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1963 in Odessa geboren, Studium an der Accademia di Belle Arti in Florenz.
Lebt und arbeitet als freie Künstlerin in Berlin.
Zahlreiche Ausstellungen und Projekte im In- und Ausland.
St. Hedwig_24 Stunden erhielt im Rahmen des Artheon-Kunstpreises 2008 (www.artheon.de) eine besondere Anerkennung.
vorgeschlagen von Marcus Nitschke
Auf der Kuppel der Hedwigskathedrale in Berlin steht ein Kreuz. Ohne dieses Kreuz könnte der turmlose Bau ein Wiedergänger des antiken Pantheons sein, mit einer freien Lichtöffnung im Zenit der Kuppel. Doch so schreibt die Sonne die Bewegung des Kreuzes in das Glas hinein.
Diana Obinja hatte die Idee zu einer Fotosequenz, die den Zeitlauf sichtbar macht, in einer Art systematischer Katalogisierung. Jede Stunde zum Glockenschlag wurde eine Aufnahme der Innenkuppel der Kathedrale mit ihrem sechs Meter weiten kreisrunden Dachfenster gemacht. Die erste Aufnahme erfolgte um 13 Uhr, die letzte um 12 Uhr mittags des darauf folgenden Tages, mit Belichtungszeiten, die – in der Nacht – bis zu einer Stunde dauerten.
Das Kreuz ist in diesem Kunstwerk Fragment und Bauplan zugleich. Nur ein einziges Mal war das Kreuz als Kreuz zu erkennen, nämlich bei der letzten Belichtung, um 12 Uhr. Im Tag- und Nachtrhythmus des Lichteinfalls, für 24 Stunden, in 24 Momentaufnahmen zum Glockenschlag der vollen Stunde, schließt sich der Kreislauf einer perspektivischen Verschiebung der Metallstreben und dem vage durchscheinenden Dachkreuz außen auf der Kuppel. „Im Zeichen des Kreuzes verbirgt sich die Symbolik der Schnittstelle zu jener Dimension, in der das Licht verborgen wurde, als Gott es erschuf. Dort im Glanze dieses immanenten Lichtes erahnt man einen Körper, dessen Glieder, diesseits des Zeichens noch zerstreut sind. Eine Herausforderung an die Kunst ist, diese zerstreuten Glieder zusammenzufügen zu einem Mosaik, zu einem neuen Leib, der uns hier an den Körper jenseits des Zeichens erinnert.“ (Diana Obinja)
evangelischer Kirchbautag und Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart