Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: Ev. Stadtkirche St. Petri
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Ev. Stadtkirche St. Petri
Ausstellungskirche

auf dem Kirchbautag 2008:

Die St. Petri-Kirche ist die Ausstellungskirche des Kirchbautages. Es werden die studentischen Arbeiten zum Kirchbautag ausgestellt. Das sind im einzelnen Arbeiten zur

St. Nicolai-Kirche

der Architekturstudenten der Uni Dortmund (Prof. Kahlfeldt) und der Uni Kaiserslautern (jun. Prof. Bayer) sowie der Theologiestudenten der Uni-Marburg (Prof. Erne) und zum Projekt

Phönix-See

der Architekturstudenten der Uni Stuttgart (Prof. Lederer) und der HCU Hamburg (Prof. Hirche).

Die Kirche ist geöffnet von Dienstag, den 21.10. bis Sonntag den 26.10.

Geschichte

Von den vier mittelalterlichen Stadtkirchen der Dortmunder Innenstadt liegt St. Petri im Westteil der City. Sie wurde zu Beginn des 14. Jahrhunderts (1322) als gotische Hallenkirche erbaut, die heute - trotz bewegender Geschichte mit vielen Zerstörungen - in ihrem ursprünglichen Baustil wieder hergestellt ist. Aus der Entstehungszeit ist allerdings nur noch der Taufstein erhalten.

Erdbeben, Stürme und Blitzeinschläge haben im Laufe der Geschichte immer wieder Schäden an Turm und Mittelschiff verursacht. Im Jahre 1759 wurde St. Petri schließlich nach einer Totalzerstörung wieder neu aufgebaut, mit barock-klassizistischen Elementen und Emporen. Erst dann kam der flandrische Schnitzaltar, ursprünglich 1521 für das Dortmunder Franziskanerkloster hergestellt, als neuer Altar nach St. Petri und ist hier bis heute als Sehenswürdigkeit erhalten.

Am 23. Mai 1943, beim Luftangriff auf Dortmund, wurde St. Petri wieder bis
auf die Grundmauern zerstört. Der Altar blieb aufgrund seiner Auslagerung unzerstört.

Von 1954 bis 1966 wurde St. Petri in ihrer ursprünglichen Form wieder aufgebaut. In ihrer Klarheit und Helligkeit hat sie heute eine eigene Raumatmosphäre im Ensemble der anderen Dortmunder Stadtkirchen.

Der flämische Flügelaltar

In (...) St. Petri steht das imposanteste Kunstwerk, das sich in Dortmund aus dem Mittelalter erhalten hat. Bei der Schreibung dieses Flügelaltars stellen sich unweigerlich Superlative ein: es handelt sich um den größten flämischen Altar des Mittelalters, um eines der größten kirchlichen Bildwerke der Gotik überhaupt, und um eines der bildreichtsten plastischen Kunstwerke Europas.
Die Zahl der Darstellungen ist so groß, dass nicht ein Paar Flügel genügte, vielmehr wurden zwei Paar Flügel geschaffen. Dadurch ist es möglich, den Flügelaltar in drei verschiedenen Zuständen, sogenannten "Wandlungen" zu zeigen. Die Men-
schen im Mittelalter haben allerdings die meisten Bilder nur selten sehen können, denn seinerzeit war der Flügelaltar überwiegend geschlossen. Geöffnet wurde er nur zu besonderen liturgischen Anlässen. Die mit hunderten vergoldeter Figuren ausgestattete Innenseite, nach der
der Flügelaltar auch gern "das goldene Wunder" bezeichnet wird, war nur an wenigen kirchlichen Festtagen zu sehen.

Der Flügelaltar von St. Petri zählt mit 7,4 m geöffneter Breite und 5,6 m Höhe zu den größten Antwerpener Schnitzaltären. Er wurde 1522 von Dortmunder Franziskanern in Auftrag gegeben.

Dr. Godehard Hoffmann, Kunsthistoriker, Köln



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