Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: Kirchenabrisse verhindern
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Kirchenabrisse verhindern
epd wochenspiegel 31

Vor einer vorschnellen Aufgabe von Kirchengebäuden hat der Direktor des evangelischen Instituts für Kirchenbau, Thomas Erne, gewarnt. „Wenn die Kirche an diesem Symbol gesellschaftlicher Akzeptanz der Religion selber Hand anlegt, dann betreibt sie eine Selbstzerstörung ihrer eigenen Grundlagen“ sagte er am 22. Juli in Marburg dem epd. Der Symbolwert eines jeden Kirchengebäudes sei so groß, dass der Imageschaden, der bei einem Verkauf oder Abriss entstehe, den finanziellen Nutzen weit übersteige. (Seite 3)

 

Kirchenexperte warnt vor Aufgabe von Kirchengebäuden

Erne: Der Imageschaden ist größer als der finanzielle Nutzen durch einen Verkauf

Marburg (epd). Vor einer vorschnellen Aufgabe von Kirchengebäuden hat der Direktor des evangelischen Instituts für Kirchenbau, Thomas Erne, gewarnt. »Wenn die Kirche an diesem Symbol gesellschaftli­cher Akzeptanz der Religion selber Hand anlegt, dann betreibt sie eine Selbstzerstörung ihrer eigenen Grundlagen«, sagte er am 22. Juli in Marburg dem epd. Der Symbolwert eines jeden Kirchengebäudes sei so groß, dass der Imageschaden, der bei einem Verkauf oder Abriss entstehe, den finanziellen Nut­zen weit übersteige.

 

Allerdings müssen die Kirchen nach den Worten von Erne über Nutzungserweiterungen von Kirchge­bäuden nachdenken. Denkbar sei etwa, Vereine, Kom­munen und Bildungseinrichtungen an der Erhaltung der Gotteshäuser zu beteiligen. Daher dürften Kirchen nicht mehr exklusiv Räume für den Gottesdienst einer Gemeinde sein, sondern sollten ein offenes Forum mit vielfältigen Formen der Begegnung sein.

»Kirchen sind öffentliche Orte der Religionsbegeg­nung«, sagte Erne. Sie sollten Suchenden und Fragenden auch mitten im Alltag in den Fußgängerzonen eine Gelegenheit bieten, einen Moment auszuruhen und ins Gespräch mit Gott zu kommen.

Bedacht werde müsse auch die in unserem Kul­turkreis »welthistorisch einmalige Situation«, die durch einen »Zwang, ein eigenes Leben leben zu dürfen und zu müssen«, gekennzeichnet sei. Angesichts der Tatsache, dass Menschen ihre religiöse Orientierung frei wählen könnten, sei die Kirche zu einem »Quali­tätssprung« her­ausgefordert. Nötig seien neue attraktive Angebote, um die frei wählenden Mitglieder auf Dauer zu binden.

Das Kirchbau-Institut ist eine Einrichtung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). In deren Bereich wurden zwischen 1990 und 2005 nach eige­nen Angaben 41 Kirchgebäude und Kapellen umge­widmet, 26 vermietet, 97 verkauft und 46 abgerissen. Den aufgegebenen Kirchen stehen 75 neue Kirchen sowie 296 neue Gemeindezentren mit Gottesdienst­raum gegenüber.

 

 

Aus: epd-Wochenspiegel 31/2009



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