Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: Exkursion 6
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Exkursion 6
St. Reinoldi – Dorstfeld – Melanchthonkirche – Phoenix-Gelände Hörde/ Leitung: Sabine Fiereck

St. Reinoldi-Kirche

Ev. Stadtkirche Dortmund

 Seit Beginn der schriftlichen Überlieferung die prominenteste unter den Dortmunder Kirchen, Hauptpfarrkirche der Stadt, bis zur Reformationszeit Ort der Verehrung des Stadtpatrons St. Reinoldus, Kirche des Rates und repräsentativer Ereignisse in der Hanse- und Freien Reichsstadt, bis heute Wahrzeichen der Stadt.

Barocke und jüngere Ausstattung im Krieg zerstört, nach Wiederaufbau vollständige Neuverglasung durch Gottfried von Stockhausen 1967. Die vielfältige, in unterschiedlichen Kontexten entstandene und überkommene Ausstattung verweist auf die Transformationen des Gebäudes, die zugleich einer seit vielen hundert Jahren währenden konstanten Nutzung gegenüberstehen.

Gegenwärtig zentrale Stadtkirche mit umfangreichem gottesdienstlichen, kirchenmusikalischen und kulturellen Angebot, offene Kirche, 2006 Anbau des Reinoldiforums: zweigeschossiger gläserner Zylinder auf den Grundmauern einer früheren Kapelle inmitten der Fußgängerzone (Wettbewerbsgewinner,: Schröder/Schulte-Ladbeck, Dortmund). Bewusst kontrastierender Neubau mit niedrigschwelliger Möglichkeit für Information und Gespräche, Wiedereintrittsstelle, Büros, zukunftsweisendes Projekt, das auf Strukturveränderungen reagiert und das Potenzial des Gebäudes stärkt.

Als Veranstaltungsort beim Kirchbautag knüpft St. Reinoldi an die Tradition als Gottesdienst- und Versammlungsort an, die Kirche wird in unterschiedlichen Transformationen erfahrbar sein: Gottesdienstraum, Vortrags- und Diskussionsforum, Ort für Konzert und Kunst. Im Reinoldiforum befindet sich das Tagungsbüro.

Dortmund-Dorstfeld, Kirche

Ev. Elias-Kirchengemeinde Dortmund

 Repräsentativer neugotischer Ziegelbau in städtebaulich wirkungsvoller Lage, 1907 von Fritsche, Elberfeld, in der Nachfolge von Johannes Otzen. Eine der zahlreichen westfälischen Kirchen, die um 1900 im Zuge der Industrialisierung und des Bevölkerungswachstums sowie der Aufgliederung von Kirchengemeinden entstanden. Zweischiffig-asymmetrischer Predigtraum mit qualitätvoller Ausstattung, weitgehend erhalten, bemerkenswerte Sauer-Orgel. Ursprünglich reiche, raumschaffende Ausmalung, nach Kriegsschäden purifiziert. Eine 1972 geplante erweiterte Nutzung (Zwischendecke) nicht realisiert. Trotz widriger Umstände (Schwammbefall, Brand, Wasserschäden) ist der Raum bis heute überkommen. Aufgrund sinkender Gemeindegliederzahlen 2006 Fusion zur flächenmäßig großen Elias-Kirchengemeinde, Umstrukturierung der Gebäudesituation, die allein drei Baudenkmäler umfasst (Dorstfeld, Marten/Immanuelkirche, Oespel). Geplant: Konzentration auf drei Zentren (Marten/Immanuelkiche, Oespel, Gemeindezentrum Oberdorstfeld), dabei Diskussion über die Standorte im Bereich Dorstfeld und die weitere (Mit-)Nutzung der prägnanten, verkehrsgünstig gelegenen Dorstfelder Kirche.

Projekt des Kirchbautages: Begleitung , Reflexion und Öffnung des Entscheidungsprozesses zur Zukunft der Kirche.

Dortmund, Melanchthonkirche

Ev. St. Reinoldi-Kirchengemeinde Dortmund

 1963 im dichtbesiedelten Viertel östlich der Innenstadt erbaut (Lindner, Dortmund). Großzügiger Saal mit jeweils drei seitlichen Ausfaltungen, deren dem Altarraum zugewandte Flächen vollständig durchfenstert, geschlossene reliefierte Altarraum-Rückwand (Osten), diese wie die weitere Ausstattung von Wolfgang Kreutter. Einer der wenigen besonders gestalteten Kirchenneubauten Dortmunds der 1960er Jahre, gemäßigte „Sonderform“. Bereits 1927 das große benachbarte Gemeindehaus errichtet, Ziegelbau mit expressionistischen Anklängen. Separater Turm 1990 (Krug / van der Minde, Hagen). Die abgängige Betonverglasung aus der Erbauungszeit der Kirche nach einem Wettbewerb 1997-2005 sukzessive durch eine spektakuläre Neuverglasung ersetzt (Graham Jones, London), eines der größten derartigen Projekte jüngerer Zeit in der EKvW. 2006 Fusion mit der St. Reinoldi-Kirchengemeinde, Sparmaßnahmen zwangen zur Aufgabe des Gemeindehauses (Umbau mit diakonischer Nutzung), infolgedessen Konzentration auf die Kirche: intensivere Nutzung eines bestehenden Anbaus, Einbau von Gemeinderäumen unter der Orgelempore, Entfernung der Bänke zugunsten variablerer Bestuhlung des Saales. Pragmatisches Beispiel für erweiterte Nutzung.

Phoenix-Gelände

Dortmund Hörde

 Hörde, 1928 nach Dortmund eingemeindet, war von 1841 bis 2001 von Stahlwerken ( „Phoenix“) beherrscht. Damit im Zusammenhang stand 1889 der Bau der großen, stadtbildprägenden, zentralen neugotischen Lutherkirche (Zindel, Essen).Im Zuge des Strukturwandels im Ruhrgebiet wurden in Dortmund 2001 die Stahlstandorte Phoenix-West und Phoenix-Ost aufgegeben. Auf dem Gebiet (99 ha) der ehemaligen Hermannshütte (Phoenix-Ost) entsteht derzeit ein neuer Stadtteil mit Bürogebäuden, 1300 Wohneinheiten sowie einem attraktiven See (24 ha).

Trotz notwendigen Abbaus des vorhandenen Baubestands sieht sich die Evangelische Kirchengemeinde Hörde herausgefordert, auf den neuen Urbanisationsschwerpunkt zu reagieren und Präsenz am See zu zeigen.Die Gemeinde steht sowohl vor einem Bestandsumbau (Aufgabe gemeindlicher Standorte) als auch vor der Frage einer Präsenz im „neuen“ Hörde, bei Einbeziehung und Aufwertung der prägnanten Lutherkirche.

Projekt des Kirchbautages: Studentischer Ideenwettbewerb zum letztgenannten Thema (Hochschulen Hamburg, Dortmund und Stuttgart)



  //  Exkursion 1: Dortmunder Westen und Bochum  //  Exkursion 2: Nordroute  //  Exkursion 3: Dortmund quer  //  Exkursion 4: Südwestroute  //  Exkursion 5: Südroute  //  Exkursion 6  //  Exkursion 7: Fußroute
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