Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: Gabi Erne gewinnt Playing Arts Award 2012
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Gabi Erne gewinnt Playing Arts Award 2012

Laudatio zur Verleihung des playing arts award 2012

Gabi Erne Verwandlungen zwischen Küche und Altar

Riesige Schalen mit klein geschnittenem Graubrot in rauen Mengen. Ermuntert greift man hinein und noch kauend stößt man auf Reihen von weiß eingedeckten Tischen. Weiße Suppenteller, Löffel, orange Servietten. Rund um das Kirchgestühl. Ja, wir sind in der Marburger Universitätskirche, nicht in einem Restaurant. Um den Altar herum noch mehr Tische und Bänke. Auf dem Altar türmen sich Zwiebelschalen, Kartoffelschalen, Karottenschalen, Rosmarintöpfchen und frische Petersilie. Ein Kreuz – aus Brotstückchen. Dahinter steht und wirkt eine in weiß gekleidete Frau. Sie schält Kartoffeln, schrabbt Möhren, zerkleinert Zwiebeln, rührt in den Töpfen, die rechts und links des Altars auf Rechauds köcheln. Ein Gottesdienst nimmt seinen Lauf. Die Frau kocht weiter, wie daheim, in aller Ruhe und mit Hingabe. Beim “Ehre sei Gott in der Höhe” beginnt ein Duft von Kürbis und Kardamom die ersten Reihen zu streifen. Nach der Predigt gehen wir ins Himmelreich. Wir reichen uns gegenseitig die köstliche tief orange Kürbissuppe. „Gesegnet die Zwiebel“, “sehet und schmecket, wie freundlich unser Gott ist.” Gabi Erne hat in großer Selbstverständlichkeit und Sinnlichkeit eine Tabuzone geöffnet. Ihre ästhetischen Entscheidungen sind aus ihrem jahrelangen „Spiel mit dem Essen“ zu einer klaren Formsprache gereift. Im Zusammenspiel der Liturgien von Kirche und Küche hat das Wort „Lebensmittel“ durch ihr Handeln eine neue Bedeutung bekommen.

Für mich war das eine Offenbarung.

Annegret Zander

 

Hier unsere würdigenden Stimmen:

Ich finde es grandios, wie Gabi die lebensnotwendige Nahrungszubereitung „heiligt“, indem Sie diese auf dem Altar zubereitet und die Speise danach in der Liturgie an die Gottesdienstbesucher gegeben wird. – Geistige und spirituelle Nahrung!

Eine sinnliche Neuerfahrung von Gottesdienst und Kirchenraum und dem, was Gnade sein kann…

Gabi hat den Gottesdienst zu einem wahrhaft wärmenden und nahrhaften Lebensmittel gewandelt.

Ein wunderbares Projekt, das vielen Menschen eine Begegnung ermöglichte.

Ich finde es ein wunderbar sinnliches Projekt – der Einbezug dieser vielen Menschen, die Verleiblichung des Wortes … u.v.m

 

Hier der link zu homepage von playing arts: http://www.playing-arts.de/index.php?category_id=1



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