Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: Exkursion 2: Nordroute
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Exkursion 2: Nordroute
Brechten - Lindenhorst - Eving - Scharnhorst/ Leitung: Dr. Ulrich Reinke

Ev. Kirche St. Johannes der Täufer, Brechten

Kleine zweijochige Halle mit Chor, Westturm (13. Jh.) und spätgotischem Sakristeianbau, inmitten des ehemaligen Kirchhofgeländes gelegen, eine der zahlreichen erhaltenen mittelalterlichen Kirchen in und um Dortmund. Am Chor Stifterinschrift. Sehr qualitätvoller Bau, im Inneren bestimmt durch die bauzeitliche Ausmalung, darunter Jüngstes Gericht (Chor), Ornamente (Mittelschiff), Westrose. Weitere bemerkenswerte Ausstattungsstücke: skulptierter Taufstein (13. Jh.), Glocke von 1451, spätgotische Leuchter, barocke Kanzel und Altar, mit Gemälde des frühen 19. Jahrhunderts. Vermittelt wie nur wenige einen Eindruck von dem Reichtum an Malerei und Ornament, der die Kirchen erst vollendete, die Ausstattung verweist auch auf sich wandelnde Vorstellungen beispielsweise von Jenseits, Frömmigkeit, Liturgie oder Raum, auf die Vielfalt von Transformationen in der Vergangenheit, auf kleinstem Raum.

Kirche in Lindenhorst

Bestehend aus Turm (2. Hälfte 11. / 12. Jh.) und Langhaus (1913), inmitten eines Friedhofes gelegen. Der Turm Rest einer mittelalterlichen Anlage, die mit dem ehemaligen dortigen Sitz der Herren von Lindenhorst verbunden war, die gotische Kapelle 1825 abgerissen, durch den Anbau eines Schulhauses an den Turm ersetzt. Mit der Selbständigkeit (1904-1978) der bislang von Brechten aus betreuten, auch im Zuge der Industrialisierung nur langsam wachsenden Gemeinde Lindenhorst 1913 Errichtung der bescheidenen Kirche (Mucke, Hagen) und des benachbarten Gemeindehauses mit Konfirmandensaal. Der dringend sanierungsbedürftige, seit Jahren eingerüstete Turm eines der ältesten überkommenen Bauwerke im heutigen Stadtgebiet von Dortmund, von hohem Identifikationswert, darin eine der ältesten Glocken der Region (1405). Aufgrund der Bevölkerungs- und Finanzentwicklung notwendigen Reduzierung und Konzentration des Gebäudebestandes der Gemeinde Eving das weitere Schicksal des Gebäudes unsicher. Gegenwärtig Entwicklung wirtschaftlich tragfähiger Umnutzungskonzepte im im Rahmen einer vom Land NRW initiierten und geförderten Modelluntersuchung („Machbarkeitsstudie“) für 14 gefährdete Kirchenstandorte.

Kirche in Dortmund-Eving

1899 Bau der Kirche für die aufgrund des Bevölkerungswachstums im Zuge der Industrialisierung neu gegründete Kirchengemeinde Eving. Zentralraum mit seitlichen Emporen und (ursprünglich) der Anlage von Altar, Kanzel und Orgel übereinander („Wiesbadener Programm“), hier auch integrierter Konfirmandensaal, in freien neugotischen Formen (Mucke, Hagen). Seinerzeit innovativer Bau, trotz Kriegsbeschädigungen, mehrfacher Umgestaltungen und Bergschadenssanierung die ursprüngliche in vielen Details überkommen, Ausstattung von Renovierungen der 1960er und 1980er Jahre geprägt. Eine Gebäudestrukturanalyse in der Kirchengemeinde führte zur aktuellen Reduzierung des Gebäudebestandes, langfristig auf ein Gebäude. Daher Beschluss, die zentral gelegene, denkmalgeschützte Kirche baulich als Gemeindezentrum weiterzuentwickeln. Aus einem Wettbewerb (2006) ging der behutsame und ökonomisch günstige Umbauentwurf (Brüning Klapp Rein, Essen) hervor, dessen Realisierung nach Abriss des benachbarten Gemeindehauses aus den 1950er Jahren gegenwärtig beginnt.

Schalom Gemeindezentrum, Dortmund Scharnhorst

Seit den 1960er Jahren entstand bei Scharnhorst eine Satellitenstadt für 20.000 Menschen, eines der größten Siedlungsbauprojekte in NRW. Die evangelische und katholische Kirchengemeinde entwickelten mit der Architektengemeinschaft Gastreich, Moritz u. Riepe inmitten der Siedlung zwei um einen gemeinsamen Platz orientierte Gemeindezentren, realisiert 1971-73. Das ev. Schalom-Zentrum ein vielgliedriger Komplex mit variabel nutzbarem Gemeindesaal, kleinem Andachtsraum, Foyer, Gemeinderäumen, Büros, Jugendetage, Kindergarten, Cafe etc. Konsequent im Sinne der Diskussion der späteren 1960er Jahre (Kirchbautag Darmstadt 1969) entwickelte, unauffällige, niedrigschwellige Anlage mit vielfältigem Angebot, dem sozialdiakonisch geprägten Profil der Gemeinde entsprechend mit offener, einladender Atmosphäre. Idealtypisches, lebendiges Beispiel für kirchliches Bauen um und nach 1968 in der EKvW.

Projekt des Kirchbautages: Würdigung dieser Zentren, Diskussion ihrer Zukunftsfähigkeit unter Transformationsbedingungen



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