Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: Newsletter Nr. 106
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Newsletter Nr. 106

Lieber Leserin, lieber Leser,

im 106. Newsletter des Instituts für Kirchenbau und Kunst der Gegenwart  haben wir wie immer Veranstaltungen und Meldungen aus dem Schnittfeld von Kunst, Kirche, Architektur zusammengestellt.

Meldungen für den Juli-August Newsletter können Sie uns bis zum nächsten Redaktionsschluss am 28. Juni 2017 zusenden.

Bitte haben Sie Verständnis, wenn später eingehende Meldungen nicht mehr berücksichtigt werden können, bzw. dann erst im folgenden Newsletter.

Mitteilungen aus dem Institut

„Kleiner Kirchbautag“ in Wittenberg vom 19. – 23. Juli 2017

Veranstaltungsort: Exerzierhalle

Thema: Kirchengebäude und ihre Zukunft

I. Zwei Ausstellungen in der Exerzierhalle Wittenberg

-             Die Wüstenrot Stiftung präsentiert vom 26. Mai – 5. September 2017 Ergebnisse des Wettbewerbes „Kirchengebäude und ihre Zukunft“.

-             studentische Arbeiten zu aktuellen sakralen Bauaufgaben, die im Sommersemester 2017 an den Technischen Universitäten in Dresden, Kaiserslautern und München entstanden. (Ergänzungen, Umwandlungen und Weiterentwicklungen von Kirchengebäuden)

Begleitprogramm 

(siehe auch http://www.kirchbautag.de/kirchbautag/zukunftderkirchengebaeude.html)

Vorträge zu Raum und Spiritualität, Denkmalschutz, Moschee, Kirche und Synagoge, Bedeutung der Kirchengebäude für eine urbane Öffentlichkeit.

Drei Nachmittags-Workshops (19.-21.07.2017) mit Architekten, die im Bereich “Umbau von Kirchen” tätig sind.

 

II. Summer School „Werkstatt Wittenberg“ + Zukunftslabor

Vom 17. -  23.07.2017 arbeiten Architektur- und Theologiestudierende aus Dresden, Kaiserslautern, München und Marburg im Zukunftslabor in der Exerzierhalle. Am Ende findet eine Jurierung der Entwürfe und eine Preisverleihung zum Stegreifprojekt statt.

 

 

III: Stegreif im Stadtraum

19.-22.7. , jeweils von 9-13 Uhr

Die Studierenden sollen eine Wittenberg-spezifische Aufgabe lösen: Unter dem Motto „Ladenkirche 2017 - Alltag und Aura“ werden in drei leerstehenden Läden neue Orte der Andacht entwickelt.

Stadtspaziergang

22.7.2017, 11.00h - 13.00h

Die Ergebnisse von „Ladenkirche 2017 - Alltag und Aura“ werden in einem öffentlichen Stadtspaziergang präsentiert.

 

 

 

IV. Ergebnisse und Preisverleihung

23.07.2017

Jurierung der studentischen Entwürfe der SummerSchool sowie der Arbeiten zum Thema “Ladenkirche 2017 - Alltag und Aura“. Die Preisverleihung steht unter der Schirmherrschaft der Wüstenrot Stiftung.

Die Teilnahme ist kostenlos.

 

Nacht der Kunst in Marburg

                                                  

Zum vierten Mal beteiligt sich das EKD-Institut für Kirchenbau und Kunst in Zusammenarbeit mit der Universitätskirche an der Marburger NACHT DER KUNST. 2014 gab es von Stefan Becker-Schmitz die „golden tube“, eine riesige schwebende Skulptur, unter dem Dach des Schiffes zu sehen. 2015 ließ Marie-Luise Frey einen silbernen Vorhang wie einen Wasserfall vom Lettner in den Altarraum fließen und 2016 tauchte Gabi Erne den Kirchenraum in „die Farbe Grün“. Am 23. Juni 2017 werden nun Valeska Schulz und Gabi Erne unter dem Thema „PerSon. Resonanzraum Kirche“ die Universitätskirche zum Klingen bringen.„Wir drücken uns aus „per Son“, „durch Klang“. Gebete, Musik, Predigten, liturgische Gesänge, all dies schallt durch Münder, Orgelpfeifen, Saiten, Instrumententrichter. Was findet Resonanz? Was verstärkt der Resonanzraum?“ (Valeska Schulz). Performativ und interaktiv, mit Installationen, Überraschungen und Impulsen wird zu jeder vollen Stunde mit der besonderen Klangsituation dieses Kirchenraumes gespielt. Neben der NACHT DER KUNST gestalten die beiden Künstlerinnen auch den Universitätsgottesdienst am 25. Juni 2017 mit Prof. Dr. Eckart Conze mit.

Ausstellungen / Veranstaltungen

Kolloquium „Reformation-en. Kirchen weiter bauen“

Kloster Volkenroda, 7.- 8. Juli 2017

Der Stand der Praxis in der Kirchennutzung soll in diesem Kolloquium betrachtet zu werden. Es knüpft an Veranstaltungen an, die der Kirche im baulichen Wandel eine Plattform geben - allen voran die Kirchbautage des Instituts für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart. Mit dem Tagungsort in Thüringen nehmen die Veranstalter (LANDESKIRCHENAMT DER EVANGELISCHEN KIRCHE IN MITTELDEUTSCHLAND, THÜRINGER MINISTERIUM FÜR INFRASTRUKTUR UND LANDWIRTSCHAFT, BUNDESSTIFTUNG BAUKULTUR, STIFTUNG BAUKULTUR THÜRINGEN, INTERNATIONALE BAUAUSSTELLUNG (IBA) THÜRINGEN) die Anliegen der Kirchenbauten in den neuen Bundesländern auf, die unter einem besonderen Transformationsdruck zu stehen scheinen. Die Veranstaltung will an Fallbeispielen zeigen, was möglich und denkbar in der Metamorphose von Kirchenbauten ist. Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldung:  info@baukultur-thueringen.de

Tagung „ 500 Jahre protestantischer Kirchenbau”. Internationales Symposion

Nationalmuseum Helsinki, 31. Oktober – 1. November 2017

Programmschwerpunkte sind die historische Entwicklung des protestantischen Kirchenbaus bis in die unmittelbare Gegenwart, Fragen zu Denkmalpflege und Restaurierung theoretisch und anhand konkreter Beispiele, der Bereich Kunst im Kirchenraum, Fragen zu Ästhetik und Religion. Veranstalter sind die Ev. Lutherische Kirche von Finnland (National Church Council), das  Finnish National Board of Antiquities und die theologische Fakultät der Universität Helsinki. Anmeldung und Informationen: (auch auf deutsch) Th.D. Arto Kuorikoski, arto.kuorikoski@gmail.com (Abb. Lieksa Church, Raili and Reima Pietilä, 1982. Photo © Arto Kuorikoski)

Gezeiten - Mythos Wasser. Werke von Angelika Flaig

Hospitalhof Stuttgart, 24. Mai – 26. Juli 2017

Angelika Flaig erhält den Kunstpreis der Kunststiftung Sabine Hoffmann und wird damit für Ihre Arbeiten ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise mit der "condition humaine" auseinandersetzen. Bei der Eröffnung um 19 Uhr spielt Ulrike Stortz Werke der Komponistin Adriana Hölszky. In einer Führung durch die Ausstellung an Himmelfahrt um 12:30 Uhr - nach dem Gottesdienst um 11:00 Uhr in der Hospitalkirche - erläutert Angelika Flaig ihre Werke. Filigrane, großformatige Unikat-Lithographien, fast immer schwarz-weiß und nur manchmal zurückhaltend farbig, stehen nur scheinbar in starkem Kontrast zu den skulpturalen Arbeiten aus Eisen. Gemeinsam ist ihnen das Thema Wasser. Angelika Flaig ist mit ihren raumgreifenden Werkzyklen den Aggregatzuständen dieses Elements auf der Spur. Mit den seriellen Möglichkeiten des Steindrucks, erweitert durch Holzschnitt, Materialdruck und Monotypie schöpft Angelika Flaig aus einem nie versiegenden Quell von Themen und Motiven wie Architektur, Natur und Mythologie. Angelika Flaig erhält den Kunstpreis der Kunststiftung Sabine Hoffmann. (Abb. Angelika Flaig: aus AquaIntervention II)

Tobias Schnotale

Dommuseum Frankfurt, 17. Mai – 13. August 2017

Zeitgenössische Kunst zwischen den historischen Objekten des Domschatzes im Kreuzgang des Frankfurter Doms - gezeigt werden Arbeiten auf Papier und eine Rauminstallation des Frankfurter Künstlers Tobias Schnotale (*1969). Die Zeichnungen im Format DinA 4, inszeniert wie in einem Skriptorium oder einer Bibliothek, stellen Vertrautes in neue Kontexte. In Korrespondenz mit den kostbaren Goldschmiedearbeiten, den Kelchen, Monstranzen und Reliquiaren, den alten Büchern und Gewändern tritt die religiöse oder spirituelle Dimension der Arbeiten in den Vordergrund. Im Quadrum, dem Innenhof des Kreuzgangs, landet ein riesiger Papierflieger; eine Installation, die gleichermaßen vertraut und irritierend wirkt, spielerisch und ein wenig surreal – denn die Frage welcher Luftzug das Objekt hierher getragen hat, bleibt offen. (Tobias Schnotale, o. T., Acryl auf Archivkarton, 2016)

Büro für Augen, Nase, Zunge, Mund, Herz, Hand und Maske         

Kolumba Köln, 2. Juni – 14. August 2017

Im Herbst 2016 verbrachte die tschechische Künstlerin Eva Kot’átková zwei Wochen im Kölner Kunsthaus KAT 18, in dem künstlerisch begabte, mental behinderte Menschen arbeiten. Ihr fiel auf, dass sich die Künstlerinnen und Künstler oft mit dem eigenen Körper und seinen Einzelteilen beschäftigen. Gemeinsam mit ihnen entwickelte sie die Idee, ein »Büro für Augen, Nase, Zunge, Mund, Herz, Hand und Maske (die alles überdeckt)« einzurichten. Das Projekt unter der Leitung von Eva Kot`átková ermöglichte den Künstlerinnen und Künstlern einmalige Körpererfahrungen, die sie nun gerne an das Publikum weitergeben wollen. In einem Raum, der wie ein gewöhnliches Büro mit Tischen, Stühlen und Lampen eingerichtet ist und für den die Künstlerinnen und Künstler feste Büro-Regeln aufgestellt haben, werden Augen, Nase, Zunge, Mund, Herz, Hand und Maske neben ausgestellten Zeichnungen, Objekten und Kostümen in Aktion treten. So singt der Mund den Wetterbericht, das Auge stellt Ausweise aus und die Hand erweist sich einmal als streichelnde, dann wieder als erschreckende, Angst einjagende Hand. Es entsteht ein surrealer Raum, der mit Humor und Einfühlsamkeit die alltäglichen, durch Routine und Einfallslosigkeit, aber auch durch Einschüchterung gekennzeichneten amtlichen Handlungen in ein unvorhersehbares Abenteuer verwandelt. (Abb. Michael Müller, auf Nase, 2017 © KUNSTHAUS KAT18)

Die Gewaltigen

Ev. Stadtkirche Friedberg, 3. – 25. Juni 2017

Die Evang. Kirchengemeinde Friedberg zeigt im Jahr des Reformationsjubiläums eine Rauminstallation von Barbara Wilhelmi. Die Künstlerin hat den Holzschnitt von Lucas Cranach d.J. Hexenverbrennung in Wittenberg“ (1540) in einer Kunst-Installation gestaltet.

"SEHT, da ist DER MENSCH"

Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg, 23. Mai - 5. November 2017

Seht, so ist der Mensch, schwach, ängstlich, ungläubig, ausgeliefert; aber seht, auch so ist der Mensch: gütig, liebend und allzeit hoffend. Das Bild dieses vielansichtigen Menschen, der immer anders ist, nie gleich, der viele Facetten hat, der mal verletzlich und mal brutal ist, der ein anderes Mal staunend und erkennend Gutes tut: Das ist das Bild, das uns Künstlerinnen und Künstler heute vom Menschen zeigen. Die Ausstellung zeitgenössischer Kunst, deren erster Teil anlässlich des 100. Deutschen Katholikentages 2016 in der Leipziger Baumwollspinnerei zu sehen war,  schlägt 2017 im Kunstmuseum Magdeburg nun den Bogen zum 500. Reformationsjubiläum. Sie zeigt den Menschen, seine Be- und Empfindlichkeiten, das Unsagbare, das Unaussprechliche seiner Existenz und seines Handelns. Ob Fotografie, Malerei, Skulptur, Video oder Installation, es sind die Bilder von uns selbst, die wir nicht unbedingt gern sehen, und es sind jene, die uns immer wieder begegnen und die sich einspannen in das menschliche Leben zwischen Geburt und Tod. Es sind Bilder, die emotional und anrührend, anklagend und versöhnend sind, die immer wieder der Frage nachgehen: Was macht den Mensch zum Menschen? (Abb. Lucas Foglia: Andrew and Taurin Drinking Raw Goat's Milk, Tennessee, 2009, aus der Serie A Natural Order, 2006-2010, C-Print)

Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt

Museum Zeughaus Reiss Engelhorn Museen Mannheim, 21. Mai - 31. Oktober 2017  

Aus jüdischen Wurzeln stieg das Christentum von einer kleinen Gemeinschaft im Osten des Römischen Reiches zu einer der großen Weltreligionen auf. Das Papsttum wurde zur geistlichen und weltlichen Autorität, die nicht nur die theologische Entwicklung, sondern auch die Herausbildung des lateinischen Abendlandes prägte. Die Mannheimer Päpste-Ausstellung beginnt mit Petrus und betrachtet die Entwicklung des Papsttums bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts. Die wichtigsten Phasen werden am Wirken herausragender Päpste vorgestellt. (Abb. Porträtbüste Papst Pius II.© Musei Vaticani, Governatorato dello Stato della Città del Vaticano, tutti i diritti riservati)

Pure Nature Art

Museum kunst der westküste Alkersum, 25.Juni 2017 - 7. Januar 2018

In der Kunst hielten mit Beginn der 1960er-Jahre Naturmaterialien Einzug in die Ausstellungsräume: Das Material selbst und nicht mehr das Abbild einer Landschaft geriet in den Blickpunkt. Auch verlagerte sich umgekehrt Kunst als Land Art nach draußen, in die Natur. Für die Ausstellung wurden sechs internationale zeitgenössische Positionen ausgewählt. Die über 20 Installationen, Objekte, Wandarbeiten und Skulpturen aus Materialien wie Muscheln, Federn, Dornen, Blättern, Kork, Pferdehaaren oder Rosenblüten lenken den Blick auf die Schönheit, Leichtigkeit und Fragilität der in der Natur aufzufindenden Materialien. Sie verweisen aber auch auf die faszinierende Systematik und gestaltende Kraft, die der Natur innewohnen. Es wird deutlich, wie die Künstler das von der Natur Hervorgebrachte in respektvoller Aneignung erforschen, sammeln und ordnen sowie neue Formen und Kontexte erschaffen. (Abb. Bethan Huws, Mussels on a Beach, 2008, Buchenzweig, Miesmuscheln, Holz, 68 x 75 x 61 cm, Courtesy of the Artist, Foto: Charles Duprat, Paris © 2017: Bethan Huws & VG-Bild Kunst, Bonn)

Unendlicher Garten. Von Giverny bis Amazonien

Centre Pompidou Metz, 18. März – 28. August 2017

Bei dieser Ausstellung geht es nicht um den Garten als wohlgeordneten, eingezäunten Bereich, sondern um den Garten als einen Ort persönlicher Leidenschaften, der sich nicht fassen lässt, zügellos und unkontrollierbar ist. Gleichzeitig Ort von Widerstand und Insubordination, erlesenster Verfeinerung und überbordender Fülle, gerät er hier zum biologischen, ethischen und politischen Labor. Kunstströmungen und Positionen, die der Vernunft den Rücken kehrten – wie Manierismus, Dekadenz oder Surrealismus –, machten den Garten zu einem Ort des Disparaten, jenseits der Norm. Die im Wesentlichen zeitgenössischen Werke in dieser Ausstellung zeigen den Garten als experimentellen, undurchschaubaren, chaotischen und unberechenbaren Raum. Die Gestaltung des Rundgangs lädt den Besucher ein, sich seinen Weg durch die raumgreifenden, an Lustschlösser und kleine Wäldchen erinnernden Installationen zu suchen und die Ausstellung mit den staunenden Augen eines Gärtners zu erkunden.Gedacht als Territorium ohne Grenzen, erstreckt sich die Ausstellung in Gestalt diverser Gärten, die von den Künstlern Peter Hutchinson, François Martig et Loïs Weinberger konzipiert wurden, bis in die Stadt Metz. Begleitend zur Ausstellung erscheinen ein Katalog sowie eine Anthologie mit Texten verschiedener Künstler zum Thema Garten, die erster Band einer neuen, vom Centre Pompidou-Metz herausgegebenen Reihe ist. (Abb. Ernesto Neto, Flower Crystal Power, 2014 Vue d'installation d'Ernesto Neto: Gratitude à Aspen Art Museum, Aspen, 2014 Photographe : Tony Prikryl Courtesy the artist and Tanya Bonakdar Gallery)

HESSIALE 2017 „monochrom – im weitesten Sinne.“

Landeskunstausstellung des BBK Hessen

Kunstverein Marburg,2.Juni - 20.Juli 2017

Im Allgemeinen wird monochrom als Ton-in-Ton-Malerei, Malen in nur einer Farbrichtung definiert. Oder Fotografien, die nur Graustufen bzw. Abstufungen einer einzigen Farbe zeigen. In der Kunsthistorie gibt es hierfür viele Beispiele (Kasimir Malewitsch, Yves Klein oder Raimund Girke …)Die im vierjährigen Abstand stattfindende Landeskunstausstellung HESSIALE bietet ein breites Spektrum an Arbeiten aus allen Bereichen der Bildenden Kunst auf hohem Niveau. Alle Künstlerinnen und Künstler sind Mitglieder des BBK Hessen. Die Arbeiten zur HESSIALE 2017 in Marburg wurden von einer unabhängigen Jury ausgewählt.

Franz Erhard Walther. Handlung denken

Ludwig Forum Aachen, 2. Juli - 29.Oktober 2017

Kunst, die sich erst durch den Menschen vollendet – daran arbeitet der Künstler Franz Erhard Walther (*1939 in Fulda), seit rund 60 Jahren. Den eigenen Körper, Zeit, Raum, Sprache oder Gestik – all diese „Materialien“ bezieht Walther bei seinen bildhauerischen Arbeiten oder Installationen mit ein. Der Betrachter soll dabei idealerweise aus seiner passiven Haltung heraustreten und zu einer intellektuellen, emotionalen und zum Teil auch physischen Auseinandersetzung mit Walthers Handlungsobjekten angeregt werden. Diese ist oft sogar unabdingbar, um die jeweilige Skulptur in ihrer Ganzheit „geschehen“ zu lassen. Franz Erhard Walthers Werk steht im Kontext der Entgrenzungsstrategien der Kunst der 1960er-Jahre, in denen die Auffassung des Kunstwerks als materielles Objekt zugunsten eines erweiterten Kunst- und Werkbegriffs aufgegeben wurde. Franz Erhard Walther wurde jüngst als bester Künstler der Biennale in Venedig mit einem Goldenen Löwen ausgezeichnet, im vergangenen Oktober wurde ihm der Aachener Kunstpreis 2016 zuerkannt. (Abb. Franz Erhard Walther, Gesang des Lagers, 1989-1990, Baumwolle, Leinwand, Courtesy Collection the Franz Erhard Walther Foundation, Installationsansicht: 'De l'origine de la sculpture, 1958-2009' at Mamco, Genf 2010, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017)

Carolee Schneemann. Kinetische Malerei

MMK1 Frankfurt, 31. Mai – 24. September 2017

Retrospektive zum Werk der US-amerikanischen Künstlerin Carolee Schneemann (* 1939 in Fox Chase, Pennsylvania). Als Pionierin der Performance-Kunst ist Schneemann in die Geschichte der Kunst eingegangen. Ihre Arbeiten über Geschlechterrollen, Sexualität und die Verwendung des Körpers in der Kunst sind von wegweisendem Einfluss auf nachfolgende Künstlergenerationen. Sie begann früh, ihre Gemälde mit einfachen Mechanismen in Bewegung zu setzen und Fotografien und Gegenstände aus ihrem Alltag in Arbeiten zu integrieren, für die sie den Begriff „Painting Constructions“ prägte. Um die Malerei über die Leinwand hinauszutragen und zugleich Schöpferin und Darstellerin ihrer Bilder zu sein, führte sie zu einer Mischform von Performance und Fotografie, in der sie ihren Körper maßgeblich einbrachte.(Abb. Carolee Schneemann: Up to and Including Her Limits, 1973-1977, Courtesy Carolee Schneemann, VG Bild-Kunst, Bonn 2017)

Leidenschaft. Passion - Im Fokus: Pierre Soulages

Museum Art. Plus Donaueschingen, 19. Februar 2017 - 21. Januar 2018

Pierre Soulages (*1919) gehört zu den weltweit bedeutendsten Vertretern der abstrakten Kunst. Seit den 1970er-Jahren malt er ausschließlich monochrom schwarze Bilder, deren pastose, teils matten, teils schwarz-glänzenden Oberflächen er durch tiefe horizontal, schräg oder auch vertikal verlaufende Linien und Furchen strukturiert. Dadurch treten sie in einen stetigen, spannungsvollen Dialog mit dem einfallenden Licht. Den Werken Pierre Soulages werden zwei- und dreidimensionale Arbeiten weiterer Künstler an die Seite gestellt. Die Farbe Schwarz zieht sich dabei durch die gesamte Ausstellung, mal abstrakt, mal gegenständlich, mal für sich stehend, mal im Kontrast mit anderen Farben. (Abb. Pierre Soulages, Peinture, 130 x 162 cm, Diptychon 2011,©VG Bild-Kunst Bonn 2017)

Neuland: Jose Davila. Die Feder und der Elefant

Kunsthalle Hamburg, 2. Juni 2017 – 3. Juni 2018

Für den Projektraum "Neuland" werden im jährlich wechselnden Rhythmus neue Werke konzipiert. Auf Einladung des Museums hat nun der mexikanische Künstler Jose Dávila (*1974, Guadalajara) neue Werke entworfen: Sieben gleichermaßen fragile wie imposante raumgreifende Skulpturen spielen mit physikalischen Kräften, Balance und Masse. Dávila kombiniert getöntes Glas mit Spiegeln und farbintensiven Spanngurten zu einer Skulptur oder läßt gegensätzliche Materialien und Formkombinationen wie Sandsteinquader und Findlinge aufeinandertreffen. (Abb. Jose Dávila, A cube symbolically has no middle point, 2017, Floatglas (grau), Spiegel und Spanngurte, 157 x 192 x 211 cm © Courtesy of the artist, Foto: Agustín Arce )

Kerstin Brätsch. Innovation

Museum Brandhorst München, 25. Mai – 17. September 2017

In ihren Bildern greift Brätsch klassische Topoi der Malereigeschichte auf, wie beispielsweise die Portraitmalerei oder Spielarten der Abstraktion. In gleichem Maße spiegelt sich darin aber auch die Infragestellung des Mediums Malerei durch die digitalen Technologien. Brätsch   verarbeitet popkulturelle und technologische Einflüsse ebenso wie sie auf archaische kunsthandwerkliche Techniken zurückgreift. Mit über 100 Arbeiten von 2006 bis heute bietet die Ausstellung einen umfassenden Einblick in ihr Schaffen, das nicht nur großformatige  Ölmalerei  auf  Papier und Polyesterfolie umfasst, sondern auch Marmorierungen, Glasarbeiten und mit  anderen  Künstlerinnen  und  Künstlern  gemeinschaftlich realisierte Diaserien, Installationen und Performances.(Abb. Museum Brandhorst, ©Kerstin Brätsch)

Produktion. Made in Germany Drei

Kestner Gesellschaft, Kunstverein und Sprengelmuseum Hannover, 3. Juni 2017 - 3. September 2017

Die dritte Ausgabe der Ausstellungsreihe beschäftigt sich mit Produktionsbedingungen von Kunst in Deutschland und bespielt den Kunstverein, das Sprengel Museum sowie Theaterräume. Drei zentrale Aspekte stehen im Vordergrund der Ausstellung: Raum im Sinne von Produktionsort, Standort und Umfeld- Zeit im Sinne von Arbeitsprozess, Erzählung und Geschwindigkeit- Produktionsstruktur im Sinne von Kooperation und Netzwerk. Ephemere Kunstformen und raumbezogene Installationen boomen und Künstlerinnen und Künstler schaffen Blogs, Offspaces und Freiräume für jede Art von Aktivitäten. Die Erweiterung ihrer Mobilität, die Zugehörigkeit zu verschiedenen Künstlergruppen sowie die Teilnahme an einem fordernden Kunstmarkt sind weitere Aspekte eines vielfach beschleunigten Schaffens. (Abb. Katinka Bock, Population – Skulptur, 2017, Installation , Bronze, Pappe, Holz, Keramik, Marmor, Metall, Glas, Metallgitter, gebranntes Radio, Maße variabel, Courtesy die Künstlerin, Galerie Jocelyn Wolff, Galerie Meyer Riegger, Karlsruhe, Berlin)

Together! Die Neue Architektur der Gemeinschaft

Vitra Design Museum Weil am Rhein, 3. Juni - 10. September 2017

Wohnraum ist vielerorts eine knappe Ressource, klassische Konzepte des Wohnungsbaus können dem Bedarf nicht mehr gerecht werden. Die Ausstellung beginnt mit einem Blick auf die Geschichte sozialer Wohnideale. Dann stellt eine Installation aus 21 großformatigen Modellen heutige engagierte Wohnbauprojekte vor. Aus den besonderen Anforderungen und begrenzten Mitteln entsteht eine eigene Ästhetik. Stadt und Wohnraum, Öffentlichkeit und Privatsphäre sind in vielen der Projekte nicht mehr klar getrennt, sondern auf neue Weise miteinander verwoben. Im dritten Ausstellungsbereich steht das 1:1-Modell einer sogenannten Clusterwohnung. Grundrisse und Hintergrundinformationen zeigen, wie das neue Wohnen in Gemeinschaft umgesetzt wird. Ergänzt wird der Nachbau durch Fotografien von Daniel Burchard, der die neuen Formen des Zusammenlebens dokumentierte. Wie neue Architektur der Gemeinschaft konkret funktioniert, wird in fünf Projekten vorgestellt:  die Sargfabrik in Wien, das Zwicky-Süd in Zürich, La Borda in Barcelona, R50 in Berlin und die Apartments with a Small Restaurant in Tokio. (Abb. Wohnprojekt Wien, einszueins architektur, 2013 Foto: Hertha Hurnaus)

Die andere Seite - Erzählungen des Unbewussten

Wilhelm Hack Museum Ludwigshafen, 25. Mai – 13. August 2017

Mit dem Titel „Die andere Seite“ bezieht sich die Ausstellung auf den gleichnamigen Roman des österreichischen Künstlers Alfred Kubin von 1909. Darin entführt Kubin den Leser in ein Traumreich und beschreibt ein fernes, fremdes Land, das frei von jeglichen Prämissen und Vorgaben ist und in dem scheinbar kein Wunsch unerfüllt bleibt. Doch die Vision schlägt in einen Albtraum um. Die Ausstellung betont Übergänge zwischen Traum und Realität in der Kunst der Gegenwart, das Wechselspiel von Traum und Psyche, aber auch Motive des Fantastischen, Grotesken, Tragischen und Magischen. (Abb. Stéphane Thidet, Sans titre (Le Refuge), 2007, Holz, Möbel, Pumpen, Wasser,550 × 350 × 480 cm, Collection Vranken-Pommery, Reims © Cecil Mathieu)

 

 

 

 

Vermischtes

Mit 1,5 Millionen Euro hat die Wüstenrot Stiftung die Betonsanierung der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin unterstützt. Es wurden Umwelt- und Witterungsschäden vor allem an den Betonwaben behoben. Die Kirche ist mit 1,3 Millionen Besuchern jedes Jahr einer der meistbesuchten Orte Berlins, sie ist Postkartenmotiv und ein Wahrzeichen der Stadt, und die Egon Eiermann Kirche zählt zu den bedeutendsten Kirchenbauten der Moderne. Die Instandhaltung ist von der Kirchengemeinde allein nicht zu schultern. Ein Beirat aus Politik, Kirche und Zivilgesellschaft, den die Stiftung Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche im Herbst 2015 gemeinsam mit dem Deutschen Kulturrat einberufen hat, will in Zukunft der Kirchengemeinde zur Seite stehen. Der Bericht "Zukunftsperspektiven für ein nationales Denkmal" kann beim Dt. Kulturrat als pdf-Datei geladen werden. www.kulturrat.de

Schon seit zehn Jahren steht die Kirche St. Albertus Magnus in Dortmund leer (1934 nach Plänen von Adolf Ott und Paul Spiegel erbaut). Seit 2007 wird um eine Lösung für den unter Denkmalschutz stehenden Bau gerungen. Einer der Pläne, den Kirchenbau abzureißen und an seiner Stelle einen Kindergarten zu errichten, rief den Denkmalschutz auf den Plan. Dieser verlangte den Nachweis, dass kein erhaltungswilliger Käufer zu finden sei.  Nun gibt es einen Düsseldorfer Investor, der dort ein Hotel plant. Ob das für die Kirche Abriss oder ihren Umbau bedeutet, liegt auch im Entscheidungsbereich von Stadt und Denkmalschutz.(Abb. Rudko, CC0 Nordstadtblogger)

Der Tag der Architektur findet wie alle Jahre am letzten Juniwochenende (24. und 25.6. 2017) in allen Bundesländern statt. In Schleswig-Holstein abweichend bereits am 10. und 11. Juni 2017. Geboten wird immer ein breites Spektrum an Bautypologien: Privathäuser, neue Miet- und Eigentumswohnungen, Bauwerke für Büro und Verwaltung, für Schule und Bildung, für Senioren und Kinder, für Handwerk und Gewerbe bis hin zu Gärten und Parks. Auch Objekte, die üblicherweise nicht allen offen stehen, sind zu besichtigen und Gespräche mit Bewohnern, Bauherren und Architekten sind vorgesehen. www.tag-der-architektur.de/programm/

In diesem Jahr 2017 wird das Querschiff der Buchholzer Kirche saniert. In dieser Zeit laden die Kirchengemeinde und der Förderverein zur Erhaltung der Dorfkirche Buchholz in den nicht von den Baumaßnahmen betroffenen Kirchraum zu vielfältigen Kunsterlebnissen unter dem Motto „ANNO:in CC_ – KunstKirche Buchholz 2017“. Die Künstlergruppe mit Kerstin Borchardt, Josef A. Kutschera und Grit Sauerborn wird mit genreübergreifenden Mitteln der zeitgenössischen Bildenden Kunst diesen Raum mit einer zeitweiligen Installation gestalten. Sie nehmen dabei thematisch sowohl Bezug auf die Kirche als Begegnungsstätte als auch auf die Baustelle. Im Kunstraum werden auch Konzerte mit zeitgenössischer Musik zu hören sein. Malte Hübner und Prof. Peter Manfred Wolf, Komponisten und Musiker, sowie Studierende der Hochschule für Musik und Theater Rostock verbinden den durch die Collage veränderten Raum mit ihrer Musik.

Das Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna vergab zum zweiten Mal den mit 10.000 € dotierten International Light Art Award (ILAA). Den Preis erhielt der japanische Multimedia Künstler Satoru Tamura mit seiner Arbeit „Point of Contact for Unna“, einem überdimensionierten, offenen elektrischen Schalter. Der zweite Platz ging an den deutschen Künstler Tilman Küntzel, Platz drei belegte das Künstlerduo  Vroegop/Schoonveld aus den Niederlanden. Die international besetzte Fachjury unter dem Vorsitz des amerikanischen Künstlers  Keith Sonnier wählte die Arbeiten unter rund 300 eingereichten Konzepten aus über 40 Ländern aus. Das ZENTRUM FÜR INTERNAT IONALE LICHTKUNST UNNA vereint in den zehn Meter unter der Erde gelegenen Kühl- und Lagerräumen  der  ehemaligen  Lindenbrauerei  die  wichtigsten  internationalen  Positionen der Lichtkunst.(Abb. Tilman Küntzel)

Mit The Gildewart Line von Pedro Cabrita Reis an der Außenfassade der ehemaligen Dominikaner Kirche wurde dem Osnabrücker Stadtbild im Sommer 2015 erstmals eine geometrische Konstruktion geschenkt. Die Ausstellung „Konkret mehr Raum“ hatte bereits vor zwei Jahren die Frage aufgeworfen, ob geometrische Formen das Potential haben können, soziale Bedeutungshorizonte zu berühren. Für das Kirchenschiff der Kunsthalle Osnabrück hat Felice Varini nun eine Doppel-Komposition geschaffen. Auch sie inspiriert zu Fragen nach zeitgemäßen Modellen der Gemeinschaftsbildung und spiegelt sie in den ehemaligen kirchlichen Versammlungsraum zurück. Was bedeutet „Zentralperspektive“? Sind geometrische Formen in der Lage, soziale Bedeutungshorizonte zu verschieben? Wie funktioniert „Common Sense“ im Spannungsfeld von Religion und Gemeinschaftsbildung in weitgehend säkularisierten Gesellschaften? Eine weitere Installation „Vier Blaue Kreise“ von Cabrita Reis an den Fassaden des Osnabrücker Marktplatzes macht die Besucher durch  Selbstexperimente zu Experten zentral-perspektivischer Forschung. Am 6. Juni 2017 wurde die Ausstellung „Felice Varini“ mit Interventionen im Innen- und Außenraum der Öffentlichkeit übergeben. Ausgangspunkt ist die Kunsthalle Osnabrück, wo gleichzeitig  der „Çanakkale Art Walk 2017: Homeland“ in Kreuzgang, Forum, Foyer und Innenhof eröffnet wurde. Ausstellungsdauer bis 6. August 2017.

Im Rahmen der IGA Berlin 2017 kann man ab 13. April 2017 auf den Kienberg Terrassen eine begehbare skulpturale Installation von raumlaborberlin erleben. Sie kombiniert einen Holzskelettbau mit einem Kaleidoskop aus Recyclingmaterialien. Verschiedene Materialien wie Tetrapacks, Plastikflaschen, Ölfässer, alte Fenster, Holz von Möbeln werden aus dem Stoffkreislauf vom Müll zur Wiedergewinnung als Ressource herausgelöst. In einem gemeinsamen Bauprozess im Rahmen von Workshops mit Schülern, Studenten und anderen Interessierten werden diese Materialien sortiert, zusammengestellt und auf Elemente aufgebracht, die zu einer Dachhaut zusammengefügt werden. Die Beteiligten lernen so den Umgang mit Material und können eigene Ideen bei der Umsetzung einbringen. Resultat ist eine atmosphärische, flexibel nutzbare Raumskulptur, die Themen wie Recycling und innovative Baustoffe ebenso kommuniziert wie partizipative Prozesse und gemeinschaftliches Bauen.

Die Skulptur Projekte Münster, die Klaus Bußmann, Kustos und späterer Direktor des Westfälischen Landesmuseums gemeinsam mit Kasper König 1977 initiierte finden im 10-jährigen Rhythmus statt. Thema der fünften Skulptur Projekte vom 10. Juni – 1. Oktober 2017  im Stadtraum von Münster ist die  Digitalisierung und die Frage nach öffentlichem und privatem Raum. Im Vorfeld wurde eine Publikationsreihe mit dem Titel „Out of ...“ veröffentlicht, drei Hefte unter den  Begriffen: Körper, Zeit und Ort.  Besonderer Schwerpunkt sind 2017 performative Formate. Im Rahmen eines Symposiums „Nothing Permanent: Sculptures and Cities (AT)“ vom 13. bis 15. September 2017  wird unter anderem die Frage reflektiert, ob und unter welchen Bedingungen Skulpturen, Mahnmale und Denkmäler im öffentlichen Raum ihre Berechtigung verlieren. Der Diskurs um Dauerhaftigkeit und Veränderung spiegelt sich auch in vielen der Kunstwerke wieder. Innerhalb der über die Stadt verteilten Ausstellungstopografie nehmen das Theater im Pumpenhaus und das LWL-Museum strukturell zentrale Positionen ein. Aus einem Nachdenken über Globalisierung einerseits und Ortsspezifik andererseits ist die Ausstellung dieses Mal mit der Stadt Marl als Ausstellungsort verknüpft. Das aktuelle Projekt zwischen Münster und Marl beinhaltet Kunstwerke mit Präsenz an beiden Orten, Skulpturentausch auf Zeit, eine Ausstellung von Modellen aus dem Skulptur Projekte Archiv im Skulpturenmuseum Glaskasten u.a.m. Mit dem Titel „THE HOT WIRE“ wurde die Partnerinstitution der Skulptur Projekte bereits am 4. Juni eröffnet. Das Skulpturenmuseum Glaskasten ist ein mit Glas umbaute Raum im Marler Rathaus, erbaut mit dem Konzept von Offenheit und Transparenz. Mehr als 100 Außenarbeiten von Arp bis Zadkine stehen im öffentlichen Raum Marls. In den transparenten Innenräumen des Museums befinden sich weitere Großskulpturen, die nicht zur Aufstellung im Freien geeignet sind, sowie eine Reihe von Kleinskulpturen und Objekten. Ein Schreib-Projekt der Dichterin Monika Rinck begleitet auf literarischer Ebene die Veränderungen, die die Skulptur Projekte für die Städte Münster und Marl bedeuten.

Mehr als 30 Unternehmen und Institutionen in 14 hessischen Städten öffnen am 24. und 25. Juni ihre Kunstsammlungen für Besucher. An der 13. Aktion „Kunst privat!“ beteiligen sich zum Beispiel die DZ-Bank, die Deutsche Bank und die Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main, die Entega AG in Darmstadt, die Evonik Industries AG in Hanau-Wolfgang, die B. Braun Melsungen AG sowie die Plansecur Finanz GmbH in Kassel. Zu sehen sind Gemälde, Zeichnungen, Grafiken, Skulpturen, Fotografien und Videoinstallationen. Die Aktion „Kunst privat!“ wurde 2005 gegründet. Die Unternehmen organisieren und finanzieren die Aktion weitgehend selbstständig. Die Landesregierung gibt lediglich einen Zuschuss zum Marketing. www.kunstprivat.net

Der Deutsche Kulturrat legte vier Publikationen vor, die sich mit den Reformatoren und den Auswirkungen der Reformation auf die Zivilgesellschaft befassen. So geht der neu erschienene Band »Impulse der Reformation. Der zivilgesellschaftliche Diskurs« der Frage nach, welche Bedeutung die Reformation für die Zivilgesellschaft hat. 30 Autoren aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen setzen sich unter anderem mit dem Verhältnis von Staat, Kirche und Gesellschaft auseinander. Mit den Wirkungen der Reformation beschäftigt sich auch der Band des Kulturrates »Disputationen: Reflexionen zum Reformationsjubiläum 2017«. Auf vier weniger im Rampenlicht stehende Reformatoren verweist die 56-seitige Publikation des Kulturrates »Die fantastischen Vier: Calvin, Melanchthon, Müntzer, Zwingli«. »Martin Luther Superstar. 500 Jahre Reformation « ist schließlich das bereits erschienene erste Dossier des Kulturrates zum Reformationsjubiläum.

Erstmals ist die sogenannte Wiedmann-Bibel am 7. Mai am Magdeburger Elbufer komplett ausgeklappt und an einem Stück präsentiert worden. Die illustrierte Bibel mit über 3000 Bildern stammt von Willy Wiedmann (1929-2013) und wurde in einem unverwechselbaren Stil - der Polykonmalerei, wie Wiedemann sie nannte – geschaffen. Farben und Formen, die typisch sind für die 60er Jahre, in denen sie entstand und doch eigenwillig.16 Jahre lang hat der Künstler an der gemalten Bibel gearbeitet. Zum 500. Reformationsjubiläum soll sie beim Guinness-Buch der Rekorde angemeldet werden.

Die neue Pop-Akademie der Evangelischen Kirche von Westfalen in Witten ist am 4. Mai 2017 eröffnet worden. Mit der Akademie sollen Pop-Musik- Angebote in den Kirchengemeinden gestärkt werden. Der Pop-Studiengang führt wie auch die klassische Ausbildung zur Anstellungsfähigkeit als Kirchenmusiker. Die Studenten lernen Kirchenmusik mit den Schwerpunkten Jazz, Rock, Pop und Gospel. Die ersten Bachelor-Studenten haben bereits im Oktober 2016 ihr Studium in den damals noch in Umbau befindlichen Räumen der ehemaligen Wittener Stadtbücherei aufgenommen. Die Evangelische Pop-Akademie bietet neben dem Bachelor-Studiengang »Kirchenmusik Popular« auch Weiterbildungsangebote für haupt- und ehrenamtliche Kirchenmusiker an. Die westfälische Kirche unterhält in Herford bereits seit 1948 eine Hochschule für Kirchenmusik.

Anlässlich des 70-jährigen Jubiläums widmen sich 2017/18 sechs RuhrKunstMuseen in einer städteübergreifenden Ausstellungsreihe dem Wirken der Künstler „Junger Westen“. Nach 1945 bereiteten sie nicht nur im Ruhrgebiet den Weg für das Wiederaufleben der Moderne. Die Kerngruppe bildeten die Maler Gustav Deppe, Thomas Grochowiak, Emil Schumacher, Heinrich Siepmann und Hans Werdehausen sowie der Plastiker Ernst Hermanns. Im Austausch mit Gleichgesinnten und experimentellen Künstlern wie K. O. Götz oder Georg Meistermann fanden sie zu einer abstrahierenden und abstrakten Formensprache. Eng verknüpft ist die Erfolgsgeschichte des „jungen westen“ mit der Gründung der Kunsthalle Recklinghausen und dem Wiederaufbau der öffentlichen Sammlungen. Über Jahrzehnte konnten die RuhrKunstMuseen reiche Bestände zum „jungen westen“ und zu einzelnen Künstlern zusammentragen. www.ruhrkunstmuseen.com

Zu einem »Leuchtturm für Lampedusa« haben die Künstler Thomas Kilpper und Massimo Ricciardo die Kasseler Karlskirche umgestaltet. Die Ausstellung ist Teil der Reformationsausstellung »Luther und die Avantgarde« in Wittenberg, die sich in kleineren Teilen auch in Kassel und Berlin präsentiert. Der Turm der Karlskirche wurde von Kilpper mit Resten von in Sizilien gestrandeten Flüchtlingsbooten umhüllt und mit kurzen Texten versehen. Im Inneren der Kirche präsentiert er zusammen mit Massimo Ricciardo eine Sammlung von Fundsachen, die in Flüchtlingsbooten oder am Strand sizilianischer Orte gefunden wurden. Die wie eine Traube von der Decke hängenden Mikrofone von Shilpa Gupta geben Texte, Geräusche und Musik wieder.

Künstler von internationalem Rang wie Markus Lüpertz, Richard Jackson und Ai Weiwei zeigen im Alten Gefängnis in Wittenberg seit 19. Mai Werke, die sich auf Ideen der Reformation beziehen. An der Ausstellung »Luther und die Avantgarde«, die bis zum 17. September zu sehen ist, beteiligten sich 66 Maler, Bilderhauer und Konzeptkünstler, die teils ganze Zellen neu gestalteten. Der Großteil der Arbeiten ist eigens für den Ort und Zweck geschaffen worden. Das Alte Gefängnis aus dem Jahr 1900 wurde dazu nach einigen Jahrzehnten des Leerstandes saniert Zwei Außenstellen in der Berliner Matthäus-Kirche und der Karlskirche in Kassel sind ebenfalls Teil des Projektes. Die EKD ermöglichte die Ausstellung finanziell.(Abb. Außenansicht ,Das alte Gefängnis in Wittenberg, Manuel Graf 2017, Foto: Daniel Biskup)

Die 13 Meter lange und acht Meter hohe Lichtkirche aus Plexiglas und Holz ist der Beitrag der EKHN Landeskirche zur Weltausstellung der Reformation in Wittenberg. Dort gibt es Konzerte, Diskussionen und Gottesdienste. Auch Taufen, Trauungen und Kircheneintritte sind möglich. Rund um die Lichtkirche wurde ein „Segens-Parcours“ aufgebaut, wo unter anderem der weltweit erste Segens-Roboter „BlessU-2“ steht. Die viermonatige Präsentation steht unter dem Motto „Segen erleben - Moments of Blessing“. www.Lichtkirche.de/Segensroboter.

Der Umbau der Evangelischen Akademie Frankfurt am Römerberg durch das Architekturbüro Meixner Schlüter Wendt ist nach zwei Jahren vollendet. Das auf Säulen stehende, dreistöckige Gebäude liegt gegenüber dem fast zeitgleich fertiggestellten Historischen Museum und der Alten Nikolaikirche. Nach dem Umbau bietet das Gebäude zwei Veranstaltungssäle, fünf Seminarräume und Büroräume für die Mitarbeiter.

Die Auseinandersetzung mit Kunst fördert das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen deutlich. Dies hat eine gemeinsame Studie des Städel-Kunstmuseums und der Altersmedizin der Universität Frankfurt am Main ergeben. Das Angebot des Städel-Museums sieht einstündige thematische Kunstführungen durch eigens geschulte Kunstvermittler vor. Dabei geht es in erster Linie um den Austausch von Assoziationen und Emotionen. Zu einem Besuch können sich Paare von je einem Demenzkranken und betreuenden Angehörigen anmelden. Das Artemis-Projekt wurde von der „Familie Schambach-Stiftung“ mit rund 200.000 Euro gefördert. Das künftig dauerhafte Vermittlungsangebot für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen wird von der „Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main“ unterstützt.

Die Vienna Biennale vom  21.6. — 1.10.2017 ist die erste Biennale, die Kunst, Design und Architektur verbindet und darauf abzielt, mit kreativen Ideen und künstlerischen Projekten zur Verbesserung der Welt beizutragen. Wie fundamental Arbeit für Identität, Menschenbild,  Lebensgefühl und Wohlstand ist und welche Ängste und Hoffnungen mit Robotik und Automatisierung verbunden sind, steht im Zentrum der Biennale 2017. An verschiedenen Ausstellungsorten in der ganzen Stadt sind rund 300 DesignerInnen, ArchitektInnen, KünstlerInnen mit ihren spekulativen, utopischen Szenarien beteiligt.  

Am 10. Juni 2017 wird die documenta 14 in Kassel und die Skulptur Projekte in Münster eröffnet. Die documenta dauert bis 17. September, die Skulptur Projekte bis 1. Oktober 2017.

In der Martinskirche Kassel ist während der documenta täglich zweimal möglich, bei freiem Eintritt die spektakuläre neue Rieger-Orgel zu hören. Das einzigartige Instrument wurde konzipiert und gebaut  im Blick auf moderne und zeitgenössische Orgelkompositionen. Das Kasseler Orgelfestival dauert vom 4. Juni – 27. August 2017 und bietet neben kleineren täglichen Hörangeboten ein umfängliches Konzertprogramm. Der Orgelprospekt stammt von dem norwegischen Künstler  Yngve Holen.   www.musik-martinskirche.de/index.php//Veranstaltungen

Das Evangelische Literaturportal wird sich mit einer Lesereihe in der Lutherstadt Wittenberg am 500. Reformationsjubiläum beteiligen. Unter dem Titel »Immer donnerstags« stellen Preisträgerinnen und Preisträger des Evangelischen Buchpreises an verschiedenen Orten der Stadt ihre Werke vor. Das in Göttingen ansässige Evangelische Literaturportal ist der Dachverband der rund 800 evangelischen öffentlichen Büchereien in Deutschland. Es vergibt jedes Jahr den mit 5.000 Euro dotierten Evangelischen Buchpreis und empfiehlt Bücher unter anderem zu religiösen und kirchlichen Themen.

Die Ausstellung "500 Kirchen, 500 Ideen" in der Erfurter Kaufmannskirche ist bis zum 19. November 2017 geöffnet. Im Rahmen der Ausstellung von Evangelischer Kirche in Mitteldeutschland (EKM) und der Internationalen Bauausstellung (IBA) in Thüringen startet am 18. Juni die erste von fünf "Entdecker-Touren". Die Fahrt mit dem Bus führt zu  Kirchen, die sich am Ideenaufruf "STADTLAND:Kirche. Querdenker für Thüringen 2017" von EKM und IBA beteiligt hatten und Teil der Ausstellung in der Erfurter Kaufmannskirche sind. Es werden pro Tour zwei Kirchen besichtigt. Vor Ort stehen Ideengeber und Vertreter der Kirchengemeinden und Kommunen für Gespräche und Fragen bereit. Zudem finden an drei Terminen Gesprächsrunden zur Kirchenumnutzung mit geladenen Gästen und Publikum in der Kaufmannskirche statt. Ziel der Aktion ist es, vor dem Hintergrund des Reformationsjubiläums Ideen für die Zukunft Thüringer Kirchen zu sammeln. www.querdenker2017.de



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   evangelischer Kirchbautag und Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart