Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: Lydiakirche
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Lydiakirche
ein Projekt der Kirchentrojaner

Die Realität der Anderen

Unser Ausgangspunkt war die architektonische Auseinandersetzung  mit dem Transformationsprozess der Lutherkirche, eine der Modellfallkirchen des Kirchbautags 2008.

Das Motto: Kirche und Gemeinderäume unter einem Dach – das neuentstandene Lutherzentrum ist das Gemeindehaus für den Bezirk „Frieden“. Bereits 2003 wurden in die „alte Hülle“ der Lutherkirche mehrere Räume auf zwei Ebenen hineingebaut. Es entstand ein Raum im Raum in dem sich multifunktionale Gemeinschaftsräume, Küche, Gemeindebüro und Kirchenraum verbinden. Vom Kirchraum mit mobiler Altareinheit in der oberen Etage aus überschaut man den alten Gesamtraum aus dem Jahre 1963. Die Transparenz der vielen Fenster ermöglicht den Blick nach draußen und ebenso den Blick von draußen nach drinnen. Transparenz und Licht, Offenheit und Leichtigkeit prägen das Raumgefühl in der Kirche.

Der Blick auf die Kirche aus der Innenperspektive der Gemeinde und des Architekten ist klar. Nur wo bleibt die Außenperspektive?

Für unseren Stegreif war daher uns die „Realität der Anderen“ wichtig. Die Anderen, ein Codename für all diejenigen Menschen, die den Stadtteil um den Borsigplatz in Dortmund Nord bewohnen und prägen, sollten für einen Augenblick in den Mittelpunkt treten und Hoffnung sowie Frust gegenüberstellen. Wir haben uns dazu entschlossen diese Augenblicke des Umfeldes am Lutherzentrum in einer Fotoaktion zu dokumentieren.

Auf den verschiedensten Ebenen haben wir versucht den Alltag der Menschen anzureißen und Stimmungen in Wort und Bild einzufangen. Das zentrale Motiv des Fensters bzw. des Ausblicks, als Ort des Übergangs zwischen Öffentlichkeit und Intimität, haben wir bewusst gewählt, da es vieles über die innere Einstellung der Einzelnen und die Bereitschaft zur Kommunikation verrät. Mit mehreren Kodak Einwegkameras sind wir in der unmittelbaren Umgebung der Lutherkirche von Tür zu Tür gewandert und haben die Bewohner gebeten Hoffnung sowie Frust in zwei Ausblicken festzuhalten.

Die Aktion wirkt wie ein Kontrastmittel das Brennpunkte und spezifische Grenzräume aufdeckt. Die Grenzräume thematisieren einen Mangel und dienen als Orte der Transformation.



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