Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: Ein Kolumbarium für Köln
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Ein Kolumbarium für Köln
Architekturflash Januar 2011

Aufgrund veränderter gemeindlicher Anforderungen wurde die Kirche St. Bartholomäus nur noch selten für Gottesdienste genutzt. Daher beabsichtigt die Katholische Kirchengemeinde Zu den Heiligen Rochus, Dreikönigen und Bartholomäus in Köln, diese Kirche zu einem Kolumbarium umzuwidmen und hier ca. 2.000 Urnengräber anzubieten.

Viereinhalb Jahre schon ist die Kirchengemeinde mit den Verantwortlichen im Generalvikariat des Erzbistums Köln deshalb im Gespräch. Es waren denkmalpflegerische Aspekte zu berücksichtigen – die Kirche wurde 1959/1960 von Hans Schwippert entworfen und steht unter Denkmalschutz, es sollte ein Bereich für Gottesdienst neben dem Urnenbereich bestehen bleiben und die Umbaumaßnahme und der Betrieb müssen sich durch die Einnahmen des Kolumbariums tragen.

Es wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, auf den sich 87 Architekturbüros und Künstler bewarben. 12 Büros wurden schließlich zum Wettbewerb aufgefordert. An der hohen Beteiligung sehr namhafter Architekten lässt sich ablesen, dass mittlerweile die Umgestaltung oder kluge Nutzungsänderung bzw. -erweiterung von historischen Gebäuden  als kreative Aufgabe ein hohes Renommé erlangt hat. Von den Erfahrungen und der Konkurrenz in diesem Sektor profitieren letztlich auch die Kirchen, die aus einer Not so oftmals eine Tugend machen können.

Der vom Architekturbüro Kissler + Effgen entwickelte Vorschlag erhielt den 1. Preis. Der 2. Preis ging an das Architekturbüro Hahn Helten aus Aachen, der 3. Preis an das Architekturbüro Lukas Baumewerd, Köln. Eine Anerkennung wurde dem Architekturbüro Paul Böhm, Köln und dem Architekturbüro Staab Architekten, Berlin zugesprochen.

Zentrale Entwurfsidee des Wettbewerbssiegers Kissler + Effgen  ist es, mit dem Einbau des Kolumbariums den räumlichen Charakter des Mittelschiffs als Großraum zu erhalten. So werden die Urnenkammern umlaufend an der Peripherie des Mittelschiffs angeordnet. Der Gottesdienstraum liegt an zentraler Stelle und wird durch ein transparentes Metallnetz von den Urnenkammern abgegrenzt.

Das Konzept der Urnenwände mit Nischen, die wie kleine Kabinette wirken, bietet einen geschützten Raum für  kontemplativen Rückzug; kleine Gesimse für individuelles Gedenken wie Blumen und Kerzen sind vorhanden.

Die  Funktionsräume wie Büro, Besprechungsraum, Sanitärbereich sind konzentriert im äußeren Randbereich nebeneinander angeordnet; die Emporen verbleiben unverändert.

St. Bartholomäus könnte das erste Kolumbarium in Köln werden, wenn es der Gemeinde gelingt, die Kosten zu stemmen.

Text und Bilder unter Verwendung von Materialien folgender homepages:

http://grabeskirche-sankt-bartholomaeus.de

www.kissler-effgen.de

www.competitionline.de

 



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