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Profilmodul Praktische Theologie
05 082 06204
Mo.: 9-12 Uhr
AU Raum 01010
25.10.2010
Das Seminar ist der zweite Teil der im Sommersemester 2008 begonnenen Homiletik-Einheit. Der erste Teil bestand einerseits aus Theorie, der Lektüre eines Grundlagenwerks der Homiletik und andererseits aus einem ‚Werkstatt-Teil’, wo wir Darstellung und Ausdruck in Liturgie und Predigt miteinander geübt haben.
Der zweite Teil dient nun zur Einführung in die Schritte zur Erarbeitung einer Predigt, der Dokumentation der Vorarbeiten und dem Abfassen einer schriftlichen Predigt sowie dem Predigen im Gottesdienst.
Am 15. Januar 2011 fand in der Alten Universität der Philipps-Universität Marburg die Neuauflage des bereits ein Jahr zuvor uraufgeführten Sermon-Slam statt.
Die Grundidee der Veranstaltung ist schnell erklärt:
Die Techniken des seit den 90er Jahren zunächst in den USA bekannt gewordenen Poetry-Slam sollen für die Anforderungen des Predigens fruchtbar gemacht werden.
Wie bereits im Jahr zuvor wurden hierzu die Marburger Poetry-Slam Größen Bo Wimmer und Temje Tesfu engagiert, die in einem zweitägigen Workshop mit den Teilnehmern/innen des Homiletikseminars von Prof. Dr. Erne und WM Peter Schüz an ihrer Performance der biblischen Texte feilten.
Die selbst geschriebenen Texte und Dichtungen, die auf die Bibelstellen Röm 8,38 und Mt 6,25 Bezug nahmen, wurden in einem Zeitfenster von max. fünf Minuten vorgetragen, wobei Papier, Stift und die eigene Stimme die einzigen zur Verfügung stehenden Werkzeuge waren.
Zunächst stellt sich aber die Frage, was nun der Ertrag einer solchen Verbindung von Predigtlehre und kreativer Textarbeit und Performancekunst ist?
Dem folgt die Einsicht, dass dem Auftrag der Evangeliumsverkündigung mit den Mitteln eines klassischen Kirchenjargons allein nicht gerecht zu werden ist.
Und auch die Seminarleitung schätzt die Chancen dieser Zusammenarbeit hoch ein:
"Mut und Humor, körperliche Präsenz und rhetorisches Geschick zwischen Konkretion und Abstraktion sind beim Sermon Slam in verdichteter Form (...) gefordert und können für die Kunst der Predigt unserer Tage kaum von Schaden sein."
(P. Schüz: Sermon-Slam. Wort Gottes als Fünf-Minuten-Performance, in: PTh 2011/1)
Die Stimmung unter den knapp 100 Gästen, die keineswegs nur dem Dunstkreis des Fachbereichs entstammten, war denkbar erwartungsvoll. In Anbetracht der an diesem Abend durch die Juroren (die bei Betreten der Veranstaltung selbst noch nicht wussten, dass sie welche werden würden) vergebenen Punkte scheinen diese Erwartungen mehr als erfüllt worden zu sein: Mit der Höchstpunktzahl von 30 Punkten wurde Seminarteilnehmer Gregor Bloch für die beste Performance des Abends belohnt.
Die Veranstalter, der Fachbereich Ev. Theologie und die Universitätskirchengemeinde, zeigten sich zufrieden und sind zuversichtlich, dass dieses Jointventure nicht das letze Mal den Kreuzgang der Alten Uni zur Bühne der slam. theol. machte.
Das Seminar erstreckt sich über zwei Semester. Es beginnt im Sommersemester 2010 und endet im Wintersemester 2010/2011. Ziel ist die Abfassung und das Halten einer Predigt. Der erste Teil im kommenden Sommersemester besteht einerseits aus Theorie, der Lektüre eines Grundlagenwerks der Homiletik und andererseits aus einer Sprachwerkstatt, wo wir Darstellung und Ausdruck in Liturgie und Predigt miteinander üben werden.
Der zweite Teil im Wintersemester dient dann der Einführung in die Schritte zur Erarbeitung einer Predigt, der Dokumentation der Vorarbeiten und dem Abfassen einer schriftlichen Predigt sowie dem Predigen im Gottesdienst.
Primärliteratur:
Sekundärliteratur:
evangelischer Kirchbautag und Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart