Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: Newsletter Nr. 103
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Newsletter Nr. 103
März 2017

Lieber Leserin, lieber Leser,

im 103. Newsletter des Instituts für Kirchenbau und Kunst der Gegenwart  haben wir wie immer Veranstaltungen und Meldungen aus dem Schnittfeld von Kunst, Kirche, Architektur zusammengestellt. 

Als Neuerung in 2017 werden wir Sie regelmäßig auf aktuelle Beiträge des "Architekturflash" und des "Künstler des Monats" auf unserer webseite hinweisen. Auch dazu nehmen wir gern Anregungen und Informationen von Ihnen entgegen.

Zenita Komad stellten wir im Februar als "Künstlerin des Monats" vor. Sie wird gerade in den Räumen der Dt. Gesellschaft für christliche Kunst in München gezeigt.

Im März wird in dieser Rubrik wieder eine Altarraumgestaltung vorgestellt werden.

www.kirchenbau.info

Meldungen für den April-Newsletter  können Sie uns bis zum nächsten Redaktionsschluss am 29. März 2017 zusenden.

Bitte haben Sie Verständnis, wenn später eingehende Meldungen nicht mehr berücksichtigt werden können, bzw. erst im folgenden Newsletter.

Mitteilungen aus dem Institut

Neuerscheinung im März 2017

Ralf Liptau, Thomas Erne (Hg.)

KBI 11 | LichT

Material und Idee im Kirchenbau der Moderne

Mit Licht kann man bauen. Lichtführung und Lichtregie schaffen besondere Stimmungen und  Atmosphären. Der moderne Kirchenbau wird durch den Einsatz von Licht wesentlich gestaltet. Licht ist daher das bestimmende immaterielle Material des Kirchenbaus im 20. Jahrhundert. In diesem Band werden Konzepte der Lichtregie des modernen Kirchenbaus beschrieben und analysiert. Die Publikation vereinigt Beiträge aus der Kunst- und Architekturgeschichte, der Designtheorie und der Theologie.

1. Auflage 2017, Klappenbroschur, 20×20 cm,  144 Seiten, 99 Abbildungen davon 80 in Farbe, ISBN 978-3-89445-533-0, 20,00 €

 Zu bestellen bei Jonas Verlag      www.jonas-verlag.de/jonas/katalog

 

"ES BRAUCHT NICHTS ALS STILLE" - Der Architekt Meinhard von Gerkan

Ev. Akademie Hofgeismar, 31. März - 1. April 2017 (14:30 Uhr bis 13:00 Uhr)

Meinhard von Gerkan (geb. 1935) gehört zu den bekanntesten deutschen Architekten der Gegenwart. Seine Entwürfe und Projekte sind in Deutschland und auf fast allen Kontinenten zu sehen. Im Jahr 2009 wurde die Kapelle des Ev. Predigerseminars Hofgeismar nach einem Entwurf von Gerkans eingeweiht. Die Tagung bietet Anlass, über das Projekt mit dem Architekten und mit dem Auftraggeber Bischof Prof. Dr. Martin Hein ins Gespräch zu kommen.

Freitag, 31. März 2017

15:15 Uhr Hybride Räume der Transzendenz –  Wozu wir überhaupt noch Kirchen brauchen? Prof. Dr. Thomas Erne, Marburg

17:00 Uhr Andacht mit Einweihung der Orgel

20:30 Uhr Meinhard von Gerkan – Vielfalt in der Einheit, Dr. Jürgen Tietz, Berlin

Samstag, 1. April

9:45 Uhr Das Projekt "Kapelle", Direktor Karl Waldeck

Gespräch "The making of …" I

Bischof Prof. Dr. Martin Hein

 "The Making of …" II

Prof. Dr. h.c. mult. Meinhard von Gerkan, Hamburg

11:30 Uhr Erfahrungen mit der Kapelle

Direktor Dr. Manuel Goldmann

Dr. Martin Tschechne (Journalist), Hamburg

Lukas Spörl (Fotograf), Berlin

Ausstellungen / Veranstaltungen

playingarts:atelier 2017. Das Scharfe an Unschärfen

Melanchthon-Kirche Ludwigshafen, 4.-8. September 2017

Nicht nur in der Fotografie, auch im Film kann Unschärfe einen besonderen Reiz entfalten und was ist erst unscharf tanzen, sprechen, schreiben, malen, sehen, hören, ...? Unschärfe ist kein Fehler und versteht sich als positive Provokation. Als Form der Ungenauigkeit und Unbestimmheit öffnet sie dem kreativen Spiel Tür und Tor und schafft geradezu Spielräume: Das nicht ganz Klare macht neugierig und regt die Phantasie an. Dieses playingarts:atelier will ein Forschungslabor der Unschärfe sein, nicht nur mit den Mitteln der Fotografie. Im schöpferisch-experimentierenden Spiel wird die Umgebung erkundet. Die Woche bietet Raum und Zeit, ein eigenes schöpferisches Projekt zu realisieren. Mit Thomas Brenner, der als Fotograf und Fotokünstler in Kaiserslautern lebt. www.ejw-exbi.de

KUNST_KONTROVERS. Kunst und Kommerz

Ev. Akademie Frankfurt und ATELIERFRANKFURT, Schwedlerstr. 1-5, 22. März, 19:30 - 22:00 Uhr

Kunst war und ist immer aber auch Ware und einem Kunstmarkt unterworfen. Was bleibt eigentlich von den utopischen Gedanken des Kunstwerks übrig, wenn plötzlich in der Galerie ein Preisschild anhängt? Wie gehen seine Produzenten damit um, wie seine Sammler und Vermarkter? Welche Vermarktungsmöglichkeiten gibt es heute?

Das Denkmal: Wem gehört es, wer bewahrt es?

Ev. Akademie Tutzing, 3. - 5. März 2017

Denkmalpflege und Kulturerbe geraten sind nicht nur Identitätsreservoir moderner Gesellschaften, sondern auch Motor für nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung, beispielsweise durch den Tourismus. Für 2018 rief das Europäische Parlament ein „Europäisches Jahr des Kulturerbes“ aus. In Vorträgen und Arbeitsgruppen beschäftigt sich die Tagung mit der Weiterentwicklung des Denkmalrechts, Fragen der praktischen Denkmalpflege und der Denkmalvermittlung in Schule und Erwachsenenbildung und entwickelt Vorschläge zur Gestaltung und Weiterentwicklung des Denkmalschutzes.

Zenita Komad. Art is a Doctor. The Artist and the Kabbalist

DG München, 17. Februar - 8. April 2017

Spirituelle Themen bilden seit vielen Jahren das Herzstück der künstlerischen Fragestellungen von Zenita Komad. Die Dt. Gesellschaft für christliche Kunst stellt die österreichische Künstlerin mit einer eigens für die Galerie geschaffenen raumgreifenden Installation vor. (siehe auch unsere homepage www.kirchbautag.dewww.dg-galerie.de

VULGATA. 77 Kunst-Zugriffe auf die Bibel

Kulturzentrum bei den Minoriten Graz, 2. März - 8. Juli 2017

Die Ausstellung befragt mit 33 versammelten Künstlerinnen und Künstlern ein Buch, das in der Menschheitskultur zu den wesentlichsten Inspirationsquellen der Kunst zählt. Was fremd ist an ihr, was  neu zu entdecken ist und was sich dem gegenwärtigen Denken widersetzt: Das wird in dieser Ausstellung mit Werken der Gegenwartskunst beleuchtet. (Abb. Dorothee Golz, Herr Martin, 2015, C-Print (Diasec), 128x100 cm, Courtesy die Künstlerin und Charim Galerie Wien)

LUTHERLAND. Fotografien aus der Welt des Glaubens

Hygiene Museum Dresden, 11. März – 5. Juni 2017

Im „Lutherland“ stehen Kirchengebäude leer, Kirchenaustritte übersteigen die Anzahl der Eintritte, in Leipzig findet das deutschlandweit größte Wave-Gotik-Treffen statt, während profane ausländerfeindliche Gruppierungen wie Pegida im Namen eines christlich-jüdischen Abendlandes wöchentlich durch Dresden und andere Städte marschieren. Vor diesem Hintergrund ist der Leipziger Fotograf Jörg Gläscher seit Oktober 2015 durch das Kernland der Reformation, aber auch durch andere Regionen Deutschlands gereist. Er hat sich auf die Suche nach der Präsenz des christlichen Glaubens begeben und ist dabei den Menschen und Landschaften begegnet, in denen Luthers Ideen lebendig geblieben sind. Mit seiner Kamera begleitete er eine Leipziger Konfirmandengruppe ebenso wie die Bischöfin von Magdeburg, einen Gottesdienst im Hamburger Hafen und die Beerdigung von Helmut Schmidt, Besucher der Dresdener Frauenkirche oder das Christival in Karlsruhe und viele weitere Stationen. Gläschers Fotografien betrachten die Praxis und den Alltag des Glaubens aus einer aufmerksamen Distanz und mit kühler Sympathie.(Abb. Plakat der Ausstellung)

Angela M. Flaig. Der dritte Tag

Münster St. Paul Esslingen, 4. März – 7. April 2017

Seit dreißig Jahren arbeitet Angela M. Flaig fast ausschließlich mit Samen und gestaltet Objekte, die erstaunlich groß werden können. Nicht selten sind solche Gebilde – man kann sie „Plastiken“ nennen oder einfach „Samenobjekte“ – mehrere Quadratmeter groß und bis zu einem halben Meter dick. Sie gebraucht besondere Samen, nicht einfach Körner, sondern Flugsamen wie etwa vom Löwenzahn. (Abb. Löwenzahnkreis, Flugsamen, 100cm x 100cm, 2002,©Angela M. Flaig)

Jan Toorop. Gesang der Zeiten

Bröhan Museum Berlin, 23. Februar - 21. Mai 2017

Jan Toorop (1858-1928) ist einer der bedeutendsten niederländischen Symbolisten, dessen Œuvre außerhalb seines Heimatlandes in seiner Vielfältigkeit bisher nur wenig bekannt ist. Die Suche nach eigenen Ausdrucksformen führte ihn vom Impressionismus über den Pointillismus bis hin zum Jugendstil. Inspiriert durch namhafte Künstler wie James Ensor, Vincent van Gogh und die Maler des Symbolismus, entwickelte Toorop seinen eigenen symbolistischen Stil und wurde zu einer der innovativsten Kräfte der Malerei seiner Zeit. Auch zu christlichen Themen hat er viele Werke geschaffen. Erstmals wird sein umfassendes Werk nun in einer großen Übersichtsschau mit mehr als 200 Werken in Deutschland präsentiert. Zu sehen sind neben zahlreichen Hauptwerken Jan Toorops auch Buchillustrationen sowie grafische Arbeiten, darunter zahlreiche Plakate.(Abb. Plakat der Ausstellung)

Magische Transparenz. Campendonk als Hinterglasmaler

Museum Penzberg, 18. Februar- 7. Mai 2017

1911 lernte Campendonk die Hinterglasmalerei als künstlerische Technik im Kreis des „Blauen Reiter“ kennen und experimentierte mit ihren Möglichkeiten. Bis in sein Spätwerk hat er sie weiterentwickelt und als Lehrer auch weitergegeben. Die strahlend schönen Bilder in einer erstaunlich subtilen Technik sind ein großes Erlebnis. Mit dieser Ausstellung ist das Forschungs- und Restaurierungsprojekt zu den Hinterglasbildern Heinrich Campendonks abgeschlossen, das von der Ernst von Siemens Kunststiftung finanziert wurde. (Abb.Heinrich Campendonck, (c)Museum Penzberg)

Johannes Brus – Das Sichtbare im Unsichtbaren

Kunstsammlung DZ Bank Frankfurt,1. März - 17. Juni 2017

Auch wenn die Grundlagen von Brus´Arbeiten fotografischen Ursprungs sind, werden sie doch durch den virtuosen Einsatz von Mehrfachbelichtungen, Entwickler- und Fixierflüssigkeit sowie die Verwendung von Farben und Pigmenten so verfremdet, dass sie mehr mit Gemälden als mit gewohnten Fotografiewerken zu tun haben. Wie Geister oder mythische Erscheinungen aus den Tiefen der Zeit  verschwimmen die Bilder und entfalten dabei eine große Sogkraft. (Abb. Johannes Brus, Anubis, 1994)

Primary Structures. Meisterwerke der Minimal Art

MMK 2 Frankfurt, 22. Februar 2017 — 13. August 2017

Das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main besitzt eine bedeutende Sammlung der Minimal Art der 1960er- und 70er-Jahre. Durch den Ankauf der ehemaligen Sammlung von Karl Ströher durch die Stadt Frankfurt im Jahr 1981 gelangte ein Konvolut von Werken US-amerikanischer Minimal-Art-Künstler der frühen 1960er-Jahre an das Museum. Zudem gehören auch herausragende Werke des Postminimalismus zu den Beständen des MMK. Serialität, Konzeptualität und industrielle Fertigung waren die neuen Prinzipien der Künstler Carl Andre, Walter De Maria, Dan Flavin, Donald Judd und Fred Sandback, die mit ihren radikalen Werken in den 1960er-Jahren die Kunst revolutionierten. Sie verwendeten erstmals industriell gefertigte oder bearbeitete Materialien und reduzierten ihre Arbeiten auf geometrische Grundstrukturen, sogenannte "Primary Structures". Für die Präsentation im MMK 2 wurde die legendäre Münchener Galerie von Heiner Friedrich, der als einer der Ersten Werke der Minimal-Art-Künstler in Deutschland zeigte, mit zwei historischen Ausstellungen von 1968 rekonstruiert, mit denen die Rezeption der Minimal Art in Deutschland begann: Carl Andres Bodenskulptur "22 Steel Row" und Dan Flavins Licht-Installation "Two primary series and one secondary". In der ersten Hälfte der Ausstellungslaufzeit (22.2. - 14.5.2017) ist Carl Andres Bodenskulptur in der Rekonstruktion ausgestellt und in der zweiten Hälfte (ab 16.5.2017) das Werk von Dan Flavin. Erstmals in einer Ausstellung im MMK zu sehen ist die Arbeit "35 Timber Line" (1968) von Carl Andre, die aus Platzgründen bislang noch nie ausgestellt werden konnte. Es werden auch  neuere Arbeiten gezeigt, die sich maßgeblich auf den Minimalismus beziehen. Ihren Abschluss findet die Ausstellung mit der Arbeit "Outdoor-yellow 13" (2004) von Michael Beutler in der Hauptlobby des TaunusTurms. Für die ungewöhnliche Raumhöhe der Lobby hat der Künstler seine Arbeit ortsspezifisch verändert und erweitert. (Abb. Dan Flavin: Ohne Titel (to Barbara Nüsse), 1971 MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, Courtesy Estate of Dan Flavin / VG Bild-Kunst, Bonn 2017; Foto/Photo: Axel Schneider)

Die innere Haut. Kunst und Scham

Marta Herford, 4. März – 4. Juni 2017

Wann man sich und wer sich schämt, hängt stark vom sozialen Umfeld ab und ändert sich mit der Zeit. In der bildenden Kunst besitzt das Motiv der Scham mit Darstellungen von Adam und Eva bereits eine lange Tradition. Seit den 60er Jahren bis heute scheinen KünstlerInnen selbstverständlich Regeln zu übertreten und die Schamgrenzen auszuweiten. Doch was beschämt oder provoziert überhaupt noch und welche Rolle spielen KünstlerInnen in diesem Zusammenhang? (Abb. John Isaacs: Cast from light and dark your Shadow is no different from mine, 2016, © John Isaacs)

Maria Lassnig

Museum Folkwang Essen, 10. März – 21. Mai 2017

Wie lässt sich das eigene Körperbewusstsein darstellen? Diese Frage hat die erst spät gewürdigte österreichische Künstlerin zeitlebens beschäftigt. Die Ausstellung zeigt die Bandbreite von Lassnigs frühen abstrakten, vom Informel inspirierten Körperumrissen über ihre Reflektionen des Sehens bis hin zu zahlreichen Selbstporträts. Immer wieder multiplizieren sich auf ihren Gemälden die Körper, wie angesichts des Schmerzes oder sie gesellen sich zu tierischen Doppelgängern. Darüber hinaus präsentiert die Ausstellung Filme von Maria Lassnig. (Abb. Maria Lassnig,Zwei Arten zu sein (Doppelselbstporträt), 2000, Öl auf Leinwand, 100 x 125 cm, Maria Lassnig Stiftung© Maria Lassnig Stiftung)

Jorinde Voigt. A New Kind of Joy

Kunsthalle Nürnberg, 23. Februar - 7. Mai 2017

Für ihre Zeichnungen hat Jorinde Voigt ein vielschichtiges Vokabular aus Linien, Diagrammen, Zeichen und handschriftlichen Notizen entwickelt, mit dem sich abstrakte Phänomene wie Raum, Zeit, Erdrotation oder Geschwindigkeit darstellen lassen. Diese Aufzeichnungen bilden eine wissenschaftlich anmutende Matrix, in der Jorinde Voigt ihre eigenen Bewegungen (Egomotion) bei der Arbeit im Studio ebenso verortet wie die Einflüsse durch Kunst, Literatur, Musik, Naturwissenschaft oder Philosophie. Es geht ihr darum, „nonstop Fragen zu stellen“, um auch subjektive Assoziationen, Erfahrungen und Wahrnehmungen sowie den (unbewussten) Prozess des Erfassens so exakt wie möglich visuell darzustellen. Ihre aktuellen, in der Kunsthalle Nürnberg in einer konzentrierten Auswahl präsentierten Arbeiten zeichnen sich durch eine vielfältige Materialität aus, in der neben den klassischen Mitteln der Zeichnung wie Bleistift, Graphit, Tusche oder Pastellkreide auch Vogelfedern, Kupfer oder Blattgold zum Einsatz kommen. So auch in Jorinde Voigts Langzeitprojekt Song of the Earth, einem auf acht Kompositionen angelegten, monumentalen Zeichnungszyklus, der von Gustav Mahlers sinfonischem Liederzyklus Das Lied von der Erde (1908-09) inspiriert ist und gattungsübergreifend bildende Kunst und Musik, visuelle und akustische Erfahrungen, verbindet. Mit Spielanweisungen und Zeitnotationen versehen, dienen diese Zeichnungen auch als Partituren für die Aufführung durch zeitgenössische Musikensembles. Im Rahmen ihrer Ausstellung in der Kunsthalle Nürnberg wird Jorinde Voigt zwei Zyklen dieses groß angelegten Projektes vorstellen, The Farewell - A New Kind of Joy (2016) und das neue Werk Both Sides Now (2017).(Abb. Jorinde Voigt: "10 am to 7 pm", 2016, Tinte, Ölkreide, Pastell, Bleistift auf Papier/ink, oil crayon, pastel, pencil on paper, 140 x 280 cm, Leihgabe/loan of Carlotta Testori, © VG Bild Kunst Bonn, 2017)

Susanne Kühn. Spaziergänge und andere Storys

Haus der Graphischen Sammlung, Museum für Neue Kunst Freiburg, 18. Februar 2017 – 5. Juni 2017

Susanne Kühn, 1969 in Leipzig geboren, hat an der Hochschule für Graphik und Buchkunst in Leipzig studiert. Speziell für den Ausstellungsraum im Haus der Graphischen Sammlung hat sie acht neue Arbeiten geschaffen: Auf überdimensionierten Leinwänden zitiert sie verschiedene grafische Sprachen: Kupferstich und Cartoon, Holzschnitt und zeitgenössische Animation. Kleinformatige  farbige Landschaftsskizzen auf Papier befinden sich in kniehohen Holzboxen. Kühn erfindet darin surreale Naturräume: Wasserfälle und Felsen stehen einer kubistisch aufgelösten Architektur gegenüber. Der Entwurf für die Präsentationsform stammt von der belgischen Architektin Inessa Hansch, mit der Susanne Kühn seit 2007 an raumgreifenden Objekten zusammenarbeitet.

Anton Henning. 95 hypermanische Paraphrasen

Kunsthalle Recklinghausen, 19. Februar 2017 – 17. April 2017

Anton Henning  ist Maler, überschreitet aber das Genre durch ausladende Rauminstallationen. Bei der  Innengestaltung des Restaurants im Bahnhof Rolandseck beim Arp Museum hat er seinen malerischen Ansatz in Richtung Innenarchitektur erweitert. Weiterhin erweitert er sein Werk durch plastische Konzepte. Zitat und Ironie spielen eine wichtige Rolle. Sein Ansatz ist gegenständlich aber er lässt sich auch auf das Ornament ein. Für die Kunsthalle Recklinghausen hat er sich dem Porträt gewidmet. Dabei haben nicht nur Personen sondern auch „Dinge“ Porträtcharakter. (Abb.Anton Henning, 7 Tugenden/7 Sünden)

Dreamaholic-Kunst aus Finnland

Weserburg Museum Bremen, 4. Februar- 27. August 2017

Die Weserburg gibt einen Einblick in die aktuelle finnische Kunstszene. Die Werke stammen aus der in Berlin und Helsinki beheimateten Miettinen Collection. Neben etablierten Künstlerinnen und Künstlern wie Eija-Liisa Ahtila, Jiri Geller und Robert Lucander werden vor allem junge, vielfach noch zu entdeckende Positionen vorgestellt. Sie spiegeln die Vielfalt und Eigenständigkeit der finnischen Gegenwartskunst. Ein Schwerpunkt innerhalb der Ausstellung ist neben Skulptur und Fotografie die Malerei. Die Weiterentwicklung konstruktiver und minimalistischer Konzepte ist ebenso vertreten wie die Wiederaufnahme und Fortführung gegenständlicher Bildformen der Pop Art und der Postmoderne. (Abb. Denise Grünstein, Deja Vue (2014), Miettinen Collection)

Thomas Wrede. Modell Landschaft. Fotografie

Museum Haus Sinclair Bad Homburg, 12. März - 5. Juni 2017

In den 1990er Jahre fertigt Wrede Fotografien einer sterbenden Landschaft, deren Oberfläche von landwirtschaftlich genutzten Kunststoffbahnen entstellt wurde und zeigt gleichermaßen das Hässliche und das Pittoreske dieser Landschaft. 1994 hält er in großformatigen Schwarz-Weiß-Arbeiten die Abdrücke des Aufpralls von Vögeln auf Fensterscheiben fest. Schließlich beginnt Wrede zunehmend die Grenze zwischen Abbild und Wirklichkeit zu suchen. Die Welt wird in seinem Werk mehr und mehr als eine Art Modellbausatz wiedergegeben, als eine große Inszenierung im kleinen Maßstab zwischen Idyll und Katastrophe.

Kubus. Sparda-Kunstpreis

Kunstmuseum Stuttgart, 18. März – 18. Juni 2017

2017 wird der von der Sparda-Bank Baden-Württemberg und dem Kunstmuseum Stuttgart gemeinsam ins Leben gerufene »Kubus. Sparda-Kunstpreis im Kunstmuseum Stuttgart« zum dritten Mal an eine Künstlerin oder einen Künstler mit Bezug zum Land Baden-Württemberg vergeben. Es wurden drei Künstlerinnen nominiert, deren Werk sich einem erweiterten Malereibegriff zuzuordnen lässt. Leni Hoffmann (*1962 in Bad Pyrmont, lebt in Düsseldorf/Karlsruhe) arbeitet in-situ. Ihre Interventionen verschränken den Innen- und Außenraum, alltägliche Werkstoffe – Beton, Knete, Gitter- roste, LKW-Planen, ganze Zeitungsauflagen – finden Verwendung. Ausgangspunkt der Werke von Myriam Holme (*1971 in Mannheim, lebt in Mannheim) ist eine Untersuchung der Eigenschaften unterschiedlicher Materialien und deren Gegensätze. Die Werke bewegen sich häufig von der Wand in den Raum und durchmessen ihn nach allen Seiten. Corinne Wasmuht (*1964 in Dortmund, lebt in Berlin und Karlsruhe) setzt Fragmente der Wirklichkeit kaleidoskopartig zusammen. Daraus collagiert Wasmuht am Computer ihre Bildideen als Vorlagen für ihre Gemälde. (Abb. Myriam Holme, an deinen lichtfühligen rändern, 2015, Installationsansicht Projektgalerie des Wilhelm Hack Museums Ludwigshafen)

Jana Sterbak. Life-Size. Lebensgröße

Lehmbruck Museum Duisburg, 11.März – 11. Juni 2017

Um große Themen wie Liebe, Leben und Tod kreisen die Arbeiten der tschechisch-kanadischen Künstlerin Jana Sterbak (*1955 in Prag). In ihrem Werk begegnen  Fleisch, Haut, Haare, Leder, Brot und Eis – Materialien, die Vergänglichkeit spürbar machen. Die umfassende Retrospektive stellt den Körper und sein Maß in den Mittelpunkt und gibt einen Überblick über das Werk einer Protagonistin der Konzept-Kunst, die als Teil der feministischen Avantgarde Kunstgeschichte geschrieben hat. (Abb. Plakat der Ausstellung)

Malte Bruns. Tremors

KIT Düsseldorf,  11. März 2017 – 11. Juni 2017

Malte Bruns (*1984) verbindet filmische Elemente, Fotografie, Skulptur und Architektur zu einem installativen Environment. Es ist eine stille, dunkle Atmosphäre der Entschleunigung, in der sich die Bildwelten von Malte Bruns verorten lassen.War im 19. Jahrhundert das Paradigma der Arbeit noch der technische Apparat, so veränderten sich im Zeitalter der Digitalität die Vorzeichen zugunsten der immateriellen Arbeit. Bewusstsein und Intelligenz des Menschen sind für das Funktionieren dieses technischen Apparats bis heute unabdingbar. Der Transhumanismus bereitet nun die nächste Evolutionsstufe der Menschheit vor: die Verschmelzung des Menschen mit Technologie. Es ist dieser Wechsel der Paradigmen, den Malte Bruns in „Tremors“  heraufbeschwört.(Abb. KIT, Ausstellung Tremors)

Icaro Zorbar: Verweile doch (ein Abgesang)

Kunsthalle Osnabrück, 29. Januar – 2. April 2017

Die Ausstellung in der verdunkelten ehemaligen Dominikanerkirche will Reflexionen über Alterungsprozesse von Technologien, Gesellschaften und Epochen anregen. Icaro Zorbar will die Verlangsamung von zeitlichen Prozessen deutlich machen. Motivisch werden dafür planetarische Konstellationen, tragische Liebesbeziehungen und Weltzeituhr-Maschinen akribisch inszeniert, um zu zeigen, wie Zeit vergeht. In einem Kooperationsprojekt widmen sich parallel dazu vier Osnabrücker Kulturinstitutionen dem „Danse Macabre – Totentanz“.  Während die Dance Company Theater Osnabrück historischen Totentänzen von Mary Wigman zwei zeitgenössische Choreografien zu dieser Thematik gegenüberstellt, widmen sich das Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück, die Kunsthalle Osnabrück und das Diözesanmuseum Osnabrück ebenfalls dem Motiv des Totentanzes. www.dansemacabre-osnabrueck.de (Abb. Icaro Zorbar: Verweile Doch, (ein Abgesang), 2016. Ortspezifische Installation mit einem Plattenspieler, Verstärkersystem und Lautsprechern, fünf Videoprojektionen "Dust", Fensterverblendungen aus perforierter Pappe, Kunsthalle Osanbrück, 2017, Courtesy the artist. Foto: Angela von Brill)

Adrian Piper. The Probable Trust Registry: The Rules of the Game #1-3

Hamburger Bahnhof Berlin, 24. Februar -  3. September 2017

„The Probable Trust Registry: The Rules of the Game #1-3” ist gleichermaßen Installation wie partizipative Gruppenperformance. In der historischen Halle des Museums stehen drei identische, goldfarbene Tresen, die vor grauen, deckenhohen Wänden platziert sind. Während der gesamten Laufzeit der Ausstellung stehen an den Pulten Rezeptionistinnen und Rezeptionisten, bei denen die BesucherInnen einen Vertrag mit sich selbst abschließen können. Darin verpflichtet sich jede/r Einzelne freiwillig dazu, fortan das eigene Handeln an ethischen Prinzipien wie Ehrlichkeit und Verbindlichkeit auszurichten. Die Einträge werden in einem Verzeichnis erfasst, dem „Probable Trust Registry“, das alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ende der Ausstellung erhalten. Es ist eine Gemeinschaft von Personen, die wahrscheinlich zukünftig vertrauensvoll sind. Adrian Piper (*1948 in New York) ist Philosophin und Konzeptkünstlerin. Für „The Probable Trust Registry: The Rules of the Game #1–3“ wurde sie 2015 mit dem Goldenen Löwen auf der Biennale in Venedig ausgezeichnet. (Abb. Adrian Piper, The Probable Trust Registry: The Rules of the Game #1-3, 2013-2017, Installation + Group Performance, 3 graue raumhohe Wände, 3 runde goldene Tresen, goldene Reliefbuchstaben, 3 Lesepulte, 3 Stehhilfen, Computersystem, 3 Rezeptionsten (pro Tresen eine Person), Ausstellungsansicht, Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, David von Becker. Sammlung Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie. 2016 Schenkung der Freunde der Nationalgalerie. © Adrian Piper Research Archive Foundation Berlin. © APRA Foundation Berlin)

John Bock. Im Moloch der Wesenspräsenz

Berlinische Galerie Berlin, 24. Februar – 21. August 2017

Der Berliner Künstler John Bock (* 1965) hat für die Berlinische Galerie eine aus mehreren Einzelarbeiten und Filmprojektionen bestehende Installation entwickelt. In seinen Werken agiert er als Bildhauer, Zeichner, Autor, Aktionskünstler und Filmemacher. Die opulente Schau ist Freakshow, Bühne, Versuchslabor und Kino zugleich und überwältigt durch eine barocke Fülle an Bedeutungen, Objekten, Requisiten und Kostümen, die in  Filmen und Live-Aktionen zum Einsatz kommen.

Naufus Ramirez-Figueroa. Die Vereinigung zweier Flamingos auf einem Blechdach

Museum Haus Esters Krefeld,  19. Februar – 27. August 2017

Der 16. Preisträger des Mies van der Rohe-Stipendiums ist der junge guatemaltekische Künstler Naufus Ramírez-Figueroa (*1978 in Guatemala City). Der Künstler verbindet Elemente aus europäischem Volksglauben, der ganzheitlichen Medizinlehre und Naturphänomenen zu einer fiktiven Geschichte, die sich in den Räumen von Haus Esters abspielt. Naufus Ramírez-Figueroas farbgewaltige Installationen formulieren eine ganz eigene bühnenhafte Narration. Das Mies van der Rohe-Stipendium der Stadt Krefeld wurde 1979 eingerichtet, um junge, vielversprechende KünstlerInnen zu unterstützen. (Abb. Naufus Ramírez-Figueroa, God’s Reptilian Finger, 2015,  Polysterol, Fiberglas, Epoxidharz, UV-sensitives Pigment, UVLeuchtstoffröhren,  Installationsansicht Gasworks, London, Variable Maße Courtesy des Künstlers und Gasworks, London, Foto: Andy Keate)

Selbst ist der Mann! Erich Bödeker und Josef Wittlich

Clemens Sels Museum Neuss, 19. März - 28. Mai 2017

Josef Wittlich (1903-1982) und Erich Bödeker (1904-1971) haben gemeinsam, dass sie als sogenannte „naive“ Künstler gelten. Beide Männer verrichteten zum Broterwerb schwere körperliche Arbeit. Bödeker war Bergmann, musste diesen Beruf jedoch Ende der 1950er Jahre wegen Erkrankung an Silikose (Staublunge) aufgeben. Nahezu übergangslos widmete er sich der Bildhauerei. Schnell wurde man auf sein Werk aufmerksam. Josef Wittlich begann bereits in einer frühen Phase seines Lebens mit der Malerei. Bekanntheit erlangte er aber erst nach seiner zufälligen Entdeckung im Jahr 1967. (Abb. Josef Wittlich, Christus am Kreuz, Plakafarbe, 90 x 63 cm, Clemens Sels Museum Neuss,Inv.-Nr. 1972Ma206 und Erich Bödeker,  Englische Königsfamilie auf Bank, um 1969, Beton, Eisenteile, bemalt, Höhe: 128 cm, Breite: 150 cm,Siegburg, Sammlung Dieter F. Lange)

Vermischtes

Vielerorts veranstalteten die katholische und die evangelische Kirche einen Aschermittwoch für die Künste und die Künstler. Ein Gottesdienst wird ergänzt durch besondere musikalische und bildnerische Werke und es wird auf die besondere Situation der KünstlerInnen eingegangen. Anschließend wird eingeladen zu Begegnungen und Gesprächen. Der Aschermittwoch der Künstler geht auf eine Anregung des katholischen Schriftstellers Paul Claudel zurück, der nach dem 2. Weltkrieg verschiedene Künstler in Paris zum Gedankenaustausch einlud. In Deutschland fand der erste „Aschermittwoch der Künstler“ 1950 in Köln statt. Mittlerweile wird diese Tradition auch in vielen evangelischen Kirchen gepflegt. Einige Beispiele: Bereits zum zweiten Mal kooperierten die Evangelische Bergkirche und das Kunsthaus Wiesbaden anlässlich des Aschermittwochs der Künstler miteinander. An beiden Orten wurden Videos, Projektionen und Fotografien der brasilianischen Künstlerin Berna Reale gezeigt. In Berlin fand ein ökumenischer Aschermittwoch der Künstler in der Kirche Maria Regina Martyrum und im Ev. Gemeindezentrum Plötzensee statt. Eine Künstlerrede hielt Annette Pehnt. In Köln gab es neben dem Gottesdienst in St. Aposteln  eine  Akademie zu Kunst im öffentlichen Raum, eine Ausstellung von Manuale Schröder  „Texturen der Apokalypse“ im Maternushaus und eine Führung im Diözesanmuseum Kolumba. In Nürnberg gestaltete der Künstler Carsten Fock den neuen Pirckheimersaal im Nürnberger Caritas-Pirckheimer-Haus ganz in Violett und Blau. In der Liebfrauenkirche München stand das künstlerische Projekt unter dem Thema: "An der Grenze": Das Berliner Theater Anu und eine Videoinstallation von Stefan Hunstein setzten sich mit der Frage nach der Menschlichkeit in Krisenzeiten auseinander. Jeder „Aschermittwoch der Künste“ in der hannoverschen Landeskirche steht unter einem Thema, das durch Dialoge mit einem Künstler bzw. mit einer künstlerischen Sparte pointiert wird. In diesem Jahr war es der Ortswechsel  in das Sprengel-Museum in Hannover mit einem Vortrag von Dr. h.c. Andreas Mertin "Und führe uns … ins Museum. Nachdenken über den Homo Pictor", Musik und drei Führungen durch die Sammlung der Moderne. Im Dommuseum in Hildesheim wurde eine Installation aus Klang, Text und Bild des Komponisten Jan Hellwig, der Videokünstlerin Tanita Olbrich und des Autors Marius Goldhorn gezeigt. Deren Gemeinschaftsarbeit „#crossfade(s) 2017“ reflektiert über die parallel stattfindende Ausstellung „Triumph und Tod. Frühe Kruzifixe“.

Während der Passionszeit bis zum 14. April 2017 zeigt die Stiftung St. Matthäus in Berlin Albrecht Dürers Holzschnitt „Schmerzensmann“ (Reproduktion) im Dialog mit Mike Kirchers Altarbild „Melancholie“ und der Neonskulptur „parts“ des Berliner Künstlers Albert Weis: Während Dürers Holzschnitt die Melancholie in die christliche Heilsgeschichte einzeichnet und Albert Weis´ Skulptur „parts“ ein  Detail aus Dürers „Melencolia I“, den seinerseits vielfach künstlerisch interpretierten Polyeder aufgreift, verbindet Mike Kirchers Altarbild die Melancholie mit einer Farbstimmung. (Abb. Mike Kircher,Melancholie (1999), Acryl auf Leinwand, 230 x 160 cm, Foto: Stefanie Heider)

So vielfältig die neuesten Forschungsansätze zur Geschichte des Nationalsozialismus sind, so groß klaffen doch die Lücken. Sie liegen im Bereich der Kunst- und Kulturpolitik, vor allem in der angewandten Kunst. Das verwundert umso mehr, als diese Sparte über die „Reichskulturkammer“ dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda unterstand. Das wiederum verbindet sie mit der vorrangigen Propagandaaufgabe der Dekoration und Ausgestaltung von Staats- und Parteifeiern, Großkundgebungen und Großveranstaltungen. Gestaltungsaufgaben, die unter dem Begriff „Formgebung“ zusammengefasst wurden. Doch: Kann Kunst im alleinigen Dienst eines totalitären Systems überhaupt als Kunst bezeichnet werden – oder ist sie nicht eher Handwerk? Zu diesem Fragenbündel findet vom 25. bis zum 26. Juni 2017 im Grassimuseum für Angewandte Kunst und im Institut für Kunstgeschichte der Universität Leipzig die interdisziplinäre Tagung „Formgebung im Nationalsozialismus“ statt. Kontakt: PD Dr. Michael Lingohr, Institut für Kunstgeschichte Universität Leipzig, Dittrichring 18-20, 04109 Leipzig. michael.lingohr@uni-leipzig.de.

Anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 plant das Kloster St. Marienberg in Helmstedt mit seiner Paramentenwerkstatt der von Veltheim-Stiftung eine Ausstellung zum Thema 'Paramente in Bewegung. Bildwelten liturgischer Textilien', die durch ein fachwissenschaftliches Symposium eingeleitet werden soll. In Kooperation mit der Professur für deutsche Literatur des Späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit an der Humboldt-Universität wird das Symposium vom 24.-25. März 2017 im Kloster St. Marienberg durchgeführt. Es endet mit der Ausstellungseröffnung am 26. März 2017. Das Symposion wird den Fragen nachgehen, wie in der vorreformatorischen Liturgie die Textilen Bildwelten der Paramente mit den zugehörigen Kirchenräumen interagierten und wie sich die liturgischen Vorgaben der Reformation auf die Gestaltung der sakralen Performanz auswirkten.  Anmeldung: Kloster St. Marienberg Tel. 05351-6769 klostermarienberg@gmx.de

Von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) sind im Jahr 2016 490 Projekte mit rund 23,7 Millionen Euro gefördert worden. Das Geld stammt aus privaten Spenden, Erträgen der DSD-Treuhandstiftungen, Nachlässen, Geldauflagen und aus den Erträgen der Lotterie „Glücksspirale“. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz stellte seit 1985 für den Erhalt bedrohter Bauten nach eigenen Angaben rund eine halbe Milliarde Euro zur Verfügung.

Das Mainzer Gutenberg-Museum mit seinen Exponaten zur Buch-, Druck- und Schriftgeschichte soll in den kommenden Jahren grundlegend modernisiert werden. Der frühere Unternehmenschef von Boehringer Ingelheim, Andreas Barner, wird im April neuer Vorsitzender der Mainzer Gutenberg-Stiftung. In der neuen Funktion wird er die Modernisierungspläne für das Gutenberg-Museum begleiten. Seit 2015 gehört der Arzt und Mathematiker dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland(EKD) an und ist Vorsitzender des Präsidiums des Ev. Kirchbautages.

Syrische Literatur wird mit finanzieller Hilfe des Auswärtigen Amtes und der Schweizer Regierung ins Deutsche übersetzt. Insgesamt wurden von den Mitteln des Auswärtigen Amts 26.000 Euro bewilligt, vom Schweizer SüdKulturfonds umgerechnet etwa 9.400 Euro. Bis zum 1. April 2017 können Verlage neue Anträge auf Übersetzungsförderung einreichen. Das Bewilligungsverfahren wird von Litprom betreut. Der Verein widmet sich seit 1980 der Förderung von Literatur aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der arabischen Welt. Er arbeitet eng mit der Frankfurter Buchmesse zusammen und wird unter anderem von „Brot für die Welt“ unterstützt.

Preisgekrönte Schriftsteller wirken in einer Gottesdienstreihe der Stadtkirche Darmstadt zur Passionszeit mit. Die sechs Autoren setzen sich anlässlich des 500. Reformationsjubiläums mit einem zentralen Text Martin Luthers zur Gottesfrage auseinander. Im März sind es Sibylle Lewitscharoff,  Karl-Heinz Ott, Ilija Trojanow und Heinrich Steinfest. Im April Dietmar Dath und Friedrich Christian Delius. Gegenstand der Auseinandersetzung mit Luther ist jeweils dessen ausführliche Erklärung des 1. Gebots „Du sollst nicht andere Götter haben“ im Großen Katechismus von 1528/29. www.stadtkirche-darmstadt.de

Das neu ins Leben gerufene Baukunstarchiv Nordrhein-Westfalen gGmbH findet seinen Sitz im ehemaligen "Museum am Ostwall" in der Dortmunder Innenstadt. Die Stadt Dortmund wird das ehemalige Museum dem „Baukunstarchiv Nordrhein-Westfalen“ miet- und abgabenfrei zur Verfügung stellen. Den Betrieb des Baukunstarchivs NRW übernehmen vier Gesellschafter: die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, die Stiftung Deutscher Architekten, die Ingenieurkammer-Bau NRW und der Förderverein für das Baukunstarchiv NRW. Aufgabe des künftigen Baukunstarchivs NRW ist es, Nachlässe einflussreicher und regional bedeutsamer Architektinnen und Architekten sowie Ingenieurinnen und Ingenieure zu sammeln und für die wissenschaftliche Bearbeitung zugänglich zu machen. Zudem soll ein lebendiges Zentrum der Baukultur entstehen, das mit Ausstellungen und Vorträgen auch ein breites Publikum ansprechen wird. Die Technische Universität wird die wissenschaftliche Leitung des Baukunstarchivs NRW übernehmen. Der Betrieb soll im nächsten Jahr starten.

Das Hessische Landestheater Marburg veranstaltet ab dem 19. März 2017 wieder seine Kinder- und Jugendtheaterwoche. Rund zwanzig professionelle Theatergruppen geben ein Gastspiel. An den Schulen in der Region werden außerdem etwa hundert Workshops für 2.000 Schüler angeboten. Die Kinder- und Jugendtheaterwoche dauert bis zum 25. März. Sie findet in diesem Jahr zum 22. Mal statt.

Der Baustil und die Epoche des „Brutalismus“ erfährt zur Zeit Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Auch viele Kirchenbauten aus dem Kirchbauboom der 60er Jahre sind diesem Stil zuzuordnen. In Dortmund zeigt die Ausstellung „The Brutalism Appreciation Society“ von April bis September dieses Jahres 15 internationale künstlerische Positionen, die sich mit dem brutalistischen Baustil der Nachkriegsmoderne auseinandersetzen. Das Vitra Design Museum ermöglicht noch bis April in der Ausstellung „The Brutalist Playground“ eine spielerische Sicht auf die brutalistische Architektur. Den Blick auf die Bauten der 1960er und 70er Jahre will die neu gegründete Initiative „Brutalismus im Rheinland“ schärfen. Sie setzt sich für ein besseres Verständnis und eine höhere Wertschätzung dieser markanten Architektursprache im Allgemeinen und ihrer Präsenz im Rheinland im Besonderen ein. Am 14. März 2017 stellt sich die neue Initiative Im Haus der Architektur Köln vor.Das Projekt SOSBrutalism ist im Oktober 2015 mit einer Online-Rettungskampagne für die weltweit von Abriss und Umgestaltung bedrohte brutalistische Architektur gestartet. Die Webseite www.SOSBrutalism.org zeigt mittlerweile mehr als 800 Bauten, die sich dem Brutalismus zuordnen lassen. Sie sind nach dem Vorbild eines Artenschutzprojekts in verschiedene Gefährdungsstufen gegliedert. Das Projekt „SOS Brutalismus“ ist eine gemeinsame Initiative des Deutschen Architekturmuseums (DAM) in Frankfurt und der Wüstenrot Stiftung, unterstützt von uncube. Es knüpft direkt an den internationalen Brutalismus-Kongress in Berlin an, den die Wüstenrot Stiftung und das Karlsruher Institut für Technologie bereits im Jahr 2012 durchgeführt haben. Ziel des Projekts ist eine Ausstellung und eine begleitende Publikation mit weltweitem Überblick zur brutalistischen Architektur zwischen 1953 und 1979. Damit soll das Denkmalbewusstsein für brutalistische Bauten aktiviert und die Forschung zum Brutalismus in der Architektur fortgeführt werden.

Die Stiftung Kirchenerhaltungsfonds der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) fördert den Erhalt denkmalgeschützter Kirchenbauten dieses Jahr mit insgesamt 418.300 Euro. Neun Gemeinden erhielten Bewilligungsbescheide vor allem für Innenrenovierungen und künstlerische Ausgestaltungen in denkmalgeschützten Kirchen. Die einzelnen Fördersummen liegen zwischen 12.500 und 96.500 Euro. Von den Gemeinden eingeworbene Spenden werden aus den Stiftungserträgen verdoppelt. In der kurhessischen Kirche gibt es rund 1.000 Kirchen, der Großteil von ihnen ist denkmalgeschützt. Im Jahr 2000 hatte die Landessynode beschlossen, die Mittel zu ihrem Erhalt durch die Errichtung einer kirchlichen Baustiftung zu ergänzen.

Die Kunsthalle Osnabrück ist situiert in einer ehemaligen Dominikanerkirche mit umgebautem Klosterkomplex. Seit 1992 stellen Künstler ihre Werke auf einer Gesamtfläche von rund 1.500 Quadratmetern aus. Während die ehemaligen Klosterräume den Künstlern ein neutrales Ambiente bieten, ist das Kirchenschiff mit seinen imposanten Ausmaßen und einer Höhe von einundzwanzig Metern für ortsspezifische künstlerische Eingriffe prädestiniert.

Auf sein 25jähriges Bestehen blickt in diesem Jahr das Kasseler Museum für Sepulkralkultur zurück. Das 1992 eröffnete Haus dokumentiert die Geschichte des Todes und seiner Vergegenständlichung und den gesellschaftlichen Wandel der Abschieds- und Bestattungskultur. Seine Dauerausstellung befasst sich u.a. auch mit den Bestattungsriten verschiedener Religionen. Gefördert wird das Museum von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, der Stadt Kassel, der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirchein Deutschland (EKD).

Mit der schwindenden Mitglieder- und Finanzstärke der beiden großen Konfessionen stehen vor allem die Kirchen der Moderne zur Disposition. Viele sind schon aufgegeben, umgenutzt und abgerissen worden. Diesem Problem will die sich gründende Initiative „Kirchbauverein der Moderne an Rhein und Ruhr“ Gesprächsangebote und Lösungsmodelle entgegensetzen. Mehr Informationen über die aufgegebenen, umgenutzten und abgerissenen Kirchen der Moderne finden Sie auf der neuen virtuellen Karte: invisibilis.

Bewerbungsschluss für den Kultur-Kirchen-Fonds 2018 der Ev.-Luth. Landeskirche Hannovers ist der 31. August 2017. Es wird die Begegnung zeitgenössischer Kunst und Kultur mit Kirche und Theologie unterstützt. 12 Projekte werden bis zu 7.500 € und vier signifikante Kulturkirchen mit je 200.000 € für gefördert. www.kultur-kirche.de

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) vergibt 2017 erstmals einen Kunstpreis. Der Preis „kunstinitiative“ will den Dialog zwischen evangelischer Kirche und bildender Kunst unterstützen. Die Förderung richtet sich insbesondere an junge Kunstschaffende, die mit dem Preisgeld die Möglichkeit erhalten, ein eigenes Projekt in einem Kirchenraum zu verwirklichen. Mehr als 20 Künstlerinnen und Künstler wurden Anfang 2016 zu einem Wettbewerb eingeladen, um sich in ihren Entwürfen mit dem Kirchenraum und dem Thema „Gnade“ auseinanderzusetzen. Aus den Entwürfen wurden dann drei zur Verwirklichung ausgewählt. Die Ergebnisse werden vom 30. April bis 23. Juni 2017 in drei evangelischen Kirchen in Darmstadt zusehen sein: Daniela Kneip Velescu in der Michaelskirche, Georg Lutz in der Martinskirche und Lisa Weber in der Stadtkirche. Die Eröffnung findet am 30. April 2017 um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Martinskirche statt. Ein Rundgang zu den drei Projekten schließt sich an. www.ekhn-kunstinitiative.de

Das Künstlerstipendium 2016/2017 der Bremischen Evangelischen Kirche hatte bis Ende Januar 2017 Gertrud Schleising mit Ihrem Projekt „Make it a better place“. Während des Stipendiums entstanden Bilder und Collagen sowie verschiedene Aktionen, die gemeinsam „Reformation neu buchstabieren“, wie es die Künstlerin selbst nannte. Schleising schafft mit ihrer künstlerischen Sprache den Spagat zwischen Absurdität und Ernsthaftigkeit. Dabei nutzt sie den Bilderfundus der Kunstgeschichte mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie die heutigen kommerziellen Bilder. Ihre Arbeitsweise scheint sprunghaft, erweist sich aber als konzentriert und durchdacht. Das Künstler-Stipendium der Bremischen Evangelischen Kirche ist mit insgesamt 12.000.- Euro dotiert. Es besteht aus einer monatlichen Zuwendung von 1000.- Euro sowie einem einmaligen Grundstock für eine Dokumentation in Höhe von 2.000.- Euro. »Make it a better place«! Vom 23. März bis 11. Juni 2017 wird die dazugehörige Ausstellung »MÖbel dein Leben auf – ein Krisenfest« gezeigt. www.kulturkirche-bremen.de

Aus dem 3,10 mal 2,45 m großen Rahmen einer ausrangierten Orgel der evangelischen Christuskirche in Dormagen schafft Zipora Rafaelov  ein harfenähnliches Objekt. Sie erarbeitet ihren Beitrag zum Kunstwettbewerb „reFORMation – transFORMation“ der Evangelischen Kirche im Rheinland: Das Werk von Zipora Rafaelov ist einer von elf Beiträgen zum Wettbewerb, den die Evangelische Kirche im Rheinland im Reformationsjahr 2017 ausgelobt hat. Die Arbeiten gehen in eine Wanderausstellung, die bis 2018 in fünf Stadt- und Kulturkirchen sowie dem Landeskirchenamt in Düsseldorf gezeigt wird. Die Ausstellung startet am 10. März mit einer Vernissage in der Düsseldorfer Johanneskirche.  Eine Jury, unter den Mitgliedern Leiterinnen und Leiter von Museen hat die elf Künstlerinnen und Künstler vorgeschlagen und wird am 10. März die Gewinnerin oder den Gewinner des Kunstpreises bestimmen. Termine der Wanderausstellung: Düsseldorf Johanneskirche | 10.03.2017 – 06.04.2017; Düsseldorf Landeskirchenamt | 13.04.2017 – 01.05.2017;Essen  Kunstraum Notkirche | 07.05.2017 – 09.07.2017; Köln  Antoniterkirche | 15.07.2017 – 10.09.2017; Mönchengladbach Hauptkirche Rheydt | 16.09.2017 – 29.10.2017; Neuwied  Marktkirche | 03.11.2017–28.11.2017; Saarbrücken  Johanneskirche | 13.01.2018 – 18.03.2018

Das christliche Bildungswerk „Die Hegge“ lädt vom 5. bis 7. Mai 2017 ein zu der jährlich stattfindenden BEGEGNUNG BILDENDER KÜNSTLER, diesmal unter dem Thema: RELIGION, KITSCH UND KUNST – ein natürliches Dreiecksverhältnis? Vielleicht ist „Kitsch“ mehr als nur ein ästhetisch-moralischer Kampf- und Ausgrenzungsbegriff – und die Künste können von einer ernsthaften Auseinandersetzung mit diesem breitgestreuten kulturellen und religiösen Phänomen profitieren. Die Teilnehmenden sind wieder eingeladen, eine bis drei ihrer Arbeiten während der Tagung auszustellen. http://die-hegge.de/event/tagung-fuer-bildende-kuenstler/

Die evangelischen Kirchen und die Diakonie in Hessen präsentieren auf dem Hessentag in Rüsselsheim eine „ZeitKirche“. Die Mediendesigner Moritz Herdt und Martin Völker zeigen dort  in einer Videoinstallation menschliche Sternstunden und Irrwege ebenso wie Themen aus Wissenschaft, Natur, Kultur und Politik. Im Halbstunden-Rhythmus werden entscheidende Ereignisse auf dieses virtuelle Fenster projiziert. Die evangelische Kirche ist seit 1998 auf Hessentagen mit einem eigenen Programm dabei. Ihre Themenkirchen - wie die „Rosenkirche“, die „Traumkirche“, die „Zukunftskirche“ oder den „Sternendom“ - besuchen regelmäßig zehn bis 15 Prozent der Hessentagsbesucher. Im vergangenen Jahr kamen rund 70.000 Menschen in Herborn in den „PurPurDom“.

Für das  neuerbaute kath. Gemeindehaus St. Paulus in Recklinghausen hat der Maler Martin Bartel, Werke geschaffen, die als durchgängiges Motiv das Tuch zeigen. Er stellt sie der Gemeinde zunächst für ein Jahr zur Verfügung. Der Wunsch nach Kunst für das Gemeindehaus entwickelte sich in Zusammenhang mit dem Neubau innerhalb der Gemeinde und der Kontakt zu Martin Bartel kam durch die Kunsthalle Recklinghausen zustande. Die Bilder sind dann gezielt für das Paulushaus entstanden. Langfristig sollen regelmäßige Ausstellungen zeitgenössischen Künstlern im Paulushaus den Raum geben, ihre Werke zu präsentieren.

Jannis Kounellis verstarb im Alter von 80 Jahren. Er war  Mitbegründer der „Arte povera“. Für Aufsehen sorgten Ende der 1960er Jahre eine Aktion mit zwölf lebenden Pferden und seine Schlachthof-Installationen mit blutigen Rinderstücken. Er hat es geschafft, aus armen und banalen Materialien einen spirituellen Funken zu entzünden.

Das Museum Abteiberg in Mönchengladbach ist Museum des Jahres 2016. Die deutsche Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes AICA wählte das Mönchengladbacher Haus zum besten Kunstmuseum in diesem Jahr wegen seiner „hervorragenden Sammlungsbestände internationaler Kunst“ und wegen seiner Ausstellungspolitik.

Das Mecklenburgische Künstlerhaus Schloss Plüschow vergibt im Bereich bildende Kunst dreimonatige Arbeitsstipendien für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2017. Das Stipendium ist an einen Arbeitsaufenthalt im Schloss Plüschow gebunden. Im Schloss befinden sich fünf Gastateliers in der Größe von ca. 80 –100 qm, die jeweils aus einem Arbeits- und einem Wohnraum bestehen; außerdem steht eine Radierwerkstatt zur Verfügung. Die Höhe des Stipendiums beträgt monatlich 1.000,- Euro, abzüglich der Energie- und Telefonkosten. Bewerbungen per Post sind bis zum 2. Mai 2017 möglich. Download Unterlagen unter www.plueschow.de

Der Regensburger Kunstverein GRAZ e.V. lobt einen Arbeitsaufenthalt („artist in residence“) vom 19. August bis zum 15. September 2017 mit anschließender Ausstellung aus. Gezahlt wird ein Künstlerhonorar vom 1.000 Euro, für die Übernachtung wird gesorgt. Bewerbungen bis zum 1. Mai 2017 an: Renate Christin, Reisacherstr. 3, 93161 Sinzing/Regensburg, art@renatechristin.e.V.

Truck Tracks Ruhr #7 Album Essen ist das siebte und letzte Album des Kunstprojekts, das von Urbane Künste Ruhr nach einem Konzept von Rimini Protokoll produziert wird. Dabei handelt es sich um einen Lastwagen, der zu einem fahrbaren Zuschauerraum umgebaut wurde und durch sieben Städte des Reviers tourt. An entlegenen und untypischen Orten wird Halt gemacht, um diese „neu in Szene zu setzen“. Die Initiatoren begreifen ihre Aktion als „Forschungsreise“ und „Schaufenster ins Ruhrgebiet“ aus einer „künstlerischen Sicht“. Für jeden der sieben Orte produzieren Künstler kurze Hörspiele, die als „Alben“ der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die Essener Termine sind bereits ausverkauft; es werden jedoch Zusatzveranstaltungen für Mi., 22., Do., 23., Fr., 24. und Sa., 25. März 2017 angeboten. Die Tickets gehen ab dem 4. März 2017 in den freien Verkauf. Ticket-Hotline: 0221-28 02 11. www.trucktracksruhr.de

Der DAM Preis geht 2017 an Studio Andreas Heller Architects & Designers aus Hamburg für das Europäische Hansemuseum in Lübeck. Die enorme Breite an differenzierten und langfristig wirksamen städtebaulichen Lösungen gab den Ausschlag für die Juryentscheidung zugunsten des Europäischen Hansemuseums. Das Gesamtprojekt besteht nicht nur aus einem neuen Ausstellungsbau, sondern verlangte zugleich eine Stadtreparatur einschließlich der Wiederherstellung verloren gegangener Wegebeziehungen und die Sanierung eines Ensembles, das baugeschichtlich vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert reicht. (Abb. Studio Andreas Heller Architects & Designers: Europäisches Hansemuseum, Lübeck © Foto: Werner Huthmacher)

1909 wurde das Hetjens-Museum in Düsseldorf, das Deutsche Keramikmuseum, auf der Grundlage des Testaments von Laurenz Heinrich Hetjens eröffnet. Die Sammlung von Keramiken, Steinzeug, Porzellan u.a. ist im Laufe der Zeit auf mehr als 20.000 Exponate angewachsen. Das Hetjens-Museum ist weltweit das einzige Institut, das die universelle Keramikgeschichte von ihren Anfängen bis in die Gegenwart umfasst. Bis zum 30. April 2017 ist dort die Sonderausstellung „Yvonne Roeb: BESTIARIUM“zu sehen. Exotische und fantastische Wesen bevölkerten die Seiten mittelalterlicher Bestiarien. Die Künstlerin Yvonne Roeb nimmt dies als Ausgangspunkt und richtet mit neu geschaffenen Keramikarbeiten ein begehbares Bestiarium ein. 

Die Münchner Installations-, Foto- und Collagekünstlerin Beate Passow ist die neue Preisträgerin des GABRIELE MÜNTER PREISES. Der Preis wird ausgelobt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK), dem Frauenmuseum Bonn sowie der GEDOK, dem Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer. Die 1945 geborene politische Künstlerin Beate Passow, die Absolventin der Akademie der Bildenden Künste in München ist, erhält ein Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro. Beate Passows Werke werden gemeinsam mit denen weiterer 19 Künstlerinnen in der GABRIELE MÜNTER PREIS-Ausstellung vom 14. März – 17. April 2017 in der Akademie der Künste in Berlin und anschließend im Mai 2017 im Bonner Frauenmuseum gezeigt. Knapp 1000 Frauen hatten sich in diesem Jahr für den GMP beworben. Der GABRIELE MÜNTER PREIS ist der renommierteste Kunstpreis für Bildende Künstlerinnen in Deutschland und europaweit der erste Kunstpreis, der sich an Künstlerinnen wendet, die älter als 40 Jahre sind.

Der südafrikanische Künstler Kemang Wa Lehulere ist der neue „Künstler des Jahres“ der Deutschen Bank. Victoria Noorthoorn, Okwui Enwezor, Hou Hanru und Udo Kittelmann gehören zum Beratergremium der Deutschen Bank, das die Empfehlung zur Wahl des "Künstlers des Jahres" ausspricht. Kemang Wa Lehulere, 1984 in Kapstadt geboren, gehört er zu einer jungen Generation südafrikanischer Künstler, die in den unterschiedlichsten Genres und Medien arbeiten, um neue künstlerische Erzählweisen, aber auch Formen politischer Aktion zu entwickeln. Wa Lehuleres Zeichnungen verbinden Anspielungen auf die Zeit der Apartheid in seiner Heimat Südafrika mit vorgefundenem Bildmaterial, persönlichen Erinnerungen und Texten. Sein Werk reflektiert, wie die Spuren von Rassismus und Ungerechtigkeit bis heute verwischt und ignoriert werden.



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