Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: Liturgy Specific Art
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Liturgy Specific Art

Liturgy Specific Art

Zum Konzept:

Einige Folgen der Kunstauffassung Martin Luthers zeigen sich erst heute in der Kunst der Gegenwart. In einer wichtigen Dimension wird das Interesse, das Luther am Vollzug, nicht am Ergebnis von Kunst hatte, erst im performativen turn der Gegenwartskunst realisiert. Solche prozessuale Formen, "Performances", die sich an der Interaktion, dem Experiment und dem Prozess orientieren, sind die Seite der Gegenwartskunst, die einer evangelischen Religionspraxis unmittelbar zugewandt sind. In dieser Situation ergeben sich neue Chancen für die Kooperation von Gegenwartskunst und christlicher Religion.

Das naheliegende Beispiel für eine Überblendung ästhetischer und religiöser "Performances" ist der Gottesdienst selber. Zu denken ist daher nicht nur an die Verbindung von Kunst und Religion im Kirchenraum, eine «Site Specific Art", sondern auch an eine Verbindung von Kunst und Religion in der religiösen Handlung, eine "Liturgy Specific Art".

Die Schnittmenge zwischen Kunst und Religion liegt bei der «Liturgy Specific Art» im gemeinsamen Interesse an überraschenden Handlungen. Es ist eine gemeinsame Arbeit an einer dynamischen Form, die den Vollzug betont, nicht das Ergebnis, das «work of art», nicht die «works of art» (John Dewey). Und es ist eine Arbeit in einer gemeinsamen face-to-face-Situation, denn in einer «Liturgy Specific Art» ist nicht  nur der Liturg mit seiner Religionsperformance, sondern auch der Künstler mit seiner Kunst-Performance in der Kirche co-präsent. In diesem Sinn ist das Projekt einer «Liturgy Specific Art» des EKD-Institut in der Universitätskirche in Marburg als Versuch zu begreifen, das innovative Potential der künstlerischen Performance für die Religion wie das performative Potential der Religon für die Kunst fruchtbar zu machen.

Thomas Erne

Thomas Putze, Prometheus
Gabi Erne, Performance im Gottesdienst, Geben und Nehmen
Gabi Erne, Essenskunst


  //  Thomas Putze 2011  //  Gabi Erne 2012  //  Ulrike Flaig 2012  //  Stefan Becker-Schmitz 2013  //  Dorothea Seror 2013  //  Wolfgang Kaiser 2014  //  Marie-Luise Frey 2015  //  Valeska Schulz 2015  //  Gabi Erne 2016  //  Benjamin Zuber
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