Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: Kampf um den Erhalt kleiner Dorfkirchen
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Kampf um den Erhalt kleiner Dorfkirchen
'Blick in die Kirche' 3/2011

27. evangelischer Kirchbautag: Theologen, Stadtplaner und Architekten suchen Antworten auf den demographischen Wandel und nach lebendigen Nutzungen von Kirchen

Theologen, Architekten, Stadtplaner, Gemeindepfarrer und Studierende treffen sich vom 23. bis 25. Juni zum 27. evangelischen Kirchbautag in Rostock. Angesichts rückläufiger Bevölkerungszahlen entwickeln sie unter dem Motto „Kirchenraum – Freiraum – Hoffnungsraum“ Perspektiven für die Landeskirche in Mecklenburg-Vorpommern und ihre Kirchen. Der demographische Wandel in der idyllischen Ostsee-Region ist die große Herausforderung für deren Landeskirche: Angesichts drastisch sinkender Geburtenzahlen und abwandernder Arbeitnehmer haben immer weniger Pfarrer immer mehr – bis zu drei, fünf, neun und sogar zwölf – Gemeinden zu betreuen. Schließlich stehen auch für den Erhalt kleiner Dorfkirchen immer weniger Mittel zur  Verfügung. Hier setzt der Kirchbautag an, um Wege aus der Misere zu weisen. Dabei betrifft das Problem nicht allein die bevölkerungsarmen Gebiete im Nordosten Deutschlands. Fragen des Erhalts von Dorf- und Kleinstadtkirchen und der diakonischen Vollversorgung auf dem Lande beschäftigen mittlerweile sehr viele Landeskirchen, unter anderem in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. „Wir brauchen lebendige Nutzungen für Dorfkirchen, wir müssen ihre gemeinschaftsbildenden Stärken betonen“, sagt Prof. Dr. Thomas Erne, stellvertretender Präsident des Kirchbautags und Leiter des EKD-Instituts für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart an der Philipps-Universität Marburg. Wenn der letzte Dorfladen dicht gemacht und der letzte Verein gestorben sei, bleibe als Ort der Begegnung die Kirche.Erne hält darüber hinaus Service-Nutzungen von Kirchenräumen für möglich: Kleine Dorfkirchen könnten sich als Kunst- und Fahrradkirchen qualifizieren, Dorf-Archive beherbergen oder sogar Lebensmittel vorhalten. „Es geht es darum, Anschluss an vorhandene soziale Prozesse und Probleme zu finden“, sagt der Theologe. Besucher des Kirchbautags können sich auf Exkursionen rund um Warnemünde und Rostock ein Bild von der Lage ländlicher Gemeinden verschaffen – und Lösungsansätze kennenlernen. Unter anderem präsentieren Arbeitsgruppen von Theologie- und Architekturstudenten aus Marburg, Kaiserslautern und Karlsruhe Ideen zur Nutzung und zum Erhalt von Kirchenräumen.Dass die Landeskirchen künftig allein für ihre Gotteshäuser auf dem Land aufkommen werden, kann sich Erne nicht vorstellen. „Bürgerschaftliches Engagement wird in Zukunft eine zentrale Rolle spielen“, betont der Theologe. Entsprechend bietet der Kirchbautag Workshops zu privaten Fördervereinen an und lässt auch die säkulare Bedeutung der Kirchenräume für Menschen vor Ort nicht  unerwähnt. 27. evangelischer Kirchbautag: Theologen, Stadtplaner und Architekten suchenAntworten auf den demographischen Wandel und nach lebendigen Nutzungen von KirchenKirchen seien nach wie vor wichtige Wegmarken und Orientierungspunkte. Darüber hinaus reflektierten sie die Geschichte der Dörfer und seien oft eng mit den Biographien der Dorfbewohner verflochten. Auch hier müssten Konzepte zum Erhalt ländlicher Kirchenräume ansetzen, so Erne.                  

Yasmin Bohrmann 



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