Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: Newsletter Nr. 104
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Newsletter Nr. 104

Lieber Leserin, lieber Leser,

im 104. Newsletter des Instituts für Kirchenbau und Kunst der Gegenwart  haben wir wie immer Veranstaltungen und Meldungen aus dem Schnittfeld von Kunst, Kirche, Architektur zusammengestellt.

Johannes Brus stellten wir anlässlich einer Ausstellung in der Fotosammlung der DZ Bank Frankfurt im März als "Künstler des Monats" vor.

www.kirchenbau.info

Meldungen für den Mai-Newsletter  können Sie uns bis zum nächsten Redaktionsschluss am 28. April 2017 zusenden.

Bitte haben Sie Verständnis, wenn später eingehende Meldungen nicht mehr berücksichtigt werden können, bzw. erst im folgenden Newsletter.

Mitteilungen aus dem Institut

Studientag II: Licht – Material und Idee im Kirchenbau der Moderne

Termin:  Donnerstag, 27. April 2017

Ort: Orgelempore der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, Breitscheidplatz, Berlin

Nach unserem ersten Studientag im Oktober 2015 zum Thema Licht im Kirchenbau der Moderne ist nun der zugehörige Aufsatzband erschienen, der Beiträge aus der Kunst- und Architekturgeschichte, der Designtheorie und der Theologie vereinigt. Aus diesem Anlass laden die Herausgeber zu einem zweiten Teil des Studientags ein.

Mit Licht kann man bauen. Lichtführung und Lichtregie schaffen besondere Stimmungen und herausgehobene Atmosphären. Der moderne Kirchenbau, der auf historische Stilzitate verzichtet, wird durch den Einsatz von natürlichem Licht überhaupt erst möglich, denn erst der Umgang mit Licht unterscheidet die Kirchen von profanen Funktionsbauten. Licht ist daher eine wesentliche Idee und raumprägendes Material im Kirchenbau des 20. Jahrhundert.

Programm:

18.30 Uhr: Pfarrer Martin Germer (Berlin): Licht in den beiden Kirchenräumen der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche

19.00 Uhr: Anna Minta (Linz): Licht und Schatten. Ideologien und Utopien in der Architektur der Moderne

19.45: Ralf Liptau (Berlin): Licht im Kirchenbau der Nachkriegsmoderne. Zu den leitenden Thesen der Publikation und Ausblick

Exkursion „Pilgerfahrt“  vom 2. – 5. Mai 2017

Zusammen mit TU Kaiserslautern zu Betonkirchen der Moderne und anderen Architektur-Highlights am Wege zwischen Kaiserslautern, Paris, Basel.

Paris: Notre Dame de Raincy, Auguste Perret; Sozialer Wohnungsbau von Kempe Thill, em2n,  atelier bow-wow, Creche Binet (Kindergarten) Béal & Blanckaert; La tour bois le prêtre, Lacaton Vassal; Montmartre, Sacre Coeur; Centre de animation wangari muta maathi, Bruthe.

Nevers: Eglise Sainte-Bernadette du Banlay, Claude Parent, Paul Virilio

Eveux: Convent Sainte-Marie de la Tourette, le Corbusier

Thalmatt: Siedlung Halen, atelier 5

Biel: Palais de Congres, schlup

Bettlach: St. Klemenz, Walter Maria Förderer

Basel: HS für Gestaltung und Kunst, Morger und Partner; St. Antonius-Kirche, Karl Moser; Volta Zentrum, Buchner Bründler

Ronchamp: Notre Dame du Haut, le Corbusier

Mühlhausen: cité manifest, Jardin Neppert,  Lacaton Vassal

Colmar: Unterlindenmuseum, Herzog & de Meuron

Bei Interesse kontaktieren Sie bitte so schnell wie möglich: DANIEL.BERGER@architektur.uni.kl.de

 

Lehrveranstaltungen im Institut für Kirchenbau, Sommersemester 2017

Kirchengebäude und ihre Zukunft - Umbau, Umwidmung, Umnutzung?

Seminar mit Exkursionen, Mo 10-12 Uhr, AU, Raum 01010, Beginn: 24.04.2017

Im Rahmen des Reformationsjubiläum 2017 in Wittenberg findet eine Summer-School vom 17.7.-24.7.2017 statt zum Thema „Kirchen und ihre Zukunft – Sanierung, Umbau, Umnutzung“.  Architekturstudenten werden Ideen für Kirchen entwickeln, die nur dann noch eine Zukunft haben, wenn die gottesdienstliche Nutzung erweitert und ergänzt wird. Sie werden theologisch beraten von den Teilnehmern dieses Seminars. Zur Vorbereitung auf den gemeinsamen Workshop in Wittenberg werden wir grundsätzlich nachdenken über die Bedeutung und Funktion von Kirchengebäuden für die Kirche und für die Öffentlichkeit. Was ist das Besondere einer Kirche und wie kann dieses Spezifikum erhalten oder gar intensiviert werden, wenn sich ihre Nutzung erweitert? Und wir werden uns prägnante Beispiel von ungenutzten Kirchen anschauen, z.B. das Zentrum Verkündigung oder die Jugendkulturkirche in Frankfurt.

Von Athen lernen. Das Erbe von Antike und Christentum in der Kunst der Gegenwart. Die documenta 14 in Kassel

Seminar mit Exkursion

Mo 12-14 Uhr, AU, Raum 01010, Beginn: 24.04.2017

Die „documenta“ ist die weltweit wichtigste Ausstellung für zeitgenössische Kunst und findet alle fünf Jahre in Kassel statt. Die documenta 14 im Jahr 2017 wird neben Kassel auch Athen als Standort haben. Wir wollen vom Titel und Konzept inspiriert – insbesondere auf einer Exkursion in Kassel, deren Termin im Seminar verabredet wird – auf Spurensuche gehen: Welches antike und christliche Erbe findet sich in der Gegenwartskunst? Was können Theologie und Kirche von der Gegenwartskunst – und umgekehrt – lernen? Was verbindet Kunst und Theologie grundsätzlich? Und nicht zuletzt: Wie gehen Theologie und Kunst in ihren spätmodernen „Inszenierungen“ mit ihren oftmals diagnostizierten Selbstverständlichkeitsverlusten produktiv um? Das Seminar wird exemplarisch in klassische und gegenwärtige Debatte des Verhältnisses von Kunst, Religion und Theologie einführen.

Ausstellungen / Veranstaltungen

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Der Luthereffekt. 500 Jahre Protestantismus in der Welt

Deutsches Historisches Museum im Martin-Gropius-Bau Berlin, 12. April 2017–5. November 2017

Wie haben sich Menschen unterschiedlichster Kulturen die evangelische Lehre angeeignet, sie geformt und gelebt? Welche Spuren hinterließ der Protestantismus in anderen Konfessionen und Religionen? Wie veränderte er sich durch diese Begegnungen ? Ausgehend von den Reformationen im 16. Jahrhundert zeichnet die Schau eine Geschichte von Wirkung und Wechselwirkung, die exemplarisch dargestellt wird an Schweden, den USA, Korea und Tansania. Für die Ausstellung verwandelt der Berliner Künstler Hans Peter Kuhn den Lichthof des Martin-Gropius-Baus in ein gigantisches Kunstwerk aus Aluminiumrohren, Licht und Klang. (Abb. Johann Valentin Haidt, Erstlingsbild, 1748 © Unitätsarchiv der Evangelischen Brüder-Unität, Herrnhut; Unitätsarchiv: GS 463)

Luther! 95 Schätze – 95 Menschen

Stiftung Luthergedenkstätten Wittenberg,  13. Mai - 5. November 2017

Die Ausstellung begleitet den jungen Mönch auf seinem Weg zum Reformator.  Im Augusteum, dem Vordergebäude des Lutherhauses, zeichnen authentische Objekte aus der Reformationszeit die Spuren eines mutigen Menschen nach und erzählen 500 Jahre voller Wirkungsgeschichten. Im zweiten Teil der Ausstellung schildern 95 Persönlichkeiten vom 16. Bis zum 21. Jahrhundert, wie sie Luther maßgeblich beeinflusst hat.

