Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: Exkursion 5: Südroute
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Exkursion 5: Südroute
Hörde - Aplerbeck - Haus Villigst - Hohensyburg/ Leitung: Michael Fries

Dortmund-Hörde, Lutherkirche und Phoenix-Gelände

Hörde, 1928 nach Dortmund eingemeindet, war von 1841 bis 2001 von Stahlwerken ( „Phönix“) beherrscht. Damit im Zusammenhang stand 1889 der Bau der großen, stadtbildprägenden, zentralen neugotischen Lutherkirche (Zindel, Essen), zugleich gemeinsames Projekt der erst 1875 vereinigten lutherischen und reformierten Kirchengemeinden, deren kleine Kirchen sie ersetzte. Nach Kriegsschäden 1954 im Inneren stark vereinfacht (Dahlbüdding, Dortmund), die bescheidene Kargheit erst mit der jüngsten Sanierung bis 1995 gemildert (Altenrichter-Dicke, Ennepetal). Strukturwandel und weitgehender Abbau der Stahlwerke schaffen völlig neue Situationen für die Stadtentwicklung auf riesigen Brachflächen, „Phönix Ost“ soll durch einen 24 ha großen See, Wohn- und Freizeitgebieten gestaltet werden. Die ev. Kirchengemeinde steht sowohl vor einem Bestandsumbau (Aufgabe gemeindlicher Standorte) als auch vor der Frage einer Präsenz im „neuen“ Hörde, bei Einbeziehung und Aufwertung der prägnanten Lutherkirche.

Projekt des Kirchbautages: Studentischer Ideenwettbewerb zum letztgenannten Thema (Hochschulen Hamburg, Dortmund und Stuttgart)

Dortmund-Aplerbeck, Georgskirche und Große Kirche

Mit dem Bevölkerungswachstum im Zuge der Industrialisierung seit dem mittleren 19. Jahrhundert erwies sich die historische Aplerbecker Kirchspielskirche St. Georg als zu klein. Sie geht baulich auf das spätere 12. Jahrhundert zurück. 1869 Neubau der großen, zentral und höher gelegenen, weithin sichtbaren neugotischen Kirche (Heyden, Elberfeld). Allmählicher Verfall der „alten Kirche“ inmitten des Friedhofes bis zur Ruine im frühen 20. Jh., Überlassung historischer Inventarstücke an das Dortmunder Museum. Pläne, das Gebäude als Gemeindehaus und –saal („Michaelsbau“ mit Gefallenen-Gedenkstätte) zu retten, erst 1928/30 realisiert, seit Ende der 1930er Jahre Nutzung durch nationalsozialistische Gruppen. Um 1961 Sanierung und Wiedereinrichtung als Kirche, 1977 neues benachbartes Gemeindehaus. Die Kirchengemeinde besitzt zwei bedeutende Kirchen: die teils noch romanische Georgskirche, eine der ältesten der Region, sowie in Sichtweite die neugotische Große Kirche, die in ihrer Ausstattung mehrfach verändert wurde, in der jedoch die originale Orgel von Schulze/Paulinzella erklingt.

Schwerte, Haus Villigst- Tagungsstätte und Kapelle

Ehemaliger Adelssitz am Südufer der Ruhr bei Schwerte, von der EKvW seit 1948 als Tagungs- und Bildungszentrum genutzt. 2004 Entscheidung der Kirchenleitung der EKvW, diese Arbeit allein auf Haus Villigst zu konzentrieren, 2007 Umbau der historischen Anlage, bauliche Ergänzung und Anpassung an zeitgemäße Standards (Archplan, Münster / Baureferat EKvW). Dabei Neubau einer Kapelle im Schnittpunkt wichtiger Verkehrswege gegenüber dem neuen Großen Saal. Solitärbau in prägnanter Formensprache, Entwurf: Pahmeier, Baureferat der EKvW, gesamtkünstlerische Ausgestaltung und Ausstattung: Kesseler, Düsseldorf. Der kleine Sakralbau, einer der äußerst seltenen gegenwärtigen Neubauten seiner Art in der EKvW überhaupt, akzentuiert baulich und künstlerisch deutlich das Profil von Haus Villigst als evangelische Tagungsstätte.

Dortmund-Syburg, Peterskirche

Eindrucksvolle Lage über dem Zusammenfluss von Ruhr und Lenne, unterhalb einer auf sächsische Zeit zurückgehenden Burganlage. Nach der fränkischen Eroberung unter Karl dem Großen 799 Weihe des ersten Vorgängerbaus, erste christliche Kirche im heutigen Stadtgebiet. Selten erhaltener Friedhof um die Kirche, Grabsteine dokumentieren die über tausendjährige Geschichte, der älteste vermutlich aus dem 7. Jahrhundert (merowingisch). Bestehender Bau: Langhaus nach 1100, Turm um 1200, Chorpolygon 15. Jh., nach Kriegsschäden bereinigender, verändernder Wiederaufbau (Köllmann, Dortmund). Zwischen 1590 (Reformation) und dem 19. Jh. war die Kirche aufgrund der abseitigen Lage oft nur sporadisch genutzt worden, um 1850 sollte sie dem Verfall preisgegeben werden. Erst mit dem Wiederaufbau nach 1950 aufgrund der Initiative ortsansässiger Gemeindeglieder anspruchsvolle Neueinrichtung, teils aus Dortmunder Museumsbeständen (romanischer Taufstein aus Lütgendortmund, Renaissancekanzel aus Ostwestfalen), teils neu (Verglasung: Benner, Aachen, 1958, weitere Kunstgegenstände Weinert, Köln).



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