Lagen Münchens, am Odeonsplatz. Dazu wird das Bild einer Waschmaschinentrommel auf das gotische Rosetten-Fenster über dem Eingangsportal der Kirche projiziert. Ergänzend ist die Fotoserie „Betende Hände“ in den Ausstellungsräumen der DG zu sehen, die das Motiv der  ‚Betenden Hände’ nach Dürer in eine zwischenmenschliche Ebene übersetzt. Und die Videoarbeit „Gläubiger und Schuldner“. Corbinian Böhm und Michael Gruber sind Preisträger des diesjährigen Kunstpreises der DG, der alle drei Jahre in den Bereichen bildende Kunst, angewandte Kunst und Baukunst vergeben wird. (Abb. © DG und die Künstler)

    Katarzyna Kozyra. Looking For Jesus. Interviews From The Archive

    Kirche zur Hl. Dreifaltigkeit Delmenhorst, 10. September – 22. Oktober 2017

    Katarzyna Kozyra (*1963, Warschau) macht seit den 1990er Jahren durch ebenso opulente wie provokante Videoarbeiten, Performances und Installationen von sich Reden. Seit 2012 reist sie nach Israel, um Menschen zu begegnen, die von sich behaupten sie seien Jesus. Mit dieser Arbeit untersucht die Künstlerin im Verlaufe mehrerer Reisen ein Phänomen, das in der psychologischen Fachliteratur unter der Bezeichnung Jerusalem-Syndrom verhandelt wird. Für ihr zeitraubendes Projekt begibt sie sich, begleitet von ihrem Filmteam und Übersetzern, in die Rolle einer Forscherin. Unmengen von dokumentarischem Material entstehen: Zahlreiche Interviews mit Menschen, die ihre Selbstwahrnehmung als Messias leben und  verkünden. Erstmals wird die Videoarbeit in einer Kirche gezeigt. Katarzyna Kozyra greift darüber hinaus installativ in die Architektur der Stadtkirche ein. Das Projekt wird in Kooperation mit der Citykirchenarbeit der Stadtkirche Delmenhorst präsentiert. (Abb. Katarzyna Kozyra, Looking for Jesus, Video-Still, 2012-2017, Foto: Piotr Niemyjski, Courtesy Katarzyna Kozyra Foundation)

    KÖRPER-REFLEXIONEN. Positionen aktueller Kunst im Dialog

    Hospitalhof Stuttgart, 29. September – 15. November 2017

    Vernissage: 28. September, 19:00, Einführung: Carolin Wurzbacher, Kuratorin und Performance mit Stefanie Trojan, »handgreiflich«. Orgelzyklus von Olivier Messiaen „Les Corps Glorieux“. Die Gruppenausstellung versammelt künstlerische Arbeiten, in deren Mittelpunkt der menschlichen Körper steht. Werke von Künstlerinnen und Künstlern, die in den 1970er und 1980er Jahren geboren sind, schaffen dabei Zugänge, um über den Körper im Kontext unserer heutigen Gesellschaft zu reflektieren. Welche Faktoren bestimmen unsere körperliche Selbst- und Fremdwahrnehmung? Welche Bedeutung muss dabei der sozialen und kulturellen Prägung beigemessen werden? Welchen körperlichen Zwängen sind wir ausgesetzt?

    Skulpturen im Dialog

    Dominikanerkirche Münster, 11. Juni - 24. September

    Skulpturen, Objekte, Werkstücke und Plastiken gewissermaßen von A bis Z, von Horst Antes bis Zhang Yong werden ausgestellt. Über den Zeitraum von fast drei Monaten werden die Werke des Öfteren wechseln. Werkstücke mit einer abstrakten Formensprache und narrative Skulpturen sind ausgestellt, eine Ergänzung zu den Skulpturen Projekte Münster, wo diesmal performative Installationen und Videoinstallationen  den Schwerpunkt bilden. Die Ausstellungsmacher sind die KUNSTHALLE Schnake und ARTLET studios aus Münster. (Abb. Ursula Commandeur: Fremdes Dickicht – Foto: ARTlet Studio)

    Jean Fouquet. Das Diptychon von Melun

    Gemäldegalerie Berlin,  15.September 2017 - 7. Januar 2018

    Jean Fouquets Diptychon aus der Stiftskirche von Melun ist eines der Hauptwerke der französischen Malerei und der Kunst des 15. Jahrhunderts überhaupt. Sein linker Flügel mit dem Bildnis des Stifters Étienne Chevalier und dem hl. Stephanus befindet sich seit 1896 im Besitz der Gemäldegalerie, während der rechte, die Madonna darstellende Flügel seit dem frühen 19. Jahrhundert dem Museum für Schöne Künste in Antwerpen gehört. Hinzu kommt das im Louvre aufbewahrte Emailmedaillon mit dem Selbstbildnis des Künstlers, das einst den Rahmen des Diptychons schmückte. Die Ausstellung wird diese Fragmente nun erstmals seit 80 Jahren wieder zusammenführen und damit für kurze Zeit die verlorene Einheit eines großen Kunstwerks wiederherstellen. (Abb. Jean Fouquet, Diptychon des Etienne Chevalier, um 1455, rechter Flügel: Madonna umgeben von Engeln, Eichenholz, 95 x 85,5 cm © Antwerpen, Koninklijk Museum voor Schone Kunsten)

    Kyra Spieker  … auf weitem Raum

    Keramion Frechen, 10. September 2017 – 4. Februar 2018

    Grundlegend für das künstlerische Werk von Kyra Spieker (*1957) ist ihre analytische wie auch poetische Auseinandersetzung mit Raum und Licht.Der Mehrzahl ihrer aktuellen Reliefs oder freistehenden Plastiken liegt ein von ihr entwickeltes Modul zugrunde, dessen Variabilität sie auf verschiedene Weise auslotet. Solitär oder addiert, gereiht oder geschichtet, weiß oder farbig gestaltet, geschlossen oder geöffnet. Bewusst bezieht Kyra Spieker das Licht als Gestaltungselement mit ein. (Abb. Kyra Spieker, anderorts, 2016, Steinzeug, Chromfolie, 10 x 45 x 45 cm, Kyra Spieker, View, 2017, Steinzeug, Glasuren, 33 x 33 x 33 cm, Kyra Spieker, Am Wegesrand, 2016, Steinzeug,  Aluminium, Chromfolie, Boden-Einzelelement je 10 x 100 x 75 cm, Wand-Einzelelement je 10 x 10 x 10 cm, Fotograf: Helge Articus, Articus & Röttgen Fotografie)

    Musterstücke-Kunststücke. Kleine Kostbarkeiten zeitgenössischer kirchlicher Textilkunst

    Ev. Forum Darmstadt, 1. September – 6. Oktober 2017

    Die Ausstellung zeigt die Entstehung und den Werdegang vom künstlerischen Entwurf über die kunsthandwerkliche Umsetzung bis zum fertigen Parament. Ein Schwerpunkt liegt bei den kleinen Mustern, die zur Erprobung von Techniken und Material angefertigt werden. Diese Probeminiaturen haben eine ganz eigene künstlerische Wertigkeit, weil sie von Freiheit und Experiment leben. Einige können in der Ausstellung käuflich erworben werden.

    Kraftquellen. Patenschaften zwischen historischer Sakralkunst und zeitgenössischen Positionen

    Schloß Achberg Ldkr. Ravensburg , 12. August - 22. Oktober 2017

    Glück, Liebe und Hoffnung, aber auch Heimatverlust, Trauer und Tod sind menschliche Grunderfahrungen. Auch aus der Religion sind sie nicht wegzudenken. Glaube spielt, solange er sich mit ihnen befasst, nicht in einem fernen Jenseits, sondern bleibt irdisch und konkret. In der Ausstellung  entstehen im Zusammenspiel von Werken 16 zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler mit je einem von ihnen selbst gewählten sakralen Werk aus der Zeit vor 1800 neue Beziehungen und erweiterte Bedeutungen. Dabei hinterfragen die Künstler das Vorbild und beschäftigen sich mit seiner ursprünglichen Funktion. Wofür wurde das sakrale Werk erstellt? Welche Inhalte transportierte es über die Jahrhunderte und was kann es uns Menschen heute sagen? (Abb.Klaus Illi „Trauer um Maria“,2017, Rauminstallation in der früheren Sakristei von Schloss Achberg (bei Lindau)

    Der Gothaer Tafelaltar - Ein monumentales Bilderbuch der Reformationszeit

    Herzogliches Museum Gotha, 30. Juli - 5. November 2017

    160 Tafeln, die von unzähligen fein gearbeiteten Figuren bevölkert werden, und dekorative Kartuschen mit Bibeltexten in deutscher Sprache: Der „Gothaer Tafelaltar“ ist eine riesige Bilderbibel. Geschaffen von Heinrich Füllmaurer (um 1497–1548) und seinem Umkreis um 1538, wurde der „Gothaer Tafelaltar“ nach seinem heutigen Standort benannt. Neben Fragen zur Entstehung, der Künstlerwerkstatt und dem umfangreichen Bildprogramm werden dabei auch zeitgleich entstandene Objekte, wie der Altar des Meisters von Meßkirch,  in den Blick genommen, die noch ganz im Sinne der römisch-katholischen Kirche gefertigt wurden.

    Christus – damals und heute. Darstellungen aus fünf Jahrhunderten

    Clemens Sels Museum Neuss, 31. August – 19. November 2017

    Den Abschluss der Ausstellungsserie zum Reformationsjahr im Grafischen Kabinett bildet die Zusammenschau von Christusdarstellungen aus fünf Jahrhunderten. Eine Bilderreisevom 16. bis 20. Jahrhundert. (Abb. Maurice Denis, „ Lasset die Kindlein zu mir kommen“ (Ausschnitt), um 1900, Öl auf Leinwand, Clemens Sels Museum Neuss)

    Das Ereignis eines Fadens. Globale Erzählungen im Textilen

    Kunsthaus Dresden und ifa, 1. September – 3. Dezember 2017

    Im Mittelpunkt steht das Textile, – welchen kulturellen Stellenwert es besitzt und wie sich Textiles lesen lässt. So erzählt ein Stoff auch davon, welche Materialien wann und wo wichtig wurden, wie Techniken und Formen migrierten und sich weiterentwickelten. Die Künstlerin Judith Raum wurde eingeladen, sich mit der Geschichte der historischen Textilwerkstatt am Bauhaus auseinanderzusetzen und sich auf die Suche nach den losen Enden zu machen. In neun Kapiteln wird die außergewöhnliche Erfolgsgeschichte der Weberei veranschaulicht. Dabei sprechen insbesondere die Stoffe selbst. Sechs Künstler und Künstlerinnen spinnen die Ausstellung in die Stadt  hinein weiter und lassen Gemeinsamkeiten lokaler und globaler Traditionen in neuem Licht erscheinen. Eine Satellitenausstellung sowie Workshops thematisieren die Migration von Wissen durch Weitergabe im Textilen. Begleitprogramm: http://kunsthausdresden.de/veranstaltungen/das-ereignis-eines-fadens/(Abb. Uli Fischer: Indigo Aurora, 2011 (2-teilig), Historische Baumwolle (Indigo Färbung) genäht auf Baumwolle auf Keilrahmen, 132,5 x 180 cm Foto: Uwe Walther, © Uli Fischer)

    FRAU ARCHITEKT. Seit mehr als 100 Jahren: Frauen im Architektenberuf

    Dt. Architekturmuseum Frankfurt, 30. September 2017 - 25. Februar 2018

    Vor mehr als hundert Jahren wurden Frauen erstmals an den Technischen Hochschulen in Deutschland zu diplomierten Architektinnen ausgebildet und haben – oft mit innovativen Ideen und nicht selten gegen massive Widerstände – maßgebliche Beiträge zur Entwicklung der Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts geleistet. Seit einigen Jahren studieren mehr Frauen als Männer an den Architekturhochschulen. Der Trend ist europaweit, in Deutschland mit mehr als 53 Prozent am deutlichsten. Andererseits gibt es unter den im Beruf tätigen Architekten erst 30,9 Prozent Frauen. Die Gründung von Büros, die Besetzung einflussreicher Stellen und Professuren ist noch immer Männersache. Die Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum geht diesem Phänomen nach und zeigt historische und aktuelle Entwicklungen. (Abb.Lucy Hillebrand, St. Nikolauskirche, Langeoog (BRD), 1960–61 \\ © Foto: DAM)

    Ferdinand Hodler – Maler der frühen Moderne

    Bundeskunsthalle Bonn, 8. September 2017 – 28. Januar 2018

    Rund 100 Gemälde und über 40 Zeichnungen veranschaulichen, welche Etappen in der Laufbahn des Künstlers wesentlich zu seinem nationalen und internationalen Erfolg beigetragen haben. Im Fokus der Präsentation steht auch die Frage nach Hodlers Strategien, um als Künstler geschätzt zu werden. Thematisiert werden die Ausbildungszeit, Auslandsreisen, Wettbewerbsbeteiligungen, Skandale, Ausstellungstätigkeit. Eine wichtige Rolle in Hodlers Künstlerkarriere kommt den Vermittlungsinstanzen zu: Seine Kontakte zu SammlerInnen sowie zum Kunsthandel und zu den Kunstvereinen trugen zur erfolgreichen Verbreitung seiner Kunst bei, wobei Deutschland neben Wien und Paris eine zentrale Rolle spielte. Ein weiterer Schwerpunkt widmet sich den formalen Besonderheiten der frühen Moderne. Hodlers Biografie wird mit Fotografien dokumentiert.(Abb. Ferdinand Hodler, Selbstbildnis, 1912, Öl auf Leinwand, © Kunstmuseum Winterthur, Foto: Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft Zürich, Jean-Pierre Kuhn).

    Gut · Wahr · Schön. Meisterwerke des Pariser Salons aus dem Musée d'Orsay

    Hypo Kunsthalle München, 22. September 2017 – 28. Januar 2018

    Der jährliche »Salon de Paris« war im 19. Jahrhundert die weltweit wichtigste Kunstausstellung und das gesellschaftliche Ereignis schlechthin. Hunderttausende Besucher kamen, um dort das Schaffen der damals bedeutendsten Künstler zu bewundern. Anhand von über 100 Kunstwerken, von denen die meisten noch nie in Deutschland zu sehen waren, zeigt die Ausstellung, wie im Pariser Salon klassische Tradition auf modernes Leben traf.

    Matisse – Bonnard

    Städel Frankfurt, 13. September 2017 –14. Januar 2018

    Im Mittelpunkt der groß angelegten Ausstellung steht die über 40 Jahre andauernde Künstlerfreundschaft der beiden französischen Maler, die sich intensiv mit den gleichen künstlerischen Sujets auseinandersetzen : Interieur, Stillleben, Landschaft, weiblicher Akt. Bereichert wird die Werkauswahl durch zahlreiche Fotografien von Henri Cartier-Bresson, der die Künstler 1944 an der französischen Riviera besuchte. (Abb. Henri Matisse (1869–1954) Selbstporträt, 1906, Öl auf Leinwand, 55 x 46 cm, Statens Museum for Kunst, Kopenhagen, © Succession H. Matisse / VG Bild-Kunst, Bonn 2017 / Foto: SMK)

    Wenzel Hablik – Expressionistische Utopien. Malerei, Zeichnung, Architektur

    Martin-Gropius-Bau Berlin, 2. September 2017 – 14. Januar 2018

    Das Naturerlebnis bleibt stets die bedeutendste Inspirationsquelle für Habliks Schaffen. Beeindruckt von der Urgewalt des Feuers und des Meeres, setzt er diese Themen in den unterschiedlichsten Techniken um. Utopische Architekturentwürfe, expressionistisches Interieur, fantastische Farbwelten – dies ist nur ein Teil des Werkes von Wenzel Hablik (1881–1934), der sich als Universalkünstler dem Gesamtkunstwerk verschrieb. Beeinflusst durch die Kunst und Literatur der Romantik, verehrt Hablik die Natur als höchste schöpferische Kraft und sieht im Kristall das bedeutendste Symbol der Naturschöpfung – für ihn wird die Kristallarchitektur zu einer Gesellschaftsutopie auf dem Weg in eine bessere Lebenswelt. Hablik leistet, als Mitglied des Deutschen Werkbundes, in fast allen Bereichen der angewandten Kunst, von Webmustern, Möbeln und Tapeten, Schmuckdesign, Lampenentwürfen, Metallarbeiten bis hin zum Besteckdesign – einen grundlegenden Beitrag zur Moderne. Der Idee folgend, dass künstlerische Qualität für die Ausgestaltung aller Lebensbereiche Geltung habe, entwirft Hablik extravagante Raumkonzepte für zahlreiche öffentliche und private Interieurs in Norddeutschland. (Abb. Freitragende Kuppel mit fünf Bergspitzen als Basis, 1918/23/24. Öl auf Leinwand, 166 x 191 cm, © Wenzel-Hablik-Stiftung, Itzehoe)

    Art Without Death: Russischer Kosmismus

    Haus der Kulturen der Welt Berlin, 1. September 2017 — 3. Oktober 2017

    Aus heutiger Sicht eröffnet der Russische Kosmismus, obwohl von der offiziellen Sowjet-Ideologie überschattet, neuartige Perspektiven auf die Russische Avantgarde sowie Ideologie und Politik Russlands bis in die Gegenwart. Der Russische Kosmismus stand für die Forderungen nach physischer Unsterblichkeit der Lebenden, Wiedererweckung der Toten und Reisen ins All. Die Bewegung entwickelte sich aus der Spiritualität im Russland des 19. Jahrhunderts verbunden mit einer schier unerschöpflichen Begeisterung für Wissenschaft und Technik. Die Ausstellung verknüpft Arbeiten der Russischen Avantgarde aus der Sammlung George Costakis , ausgewählt von Boris Groys, mit zeitgenössischen Positionen. Eine Konferenz untersucht Verschränkungen von Kunst, Wissenschaft und Ideologie, deren Ursprünge im Russischen Kosmismus liegen und die bis heute wirksam sind. (Abb. Iwan Kljun, Rotes Licht, Sphärische Komposition, 1923, Costakis Collection Thessaloniki)

    Jorieke Tenbergen – Caution! Contamined Context  II

    Museum Folkwang Essen, 24. August – 8. Oktober 2017

    Relativität und Verschiebung von Inhalten wie Sinnzusammenhängen ist Angelpunkt der künstlerischen Arbeit Jorieke Tenbergens (*1993, Zevenaar, NL), die 2016 ihren Abschluss an der Arnheimer ArtEZ Academy of Art and Design (NL) machte. Sie sampelt und loopt, verhandelt neu, was ihr in Printmedien oder digital begegnet.  (Abb. Jorieke Tenbergen, Landscape with cloudy sky, 2017, © Jorieke Tenbergen)

    Tea Mäkipää. Early Harvest

    Museum Schloß Moyland Bedburg-Hau, 9. Juli - 19. November 2017

    Was bedeuten die Endlichkeit natürlicher Ressourcen, das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten oder der Klimawandel für unsere Zukunft? Mit einer Mischung aus besorgtem Ernst und kritischem Humor widmet sich die finnische Künstlerin den möglichen Folgen der weltweiten Konsumkultur für den Menschen und seine Umwelt. Dabei geht sie von der eigenen Person aus und blickt in eine Welt, in der unser Tun oft im Widerspruch zu den ethischen Grundsätzen steht, nach denen wir leben wollen. Ausgestellt sind Werke, mit denen Tea Mäkipää in den letzten Jahren international bekannt geworden ist. Auf Einladung des Museums hat sie auch neue Werke geschaffen, in denen sie großformatige Fotomontagen und Architekturelemente zu Rauminstallationen kombiniert. (Abb.Tea Mäkipää & Halldór Úlfarsson, Atlantis, 2007 (2017), Installationsansicht im Museum Schloss Moyland)

    FORT. Limbo

    Langen Foundation Neuss, 8. September 2017 – 8. April 2018

    FORT wurde 2008 von Alberta Niemann (*1982 in Bremen), Jenny Kropp (*1978 in Frankfurt/Main) und Anna Jandt (*1980 in Bremen) gegründet. Seit 2014 arbeiten Jenny Kropp und Alberta Niemann unter dem Namen FORT als Künstlerduo in Berlin. FORT haben der Ausstellung, die sich als politisch-poetischer Kommentar verstehen lässt, den mehrdeutigen Begriff „Limbo“ gegeben, der im Englischen einerseits Gefangenschaft bedeutet, aber auch für einen Schwebezustand oder einen imaginären Ort verlorener und vernachlässigter Dinge steht. FORT arbeiten mit Alltagsgegenständen, und schaffen Raumsituationen, die an Filmsets erinnern. Einzelne architektonische Elemente wie Fenster oder Türen, ebenso wie eine komplette Tankstelle oder die Einrichtung eines Drogeriemarkts der Kette Schlecker werden als Readymades verwendet oder minutiös nachgebaut. Durch subtile Eingriffe  transformieren FORT die vertrauten Objekte, so dass das vermeintlich Bekannte eigenartig erscheint. (Abb. © Courtesy the artists; Sies+Höke, Düsseldorf)

    Peter Buggenhout. Kein Schatten im Paradies

    Neues Museum Nürnberg, 14. Juli – 24. September 2017

    Der belgische Bildhauer Peter Buggenhout (Geb. 1963)  kreiert amorphe Materialassemblagen, voluminöse, teils raumgreifende Akkumulate aus vielerlei Werkstoffen. Sie entstehen aus den kläglichen Hinterlassenschaften der Menschheit, nicht zu verarbeitenden Reststoffen der Gesellschaft.  Oftmals legen die Titel Fährten zu  mythologischen, philosophischen oder biblischen Zusammenhängen. Die Werkreihe The Blind Leading The Blind (Blinde, von Blinden geführt) umfasst gigantische Körper, die mit dicken Schichten dunklen Staubs überzogen sind. Mont Ventoux heißt eine Skulpturengruppe, die fast landschaftliche Züge aufweist – durch ihre Oberfläche von gegerbten, umgestülpten und ausgestopften Kuhmägen. Mit Gorgo betitelte Arbeiten formieren eine Serie von kleinformatigeren Plastiken, deren charakterisierende Substanz aus in Schweineblut und Teer getränktem Rosshaar besteht. (Abb. Blick in die Ausstellung ("Mont Vertoux", "The Blind Leading The Blind", Foto: Roman März)

    Der Maulwurf macht weiter. Tiere / Politik / Performance

    HAU1, HAU2, HAU3 Berlin, 26. September – 8. Oktober 2017

    Der sich den Blicken des Menschen entziehende Maulwurf, der durch sein Höhlen- und Hügeldasein gleichzeitig präsent und nicht präsent ist, stand bereits für zahlreiche politische, literarische  oder theoretische Metaphern Pate. Um an diese facettenreiche Deutungsgeschichte anzuknüpfen, darüber hinausgehend aber auch grundsätzliche Fragen des Zusammenlebens von Mensch und Tier aufzuwerfen, entwickelt das Festival die Bedeutungsvielfalt der tierlichen (Maulwurf-)Figur weiter. Das Festival stellt mit Theater, Tanz, Musik und Installation die Frage nach einer anderen Relation zwischen Mensch und Tier und nach der Bedeutung von nicht-identischen Formen der Gemeinschaft.

    Marianna Uutinen „Wait Light“

    Kunst-Station im Hauptbahnhof und Städtische Galerie Wolfsburg, 31. August 2017 – 28. Januar 2018

    Schon seit ihrem Studium lotet Marianna Uutinen die Möglichkeiten der ungegenständlichen Malerei aus und führt sie über herkömmliche Techniken hinaus. Die von ihr entworfenen Farbräume und Farbkörper oszillieren zwischen Beinahe-Monochromie und gewagter Buntheit, zwischen Opulenz und Kargheit, Spontaneität und Kalkül, Bewegung und Ruhe, Fläche und Raum.  Für die Erstellung ihrer Arbeiten löst Marianna Uutinen in Acryl angelegte Farbschichten von der Leinwand und bringt sie wie eine zarte Haut auf neue Leinwände auf. In der Kunst-Station verlässt Marianna Uutinen das geschlossene  Bildsystem Leinwand und stellt einen Bezug zu der umgebenden Architektur her. Die zweite Präsentation findet vom 31. August 2017 - 28. Januar 2018 im musealen Umfeld der Städtischen Galerie Wolfsburg im Schloss Wolfsburg statt. (Abb. Marianna Uutinen "Untitled" 2017, Acrylic on canvas, 130 x 100 cm © Courtesy of the artist and carlier | gebauer Berlin; Photo: Trevor Good)

    Wolfgang Tillmans

    Fondation Beyeler Riehen, 28. Mai – 1. Oktober 2017

    Bekannt wurde Tillmans in den frühen 1990er Jahren mit heute ikonischen Bildern über das Lebensgefühl einer ganzen Generation, geprägt von unbeschwertem Freiheitsdrang und der Lust, das Leben im Moment zu geniessen. Doch schon bald erweiterte er den Fokus und nutzte das Experimentieren mit den Mitteln der Fotografie zum Erfinden einer neuen Bildsprache. Es entstanden Arbeiten mit und ohne Kamera sowie mit dem Fotokopierer. Neben traditionellen Genres wie Porträt, Stillleben oder Landschaftsbild präsentiert die Ausstellung abstrakte Werke, die mit der Grenze des Sichtbaren spielen. Sie wird zeigen, dass nicht Fotografie im klassischen Sinn im Vordergrund des Werkes von Tillmans steht, sondern das Schaffen von Bildern.(Abb. Wolfgang Tillmans, Faltenwurf Shiny, 2001, Courtesy Galerie Buchholz Berlin,Köln; Maureen Paley, London; David Zwirner, New York)

    Harun Farocki Retrospektive. Mit anderen Mitteln – By Other Means

    Neuer Berliner Kunstverein, 14. September 2017 – 28. Januar 2018

    Harun Farocki arbeitete an der Schnittstelle zwischen Film und Kunst: Als Regisseur, Drehbuchautor, Video- und Installationskünstler setzte er sich mit Themen wie Krieg und Frieden auseinander – aber auch mit der von Werbung und Medien bestimmten Alltagswelt. Bekannt wurde Farocki auch als ständiger Co-Autor des Regisseurs Christian Petzold. Die Ausstellung versammelt filminstallative Arbeiten. Parallel findet im Kino Arsenal eine Retrospektive des filmischen Gesamtwerks Harun Farockis statt. Der Frage nach dem Einfluss und der Nachhaltigkeit von Farockis ästhetischer und intellektueller Praxis widmet sich die mehrtägige Veranstaltung „Farocki Now: A Temporary Academy“ im Silent Green Kulturquartier, mit einer Auftaktveranstaltung im Haus der Kulturen der Welt. Savvy Contemporary präsentiert die Gruppenausstellung El Usman Faroqhi Here and a Yonder – On Finding Poise in Disorientation, mit Candice Breitz, Ariani Darmawan, Fehras Publishing Practices, Shilpa Gupta,Ho Tzu Nyen, Samson Kambalu, Olaf Nicolai und Michael Zheng.

    Das Gesicht. Eine Spurensuche

    Dt. Hygiene Museum Dresden, 19. August 2017 - 25. Februar 2018

    Die meisten Begegnungen beginnen mit einem Blick in das Gesicht des Gegenübers. Daraus entsteht der erste Eindruck von einer Person. Wir bewerten Menschen nach ihrem Gesicht oder ordnen sie einer sozialen Gruppe zu. Kameras und Datenbanken speichern Bilder von Gesichtern. Wie verändert diese mediale Allgegenwart unser Verhältnis zum Gesicht? Welchen Einfluss hat das auf unser Selbstbild und unsere Kommunikation? Solchen Fragen widmet sich die Ausstellung. (Abb. Köpfe historischer Schaufensterfiguren, Sammlung Wolfgang Knapp – Büro für Kulturwissenschaft, Mannheim)

    Michael Cleff / Werner Pokorny

    Kunstmuseum Ahlen, 6. August - 1. Oktober 2017

    Michael Cleff arbeitet seit über 25 Jahren mit seinem besonderen Konzept einer materialbetonten sinnlichen Plastik aus Keramik, die sowohl streng durchdacht ist als auch spielerisch inszeniert wird. Sie entspricht seiner doppelten Ausbildung als Handwerker und Künstler. Michael Cleff (* 1961) lebt und arbeitet in Bochum und Mülheim. In seinem skulpturalen Schaffen arbeitet Werner Pokorny mit elementaren Formen. Neben Schalen-, Gefäß-, Balken oder Ringformen, zylindrischen und rechteckigen Körpern, besitzt die „Hausform“ die größte Bedeutung in Werner Pokornys konzentriertem skulpturalem Repertoire. Werner Pokorny (* 1949) lebt und arbeitet in Ettlingen und Stuttgart. (Abb.Michael Cleff: Impromptu Nr. 60, 2016, Steinzeug, Länge 46 cm, Foto: Christian Schlüter)

    Axel Hütte. Night and Day

    Museum Kunstpalast Düsseldorf, 23. September - 14. Januar 2018

    Der Fotokünstler Axel Hütte gehört zu den wichtigsten Vertretern der Düsseldorfer Fotoschule. Für seine Aufnahmen, die insbesondere die Wahrnehmung von Landschaft oder Architektur thematisieren, bereist er alle Kontinente. Seine Motive findet Axel Hütte in den Metropolen, auf alpinen Gletschern oder im südamerikanischen Dschungel. Seine Aufnahmen überraschen mit ungewöhnlichen Bildstrukturen die über das Dokumentarische hinausgehen. Die Werkschau präsentiert großformatige Nacht- und Tagbilder aus den Jahren 1995 bis 2017, darunter bislang unveröffentlichte Arbeiten aus Kanada und USA. Zeitgleich findet im Josef Albers Museum Quadrat in Bottrop eine ergänzende Ausstellung statt: Axel Hütte. Frühwerk. (Abb. Danum Valley-1, Borneo, 2008, Ditone Print, 225 x 155 cm, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf © Axel Hütte)

    Karl Fred Dahmen. Das Prinzip Landschaft

    Museum Küppersmühle Duisburg, 22. September - 5. November 2017

    Der Maler und Objektkünstler, eine der prägenden Figuren des deutschen Informel, wäre 2017 einhundert Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass zeigen das MKM und das Leopold-Hoesch-Museum die bislang umfangreichste Retrospektive des Künstlers. Zu sehen sind Gemälde, Collagen, Objektkästen und Installationen, mit denen der Documenta-Teilnehmer Dahmen einen grundlegenden künstlerischen Neuanfang nach der Zäsur durch das Dritte Reich verfolgte. Die „Abstraktion als Weltsprache“ hat Dahmen immer als Experiment mit offenem Ausgang begriffen und ein enorm vielseitiges Werk geschaffen, das die Ausstellung in großer Bandbreite präsentiert. (Abb. Karl Fred Dahmen, Terrestrische Intention II, 1958, Sammlung Ströher, Darmstadt, © VG Bild-Kunst, Bonn)

    Vermischtes



    "Macht und Pracht" heißt das bundesweite Motto des Tag des offenen Denkmals am 10. September 2017. Architektur und Kunst drücken seit jeher den Wunsch aus, Schönheit, Wohlstand, weltliche und religiöse Machtansprüche abzubilden. Dies geschieht durch Form- und Materialwahl, den Einsatz von Technik und Technologien, die Art der künstlerischen Ausgestaltung mit Farben, Motiven und Ornamentik, den gewählten Bauplatz und die Qualität der eingebundenen Baumeister, Architekten, Künstler und Handwerker. (Abb. Kapelle St. Joseph, 1864 in neugotischem Stil  in Wallerfangen erbaut, 1878-79 dort abgebaut und in Mettlach wieder errichtet)

    Die Idsteiner Unionskirche (Hessen) ist ein Symbol für das Jubiläum der Nassauischen Union. Die gotische Kirche ließ Graf Johann von Nassau-Idstein im 17. Jahrhundert zu einer Predigt- und Hofkirche umbauen. Seit 1817 konnten lutherische und reformierte Christen in der Region - und auch in Preußen - miteinander Gottesdienste feiern und Abendmahl halten. Hauptinitiator dieser Reform war Herzog Wilhelm von Nassau (1792–1839). Die Wände und die Decke des Gotteshauses sind mit Gemälden bedeckt, die biblische Szenen zeigen. Zur 100-Jahrfeier der Nassauischen Union erhielt die Kirche 1917 ihren heutigen Namen. Die Kirche ist einer der Kandidaten für den Hessischen Denkmalschutzpreis 2017.

    1959 hatte man die Mannheimer Trinitatiskirche nach Entwürfen von Helmut Striffler im Stadtzentrum eingeweiht. Die farbigen Betonglasfenster des Künstler Emil Kiess prägen das Innere des Betonkirchenbaus der Moderne. 2005 wurde die Kirche mangels Gemeinde an den Gesamtkirchenverband abgegeben. Striffler kämpfte bis zu seinem Tod im Jahr 2015 öffentlichkeitswirksam für den Erhalt der Kirche. 2015 lobte man einen Ideenwettbewerb zur Nachnutzung aus, 2016 entschied die Jury aus 28 Konzepten zugunsten des „EinTanzHauses“. Die Initiative, die auch öffentliche Fördermittel erhalten soll ist Tanzraum und -schule, Aufführungs- und Begegnungsstätte im multikulturellen Quartier. Nach den Plänen des Büros „Eben Architektur“ sollen der Altarraum mit Kanzel und Taufbecken  – reversibel – überbaut, die von Striffler entworfenen Bänke zur Zuschauertribüne gruppiert und die Bühne in der Raummitte aufgeschlagen werden. Ab dem 30. September startet die neue Nutzung. (Abb. Mannheim, Trinitatiskirche, Simulation der Umnutzung für Tanzzwecke, Foto: Eben Architektur Frankfurt am Main/Mannheim)

    Der Maler und Bildhauer Markus Lüpertz will die Karlsruher U-Bahn mit dem Titel »Genesis - Sieben Tage des Herrn gestalten. Ab 2020 soll der Stadtbahntunnel mit seinen sieben unterirdischen Haltestellen in Betrieb gehen. Dort wird dann für sechs Jahre die Schöpfungsgeschichte nach Lüpertz auf 14 großformatigen Keramiktafeln dargestellt sein. Verantwortlich für das Projekt ist der frühere Geschäftsführer der Karlsruher Majolika, Anton Goll. Der Direktor des Karlsruher ZKM, Peter Weibel, kritisierte dass Vergabeverfahren und äußerte  sich  gegen das  geplante Kunstwerk, bei dem »religiöse Mythen in öffentlichen Räumen statt in Kirchen« präsentiert würden. Dabei scheute er nicht den Vergleich mit Bestrebungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, aus Museen wieder Moscheen zu machen.

    Für den Deutschen Evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund werden Texter und Komponisten für Lieder gesucht. Sie können sich für die Teilnahme an einer Liederwerkstatt im Januar in der Musikakademie Hammelburg in Bayern bewerben. Bewerbungen von Musikern und Textern sind bis zum 15. Oktober möglich. Bis zu 35 Plätze stehen zur Verfügung.

    Der Steirische Herbst in Graz findet vom 22. September – 15. Oktober 2017 zum 50. Mal statt. Das Motto ist „Where Are We Now? Rückblicke, Ahnungen & Aufbrüche ins Unbekannte“. Wo sind alternative Weltentwürfe zu Fortschritt und Mehrwert, die fähig wären, Menschen zu begeistern und zu vereinen? Wie könnte ein anderes Referenz- und Wertesystem aussehen? Neben Theater, Musik, Tanz, Literatur sind Ausstellungen die von Luigi Fassi kuratierte „Prometheus Unbound“, Waalid Raads weltumspannender Arbeitszyklus „Kicking the Dead“ und „Diese Wildnis hat Kultur“, eine Sonderausstellung des GrazMuseum zum Festivaljubiläum. Im obersteirischen Neuberg an der Mürz kreiert außerdem der georgische Künstler Vajiko Chachkhiani im Kontext des Projektes „Die Kinder der Toten“ eine Installation in einem verlassenen Haus: „Guests arrived, none of us could see them“. (Abb. Vajiko Chachkhiani: Guests arrived, none of us could see them, Foto: Vajiko Chachkhiani). www.steirischerherbst.at

    Die Skulpturenbiennale „Blickachsen“ feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. 80 Skulpturen von 37 internationalen Künstlern sind bis zum 1. Oktober 2017 in Bad Homburg und an sieben weiteren Standorten im Rhein-Main-Gebiet zu entdecken. Die Biennale nahm von Beginn an die gartenarchitektonischen Perspektiven auf. Es entfaltet sich in diesem Jahr im Spannungsfeld zwischen Figur und Abstraktion. Nachwuchskünstler sind gemeinsam mit namhaften Bildhauern vertreten. Diesjähriger Kooperationspartner ist das Kärntner Museum Liaunig mit Skulpturen aus seiner Sammlung. Im Zusammenspiel von Kunst, Natur und öffentlichem Raum bespielen diese Arbeiten den Kurpark und den Schlosspark von Bad Homburg, aber auch die Burg Eppstein, Eschborn, den Frankfurter Campus Westend, das Freilichtmuseum Hessenpark, Kloster Eberbach, Bad Vilbel und Schloss Friedrichshof. (Abb. Abraham David Christian, Hayama 7, Türme der Weisheit, 2007-2009)

    Im März 2016 starteten die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) und die IBA Thüringen einen Ideenaufruf unter dem Titel STADTLAND:Kirche. Querdenker für Thüringen 2017. 500 Ideen für die zukünftige Reaktivierung Thüringer Kirchen wurden gesucht. Nun werden sie bis 19. November 2017 der Öffentlichkeit in Form einer raumgreifenden Medieninstallation in der Erfurter Kaufmannskirche vorgestellt. (Diese stößt nicht nur auf Zustimmung, wegen der Platzierung im Kirchenraum). Auf Bildschirmen in den Kirchenbänken können sich Besucher die einzelnen Umnutzungsvorschläge – von der Schulkirche über die Flüchtlingskirche bis hin zur Garten- oder Postkirche – in Form kurzer Videos anschauen und mittels eines „Ideengenerators“, der vor Ort aufgestellt ist, eigene Beiträge beisteuern. Begleitend zur Ausstellung findet ein umfangreiches Rahmenprogramm statt, bestehend aus einem Kolloquium, drei Salongesprächen, fünf Touren und zwei internationalen Werkstätten. Aus der Fülle der präsentierten Ideen sollen bis zu fünf besonders originelle und nachhaltige Vorschläge ausgewählt und bis zum IBA-Finale 2023 baulich umgesetzt werden. (Abb. Copyright: IBA Thüringen, Foto: Thomas Müller)

    „COME BACK! Zukunftslabor ländlicher Raum“ heißt  ein Symposion in Blaibach im Bayerischen Wald, das sich am Samstag, 23. September 2017 von 11.00 Uhr bis 20.30 Uhr mit der Problematik zunehmender Landflucht aus strukturschwachen Regionen beschäftigt. Potentiale der Landgemeinden und ländlichen Kleinstädte sollen aufgezeigt werden anhand von Beispielen, die nicht nur baulich, sondern auch gesellschaftlich in die bestehende, sich auflösende Struktur eingreifen und neue Wege anbieten. Durch gemeinschaftsbildende Projekte wird Abwanderung gestoppt und Zuzug oder Rückkehr angeregt. Eine neue Identität, mit den Bürgern erarbeitet, kann alte Strukturen wiederbeleben und aufgrund der niedrigeren Lebenshaltungskosten Raum für Experimente bieten. Die explodierenden Mietpreise der großen Städte erlauben keinen Gestaltungsspielraum mehr. Wenn man die Kleinstädte als Zukunftslabore begreift, können kollaborative, kooperative und resilientere Formen des Zusammenwohnens und –arbeiten geschaffen werden. www.schnitzerund.de/2017/comeback

    Auf Einladung von Pastor Dr. Martin Kumlehn hatte die Künstlergruppe mit Grit Sauerborn, Josef A. Kutschera und Kerstin Borchardt ein künstlerisches Konzept für die Zeit der Sanierung des Querschiffs der Buchholzer Kirche (nahe Rostock) entwickelt. Die Rauminstallation mit dem Titel „ANNO: IN CC_“endet am 7. Oktober 2017 mit einer Finissage und  Versteigerung von Collagen aus der KunstKirche. www.kirche-buchholz.de

    Die Tagung vom 8.- 9.September 2017 zum Thema „Baukulturwerkstatt Umbaukultur“, veranstaltet von der StadtBauKultur NRW und der Bundesstiftung Baukultur findet, passend zum Thema, in einem beispielhaften Umbauprojekt statt: dem Anneliese Brost Musikforum Ruhr in Bochum, das die ehemalige Marienkirche mit neu entstandenen Konzertsälen für die Bochumer Symphoniker vereint.Nicht nur wegen der wirtschaftliche Bedeutung von Umbau- und Umnutzungsmaßnahmen, sondern auch was den Schutz nicht erneuerbarer Ressourcen angeht, wird die Nutzung des Bestandes immer wichtiger, denn kein Wirtschaftszweig verbraucht so viel Materialen und erzeugt so viele Abfälle wie die Bauwirtschaft. Das Bauen mit dem Bestand ist aber nicht nur ökologisch und wirtschaftlich von Bedeutung, sondern birgt auch große Potenziale für baukulturelle Innovationen. Der Werkstatttag am 8. September in Bochum bietet Impulsvorträge und offene Diskussionsrunden und liefert Beispiele für gelungene Umbauprojekte. Bereits am Vorabend gibt es einen Empfang in der Rotunde Bochum, dem ehemaligen Katholikentagsbahnhof, der als Veranstaltungsort und Kulturinstitution neu eröffnet wurde. Wer im Vorfeld neue baukulturelle Seiten Bochums entdecken möchte, kann an einem Stadtrundgang teilnehmen. (Abb.Anneliese Brost Musikforum Ruhr in Bochum, Foto: Brigida González) https://stadtbaukultur-nrw.de/projekte/baukulturwerkstatt-umbaukultur/

    Zum 13. Literaturherbst lädt die evangelische Stadtkirche in Darmstadt zu Lesungen von 29 Autorinnen und Autoren ein. Mehrfach prämierte Schriftsteller wie Ingo Schulze, Ulla Hahn, Robert Menasse und die Autoren Thomas Lehr, Frank Witzel, Mirko Bonné und Adolf Muschg, der Historiker Doron Rabinovici und die Schriftstellerin Sabrina Janesch werden vom 3. September bis zum 29. November ihre neuen Werke präsentieren. Ebenfalls zu Gast sind der Schotte John Burnside und der irische Lyriker Matthew Sweeny, dessen übersetzte Werke Jan Wagner lesen wird. Das Programm ist im Internet einsehbar unter http://stadtkirche-darmstadt.de/ kultur. Dort können Karten auch vorbestellt werden.

    Der Autor Eckhard Henscheid erhält den „Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor 2018“. Geboren 1941 in Amberg, starte Mitte der 60er Jahre seine schriftstellerische Tätigkeit und arbeitete unter anderem bei der Satirezeitschrift „Pardon“. Er zählt zur Künstlergruppe der „Neuen Frankfurter Schule“, die das Komische in Literatur und Kunst neu justierte. 1979 war er Mitbegründer des Satiremagazins „Titanic“. Seinen ersten Roman „Im Kreis“ veröffentlichte er 1968. Der „Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor“, gestiftet von dem Schriftstellerpaar Christine Brückner und Otto Heinrich Kühner, wird seit 1985 jährlich vergeben. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und zeichnet Autoren aus, deren Werk auf hohem künstlerischen Niveau von Komik und Groteske geprägt ist.

    Art Berlin Contemporary und die Art Cologne haben eine neue Kunstmesse ins Leben rufen. Vom 14. bis 17. September soll die Art Berlin im früheren Postbahnhof Station in Berlin-Kreuzberg erstmals stattfinden. Die abc, ein Zusammenschluss Berliner Galeristen, hatte schon bisher im Rahmen der Berlin Art Week internationale Galerien und zeitgenössische Künstler vorgestellt. Dennoch beklagten Experten seit langem, dass es keine „richtige“ Kunstmesse in Berlin gibt. In Berlin gibt es rund 300 Galerien, die etwa 6000 Künstler vertreten. Dazu kommen nach Angaben des Galerienverbandes schätzungsweise nochmals 6000 Künstler, die keine feste Vertretung haben.

    Die  Biennale für aktuelle Fotografie findet vom 9.9. – 5.11. 2017 in der Nachfolge des Fotofestivals  Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg erstmals statt. Sie besteht aus 7 Ausstellungsorten mit sieben Themenschwerpunkten, die sich alle mit den neuen technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Fotokunst befassen: Heidelberger Kunstverein, Sammlung Prinzhorn, Mannheimer Wasserturm (Kunsthalle Mannheim), Kunstverein Ludwigshafen, Wilhelm-Hack-Museum, ZEPHYR – Raum für Fotografie in den Reiss-Engelhorn-Museen, Port25 – Raum für Gegenwartskunst. Die Biennale für aktuelle Fotografie wird sich weiterhin durch das Konzept der zweijährig wechselnden Gastkuratoren auszeichnen.

    Zur Hedwigskathedrale Berlin findet am 1. September 2017, 19 Uhr, in der Hegenbarth Sammlung in Berlin ein Expertengespräch statt. Es diskutieren fünf Fachleute den gegenwärtigen Stand der Dinge in der strittigen Frage, ob das Gesamtkunstwerk des ehemals barocken Kirchenbaus von Wenzelslaus von Knobelsdorff , 1963 nach Kriegsschäden von Hans Schwippert vollendet,  ohne öffentliche Diskussion baulich verändert werden soll und darf, wie es kirchlicherseits geplant ist. Auch am Tag des offenen Denkmals, dem 10. SEptember, kann man sich bei einer Führung informieren. Auch in der nächsten Ausgabe von „Kunst und Kirche“, 3/2017 wird die Problematik eines der prominentesten Wiederaufbauprojekte nach dem 2. Weltkrieg  gründlich beleuchtet.

    Der Galerienrundgang art alarm 2017 ermöglicht  die Erkundung des Kunststandortes Stuttgart,  nicht nur im Zentrum der Landeshauptstadt, denn er führt bis Weilimdorf, Bad Cannstatt, Möhringen. Die Galeristen als Veranstalter bieten am 23. und 24. September ein breites Spektrum an Gegenwartskunst unterschiedlichster Sparten und Gattungen – vom klassischen Tafelbild über die Bildhauerei bis hin zu temporären Raum-Klang-Installationen und Performances. www.art-alarm.de In Köln und Düsseldorf eröffnen 45 Galerien nach der Sommerpause mit der dc open vom  8. – 10. September neue Ausstellungen. Erstmals sind unentgeltliche Führungen im Angebot. www.dc-open.de/oeffentliche-fuehrungen




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