Luther und die Deutschen

Wartburg Eisenach, 4. Mai – 5. November 2017

Im Mittelpunkt der umfangreichen Objektschau steht die Frage, wie jede Epoche deutscher Geschichte ihr ganz eigenes Lutherbild prägte. Im Palas, dem romanischen Repräsentationsbau der Wartburg, und im Museum widmet sich die Ausstellung drei großen Themenbereichen: Während im ersten Teil die Wartburg als Lutherstätte im Mittelpunkt steht, zeigt der zweite die kultur- und geistesgeschichtlichen Folgen von Luthers protestantischer Lehre auf. Die politische Instrumentalisierung der Reformation ist Gegenstand des dritten Ausstellungsteils. Die prächtigen historistischen Räumlichkeiten im mittelalterlichen Palas der Wartburg zeigen sich in neuem Glanz: Die romantischen Wandfresken Moritz von Schwinds, die den „Mythos Wartburg“ mit Sängerkrieg und Rosenwunder eindrucksvoll in Szene setzen, sind aufwändig restauriert worden. (Abb. Martin Luther als Junker Jörg, Cranach-Werkstatt, 1537, Mischtechnik auf Eichenholz, Evang.-Luth. Kirche „Unser Lieben Frauen auf dem Berg“ in Penig / Dauerleigabe an die Wartburg-Stiftung)

Sebastian Wywiorski . Bewegte Bilder

Ev. KunstHaus am Schüberg Hamburg, 9. April – 18. Juni 2017

Der gebürtige Krakauer Maler Sebastian Wywiorski studierte von 1996 bis 2001 Malerei mit Auszeichnung an der Akademie der Schönen Künste in Krakau und promovierte im Jahr 2010. Ausstellungen in Polen, Deutschland, Großbritannien und Japan folgten. Er arbeitet an der Fakultät of Arts der Pädagogischen Hochschule in Krakau. Die Themen des polnischen Malers sind Natur und Architektur oder Technik im Dialog miteinander und mit der Figur. Und wie kann ein großes Format noch gesteigert werden? Dies lotet Wywiorski aus, indem er das große Format in eine subtile Bewegung versetzt.

Make it a better place

Kulturkirche St. Stephani Bremen, 23. März – 11. Juni 2017

Gertrud Schleising hat in 10 Monaten 10 Performances durchgeführt zu der Thematik der Weltverbesserung. Die sechste Kunststipendiatin der Bremischen Evangelischen Kirche fragt beim Finale in ihrer Ausstellung: Wie setzt man allgemein anerkannte Werte um? Hoffen allein genügt nicht. Dennoch: Hoffnung, mittelniederdeutsch: hopen = vor Erwartung unruhig springen, hüpfen, »zappeln« ist eine positive Erwartungshaltung, die auch handlungsleitend die Ausrichtung auf die Zukunft bestimmt.

Friedrich Press

Haus der Kirche Dreikönigskirche Dresden, 18. März 2017 - ?

Friedrich Press (1904 - 1990) war ausgebildeter Holz- und Steinbildhauer. Seine Kunst galt bei den Nationalsozialisten als »entartet«. 1946 kehrte er aus der Kriegsgefangenschaft in das zerstörte Dresden zurück und widmete sich nach wenigen öffentlichen Aufträgen hauptsächlich der Sakralkunst und Kirchenraumgestaltung. Er gestaltete über 40 katholische und evangelische Kirchen in beiden deutschen Staaten. Die Ausstellung von Skulpturen und Zeichnungen gibt einen Überblick  seiner letzten 30 Schaffensjahre. Die gezeigten Leihgaben des Diözesanmuseums in Würzburg vermitteln seinen künstlerischen Anspruch zur Formenreduktion.

Triumph und Tod. Frühe Kruzifixe

Dommuseum Hildesheim, 19. Februar - 28. Mai 2017

Die Restaurierung des berühmten Bronzekruzifixes aus dem Schatz der ehemaligen Abteikirche in Essen-Werden liefert den Anlass für diese Kabinettausstellung. Sie zeigt das Werk im Kontext früher Darstellungen des gekreuzigten Christus aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Das Dommuseum besitzt mit den Stiftungen Bischof Bernwards (993–1022), wie zum Beispiel dem Ringelheimer Kruzifix und dem silbernen Bernwardkreuz, mehrere Hauptwerke der Zeit um 1000. Ergänzt um Leihgaben und weiteren Arbeiten aus eigenem Bestand zeichnet die Kabinettausstellung die Veränderungen der Auffassung des gekreuzigten Christus seit der Wende des ersten Jahrtausends nach, die sich entsprechend der menschlichen und göttlichen Naturen Christi mit Triumph und Tod des Gottessohnes auseinandersetzen.(Abb.Dom-Museum Hildesheim)

Tagung: Religion, Kunst und Kitsch – ein natürliches Dreiecksverhältnis?

Die Hegge Willebadessen, 5. – 7. Mai 2017

Religion, Kitsch und Kunst handeln von Dingen und Vorstellungen, die dem Menschen außerordentlich wichtig sind. Stets rührt die Diskussion um Kitsch, Religion und Kunst an empfindliche Stellen unseres Bewusstseins – wenn etwa große Gefühle und Inhalte zu minderwertigen Formen finden. Allerdings ist die intelligente Verwendung abgegriffener, trivialer oder abgeschmackter Themen in der Kunst spätestens seit DADA, Pop Art und Postmoderne gängige Strategie. Die Künstlertagung kreist den modernen Kitschbegriff aus kunsthistorischer, theologisch-philosophischer und selbstverständlich auch aus praktisch-künstlerischer Perspektive ein. http://die-hegge.de/event/tagung-fuer-bildende-kuenstler/.

Workshoptag Kulturkirchen - Kirche berührt Kultur

Kunstverein Hannover, 10. Mai 2017

Interessierte im Dialogfeld Kunst und Kirche treffen sich im Künstlerhaus: hier treffen sich Kino, Kunst und Literatur. Sie erfahren an diesem Tag mehr über das Thema Kunstvermittlung und haben die Möglichkeit selbst auszuprobieren, was Kunstvermittlung bewirken kann. Eine Kooperation zwischen Kirche und Kulturträgern. Referenten: Kathleen Rahn (Direktorin Kunstverein Hannover), Anna Grunemann und Christiane Oppermann (Künstlerinnen / Kunstvermittlerinnen für den Kunstverein Hannover)

Otto Bartning (1883-1959). Architekt einer sozialen Moderne

Akademie der Künste Berlin, 31. März – 18. Juni 2017

Als Architekt und Theoretiker der Moderne, als Inspirator und Kritiker, Schriftsteller und Berater hat Bartning die Baukultur des 20. Jahrhunderts nachhaltig geprägt. Dabei setzte er Maßstäbe in der engen Verbindung von künstlerischem Anspruch und sozialer Verantwortung, berücksichtigte in seinen Kultur-, Sozial- und Wohnbauten menschliche Bedürfnisse, Gebrauchsfähigkeit und Akzeptanz. In seinem Bestreben, stets auch der spirituellen Dimension einen angemessenen Raum zu geben, wurde er schon früh zum Protagonisten des modernen evangelischen Kirchenbaus. Zusammen mit Architekten wie Walter Gropius und Bruno Taut steht er für  das Neue Bauen der Weimarer Republik. Mit seinem Entwurf der Sternkirche (1922) und der Stahlkirche (1928), einer innovativen Montagekirche, schuf er Leitbauten des Kirchenbaus. Einzigartig ist auch das Notkirchenprogramm, in dem ab 1946 seriell vorgefertigte Typenkirchen in 43 deutschen Städten entstanden. Als Mitbegründer des Deutschen Werkbunds nach 1945 und Gründungsmitglied der Sektion Baukunst der Akademie der Künste 1955 bestimmte er programmatische Leitlinien der Architektur-entwicklung der jungen Bundesrepublik mit. Es erscheint ein Katalog mit Texten von Werner Durth, Wolfgang Pehnt und Sandra Wagner-Conzelmann.  Weitere Stationen der Ausstellung sind die Städtische Galerie Karlsruhe, 22.7.– 22.10.2017 und das Institut Mathildenhöhe Darmstadt, 19.11.2017–18.3.2018  (Abb. Otto Bartning, Stahlkirche auf der Ausstellung Pressa, Köln, 1928, Foto: Hugo Schmölz,© Otto-Bartning-Archiv TU Darmstadt)

