Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: Newsletter Nr. 109
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Newsletter Nr. 109
Oktober 2017

Lieber Leserin, lieber Leser,

im 109. Newsletter des Instituts für Kirchenbau und Kunst der Gegenwart  haben wir wie immer Veranstaltungen und Meldungen aus dem Schnittfeld von Kunst, Kirche, Architektur zusammengestellt.

Auf unserer homepage haben wir zuletzt  den Künstler Klaus Simon mit einer aktuellen Gestaltung in einem Gemeindehaus vorgestellt.

Im Architekturflash gibt es einen originellen Kapellenbau von Michele De Lucchi im Voralpenland zu entdecken.

Meldungen und Tipps für den November-Newsletter, aber auch zu Künstlern oder Architekturen nehmen wir bis Redaktionsschluss am 27. Oktober 2017 gern an.

Bitte haben Sie Verständnis, wenn später eingehende Meldungen nicht mehr berücksichtigt werden können, bzw. dann erst im folgenden Newsletter.

Mitteilungen aus dem Institut

Wir bereiten gerade wieder ein Thema für den Jahreskalender 2018 vor. Es soll um Beispiele neuer Altarraumgestaltung gehen. Es war nicht einfach, unter den zahlreichen gelungenen Lösungen nur diese zwölf auszuwählen. Wir haben uns schließlich an dem Kriterium der Materialverwendung orientiert, was eine große Bandbreite an Stilen plausibel und abwechslungsreich zusammenbringt. (Abb. Keramikaltar von Susanne Wagner)

Bei Interesse an dem Kalender bitten wir um Meldung bis Anfang November, damit wir die Druckauflage bestimmen können.

kirchbau@staff.uni-marburg.de

Ausstellungen / Veranstaltungen

René Schoemakers. Cranach Suite

Schloss Gottorf, 8. Oktober 2017 – 28. Januar 2018

Als künstlerische Intervention sind im Cranach-Saal für acht Monate Werke von René Schoemakers (*1972) zu sehen, die einen kritischen Kontrast zu den fünfhundert Jahre älteren Werken Cranachs ausmachen und mithin Luther und seine Ideologie ästhetisch kommentieren. (Abb. Lukretia 1 © René Schoemakers)

Christoph Brech. More than Rome

Diözesanmuseum Paderborn, 12. Oktober 2017 – 1. Juli 2018

Christoph Brechs Arbeiten treten  in einen Dialog mit ausgewählten Stücken der Sammlung des Diözesanmuseums Paderborn. Themen wie „Fragmentierung – Versehrtheit – Rekonstruktion“, „Zerstörung – Tod –Endzeit“ aber auch „Zyklen des Lebens“ stehen im Zentrum der Auseinandersetzung mit dem Museumsbestand. Dabei wird der Künstler nicht nur bestehende Werke in den Dialog mit Sammlungs-Objekten treten lassen, er wird für die Ausstellung auch neue Installationen schaffen.

Pas de deux

Diözesanmuseum Kolumba Köln, 15. September 2017 – 20. August 2018

Anlass dieser Ausstellung ist die mit der Generalsanierung verbundene Neuorganisation des Römisch-Germanischen Museums in Köln. Dadurch ergibt sich die Gelegenheit, zwei unterschiedliche Sammlungen auf ihr gemeinsames Potential hin zu befragen. Mit seiner archäologischen Ausgrabung, die von beiden Häusern gemeinsam verantwortet wird, blickt Kolumba auf eine 2000-jährige Geschichte als städtische Kulturlandschaft zurück. In beiden Sammlungen spielen die Zeugnisse religiöser Praxis eine ebenso hervorgehobene Rolle wie kunstvoll gestaltete Gegenstände des täglichen Gebrauchs.  Die Zeitspanne der ausgestellten Werke reicht von ca. 500.000 vor Christus bis 2016. In einem zweijährigen Prozess wurde die Ausstellung von den  Kuratoren beider Häuser erarbeitet., um ein Beispiel dafür zu geben, wie man mit Kunst und Kultur unterhalten und zum Nachdenken anregen kann, sofern man die eigenen Ressourcen mit vereinten Kräften zu nutzen versteht.

Herbert Falken – Lazarus. Eine Trauerarbeit in 16 Bildern

Suermondt Ludwig Museum Aachen, 20. Mai bis 29. Oktober 2017

Herbert Falken beging am 11. September 2017 seinen 85. Geburtstag. Dies und der 100. Geburtstag von Heinrich Böll  sind der Anlass,  die Bildfolge "Lazarus – Eine Trauerarbeit in 16 Bildern", von Herbert Falken  (geb. 1932 in Aachen) auszustellen, die  unter dem Eindruck des Todes seines Freundes entstand. Die Arbeiten begannen am Todestag des Schriftstellers, der in unmittelbarer Nachbarschaft des Malers in Kreuzau-Langenbroich gelebt hat und am 16. Juli 1985 verstarb, und wurden am 2. November 1985 abgeschlossen. Es handelt sich um eine der persönlichsten Arbeiten von Herbert Falken, in denen er die Krankheit und den Tod des Freundes künstlerisch verarbeitet hat. Mit Graphit, Kreide und Tusche zeichnet er auf die 110 x 80 cm großen Papierblätter. Er umkreist zeichnend und malend den Kranken immer wieder neu ansetzend und  skizziert die verschiedenen Phasen seines Leidens und Sterbens. Im Verweis auf die Figur des Lazarus wird die Auferstehungshoffnung formuliert. (Abb. Herbert Falken: Aus dem Lazarus-Zyklus (Heinrich Böll), Foto: Anne Gold)

Chiharu Shiota. Lost Words

Nikolaikirche Berlin, 29. September – 19. November 2017

Chiharu Shiota, die ihre Heimat in Japan und ihr Atelier in Berlin-Prenzlauer Berg hat machte mit ihren raumgreifenden Fadengespinsten, die zugleich überwältigend und filigran anmuten international auf sich aufmerksam. Im Mittelschiff der Nikolaikirche wird Shiota eine Fadeninstallation zeigen, in die Bibelseiten eingewoben sind – ein Sinnbild der globalen Verflochtenheit der Reformation und der biblischen Botschaft.  Die Ausstellung ist Bestandteil und Abschluss des umfangreichen fünfjährigen DEKALOG-Projektes der Guardini Stiftung und der Stiftung St. Matthäus zum Reformationsjubiläums, das auch Film- und Literaturprojekte umfasste. (Abb. Chiharu Shiota, Foto: Sunhi Mang)

Das Cranach-Experiment. Moritz Götze

St. Matthäus Kirche Berlin, bis 11. Februar 2018

Eröffnung: Donnerstag, 5.Oktober 2017, 19:00 Uhr;

7. Dezember, 19 Uhr: Künstlergespräch und Performance mit Moritz Götze, Christhard-Georg Neubert und Bazon Brock.

Chagalls Propheten. Die Chagall Bibel und Ikonen

Ikonen-Museum in Frankfurt,  12. September - 8. November 2017

31 Radierungen aus der Erstausgabe der Chagall-Bibel sind neben russischen Ikonen des 16. Jahrhunderts ausgestellt. Die Chagall-Bibel entstand in zwei Phasen, von 1931 bis 1939 und von 1952 bis 1956. Der aus Weißrussland stammende und später in Frankreich lebende Chagall setzte dabei Szenen aus dem Alten Testament bildhaft um. Die beigesellten Ikonen schließen sich thematisch dem biblischen Inhalt an oder schlagen Brücken zwischen Altem und Neuem Testament. Die Ikonen, die Chagall aus seiner weißrussischen Jugend kennt, spielten als Vorbilder seiner Bilder eine wichtige Rolle.

bilder fragen – Zeitgenössische Kunst zum Reformationsjubiläum

H2 Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast Augsburg, 22. September 2017 - 18. Februar 2018

Die Ausstellung stellt im Sinn von „Bilder fragen“ Werke internationaler KünstlerInnen der Gegenwart zusammen, die ein komplexes Bild  unserer Zeit ergeben. Beteiligt sind u.a. Viktoria Bintschok, Tacita Dean, Maximilian Prüfer).

Leergut Luxus Ökonomie Frankfurt". Fotografien von  Holger Wüst

Weißfrauen Diakoniekirche Frankfurt, 29. September - 10. November 2017

Der Fotokünstler Holger Wüst har von seinem Fenster aus das Leben der Obdachlosen auf einer Frankfurter Straße dokumentiert. „Ein Einkaufswagen erwacht zum Leben. Einen darüber geworfenen Bettbezug zieren Eulen in kindlicher Ästhetik. Er wiegt auf und ab und die Eulen werden lebendig. Langsam gleitet er den Wagen hinab und legt eine Person frei, die darin schläft. Das Polizeiauto fährt ein weiteres Mal die Straße entlang. Dieses Mal hält es, und eine Polizistin steigt aus. Sie kramt nach ihrem Handy und fotografiert die soziale Installation, deren Ironie wiederum vom Fenster des Nachbarhauses aus fotografiert wird. Der einsetzende Regen leert die Straße. Die Voyeure tauchen unter ihren Regenschirmen ab und folgen den Worten des Stadtteilführers. Ein Drogenkranker bleibt auf der Straße sitzen und schabt sich mit einem Löffel die Visionen von der Haut. Ein Flaschensammler beendet seine Arbeitsschicht und schiebt einen Einkaufswagen die Straße entlang. An ihm pinnt eine witterungsfeste Deutschlandfahne, die allen Widrigkeiten standhält. Der Wagen quillt über vor Leergut, dem Umsatz der letzten Stunden. Der Regen trommelt darauf den Rhythmus einer Hymne…“

Tintoretto. A Star was born

Wallraf-Richartz-Museum Köln, 6. Oktober 2017 – 28. Januar 2018

Jacopo Tintoretto kommt 1518/19 in Venedig als Sohn eines Färbers zur Welt. Ohne Rücksicht auf sein finanzielles Auskommen und getrieben von unbändigem Ehrgeiz malt der junge Mann wie ein Besessener. Er verwandelt die Kirchen, Häuser und Paläste der Lagunenstadt mit riesigen Leinwänden voller Zeichen und Wunder, historischen Begebenheiten und Visionen - darunter das  „Paradies“ aus dem Dogenpalast, eines der größten je gemalten Ölbilder. Schon in seinem Frühwerk zeigt Tintoretto eine  Erzählkunst, die ihm bei Jean-Paul Sartre den Ehrentitel des „ersten Filmregisseurs“ eintrug. Religiöse, allegorische, erotische Gemälde sowie Porträts des jungen Tintoretto begegnen auch verwandten Werken seiner künstlerischen Vorbilder und Konkurrenten wie zum Beispiel Andrea Schiavone und Paris Bordone. Zeichnungen, Druckgraphiken und Skulpturen verdeutlichen darüber hinaus den weiten kulturellen Horizont des aufstrebenden Malers.

Edouard Manet

Von der Heydt Museum Wuppertal, 24. Oktober 2017 – 25. Februar 2018

Die Schau präsentiert das ganze Oeuvre,  beginnend mit den ersten tastenden Versuchen als Schüler von Thomas Couture und endend mit den letzten Gartenbildern aus  Rueil von 1882. Manets Verhältnis zu Politik, Weltanschauung und Gesellschaft im Frankreich des 19. Jahrhunderts steht im Zentrum der Ausstellung. Der Überblick über sein Werk umfasst auch Bilder seiner spanischen Phase sowie die bekannten Seestücke. Seine Porträts und Figurenszenen, seine frappierenden Bildkompositionen waren wegweisend. (Abb. Edouard Manet, Die Reiterin, um 1882 , Öl auf Leinwand , 73 x 52 cm © Museo Thyssen Bornemisza, Madrid)

„nah und fern“. Der Landschaftsmaler und Graphiker Otto Ubbelohde

Kunstverein Marburg, 22.September - 9.November 2017

Anlässlich des 150. Geburtstages von Otto Ubbelohde (1867 – 1922) zeigt der Marburger Kunstverein einen repräsentativen Werküberblick des enorm produktiven Malers und Graphikers. Neben Hauptwerken der Landschaftsmalerei bilden die Zeichnungen und die Märchenillustrationen zu einer 1909 erschienenen Ausgabe der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm einen zweiten Schwerpunkt der Ausstellung. Nach einem Akademiestudium, weiteren Jahren in München und Umgebung sowie mehreren Aufenthalten in Worpswede kehrte Ubbelohde in seine Heimatregion zurück und errichtete dort ein Künstlerhaus, das heutzutage an den Wochenenden für das Publikum geöffnet ist. (Abb. Otto Ubbelohde, Illustration zu Rapunzel, Federzeichnung)

Auf unbekanntem Terrain - Landschaft in der Kunst nach 1945

Museum für Aktuelle Kunst in Durbach, 16.  September 2017 -  4. Februar 2018

Den Auftakt zur Ausstellung bildet das Kapitel "Dokument", das sich der Objektivität und den Facetten des Realismus in der Landschaftsdarstellung zuwendet. Dabei reicht das Panorama über fotografische Arbeiten von Michael Wesely und Ottmar Hörl bis zum Hyperrealismus von Bernd Schwering und Andreas Orosz. Die unter der Überschrift "Expression" versammelten Positionen sind Werke von unter anderem Georg Baselitz, K.H. Hödicke, Wolfgang Mattheuer oder Hans Scheib.  Schließlich widmet sich das Kapitel "Poesie" den romantischen und sinnlichen Qualitäten. In den Werken von Gerhard Altenbourg, Horst Janssen und Richard Oelze eröffnen sich Landschaften, die zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion oszillieren. Unter dem Motto  "Jenseits des Abbildes" werden Werke der Nachkriegsmoderne bis zu Positionen der Gegenwart wie Pia Fries, Per Kirkeby, Olav Christopher Jenssen, Hanspeter Münch und Eugene Leroy gezeigt. (Abb. Per Kirkeby, o.T., 2005, Öl auf Leinwand, 200 x 110 cm, © Per Kirkeby, Courtesy Galerie Michael Werner Märkisch Wilmersdorf, Köln & New York, Foto: Lothar Schnepf)

Max Beckmann. Welttheater

Kunsthalle Bremen, 30. September 2017 – 4. Februar 2018

Max Beckmann (1884–1950) war fasziniert von der Welt des Theaters, des Zirkus’ und der Varietés. In seinem Œuvre finden sich zahlreiche Gemälde, Druckgraphiken, Zeichnungen und Skulpturen, die sich unmittelbar auf diesen Themenbereich beziehen und seine Idee von der Welt als Bühne vermitteln. Ausgangspunkt der Ausstellung sind die reichen Bestände der Kunsthalle Bremen, die mit ihren Gemälden und dem fast vollständigen druckgraphischen Œuvre des Künstlers eine der größten Beckmann-Sammlungen Deutschlands besitzt. Dies wird ergänzt durch Leihgaben aus deutschen und internationalen Museen und Privatsammlungen. (Abb.: Max Beckmann, Apachentanz, 1938 (Detail), Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen, Foto: Lars Lohrisch, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017)

Buchwelten

Sinclair-Haus Bad Homburg, 1. Oktober 2017 - 4. Februar 2018

Aus beschriebenen Seiten oder geschnitzten Büchern werden Landschaften komponiert und aus natürlichen Materialien entstehen Buchobjekte. Bücher und Schriften eröffnen dem Leser Bilder, Panoramen, geradezu unendlich viele „neue Welten“. Diese Landschaften bringen Künstler in den Objekten zu Gesicht: In deren Bearbeitungen kommen verschiedene naturhafte Szenarien zum Vorschein wie Horizontlinien, Berge, Täler, Schluchten und Wiesen. Märchen und Geschichten finden ihren bildhaften Ausdruck in Skulpturen, die aus den Buchseiten erwachsen oder in Büchern aus Glas, die in ihrer transparenten Anmutung verwunschene Wälder und das tiefe Meer sichtbar werden lassen. (Abb. Lori Nix, Library)

RICOCHET #11. Hisako Inoue. Die Bibliothek der Gerüche

Villa Stuck München, 7. Oktober 2017 – 14. Januar 2018

Hisako Inoue (geb. 1974) lebt und arbeitet in Yokohama, Japan. In ihren Ausstellungen legt sie großen Wert auf eine alle Sinne ansprechende Präsentation mit einem besonderen Schwerpunkt auf der olfaktorischen Wahrnehmung. Die Gerüche antiquarischer Bücher stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Die Künstlerin lädt Interaktion ein –Teilhabe durch Riechen, Hören, Sehen und Tasten. Ein wichtiges Merkmal der olfaktorischen Wahrnehmung ist ihre enge Verbindung mit Gefühlen und Erinnerungen. Inoue sieht sich in der Tradition der japanischen Duftzeremonie, eine weltweit einzigartige Form der Duftkultur, die unter dem Namen kōdō bekannt ist, was wörtlich übersetzt „Lauschen auf den Duft“ bedeutet. Ihre Geruchskunst sieht sie als Kommunikationsmodell, eine moderne Version der japanischen Duftzeremonie, die individuelle Erinnerungen und Assoziationen der Besucherinnen und Besucher wachruft und ins Gespräch darüber bringt. (Abb. Hisako Inoue, Netzwerkdiagramm der repräsentativen Geruchskomponenten eines Buchs)

Open Codes. Leben in digitalen Welten

ZKM Karlsruhe, 21. Oktober 2017 - 5. August 2018

Von der Kommunikation bis zum Transport wird alles durch Codes bestimmt. Eine Gleichung von Mathematik und Elektronik hat die neue, auf Computerprogrammen basierende Welt hervorgebracht, die von IngenieurInnen, PhysikerInnen und InformatikerInnen geschaffen wird. Die Ausstellung, die künstlerische und wissenschaftliche Arbeiten versammelt, eröffnet die Möglichkeit, diese Welt zu verstehen. Sie wird eine Mischung aus Labor und Lounge, aus Lernumgebung und „Club Méditerranée“ sein. Mit den BesucherInnen sollen neue, vielleicht auch ungewöhnliche Formate von Bildung und Lernen erprobt und in einer anregenden Atmosphäre neue Zugänge zum Wissen geschaffen werden. Programmieren, Lernen mit Bots und anderen neuen Technologien sollen keine Schranke mehr darstellen, sondern jedem die Möglichkeit geben, das Dahinter unserer digitalen Welt zu verstehen. Als ein bildungspolitisches Experiment im Bereich Audience Development soll die Ausstellung das Leitbild musealen Ausstellens verändern. (Abb. Can Büyükberber, Morphogenesis, 2016,  VR Installation, Still © Can Büyükberber)

Perception is Reality: Über die Konstruktion von Wirklichkeit und virtuelle Welten

Frankfurter Kunstverein, 7. Oktober 2017 — 7. Januar 2018

Die Ausstellung präsentiert eine Auswahl an analogen und digitalen Kunstwerken, Virtual-Reality-Arbeiten aus der aktuellen Kunstproduktion, konzeptionelle Fotografie, Rauminstallationen, Applikationen aus der technischen Forensik sowie innovative Games. In der räumlichen Gegenüberstellung entsteht ein Gedankenexperiment zur Frage nach den geistigen, emotionalen und ästhetischen Auswirkungen artifizieller Bildwelten. Durch Gegenüberstellung von analoger Gegenwartskunst und Virtual-Reality-Positionen entsteht ein Parcours im Frankfurter Kunstverein, über das Verhältnis zwischen Wahrnehmung, Bewusstsein und wissensbasierter Vernunft, der danach fragt, welche Vorstellung von Welt wir daraus ableiten.  

I AM A PROBLEM. Inszeniert von Ersan Mondtag

MMK 2 Taunusturm Frankfurt, 23. September 2017 — 18. Februar 2018

Inszeniert vom viel beachteten Jung-Regisseur und Bühnenbildner Ersan Mondtag entfaltet sich im Ausstellungsraum eine düstere und zugleich aufreizende Parallelwelt, in der Werke aus der Sammlung des MMK zu Protagonisten einer Erzählung werden. Ein szenischer Parcours verwandelt das Museum in einen Bühnenraum mit verschlungenen Pfaden, auf denen Grenz- und Doppelgänger, stille Rebellen und gescheiterte Existenzen begegnen. Mit Texten des Autors Thomaspeter Goergen – eingesprochen von Ensemblemitgliedern des Hamburger Thalia Theaters – verleiht Mondtag den Werken eine Stimme. Meist im Widerstreit kreisen ihre Dialoge um existenzielle Themen des Menschseins. (Abb. Teresa Margolles: Catafalco, 1997, Courtesy Teresa Margolles, Foto: Axel Schneider)

Inge Mahn und Nora Schulz

Kunstverein Braunschweig, 9. September – 12. November 2017

Mit Inge Mahn (*1943) und Nora Schultz (*1975) stehen sich nicht nur zwei Generationen, sondern auch zwei bildhauerische Positionen gegenüber. Inge Mahn verdichtet in ihren Skulpturen das Wesen von Gegenständen, indem sie diese abstrahiert und in raumgreifenden Skulpturen in Beziehung setzt. Bewegung und Ruhe, Schwere und Leichtigkeit werden in verschiedenen Objektkonstellationen visualisiert, ebenso wie die Strukturen der Räume. Nora Schultz wendet sich einer Dematerialisierung und Aktivierung von Skulpturen zu. Von Drohnenkameras gefilmt und von verborgenen PerformerInnen in Bewegung versetzt, tritt die haptische Qualität der Skulpturen zugunsten eines filmischen Gesamteindrucks in den Hintergrund und lässt die Skulpturen im Video zu Akteuren werden. (Abb. Inge Mahn, Stehende Vorhänge, 2017, Kunstverein Braunschweig, 2017,Courtesy die Künstlerin, Foto: Stefan Stark)

Johannes Grützke. "Kunst ist nicht modern, sondern immer!"

Museum Gunzenhauser Chemnitz, 1. Oktober 2017 bis zum 14. Januar 2018

Mit seinem drastischen Realismus voller Ironie stand Grützke im Widerspruch zur abstrakten Moderne, die seit den frühen 1950er-Jahren die Kunst in der Bundesrepublik Deutschland dominierte. 1973 gründete er mit Weggefährten die Schule der Neuen Prächtigkeit und griff hier in ironischer Brechung das klassische Genre der Historienmalerei auf. Besonders bekannt wurde in diesem Zu- sammenhang sein 1991 vollendeter monumentaler Wandfries für die Frankfurter Paulskirche mit einer Darstellung der ersten Nationalversammlung von 1848. Sein Themenspektrum reichte von der antiken Mythologie über die Sagenwelt des Mittelalters bis in das 20. Jahrhundert mit seinen visionären Gesellschaftsentwürfen, aber auch den Katastrophen der Kriege und totalitären Regime. Hinzu kommen viele kulturgeschichtliche Bezüge in Gemälden wie Bach, von seinen Kindern gestört (1975) oder Motiven der Grafikserie Musik (2014). In ihnen spiegelt sich Grützkes musikalische Passion, der er neben der Malerei  in dem Ensemble Die Erlebnisgeiger spielte. (Abb.Johannes Grützke, Bach, von seinen Kindern gestört, 1975, Öl auf Leinwand, 205 x 180 cm, Leihgabe der Berlinischen Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur, Foto: Hermann Kiessling © VG Bild-Kunst, Bonn 2017)

Marlene Dumas. Skulls

Albertinum Dresden, 17. Oktober 2017 – 14. Januar 2018

Anlässlich der Gestaltung des Altarbilds in der Annenkirche in Dresden, das Ostern 2017 eingeweiht wurde, zeigt die Ausstellung Werke der in Amsterdam lebenden Künstlerin Marlene Dumas. In ihrem Schaffen konzentriert sich Dumas immer wieder auf die, wie sie sagt „Grundbedingungen des Menschlichen" und große Themen wie Sexualität, Geburt, Tod und Geschlechterverhältnis ziehen sich durch ihr vielschichtiges Werk. Die Vorlagen zu ihren Bildern findet sie oft in Zeitschriften und den populären Medien, übersetzt dann aber die fotografische Darstellung in Malerei, fügt ihre Wahrnehmungen und Empfindungen hinzu. (Abb. Marlene Dumas, Skulls, 2011-2015) Das Dresdner Kupferstichkabinett im Residenzschloss stellt vom 19. Oktober 2017 – 14. Januar 2018 grafische Werke von Käthe Kollwitz und 40 Arbeiten von Marlene Dumas gegenüber.

Grafik Ost

Sprengel Museum Hannover, 6. September 2017 – 7. Januar 2018

Die Ausstellung findet im Rahmen des überregionalen Verbundprojektes „Land der Grafik“, das sich grafischen Sammlungen mit Kunst aus der DDR widmet, statt. Die Druckgrafik spielte als künstlerisches Medium in der DDR eine herausragende Rolle. Die Grafik war vor allem in den 1970er- und 1980er-Jahren neben einem „Refugium der Künste“ auch ein „Medium der Freiheit“. Die SED-Kulturpolitik war an dieser Kunstform nicht sehr interessiert, andererseits nahm das Erlernen grafischer Techniken in den gut ausgestatteten Werkstätten und an den künstlerischen Fach- und Hochschulen einen hohen Stellenwert ein. Zudem spielte die Grafik eine wesentliche Rolle in der künstlerischen Sub- und Gegenkultur. (Abb. Angela Hampel, Ohne Titel, 1984, Lithografie auf Silberkarton, 10,6 x 14,9 cm © VG Bild-Kunst, Bonn 2017, Foto: Herling / Gwose, Sprengel Museum Hannover)

Never Ending Stories. Der Loop in Kunst, Film, Architektur, Musik, Literatur und Kulturgeschichte

Kunstmuseum Wolfsburg, 29. Oktober 2017 – 18. Februar 2018

Mit „Never Ending Stories“ geht es um eine Recherche zum Phänomen der Endlosschleife in Kunst, Film, Architektur, Musik, Literatur und Kulturgeschichte. Das Kreisen in geschlossenen Systemen spannt sich vom altägyptischen Ouroboros – der Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt – bis zu zeitgenössischen Multimedia-Installationen und kennzeichnet in der menschlichen Psyche Trance, Traum und Trauma. (Abb. Zeichnen, 1948, Lithografie [Reproduktion],  28,2 x 33,2 cm, Sammlung Gemeentemuseum Den Haag © 2017 The M.C. Escher Company-The Netherlands. All rights reserved)

Charles & Ray Eames. The Power of Design

Vitra Design Museum Weil am Rhein, 30. September 2017 – 25. Februar 2018

Der erste Teil der Ausstellung dokumentiert den Beginn der Zusammenarbeit von Charles und Ray Eames. Als studierter Architekt war Charles Eames ein begnadeter Techniker, während Ray in ihrem Studium der Malerei ein unfehlbares Gespür für Farbe, Komposition und Form entwickelt hatte. Die beiden eröffneten 1947 das Eames Office in Venice/Kalifornien. Hier entstanden bis 1988 Hunderte von Auftragsarbeiten und eigene, oft experimentelle Projekte – von den frühen Arbeiten für das amerikanische Militär bis hin zu Filmen, Ausstellungen und Interieurs. International bekannt wurden Charles und Ray Eames durch ihre Möbelentwürfe. Das Designerpaar war fasziniert von Objekten der Volkskunst, die sie auf vielen Reisen zusammentrugen und mit eigenen Entwürfen zu vielschichtigen Arrangements zusammenfügten. Beispielhaft hierfür ist das eigene Wohnhaus, das 1949 als Teil einer Reihe von Case Study Houses entstand, mit denen neue Bau- und Wohnformen veranschaulicht werden sollten. Insgesamt umfasst die Ausstellung über 500 Exponate.

Pure Gold. Upcycled! Upgraded!

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, 15. September 2017 - 21. Januar 2018

Die internationale Wanderausstellung widmet sich dem Thema Müll und präsentiert Ansätze zur Wiederverwendung von bereits verarbeitetem Material als Rohstoff für die Erschaffung neuer Objekte. Die Designentwürfe mit Abfall- und Billigmaterialien zeigen, dass Upcycling weder eine minderwertige Produktionsweise darstellt noch als ökologisches Nischenprojekt oder als spezifisch „postmoderne“ Strategie zu verstehen, sondern ein weltweit aufgegriffenes Designkonzept der Gegenwart ist. Die vom Institut für Auslandsbeziehungen organisierte Ausstellung bietet einen Überblick über experimentelle Fertigungs- und Gestaltungsmethoden.

Does Permanence matter? Ephemeral Urbanism

Architekturmuseum TU München, 14. September 2017  ‐  18. März 2018

Wie dauerhaft muss Stadtplanung angelegt sein? Vom Oktoberfest in München über das weltweit grösste Pilgerfest Kumbh Mela in Indien und das Burning Man-Festival in Nevada bis hin zu vielen anderen Großereignissen zeigt sich, dass flexible bauliche Strukturen weltweit eingesetzt werden, um große Menschenmengen kurz- oder auch mittelfristig zu versorgen. Die ephemeren Strukturen erfüllen verschiedene funktionale Aufgaben und dienen religiöse und kulturelle Festivals, als Militär- und Flüchtlingslager oder Bergbaustädte. Die Ausstellung ist auf der Grundlage einer langfristig angelegten Studie von Rahul Mehrotra, Graduate School of Design, Harvard University, und Felipe Vera, Centro de Ecologia Paisaje y Urbanismo in Santiago, entstanden und beschreibt ein globales Phänomen, das in Zeiten weltweiter Migrationen besondere Aktualität erhält.(Abb. Kumbh Mehla Festival, Allahabad, Indien© 2013 Dinesh Mehta)

Haegue Yang

KINDL-Zentrum für zeitgenössische Kunst Berlin, 10. September 2017 – 13. Mai 2018

Das KINDL – Zentrum lädt  jedes Jahr eine Künstlerin oder einen Künstler ein, das zwanzig Meter hohe Kesselhaus mit einer Arbeit zu bespielen. In diesem Jahr realisiert dies Haegue Yang mit „Silo of Silence – Clicked Core“ und greift dabei auf ein für sie typisches Material zurück: herkömmliche Jalousien. Die äußere Hülle des Zylinders ist in schwarzen Karos gemustert, während die kobaltblaue Spirale im Inneren durch Leuchtstoffröhren betont und in Bewegung gesetzt ist. (Abb. Haegue Yang, Silo of Silence – Clicked Core, Installationsansicht KINDL – Zentrum für Zeitgenössische Kunst, Berlin 2017, Courtesy die Künstlerin, Foto: Jens Ziehe)

Toulu Hassani – Iteration

Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen, 30. September – 10. Dezember 2017

Die fließenden Verbindungen von Malerei und Zeichnung sowie Malerei und Objekt in Hassanis (*1984 im Iran) künstlerischer Arbeit bilden einen überraschend eigenständigen Beitrag zur Geschichte der Abstraktion. Die filigran gemalten Zeichnungen verbinden verschiedenste Traditionen wie Ornamentik und Minimalismus. Keilrahmen, Gewebe und die materiellen Grundlagen werden vermischt. (Abb. Toulu Hassani, Ohne Titel, 2016, Nitrofrottage, Öl auf Leinwand, 43 x 31 cm, Udo und Anette Brandhorst Sammlung)

Wura-Natasha Ogunji 

 ifa-Galerie Berlin, 28. September 2017 - 14. Januar 2018

Zu Ogunjis Arbeiten gehören Zeichnungen handgestickter Figuren auf transparentem Architektenpapier, Videos und Performances. Zentrales Thema der Performances ist die Art und Weise, wie sich die räumliche Präsenz von Frauen in dramatischen und alltäglichen Handlungen manifestiert. Außerdem zeigt die Ausstellung Stoffmasken und Videos, die in ihren Performances eine tragende Rolle spielen oder sich auf diese beziehen. Ogunjis Arbeiten sind stark beeinflusst von der Erfahrung, zwischen zwei Ländern zu leben: in Austin/Texas und in Lagos.(Abb. Wura-Natasha Ogunji: It's raining in the House of Dance (Detail), 2017; © Wura-Natasha Ogunji)

 

Vermischtes

Vom 11.-15. Oktober 2017  findet die Frankfurter Buchmesse statt. Gastland ist diesmal Frankreich. Herzstück des Gastlandauftritts ist der Ehrengastpavillion, der basierend auf Entwürfen von Studierenden der Hochschule für Kunst und Design Saint-Étienne für die Messe angefertigt wurde. Auf zwei Bühnen finden dort Lesungen und Gespräche statt. Außerdem legt das Hausboot »L’ Anghe Gabriel« am Südufer des Mains an. Auch dort wird es ein umfassendes Programm geben. Informationen: https://buchmesse.de/de/im_Fokus/

Die Reihe „Wortwechsel“ des Kulturbeauftragten der EKD in Berlin, Johann Hinrich Claussen wird fortgesetzt mit dem flämischen Schriftsteller Stefan Hertmans. Sein neuester  Roman „Die Fremde“ spielt im Mittelalter der Kreuzfahrer mit einer Frau als Protagonistin. Es geht um Flucht, Religion, Gewalt. Mit ihm führt J.H. Claussen am 11. Oktober 2017 um 18 Uhr ein Gespräch im zeitzeichensalon in der Berliner Jebensstraße 3.

Der Dekalog-Filmpreis wurde über die Dauer des Reformationsjubiläums an Filme junger Regisseure vergeben, die sich neu mit einem der zehn Gebote auseinandersetzten. Am 13. Oktober 2017 findet die letzte Preisverleihung des ökumenischen Projekts zwischen der Guardini-Stiftung und der Stiftung St. Matthäus in Berlin statt. Es geht dann um das 10. Gebot. www.dekalog-heute.de

Das internationale Kinder- und Jugendfilmfestival „Lucas“ präsentiert vom 1. bis 7. Oktober mehr als 70 Filme aus 35 Ländern. Das Spektrum reicht von Spielfilmen über Animationsstreifen bis zu Kurz- und Dokumentarfilmen. Vorgeführt werden die Filme an fünf Spielorten in Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden. Das älteste deutsche Kinderfilmfestival findet zum 40. Mal statt. Träger ist das Deutsche Filminstitut in Frankfurt.

Die sechs Finalisten für den Deutschen Buchpreis 2017 stehen fest: Nominiert wurden die Romane von Gerhard Falkner: Romeo oder Julia, Franzobel: Das Floß der Medusa, Thomas Lehr: Schlafende Sonne, Robert Menasse: Die Hauptstadt, Marion Poschmann: Die Kieferninseln, Sasha Marianna Salzmann: Außer sich. Mit dem Deutschen Buchpreis zeichnet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels seit 2005 jährlich zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den besten deutschsprachigen Roman des Jahres aus.

Der Berliner Schriftsteller Ingo Schulze (54) hat den Rheingau-Literatur-Preis für herausragende deutschsprachige Prosa erhalten. Die Jury ehrte Schulze für seinen Roman „Peter Holtz. Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst“. Schulze schreibe mit kühlem Blick für die Komiken und Absurditäten der menschlichen Existenz, urteilte die Jury. Der Preis ist mit 11.111 Euro und 111 Flaschen Rheingau-Riesling dotiert.

Auf der Webseite des Schweizer Kirchenbautags ist seit kurzem die  Datenbank Kirchenumnutzungen einsehbar. Sie erfasst aktuell rund 200 Kirchen, Kapellen und Klöster in der Schweiz, die in den letzten 25 Jahren eine Umnutzung erfahren haben. Die Datenbank kann nach Ort, Umnutzungsart und Konfession abgefragt werden. Erstellt wurde sie vom Kompetenzzentrum Liturgik. Kirchen, Kapellen und Klöster, die bereits vor 1990 profaniert wurden (u.a. im Zuge der Reformation oder der Französischen Revolution), sind nicht aufgenommen. Der Fokus liegt auf aktuellen Beispielen und den Lösungen.

Das Projekt  „re-used“ zum Bauen im Bestand stellt eine Kombination von universitärer Ausbildung und Forschung in den wissenschaftlichen Disziplinen Architektur, Restaurierung und Konservierungswissenschaft sowie Bauingenieurwesen dar. Mit der Kompetenzbündelung  soll sich an der TUM Technischen Universität München eine zentrale Informationsstelle für die Fachwelt, Behörden, Politik und Medien etablieren. Die gemeinsame Forschung soll Methoden entwickeln, die global für den Umgang mit bestehender Bausubstanz anwendbar sind und in analytischer, konservatorischer wie gestalterischer Hinsicht Maßstäbe setzen. Das Projekt wird verantwortet von Prof. Dipl.-Ing. Andreas Hild.

Die 1921 erbaute, 1950 umgebaute und nicht unter Denkmalschutz stehende Christuskirche in Berlin-Schöneberg wird umgebaut. Ziel ist eine Wohnkirche mit zusätzlichem Lofthaus und einem gemeinsamen Garten. Die Baugemeinschaft AMEN entwickelt mit der Bürgerstadt AG auf Grundlage der Planung von Bundschuh Architekten das Konzept. Es sollen Wohnungen zwischen 83 m² und 204 m² entstehen, im Gartengeschoss private Terrassen, Wohnen auf mehreren Ebenen und ein Penthouse. Lange Jahre wurde er u.a. von einer koreanischen methodistischen Gemeinde genutzt.

Im Jahr 2003 überführte  der Münchner Galerist Dr. Alfred Gunzenhauser (1926-2015) einen großen Teil seiner privaten Sammlung deutscher Kunst des 20. Jahrhunderts, mehr als 2.400 Werke von 270 Künstlern in eine Stiftung, die ihren Sitz in Chemnitz hat, wo zu diesem Zweck von 2005 bis 2007 der frühere Hauptsitz der Chemnitzer Sparkasse aus dem Jahr 1930 von dem international renommierten Architekten Volker Staab zu einem Kunstmuseum umgebaut wurde. Auf vier Etagen präsentiert das Museum bedeutende Werke der klassischen Moderne und der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Renommee der Sammlung begründen vor allem zwei umfangreiche Werkgruppen, 380 Werke von Otto Dix  und eine der größten Sammlungen des Expressionisten Alexej von Jawlensky.

Für das Kunstprojekt REFORMATION wurden 77 verstellbare Spiegel, jeweils 1m x 1,25m groß, im Altarraum des Berliner Doms zur großformatigen Skulptur errichtet. Die spiegelnde Fläche verhüllt die originalen Bilder im Altarraum und leitet stattdessen das Fensterlicht aus der Hauptkuppel der Predigtkirche nach unten. Vor der Spiegelfläche hängt ein hölzerner Kruzifixus, entstanden zur Zeit der ersten frühreformatorischen Bewegungen. Die Idee zu der Installation stammt von dem Berliner Architekten und Künstler Philipp von Matt, kuratiert wurde sie von dem Galeristen Alexander Ochs. Seit drei Jahren ist der Berliner Dom an Projekten mit zeitgenössischer Kunst beteiligt, z. B. an der Ausstellung ‚Du sollst Dir (k)ein Bild machen‘ und der Ausstellungsreihe ‚SEIN.ANTLITZ.KÖRPER ‘.

Ausgezeichnet mit dem Internetpreis des Deutschen Preises für Denkmalschutz vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz wird in diesem Jahr das Onlinemagazin rottenplaces.de. Hier werden verfallene, denkmalgeschützte und nicht-denkmalgeschützte Bauwerke in Deutschland fotografisch dokumentiert und archiviert. www.rottenplaces.de

Das Land Hessen stockt die Mittel für Klima- und Naturschutz sowie für Ökolandbau deutlich auf, für den Naturschutz im kommenden Jahr um sechs auf 15,8 Millionen und im übernächsten auf 17,1 Millionen. Damit sollen unter anderem alte Obstsorten angepflanzt, Brutplätze für seltene Vögel wie Wiedehopf und Gartenrotschwanz sowie Feuchtbiotope für Laubfrosch und Gelbbauchunke angelegt werden. Weiter auf dem Programm stehen die Umgestaltung von Wassergräben für den Schutz von Libellen und die Wiederherstellung von Feuchtwiesen für den Kiebitz. Im Bereich Landwirtschaft wird die Umstellung auf ökologischen Landbau oder die Erweiterung von Biobetrieben gefördert.

Im Jahr 2018 zeichnet die Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig die Künstlerin Haegue Yang mit dem Wolfgang-Hahn-Preis aus. Der Etat des Preises beträgt maximal 100.000 Euro und soll vorrangig Künstlerinnen und Künstler ehren, die sich in der Kunstwelt durch ein international anerkanntes Oeuvre einen Namen gemacht haben, aber noch nicht die ihnen zukommende Aufmerksamkeit, vor allem in Deutschland, gefunden haben. Der Preis sieht den Erwerb eines Werks oder einer Werkgruppe der Künstlerin für die Sammlung des Museum Ludwig vor. Zudem wird eine Ausstellung realisiert und eine Publikation erscheinen. Haegue Yang wurde 1971 in Seoul, Südkorea, geboren. Sie lebt dort und in Berlin. Sie ist die erste asiatische Künstlerin, die mit dem Preis geehrt wird.

Praemium Imperiale ist eine Auszeichnung, mit der die Japan Art Association jährlich Künstler für ihr Lebenswerk ehrt. Die Auszeichnung gilt als einer der weltweit wichtigsten Kunstpreise. Es werden besondere Leistungen in den fünf Sparten Malerei, Musik, Skulptur, Architektur und Film/Theater ausgezeichnet. In diesem Jahr werden die iranische Künstlerin Shirin Neshat, der Architekt Rafael Moneo, Ballett-Tänzer Mikhail Baryshnikov, der ghanaische Bildhauer El Anatsui sowie der senegalesische Musiker Youssou N'Dour für ihr Lebenswerk geehrt.

Die Bremische Evangelische Kirche hatte 2016 Künstler/innen aus Bremen und der Region zu einem Ideenwettbewerb mit dem Titel »ReFORMation in der christlichen Bilderwelt« eingeladen. Eine  Fachjury hat Entwürfe von neun KünstlerInnen ausgewählt, die in einem offenen Atelier von Juni bis August 2017 die acht Blindbögen der Kulturkirche gestaltet haben. Mit dabei sind Irmtraut-Katherina Addicks, Herwig Gillerke, Bogdan Hoffmann, Johann Christian Joost, Monika Meinold, Sabine Schellhorn,Marina Steinacker / Susanne Katharina Willand und Svenja Wetzenstein. Die Wandbilder sind bis 22. Januar 2018 zu sehen.

Die lichtsicht 6 in Bad Rothenfelde zeigt von 29. September 2017 bis 28. Januar 2018 ca. zwanzig aufsehenerregende Beiträge aus den fünf vorausgehenden Biennalen. Wer die Biennale erstmals besucht, hat die Chance, Höhepunkte aus zehn Jahren kennenzulernen. Der Kurort Bad Rothenfelde, im Städtedreieck Osnabrück, Münster und Bielefeld gelegen, versammelt damit zum sechsten Mal internationale Video- und MedienkünstlerInnen. Mehr als 50 lichtstarke Beamer bespielen über eine Höhe von 11 Metern gut einen laufenden Kilometer mächtiger Gradierwälle aus künstlich aufgesteckten Schwarzdornzweigen. Von deren Kalk- und Eisenverkrustungen rieselt Salzwasser in dünnen Schleiern. Ihre Reflektionen verleihen dem bewegten Bilderbogen einen faszinierenden Charakter. (Abb. rosalie, Marathon der Tiere 2015, 6-Kanal-Projektion, HD-Video)

In diesem Jahr findet zum dritten Mal das Fotofestival OFF//FOTO an Rhein und Neckar statt. 80 Ausstellungen, verteilt in Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen und anderen Städten der Region Rhein-Neckar sind zu sehen. OFF//FOTO und die Biennale für aktuelle Fotografie bieten zusätzlich ein gemeinsames Workshop-Programm an. International renommierte Künstler werden ebenso wie lokale Spezialisten ihr Wissen vermitteln und die Teilnehmer praktisch anleiten.

Vom 29. September 2017 bis 14. Januar 2018 kann man im Hamburger Bahnhof in Berlin die Shortlist für den Entscheid über den Preis der Nationalgalerie kennenlernen. In diesem Jahr wurden Sol Calero (geb. 1982 in Caracas), Iman Issa (geb. 1979 in Kairo), Jumana Manna (geb. 1987 in Princeton) und Agnieszka Polska (geb. 1985 in Lublin) von einer internationalen Jury für den Preis nominiert, der alle zwei Jahre vergeben wird an Künstlerinnen und Künstler unter 40, die in Deutschland leben und arbeiten. Am 20. Oktober 2017 wird die diesjährige Preisträgerin von einer international besetzten Jury bestimmt. Sie wird im nächsten Jahr mit einer Einzelausstellung und einer begleitenden Publikation geehrt. Letzte Preisträgerin war Anne Imhof, die dieses Jahr den deutschen Beitrag auf der Biennale von Venedig 2017 gestaltete. (Abb. Hamburger Bahnhof, Foto: David von Becker).



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