evangelischer Kirchbautag und Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart 05 08206704 Vorlesung SS 2009
Praktische Theologie
M 3 MA.Studiengang „Filmanalyse“ Medienwissenschaft
Instituts für Kirchbau und kirchliche Kunst der Gegenwart im Rahmen des Lehrangebots der Medienwissenschaft (FB09) und der Theologie (FB05)
jeden Donnerstag 10:00 - 12:00
16.04.2009
HG 207
Und am Abend: Fest auf der Dachterasse des Instituts mit dem Top-Film des Seminars zum Thema "Erlösung" ab 20.00 Uhr.
Erlösung ist nicht nur ein Thema der christlichen Religion, sondern auch ein wichtiger Aspekt der audiovisuellen Medien. Filme erzählen von der Sehnsucht nach Erlösung, wie z.B. Stalker oder Matrix. Filme können aber auch als Medium eine Erlösung sein. Wenn der Sinn des Lebens die Ablenkung ist, so Woody Allen, dann kann man ohne Kino nicht überleben. Erlösung im Film und Erlösung durch den Film werfen die Frage nach dem Zusammenhang von Religion und Film auf. Gibt es einen religiösen Sinn von Erlösung im Medium Film? Dieses junge Medium erreicht über verschiedenste ästhetische Ausdrucksformen ein breites Publikum. Ist die Projektionsoberfläche des Films die Erfüllung der Sehnsucht nach einer Welt, die einfach so sein darf wie sie eben ist? Formiert sich so im Medium des Films eine neue Form populärer Medienreligion? Oder transformiert der Film nur traditionelle Vorstellungsgehalte der Religion in neue Bildfolgen?
Die Arbeitshypothese des Seminars ist, dass im Kino alle Möglichkeiten der Erlösung durchgespielt werden, aber das Kino legt seine Zuschauer auf keine der Varianten fest. Darin liegt der besondere Reiz des Kinos und, bei aller Ähnlichkeit, auch der Unterschied zur religiösen Erlösungspraxis. Ob die These trägt soll am Leitfaden der Erlösung in den Filmen von Ingmar Bergmann bis David Lynch analysiert werden.
Literatur: Texte zur Theorie des Films hg. v. Franz-Josef Albersmeier, Stuttgart, 2003; Siegfried Kracauer, Theorie des Films. Die Errettung der äußeren Wirklichkeit, Frankfurt (1964) 1985; Inge Kirsner, Erlösung im Film, 1996.