Gesellschaft zur Wertschätzung des Brutalismus / The Brutalism Appreciation Society

Dortmunder U, 8. April – 24. September 2017

Mitte der 1950er Jahre entstand in Großbritannien der Architekturstil des „Brutalismus“. Er zeichnet sich durch Sichtbetonwände und freiliegende Baumaterialien wie Metall und Ziegel aus. Heute verschwindet er zunehmend aus dem Stadtbild, denn nach und nach werden die zumeist nicht denkmalgeschützten Gebäude abgerissen. Gleichzeitig formieren sich Anhängergruppen – auch im Internet. Darunter ist z.B. die Facebook-Gruppe „The Brutalism Appreciation Society“ (dt. Gesellschaft zur Wertschätzung des Brutalismus), die sich für den Erhalt der städtebaulichen Zeugnisse aus den 1950er/1960er Jahren einsetzt. Die Ausstellung zeigt 21 internationale künstlerische Positionen, die sich mit dem brutalistischen Baustil der Nachkriegsmoderne auseinandersetzen sowie eine Auswahl von Beiträgen aus der namensgebenden Facebook-Gruppe. (Abb. The Laboratory of Manuel Bürger Foto: Demolition #1 Queen Elizabeth Flats by Simon Chirgwin is licensed under CC BY 2.0)

Augmenting the Invisible

AEDES  Architekturforum Berlin, 1. April- 18. Mai 2017

Das von Dominique Jakob und Brendan MacFarlane 1997 in Paris gegründete Architekturstudio entwickelt seine Projekte durch die Anwendung digitaler Technologien, sowohl als konzeptuelles Mittel, wie auch als Werkzeug zur Herstellung und ist damit eines der experimentellsten Büros in Frankreich. Projekte wie das ‚Frac Centre‘ / Orléans, das Restaurant ‚Georges‘ im Centre Pompidou, der ‚Orange Cube‘ und das ‚Euronews Headquarter‘ / Lyon oder das ‚Konservatorium für Musik und Tanz‘ / Noisy resultieren aus ihrer einzigartigen Herangehensweise. Um die Gestalt der Projekte zu entwickeln, wandeln sie die Koordinaten und Daten aus der Umgebung in digitale Formen um und stellen so gleichzeitig Verbindungen her, die den lokalen Kontext neu definieren. Die acht in der Ausstellung dargestellten Projekte illustrieren die Arbeitsweise an der Schnittstelle des Digitalen und Physischen, zwischen Projektion und Erfahrung. (Abb. The Orange Cube – Lyon (2010) © Nicolas Borel) www.aedes-arc.de

Draussen. Landschaftsarchitektur auf globalem Terrain

Pinakothek der Moderne München, 27. April – 20. August 2017

Landschaftsarchitektur scheint in der öffentlichen Vorstellung noch immer von der Sehnsucht bestimmt, für die Harmonisierung zwischen den explosiv ausgreifenden Städten einerseits und der Natur andererseits zu planen. Aber diese Idee entspricht längst nicht dem gegenwärtigen Stand einer Disziplin, die sich angesichts der radikalen Umformung des Planeten Erde in Richtung einer analytisch-kritischen Perspektive entwickelt. Die Ausstellung »draußen« geht von der Prämisse aus, dass es grundsätzlich keinen Winkel der Erde mehr gibt, in dem die Wirkungen der Urbanisierung, der massiven Ausbeutung fossiler Brennstoffe, der wachsenden Mobilität und die ungebremste Verschmutzung von Luft, Boden und Wasser nicht spürbar sind. Die Ausstellung präsentiert zehn weltweite Fallbeispiele, die hoch komplexe Situationen analysieren, um dann erst Ansätze für Transformationen zu entwickeln.(Abb.Jakarta | Indonesien. Der Ciliwung River im Bereich des Viertels Kampung Bukit Duri, Jakarta, Indonesien, 2011, Foto: © Jörg Rekittke)

Making Heimat. Germany, Arrival Country

DAM Frankfurt, 4. März – 10. September 2017

Die Ausstellung für den Deutschen Pavillon auf der 15. Internationalen Architekturausstellung 2016 – La Biennale di Venezia wird mit aktualisierten und erweiterten Themenfeldern präsentiert, u.a. anhand von acht Thesen zur „Arrival City“, die einen Perspektivwechsel auf Einwandererviertel anstreben. Diese werden meist als „Problemviertel“ bezeichnet, bieten ihren Bewohnern und Neuankömmlingen aber die wichtigsten Voraussetzungen einer gelungenen Ankunft und Integration. Der Arrival City Offenbach wird in der Ausstellung große Bedeutung beigemessen. 58 % der dortigen Bevölkerung haben einen Migrationshintergrund und 156 Nationalitäten leben friedlich miteinander. Bevor aus vielen der Flüchtlinge in Deutschland reguläre Einwanderer werden können, leben Tausende von ihnen noch in Not- und Gemeinschaftsunterkünften. Die realisierten bzw. in Realisierung befindlichen Flüchtlingsbauten, welche seit März 2016 in der Online-Datenbank WWW.MAKINGHEIMAT.DE gesammelt werden, erhalten im DAM ein eigenes Ausstellungsgeschoss. Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet. (Abb. Offenbach, Portrait: Arthur Seitz © Foto: Jessica Schäfer)

architekturbild – Europäischer Architekturfotografiepreis 2017

Dt. Architekturmuseum Frankfurt, 6. Mai – 6. August 2017

Der Europäische Architekturfotografie-Preis, wird seit 1995 alle zwei Jahre ausgeschrieben und zielt auf die fotografisch-künstlerische Auseinandersetzung mit der gebauten Umwelt. 2017 war das Motto „Grenzen“. Ob im Sinne von öffnen oder schließen, von ein- und ausgrenzen, ob als Definition geografischer oder (stadt-)räumlicher Areale – das Thema lässt viele Interpretationen zu. Ende Januar tagte die Jury des Europäischen Architekturfotografie-Preises architekturbild 2017 in der Hochschule für Technik in Stuttgart und entschied sich schließlich für 28 Serien, die prämiert wurden. (Abb. Petra Gerschner, Deutschland, Bildserie "Gezi gegen Gentrifizierung" © Foto: Petra Gerschner, architekturbild 2015)

Color Improvisations 2

Textilsammlung Max Berk Heidelberg, 9. April - 13. August 2017

Mit ihren ausdrucksstarken Farben, den geometrischen Formen und den großen Formaten erinnern die 45 Objekte der internationalen Ausstellung „Color Improvisations 2“ an die abstrakten Gemälde der Moderne. Aber die kunstvoll gestalteten Exponate bestehen nicht aus Farbe und Leinwand, sondern aus Stoffen. Stoffen, die gequiltet, also gesteppt, wurden. Etwa zwei Mal zwei Meter groß sind die Arbeiten, die einen beeindruckenden Einblick in die zeitgenössische Quiltkunst in den USA und Europa geben. Zwar nutzen moderne Künstler die alte Technik, mit der mehrere Stofflagen durch akzentuierende Steppnähte verbunden und fixiert werden. Bei der Wahl der Motive jedoch haben sie sich von traditionellen Regeln und Mustern befreit. (Abb. © Gerri Spilka (USA): Interactions #10, 2015. Foto: Andrew Pinkham)

Christian Keinstar

Lehmbruck Museum Duisburg, 6. April – 18. Juni 2017

Christian Keinstar (*1975 in Dirschau, Polen) ist ein mehr als ungewöhnlicher Bildhauer, der mit seinen Projekten, Performances und Installationen die verblüffendsten Materialitäten, Effekte und Ereignisse erzeugt. Da leuchten schon einmal aus Betonteilen glühende Eisen hervor, da lässt er blutrotes Löschwasser in der Wüste von Nevada versprühen. Keinstar entlockt jedoch auch genuin bildhauerischen Verfahren neue Möglichkeiten, z.B. eine bizarr deformierte Industrie-Gotik. Keinstar zeigt in der Ausstellungsreihe „Sculpture 21st“ eine umfassende Präsentation, die Metallguss in ungeahnter Weise umsetzt. (Abb. Christian Keinstar, Simplifikation, 2017)

Leunora Salihu. Gravity on a journey

 K21 Ständehaus Düsseldorf, 31. März – 10. September 2017

Die 1977 im Kosovo geborene Leunora Salihu nützt für ihre abstrakten Skulpturen Holz, Multiplexplatten, Kunststoffe oder Ton. Eine enorme Materialkenntnis bildet die Basis aller Arbeiten. Sie suche "etwas Überzeitliches in Form und Material gepaart mit zeitlichen Aspekten der Bewegung. Es reizt mich, solche Gegensätze in einem klaren Bild zu verdichten", äußerte die Künstlerin. (Abb. Leunora Salihu, GRAVITY ON A JOURNEY, 2017, Installationsansicht K21 Ständehaus, Foto: Achim Kukulies)

Alexandra Bircken. STRETCH

Museum Abteiberg Mönchengladbach, 26. März – 25. Juni 2017

Mit dem Shop »Alex« (Köln) begann 2003 die künstlerische Arbeit Birckens, die zuvor eine Ausbildung zur Modedesignerin am St. Martins College in London absolviert hatte, wo sie lange lehrte und sich u. a. mit ihrem eigenen Label »Faridi« einen Namen machte. Das Experiment mit dem Material sowie der Körper als Ausgangspunkt sind grundlegende Parameter der skulpturalen Arbeit Birckens. Gipsmodellagen, Wachse, Fragmente von Schaufensterpuppen und Kleidungsstücke, die als Körperteile zum Einsatz kommen, sowie mit Wolle verdichtete Strukturen werden als Versatzstücke genutzt und miteinander verwoben. Figurative Arbeiten werden in Bezug gesetzt zur Maschine als vom Menschen erschaffener Apparatur oder Machtinstrument. (Abb. »Eskalation II / Deflated Figures«, 2014 / 2017, Courtesy BQ, Berlin and Herald St, London, Foto: Achim Kukulies)

Marcel Broodthaers. Eine Retrospektive

K21 Ständehaus Düsseldorf, 4. März – 11. Juni 2017

Überblicksschau über das facettenreiche Werk des belgischen Künstlers Marcel Broodthaers (1924 –1976), der im Umfeld von Pop, Minimal und Konzeptkunst eine eigenwillige, kritische Position formuliert. Die  Retrospektive von Marcel Broodthaers führt in ein faszinierendes Werk ein, das mit seinem Verständnis von Poesie als „Störung von Weltordnung“, von „Poesie als indirekter politischer Frage“ für eine radikal offene und prozessuale Lesart von Kunst plädierte und damit maßgeblich zu einem bis heute gültigen Verständnis von Kunst beigetragen hat. (Abb. Marcel Broodthaers, Modèle: La Pipe, 1969, Farbe auf vakuumgeformtem Plastik, 83,5 × 121 × 0,5 cm, The Museum of Modern Art, New York. Partial gift of the Daled Collection and partial purchase through the generosity of Maja Oeri and Hans Bodenmann, Sue and Edgar Wachenheim III, Agnes Gund, Marlene Hess and James D. Zirin, Marie-Josée and Henry R. Kravis, and Jerry I., Speyer and Katherine G. Farley, 2011, Foto: © Estate of Marcel Broodthaers / Artists Rights Society (ARS), New York / SABAM, Brüssel / VG Bild-Kunst, Bonn 2017, Foto: Peter Butler)

Klaus Rinke DERZEIT - Über Zeit und keine Zeit mehr zu haben

Skulpturenpark Waldfrieden Wuppertal, 25. März - 25. Juni 2017

Rinke ist Zeichner, Maler, Bildhauer, Fotograf, Wasser-, Landschafts-, Körper-, Aktions- und Wortkünstler, Konzeptkünstler und Philosoph, er gestaltet Kunst am Bau, und er hat dreißig Jahre lang an der Kunstakademie Düsseldorf gelehrt. Klaus Rinke hat nie seine heimatliche Bindung an das Ruhrgebiet geleugnet: Die Normalzeit Uhr des Gelsenkirchen-Wattenscheider Bahnhofs durchläuft gleich einem roten Faden das Werk. Aus der Verbundenheit mit der vom Bergbau geprägten Region ergibt sich das Ausloten der archaischen Kräfte des Erdinneren. Ihnen steht der Mensch gegenüber, der sie wahrnimmt, weil es ihm aufgegeben ist, sie zu erkennen. Dies führt zu einer Auseinandersetzung mit dem Woher und Wohin, den Bedingungen von Raum und Zeit, in die der Mensch ebenso eingebunden ist wie in die Elemente, von denen er lebt. (Abb.: Klaus Rinke, Insel, 1969-1986, Maße: Ø 3 m, Material: verzinkte Gefäße, Tageslichtlampe, Gummischläuche, Wasser, Foto: Michael Richter)

Cranach. Meister-Marke-Moderne

Museum Kunstpalast Düsseldorf, 8. April - 30 Juli 2017

Cranachs Tätigkeit für den kursächsischen Hof bestimmte keineswegs die Grenzen seiner Produktivität und Schaffenskraft. Er lieferte Kunstwerke für Herrscher und (Kirchen-) Fürsten in ganz Europa, darüber hinaus porträtierte er die bürgerlichen und geistigen Eliten seiner Zeit. Die Ausstellung zeigt unter anderem Cranachs Wechselbeziehung zu anderen prominenten Künstlern, darunter Albrecht Dürer oder Hans Holbein der Jüngere. Neue kunsttechnologische Forschungen werden vorgestellt und bieten  Einblick in die Praxis einer der innovativsten und produktivsten Künstlerwerkstätten des 16. Jahrhunderts. Auch der Reformation stellte Cranach seine Innovationskraft zur Verfügung, indem er  neuartige Bildthemen wie etwa „Gesetz und Gnade“ prägte,  die sich innerhalb kürzester Zeit über den halben europäischen Kontinent verbreiteten. (Abb. Lucas Cranach der Ältere, Mannes [ehemals Verso: Allianzwappen], 1514, Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen / Foto: Gunnar Heydenreich, cda)

Macht und Mode

Renaissanceflügel Residenzschloss Dresden, neue Dauerausstellung

Kurfürstliche Gewänder der Rüstkammer der Zeit um 1550 bis 1650 führen in Originalen die grandiose Fürstenmode der Renaissance und des Frühbarocks vor. In vier Räumen entfaltet sich die Pracht reicher Stoffe, Stickereien, Spitzen und Posamenten von Gold, Silber und Seide. Nach langjährigen umfangreichen Restaurierungen wird nun eine repräsentative Aufstellung der kurfürstlichen Prunkkleider möglich: 27 Herrscherkostüme – 6 vollständige Kostümensembles, 11 Anzüge mit Wams und Hose, 4 Damenkleider sowie 6 einzelne Obergewandstücke. (Abb. Landschaftskleid des Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen, Gesamtaufnahme, Rüstkammer, Copyright: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Elke Estel / Hans-Peter Klut).

Alexej von Jawlensky | Georges Rouault. Sehen mit geschlossenen Augen

Kunstmuseum Moritzburg, 19. März – 25. Juni 2017

Über die insistierende Befragung des Menschenbildes, das beide Künstler im Formalen zur strukturellen Verdichtung und an die Grenze zur Abstraktion und im Inhaltlichen zu einer Verinnerlichung und Vergeistigung führte, fanden Jawlensky und Rouault nicht nur eine jeweils eigene bildnerische Ausdrucksweise, sondern auch eine einzigartige Verbindung von aktueller Kunst und ursprünglichem religiösem Empfinden. Die Gegenüberstellung beider Künstler bietet die Gelegenheit, das Werk zweier exzeptioneller Expressionisten kennenzulernen, die sich religiösen Fragen mit den Mitteln der modernen Kunst widmen. (Abb. Georges Rouault, Le Saint Suaire, 1939, Öl auf Papier, 43,4 x 32 cm, Paris, Centre Pompidou-CNAC-MNAM, Foto: bpk / RMN - Grand Palais / Philippe Migeat, ©VG-Bildkunst, Bonn 2016)

Skulpturen aus Papier. Von Kurt Schwitters bis Karla Black

Kunsthalle Vogelmann Heilbronn,  19. März –2. Juli 2017

Seit etwa fünfzehn Jahren sieht man auf Messen und Biennalen immer häufiger Skulpturen aus Papier. Dabei handelt es sich nicht um Modelle oder Studien, sondern um vollendete Werke. Wie kommt es, dass Künstler gerade im Bereich der Skulptur dieses empfindliche und vergängliche Material verwenden? Seit wann wird es für die beständige Skulptur eingesetzt und woher stammt die Idee, Bronze und Marmor durch Papier zu ersetzen? n den 1960er-Jahren erlebt die Papierskulptur eine erste Hochphase, Kunst soll für jeden verständlich und erschwinglich sein, sie soll einen direkten Kontakt zum alltäglichen Leben haben. (Abb.Charlotte Posenenske, Vierkantrohre Serie DW, 1967, Foto: Wolfgang Träger, © Nachlass Charlotte Posenenske/Burkhard Brunn, Frankfurt a. M.)

Duett mit Künstlerin. Partizipation als künstlerisches Prinzip

Museum Morsbroich Leverkusen, 21. Mai – 3. September 2017

Kunst als wesentlichen Teil des Lebens zu denken, an dem „alle“ teilhaben können, ist grundlegend für das Kunstverständnis des 20. Jahrhunderts. Formen der Teilhabe, die einer anweisenden Struktur folgen oder einen offenen Prozess entstehen lassen, die schöpferische Handlungen zulassen  oder ein kollektives Miteinander einfordern werden in der Ausstellung dem Publikum offeriert. Es entstehen in der Sammelausstellung auch Arbeiten in situ wie zum Beispiel leverkusen_transfer von Mischa Kuball, der den städtischen Raum, den Raum des Museums und den privaten Raum als untrennbar miteinander verbunden sieht. Die Ausstellung wird von einer Publikation begleitet, die von Mischa Kuball künstlerisch konzipiert und in Zusammenarbeit mit der Gestalterin Petra Hollenbach entwickelt wurde. (Abb. Dieter Meier, This Man Will Not Shoot (Detail), 1971, Fotografie, 44,5 x 111 cm, Courtesy Grieder Contemporary, Zürich; © Dieter Meier)

Aldo Tambellini. Black Matters

ZKM Karlsruhe, 11. März – 3. August 2017

Der gezeigte Werkkomplex wird als Manifest für eine organische Verbindung zwischen Malerei, Skulptur, Fotografie, Bewegtbildinstallation, kinetischer Kunst und Performance begriffen. Seine Vision umfasst alle Implikationen der zeitgenössischen Medien und begreift ihr Potential als linguistische, künstlerische und soziale Werkzeuge. Es werden frühe Werke der 1950er-Jahre gemeinsam mit bisher nicht gezeigten Arbeiten seiner New Yorker Periode vorgestellt, die seinen politischen Aktivismus und seine politische Philosophie demonstrieren, sowie Videos, die den Erfolg des Künstlers in den 1960er und 1970er Jahren kennzeichnen. Aldo Tambellini (*1930 in Syracuse, NY, USA) lebt und arbeitet in Cambridge. Mit Otto Piene gründete er 1967 das »Black Gate Theatre«, das erste »Electro-Media«-Theater in New York. Von 1976 bis 1984 war er Fellow am legendären Center for Advanced Visual Studies (CAVS) am Massachusetts Institute for Technology (MIT) in Cambridge. (Abb. Kuratorin Pia Bolognesi und Kurator Giulio Borsi erläutern Tambellinis Werk / © ZKM | Karlsruhe, Foto: Felix Grünschloß)

Hans Op de Beeck. Out oft he Ordinary

Kunstmuseum Wolfsburg, 9. April – 3. September 2017

Aus dem  Lebensalltag heraus entstehen bei dem belgischen Multimedia-Künstler(*1969) verfremdete Situationen, die, oft als verkleinerte Modelle unter Einsatz von  Wasser, Musikeinspielungen oder Filmbildern im Wortsinn außerordentlich suggestiv wirken. Parallel zu dieser Retrospektive erscheint ein Gesamtüberblick über van der Beeks bisheriges Œuvre in Buchform mit Werkkommentaren des auch als Autor, Komponist sowie Theaterregisseur tätigen Künstlers. (Abb. THE GARRET, 2013© Hans Op de Beeck)

Signal

Kunstmuseum Celle, 19. März - 13. August 2017

Rund 40 Werke und Installationen erlauben einen Einblick in die bemerkenswerte Lichtkunst-Sammlung. Die Robert Simon Kunststiftung ist gemeinsam mit der Kunststiftung Celle Trägerin des Kunstmuseum Celle mit Sammlung Robert Simon. Das 1998 als 24-Stunden-Kunstmuseum gegründete Haus beherbergt eine der umfangreichsten Museumssammlungen aktueller Lichtkunst in Deutschland. Es verleiht den Dt. Lichtkunstpreis, der zuletzt an Mischa Kuball ging. (Abb. Museum)

Markus Lüpertz. Kunst, die im Wege steht

ZKM Karlsruhe, 29. April –  20. August 2017

Gemeinsam mit Malerkollegen wie Georg Baselitz und Per Kirkeby positionierte Lüpertz während seiner Zeit an der Staatlichen Akademie der Künste (1974–1986) Karlsruhe als ein herausragendes Zentrum der deutschen Malerei. Markus Lüpertz hat sich immer wieder neu erfunden. Der Fokus der Ausstellung liegt auf Malerei, aber auch auf Skulpturen, Reliefs und Druckstöcken. Lüpertz hat zahlreiche Serien geschaffen, darunter der 33-teilige Dädalus-Zyklus und die 20-teilige Arbeit.  Gegen Abend besetzen Störche Lüpolis. Neben den Werken aus der Sammlung Ströher schafft Lüpertz für das ZKM eine eigene lichthoffüllende Präsentation. (Abb.Markus Lüpertz im ZKM)

Biotopia

Kunsthalle Mainz, 31. März – 30. Juli 2017

Nachdem die Menschheit sich über Jahrtausende gegen die Übermacht der Natur behaupten musste, drehte sich dieses Verhältnis spätestens mit der Industrialisierung um. Angesichts der vom Menschen kontrollierten und bedrohten Natur macht sich in der Ausstellung eine Generation von Künstlerinnen und Künstlern auf die Suche nach Alternativen zur evolutionären Sackgasse. Dabei mischen sie kritisch-philosophische und animistische Denkweisen mit Versatzstücken von Life-Sciences, Bio- und Geo-Engineering. Gleichzeitig verwenden die Künstlerinnen und Künstler neueste Technologien der Bildkreation und der Materialverarbeitung. In  spekulativen Zukunfts-Szenarien sind die Dualismen von Natur und Technik, Fakt und Fiktion, Optimismus und Pessimismus nicht mehr einfach auseinanderzuhalten. (Abb. Julian Charrière: Tropisme, 2014, installation view of exhibition Polygon (2015) at Galerie Bugada & Cargnel, Paris © Julian Charrière, VG Bild-Kunst, Bonn 2017, Courtesy Galerie Bugada & Cargnel, Paris, Photo: Martin Argyroglo)

Fotografien werden Bilder

Städel Frankfurt, 27. April –13. August 2017

In der Überblicksausstellung widmet sich das Städel Museum der Becher-Klasse und dem mit ihr verbundenen Paradigmenwechsel im Medium der Fotografie. Gibt es so etwas wie eine Becher-Schule oder haben wir es ‚nur’ mit einer Gruppe sehr erfolgreicher Fotografinnen und Fotografen zu tun, die in einem besonders günstigen historischen Moment am ‚richtigen Ort’ studiert haben? Die Ausstellung nimmt das Werk der Bechers als Ausgangspunkt, um die radikale Veränderung im Umgang mit dem Medium der Fotografie, die sich ab den 1980er- und vor allem in den 1990er-Jahren in den Arbeiten der Becher-Schüler manifestiert, aufzuzeigen und ihre kunsthistorische Tragweite bis in unsere Gegenwart zu untersuchen. (Abb.Thomas Ruff, Porträt (G. Benzenberg), 1985, Leihgabe des Künstlers, © Thomas Ruff; VG Bild-Kunst, Bonn 2017)

Katharina Sieverding. Kunst und Kapital. Werke von 1967 bis 2017

Bundeskunsthalle Bonn, 11. März - 16. Juli 2017

Katharina Sieverding gehört zu den international renommierten Künstlerinnen, die schon früh mit ungewöhnlichen Bildfindungen und einer innovativen medialen Kunstpraxis das künstlerische Potenzial der Fotografie erneuert haben. So gehörte auch die Einführung des Großformates zu ihren essenziellen Ausstellungspraktiken, als dies im Formatkanon noch nicht selbstverständlich war. Ihre seriellen Fotoarbeiten sind Ausdruck von Reflexionen sowohl über die eigene Identität und das Individuum, über Genderdiskurse und die notwendige Emanzipation der Rolle der Künstlerin als auch über die gesellschaftliche, politische, soziale und kulturelle Gegenwart.(Abb. Katharina Sieverding, Die Sonne um Mitternacht schauen SDO/NASA (Blue), 2010–2015© Katharina Sieverding,VG Bild-Kunst, Bonn 2017 © Foto: Klaus Mettig, VG Bild-Kunst, Bonn 2017)

David Schnell. Fenster

Museum Küppersmühle Duisburg, 10. März - 18. Juni 2017

Ausgehend von Gemälden aus den Jahren 2007/08 als frühe Beispiele für Schnells sich zunehmend befreiendes Raumgefüge, begleitet die Ausstellung den Künstler auf seinem Weg des Auslotens der Grenzen zwischen darstellender und gegenstandsloser Malerei. Schnells aktuelle Landschaftsvisionen erinnern an virtuell implodierende Cyberräume von Computerspielen. In zwei Kirchen, der Thomaskirche in Leipzig und der Christuskirche in Köln wurden Kirchenfenster von David Schnell realisiert. (Abb. David Schnell, Fenster, 2016/17 courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn 2017, Foto: Uwe Walter, Berlin)

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Vermischtes

Rund 2.000 Veranstaltungen in 16 Wochen zwischen dem 20. Mai und 10. September bietet die Weltausstellung Reformation in Wittenberg. Sieben Tore entlang der Wallanlagen um die Wittenberger Altstadt bilden ein inhaltliches und formales Gerüst. Das "größte und teuerste Projekt der Weltausstellung" ist die Kunstschau im Alten Gefängnis unter dem Titel "Luther und die Avantgarde". 68 Künstler mit nationalem und internationalem Renommee gestalten die Zellen der ehemaligen Haftanstalt. Zu ihnen gehören Ai Weiwei, Richard Jackson, Ayse Erkmen oder Erwin Wurm. Kooperationspartner sind die Kulturstiftung St. Matthäus Berlin und die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck. In der Berliner St. Matthäuskirche werden Gilbert & George gezeigt und in der Karlskirche in Kassel die indische Künstlerin Shilpa Gupta, kombiniert mit Arbeiten des Stuttgarters Thomas Kilpper. Realisiert wird die Ausstellung von einem kuratorischen Team, bestehend aus Kay Heymer, Stiftung Museum Kunstpalast Düsseldorf; Susanne Kleine, Kuratorin, Bundeskunsthalle,Bonn; Dimitri Ozerkov, Leiter Moderne Kunst, State Hermitage Museum, St. Petersburg; Walter Smerling, Vorsitzender Stiftung für Kunst und Kultur e.V., Bonn und Sprecher des Kuratoriums; Peter Weibel, Direktor Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe und Dan Xu, Kunsthistorikerin, Stiftung für Kunst und Kultur e.V., Bonn.

Martin Luther ist ab April an mehreren deutschen Bahnhöfen als Comic-Held zu erleben. Auf großformatigen Leuchtstelen sollen in den Hauptbahnhöfen München, Erfurt, Halle (Saale) und Berlin einzelne Kapitel aus dem Leben und Wirken des Reformators gezeigt werden. Grundlage der Comic-Schau ist die Graphic Novel „Martin Luther“ von Andrea Grosso Ciponte und Dacia Palmerino, die im Frankfurter Verlag Edition Faust erschienen ist.

Gerrit Frohne-Brinkmann durfte das Wiesbadener Fluxus Stipendium antreten. Die Stadt Wiesbaden und der Nassauische Kunstverein fördern mit dem Stipendium „Follow Fluxus - Fluxus und die Folgen“ seit 2008 junge Künstler, die in ihrem Werk die Ideen der Kunstbewegung Fluxus aufgreifen. Die Gründung des Stipendiums geht auf die 'Fluxus Festspiele Neuester Musik' zurück, die 1962 in Wiesbaden stattfanden. Das Stipendium ist mit 10.000 Euro dotiert und mit einem dreimonatigen Arbeitsaufenthalt in Wiesbaden verbunden, mit anschließender Ausstellung im Nassauischen Kunstverein.

David Borgmann ist Sieger im Wettbewerb um den Nordwestkunstpreis (3.000 Euro). In Leipzig beendete Borgmann sein Studium als Meisterschüler von Professor Ingo Meller. 2018 hat er eine Einzelausstellung in der Kunsthalle Wilhelmshaven.

Zum Jahr der Reformation 2017 schreibt der Initiativkreis „Kirche und Kultur“ der katholischen Kirche Wiesbaden einen Wettbewerb „Positionierung zur Transzendenz“ aus. Künstler aller Sparten können Fotos (DINA 4) von max. fünf Werken in einem anonymisierten Verfahren einreichen. Eine Auswahl von zehn Werken wird in Wiesbadener Kirchen ausgestellt. Deadline: 30. April 2017. Einsendeadresse: Kirche und Kultur, Roncalli Haus, Friedrichstraße 26-28, 65185 Wiesbaden. www.kirche-und-kultur.de/index.php?projekte.

Unter dem Namen LuForm nimmt das das Ludwig Forum für internationale Kunst Aachen eine neue Abteilung in Betrieb in  Zusammenarbeit mit der FH Aachen, Fachbereich Gestaltung. In einer sich stetig verändernden Ausstellung innovativ gestalteter Objekte stellt man dort die neue Gestalterszene vor. Die Bandbreite der präsentierten Objekte reicht von jungem Produktdesign, progressiven Möbelstücken, anwendungsorientierten Produktlösungen und Kommunikationsdesign bis hin zu sozialen Lösungen.

Der Kunstwettbewerb zum Thema Ecclesia und Synagoga der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers ist entschieden. Der belgische Künstler Johan Tahon wird die Skulptur am Landeskirchenamt zum erneuerten Verhältnis der Landeskirche zum Judentum gestalten. Das Paradigma Ecclesia und Synagoga diente früher dazu, das Judentum zu diffamieren, ihm den Anspruch auf Wahrheit abzusprechen. Anlass des Kunstwettbewerbes war die Verfassungsänderung der Landeskirche, die die Beziehung zum Judentum neu bestimmt, zudem die bevorstehenden Reformationsfeierlichkeiten. Die Entwürfe sind im Landeskirchenamt in Hannover zu sehen. Enthüllung wird am  4. Mai 2017 sein.

Am 8. März 2017 wurde der Arbeitskreis „Popmusikkultur und Kirche“ gegründet. Dabei ging es darum, kirchlicherseits den Bereich der Popmusikkultur als eigenständige Sparte zeitgenössischer Kunst seit den 1960er Jahren in den Blick zu nehmen. Dies vor allem deshalb, weil die Wahrnehmung der Popmusikkultur und ihrer Erzeugnisse in Form von Songs und Alben dabei helfen kann, das Lebensgefühl der Menschen von der Mitte des letzten Jahrhunderts bis heute zu begreifen. In zahlreichen Songs und Alben von Pop- und Rockmusiker*innen lässt sich  eine spirituelle Sehnsucht finden, wenn nicht gar explizit biblische Bezüge, Motive, Bilder und Figuren begegnen. www.kunstinfo.net

Die Frankfurter Stiftung maecenia für Frauen in Wissenschaft und Kunst „hat sich der Förderung von Frauen verschrieben, die zukunftsweisende Projekte auf allen Gebieten der Wissenschaft, Kunst und Kultur verfolgen... Gefördert werden auch Vorhaben, die sich den Traditionen und Leistungen von Frauen widmen: Recherchen, Dokumentationen und Forschungen, die dem Wirken von Frauen in Wissenschaft, Kunst und Kultur die ihnen zustehende Bedeutung verleihen.“ Antragsberechtigt sind natürliche und juristische Personen im In- und Ausland, in der Regel Frauen. Ausnahmen gelten für Projekte von Frauen, an denen auch Männer beteiligt sind. Bewerbungsschluss ist der 1. Mai 2017. Kontakt: maecenia, Frankfurter Stiftung, Gustav-Freytag-Straße 27 , 60320 Frankfurt am Main,  antrag@maecenia-frankfurt.de

Der „Fonds Kulturarbeit in Kirchen – Kulturkirchen“ unter dem Dach der Hanns-Lilje-Stiftung fördert für weitere vier Jahre, 2017 bis 2021, die professionelle und exemplarische Begegnung von zeitgenössischer Kunst und Kultur mit Kirche und Theologie. Der Fonds finanziert in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers seit 2013 den Ausbau der Kulturarbeit in Kirchen und den Aufbau signifikanter Kulturkirchen. Vier Kulturkirchen, die Bremerhavener Pauluskirche, die Martin-Luther-Kirche in Emden, die Markus-Kulturkirche in Hannover und das Hildesheimer Literaturhaus St. Jakobi erhalten über den Zeitraum von vier Jahren 800.000 Euro. Zusätzlich wird pro Jahr in zwölf anderen Kirchen aus unterschiedlichen Regionen Niedersachsens qualifizierte Kulturarbeit mit je 7.500 Euro einmalig gefördert. Bewerbungen, auch Wiederbewerbungen, sind möglich bis zum 31.08.2017. www.lilje-stiftung.de.

Insgesamt 50.000 Euro stellt die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Stiftung KiBa) im kommenden Jahr den Gewinnern des „Preises der Stiftung KiBa 2018“ zur Verfügung. Ausgezeichnet werden Kirchengemeinden, die ihre Kirchen gerade auch kirchendistanzierten Besuchern „überzeugend und zeitgemäß“ erschließen. Die erstplatzierte Gemeinde erhält Fördergelder für Erhaltungsmaßnahmen an ihrer Kirche in Höhe von 25.000 Euro, Platz zwei und drei sind mit 15.000 Euro bzw. 10.000 dotiert.

Bewerbungen für ein Artist in residence-Stipendium in Krems an der Donau (Österreich) für 2018 werden bis zum 30. Mai 2017 entgegen genommen. Die Dauer des Aufenthaltes beträgt derzeit ein bis drei Monate, eine Verlängerung ist nach Maßgabe der vorhandenen Plätze möglich. Atelier und Wohnmöglichkeit werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Stipendium beträgt 1.000,- Euro/mtl. Es werden keine Bewerbungen per E-Mail akzeptiert und keine Bewerbungsunterlagen zurück geschickt. AIR artist-in-residence Krems, Steiner Landstraße 3, A 3500 Krems an der Donau, Tel.: +43 (2732) 90 80 10 157, Fax: +43 (2732) 90 80 28, office@air-krems.at

Mit dem Stipendium künstlerische Kunstvermittlung möchte die Berliner nGbK einer Einzelperson oder einem Zweier-Team „Freiraum zur Umsetzung von Ideen, Konzepten und Methoden der künstlerischen Kunstvermittlung eröffnen.“ Die Auslobung richtet sich an Künstler, Kulturwissenschaftler und Kunstpädagogen. Das Stipendium umfasst 1.200 brutto für einen Zeitraum von 12 Monaten. Bewerbungen bis zum 22. Mai 2017  an: office@ngbk.de

Der Düsseldorfer Künstler Stephan Kaluza will die Diakonie mit einem Kunstwerk unterstützen. Er stiftete eine seiner Arbeiten, ein Bilderfries. Dies ist  seit 22. März 2017 in der Versöhnungskirche Düsseldorf ausgestellt. Das achtteilige Werk wird dort mehrere Wochen zu sehen sein, danach wird es verkauft. Der Erlös soll den Kauf einer Wohnung für Flüchtlinge ermöglichen.

Das vom Land Hessen getragene Museum Wiesbaden ist um eine große Jugendstil-Sammlung von europäischem Rang reicher. Der 89-jährige Sammler und ehemalige Kunsthändler Ferdinand Wolfgang Neess und der hessische Kunstminister Boris Rhein unterzeichneten einen Schenkungsvertrag über die 570 Kunstwerke aus Jugendstil und Symbolismus, darunter 80 Gemälde, Möbelstücke, Jugendstil-Lampen, Skulpturen, Vasen, Glas- und Silberanfertigungen.

Mit der Reihe »Betrachtungen. Prominente erklären Kunst« laden die Evangelische Kirche in der City und das Katholische Bildungswerk in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Stuttgart zu kurzen Kunstbetrachtungen über die Mittagszeit ein. Personen des öffentlichen Lebens aus der Stuttgarter City erklären ihren Zugang zu Kunstwerken aus dem Bestand des Stuttgarter Kunstmuseums. Im Vordergrund stehen dabei die religiösen und existenziellen Aussagen von Kunstwerken. Infos unter: www.hospitalkirche-stuttgart.de

Als Wahrzeichen von Giesing ist die Heilig-Kreuz-Kirche in München ein wichtiger kultureller Ort. Konzerte und Kunstprojekte bereichern das Leben im Viertel. Vom 27. April bis 18. Juni 2017 ist eine Holzskulptur von Werner Mally  mit dem Titel „Conspirare“ in der renovierten neugotischen Kirche als Rauminstallation platziert.

Der britische Bildhauer Richard Deacon erhält den Ernst Franz Vogelmann-Preis für Skulptur 2017. Durch die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt ihn als einen der einfallsreichsten Bildhauer seiner Generation. Bis zu seiner Emeritierung 2016 hatte er eine Professur für Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Richard Deacon lebt und arbeitet in London. Mit dem Preis ist eine Einzelausstellung in der Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn verbunden, die im Herbst 2017 zu sehen sein wird. Die Preisverleihung findet im Rahmen der Ausstellung statt.

Rund 230 Werke aus der ständigen Sammlung dem Athener Nationalen Museums für Zeitgenössische Kunst (EMST) werden auf der documenta 14 (10.6. bis 17.9.) im Fridericianum präsentiert. Adam Szymczyks Vorschlag, die documenta 14 in Athen und Kassel zu veranstalten, befragt die Rolle der Gastgeberin, die so sehr zur Gewohnheit geworden ist, umgekehrt und so wird die Ausstellung in einem Kontext entwickelt, in welchem sie selbst Gast ist. Im Zentrum der Zusammenarbeit von Fridericianum und EMST steht ein gemeinsames Anliegen: Wie werden Kunst und ihre Institutionen öffentlich und zu einem Teil des Gemeinwohls?

Die 51. art cologne 2017 findet vom  26. – 29. April auf dem Gelände der Kölnmesse statt. 200 Galerien zeigen Arbeiten von rund 2.000 Künstlern. Neben großen Galerien aus Übersee sind Galerien aus Frankreich, Dänemark, Finnland, Ungarn und weiteren Ländern  vertreten. Art Cologne Direktor ist Daniel Hug. Der ART COLOGNE-Preis wird jährlich vom Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler (BVDG) gemeinsam mit der Koelnmesse für herausragende Leistungen der Kunstvermittlung vergeben. Der Presiträger 2017 ist Günther Herzog, wissenschaftlicher Leiter des Zentralarchivs des Internationalen Kunsthandels (ZADIK).

Mit einem neuen Erscheinungsbild will das documenta-Archiv seine Außenwirkung verstärken. So ist das aus den 1980er-Jahren stammende Logo des Archivs durch ein neues ersetzt worden, ebenso ist der Internetauftritt neu gestaltet worden. Die Neuerungen stehen im Zusammenhang mit der geplanten Errichtung eines documenta-Instituts, für das zwölf Millionen Euro an Bundesmitteln zur Verfügung stehen. Die Bibliothek des documenta-Archivs umfasst rund 100.000 Bücher, dazu 45.000 Künstlermappen sowie 500.000 Presseausschnitte. Der jährliche Etat des seit Anfang 2016 unter dem Dach der documenta GmbH arbeitenden Archivs beträgt eine Million Euro und wird zur Hälfte von der Stadt Kassel und dem Land Hessen aufgebracht.

Parallel zur Weltkunstausstellung documenta 14 in Kassel wird im Turm der Lutherkirche für 100 Tage ein Café eröffnet. Betrieben werden soll das Café von rund 50 Ehrenamtlichen sowie einem professionellen Caterer als Kooperationspartner. Der Lutherkirchturm hatte schon einmal ein Café beherbergt, das seinen Betrieb aber 2010 einstellte. Die evangelische Lutherkirche wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und danach bis auf den Turm als Mahnmal abgerissen.

Vom 10. Juni bis 1. Oktober 2017 findet die fünfte Ausgabe der Skulptur Projekte in Münster statt. Nachdem die Initiatoren Klaus Bußmann und Kasper König die Münsteraner 1977 zum ersten Mal mit damals provokanten Skulpturen im Stadtraum schockierten, findet das Projekt alle zehn Jahre erneut statt.

Der renommierte Pritzker-Preis für Architektur geht dieses Jahr an die drei spanischen Architekten Rafael Aranda, Carme Pigem und Ramon Vilalta aus Olot nahe Bercelona. Es ist das erste Mal, dass die mit 100 000 Dollar (etwa 95 000 Euro) dotierte, weltweit wichtigste Architektur-Ehrung an drei Architekten vergeben wird. Aranda, Pigem und Vilalta bauten unter anderem Schulen, Wohnhäuser und ein Weingut in Katalonien. Zu ihren bekanntesten Projekten in Spanien zählen der öffentliche Raum am La Lira Theater im Ort Ripoll und der Kindergarten El Petit Comte in Besalú. In Barcelonas Bezirk Sant Antoni bauten sie die Joan Oliver-Bücherei, ein Seniorenheim und die Cándida Pérez-Gärten. In Frankreich bauten sie etwa das La Cuisine Art Center (Nègrepelisse) und das Soulages Museum (Rodez).

Die dänische Stadt Aarhus ist Europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2017. Als Programmbeitrag dazu ist in diesem Jahr die Socle du monde-Biennale angekündigt (22.4.-27.8. 2017). Sie steht unter dem Motto „To challenge the Earth, the Moon, the Sun & the Stars“ und wird vom HEART - Herning Museum of Contemporary Art sowie der ZERO foundation aus Düsseldorf organisiert. Wie schon in den vergangenen Jahren, so gilt auch die jetzige Biennale als Hommage an den Bildhauer Piero Manzoni (1933-1963), von dessen Schlüsselwerk „Sockel der Welt“ (1961) der Titel entlehnt ist. Das Museum in Herning besitzt eine der weltweit größten Sammlung von Manzoni-Werken. Eingeladen sind fünf Kuratoren, die jeweils ein „Kapitel“ der Ausstellung konzipieren.

Die südafrikanische Künstlerin Marlene Dumas dürfte mit ihrem ersten Altarbild für Diskussion sorgen. Das Werk, ein Lebensbaum auf hellem Grund mit sechs großen, farbigen runden und ovalen Medaillons quasi als Blätter, wurde am 26. März in der Dresdner Annenkirche offiziell an die Gemeinde übergeben. Dumas hatte etwa vier Jahre lang an dem riesigen Altarbild gearbeitet. Während des Entstehungsprozesses blieb sie im Gespräch mit der Gemeinde, die sich unter anderem Motive der Hoffnung und der Gegenwart gewünscht hatte. Dumas schuf das Altarbild unter Mitarbeit ihres Lebenspartners Jan Andriesse und ihres Künstlerfreundes Bert Boogaard.  Das Altarbild ist ein Geschenk der Künstlerin an die Annenkirchgemeinde. Für Arbeiten im Kirchraum sind Kosten von rund 190.000 Euro angefallen, die vom Bund, von Stiftungen und der sächsischen Landeskirche gedeckt werden. 70.000 Euro übernimmt die Gemeinde. Bis 29. April 2017 ist in der Dresdner Galerie Gebr. Lehmann eine Dokumentation über die Entstehung des Altarbildes zu sehen.  Die Galerie ist mit Elementen aus Dumas Atelier, Skizzen und Werken der beiden anderen beteiligten Künstler  eingerichtet.

Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte zeigt vom 9. April bis zum 5. November 2017 die „UrbanArt Biennale“. Es ist die größte Werkschau zur Urban Art in der Welt, wie der Veranstalter mitteilte. Gezeigt wird Kunst, die sich aus dem Graffiti entwickelt hat. Länderschwerpunkt der diesjährigen Biennale ist Südamerika. Zentrale Ausstellungshalle ist die 10.000 Quadratmeter große Möllerhalle aus den 1910er Jahren des 20. Jahrhunderts. Zusätzlich zu der Schau in der Möllerhalle erschaffen internationale Künstler auf dem Gelände des Weltkulturerbes Völklinger Hütte UrbanArt-Installationen. Diese werden speziell für ihren Ort in der Völklinger Hütte konzipiert. Das Spektrum reicht nach Veranstalterangaben von der großflächigen Wand von 30 Metern Höhe bis hin zu Kunstwerken, die ganze Innenräume ausfüllen.



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   evangelischer Kirchbautag und Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart