Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: 30 Kirchen aus Stadt und Land
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30 Kirchen aus Stadt und Land
Schweriner Volkszeitung vom 17.05.2011
Der barocke Kanzelaltar der Kirche Groß Tessin. Foto: koslik

Im Vorfeld des 27. EvangelischenKirchbautages präsentiert unsere Zeitung in einer exklusiven Serie 30 der schönsten, historisch interessantesten oder auch gefährdetsten Kirchen des Landes. Ob Stadtkirchen St. Nikolai in Stralsund, St. Marien in Ribnitz oder der Schweriner Dom oder Gotteshäuser in Dörfern wie Barkow, Eickelberg oder Zernin - sie alle laden ein zu Andachten, zum Betrachten und Verweilen.

Der Kirchbautag findet vom 23. bis 25. Juni in Rostock statt. 450 Architekten, Theologen, Denkmalschützer, Stadtplaner und Förderer aus ganz Deutschland werden dabei sein. 

Der Kirchbautag versteht sich als Forum, um über den Umgang mit dem kirchlichen Gebäudebestand zu diskutieren. Dabei werden Sanierungs-, Nutzungs- und Finanzierungsmodelle vorgestellt. Kirchbautage finden alle drei Jahre statt. Nach Magdeburg 1996 ist Rostock der zweite Tagungsort in den neuen Bundesländern. Die gastgebende Evangelische Landeskirche Mecklenburgs will unter dem Motto "Kirchenraum - Freiraum - Hoffnungsraum" Aufgaben und Chancen, die sich aus dem Bevölkerungsverlust und dem Strukturwandel des ländlichen Mecklenburgs ergeben, in den Mittelpunkt stellen. Denn in einem Landstrich, in dem 80 Prozent der Bevölkerung keiner Kirche angehören, wird vor allem die Erhaltung der vielen kleinen Dorfkirchen zum Problem.

Auf 196 000 Kirchenmitglieder kommen nach Angaben der Landeskirche 84 Stadt- und 580 Dorfkirchen, von denen 97 Prozent unter Denkmalschutz stehen. Außerdem gehören der Landeskirche 329 Pfarrhäuser bzw. -scheunen - davon 60 Prozent unter Denkmalschutz - und 19 Gemeindezentren. 

Zwölf Kirchenruinen stehen in Mecklenburg - die meisten sind bereits seit Jahrhunderten in ihrem jetzigen desolaten Zustand, wie die Kirche in Domherrenhagen, oder sie sind wie die Kirche St. Nikolai in Friedland 1945 zerstört worden.

130 Kirchen, also fast jede Fünfte, gelten als gefährdet. Ebenso groß - 130 - ist die Zahl der Fördervereine, die sich für den Erhalt von Kirchen einsetzen. Ihre Mitglieder sind zu einem nicht unbedeutenden Teil auch Konfessionslose, die sich für die Bewahrung eines Gotteshauses als Kulturgut einsetzen. 

Einige wenige Kirchen im Land werden nicht mehr als Gotteshäuser genutzt: Spektakulärstes Beispiel ist sicher die Marienkirche in Neubrandenburg, die vom finnischen Architekten Prof. Pekka Salminen in eine hochmoderne Konzertkirche umgebaut wurde. Die Kirche Rollenhagen bei Neustrelitz ist 1995 mit einem Gottesdienst entwidmet und anschließend verkauft worden. Entwidmet wurde auch die Kirche Boitin bei Wismar, eine frühere Friedhofskapelle. 

Auch der Haupttagungsort des 27. Kirchbautages, das Kirchliche Zentrum St. Nikolai in der Rostocker Altstadt, ist eine Kirche, die bereits umgewidmet wurde und heute als kultureller Veranstaltungsort dient.

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