Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: Angela Glajcar – Künstlerin des Monats Dezember
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Vita

  • 1970 geboren in Mainz
  • 1991-1998 Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg bei Prof. Tim Scott
  • 1996 Meisterschülerin
  • seit 1998 Lehraufträge (Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, Fachhochschule Mainz, Universität Gießen und Dortmund)
  • 2007/2008 Gastprofessur Uni Gießen

 

Preise und Stipendien

  • 1998 "Werkstattpreis" Erich Hauser Kunststiftung, Rottweil
  • 1999-2000 "Astersteinstipendium“ des Kultusministeriums Rheinland-Pfalz
  • 2001 Arbeitsstipendium für die "9. Bildhauerinnen-Werkstatt Prösitz"
  • 2001-2002 Projektstipendium "Korrespondenz im Raum",
  • 2002 ZONTA Kunstpreis, Mainz
  • 2004 Vordember ge-Gildewart Stipendium
  • 2005 Emy-Roeder-Preis 2005
  • 2006 Phönix-Kunstpreis des ZVAB

 

 

 

Internetseite: www.glajcar.de

 

 

Angela Glajcar – Künstlerin des Monats Dezember
vorgestellt von Margit Zahn

AD TEMPUS Papier 2009

Ein Windhauch genügt. Ein Vorübergehen reicht. Dann antwortet das Papier und kommt in Bewegung. So leicht sind die Seiten, die Angela Glajcar für ihr Werk verwendet. Gleichzeitig dehnen sie sich aus, strecken sich hinauf, fallen hinunter, fächern sich auf, machen sich breit. Aus dünnem Papier, entsteht ein eigener Raum in der Kirche. Die unbeschriebenen und unbemalten Blätter bekommen plötzlich Gewicht, werden gemeinsam zu einem Körper.

 

Leicht und schwer:

Das ist eines der Themen der Künstlerin. Angela Glajcar ist Bildhauerin. Sie hat ursprünglich mit Holz und mit Stahl gearbeitet. Ihr Bestreben war es, das schwere Material Stahl leicht aussehen zu lassen. Beim Bau von Modellen aus Papier für ihre Skulpturen aus Stahl machte sie eine Entdeckung: Das Material Papier hat sein eigenes Gewicht. Es kann mehr. Es kann eigenständig Wirkung entfalten. Seitdem arbeitet sie vor allem mit Papier. Sie baut und hängt Skulptur um Skulptur, füllt riesige Räume an vielen Orten: in Kunsthallen und Museen, Galerien und Banken. Nach Sankt Peter in Köln im August ist dies im Herbst 2009 Angela Glajcars zweite Ausstellung in einer Kirche.

 

Zerrissen und glatt:

Manche der Bahnen behalten ihre glatten Ränder. Unversehrt und säuberlich geschnitten bilden sie einen runden Fächer um die Säulen vor dem Taufbecken. Von anderen Bahnen ist offensichtlich am Rand etwas abgerissen. Öffnungen bohren sich ins Papier und ziehen den Blick an. Sie werden mit jeder Papierbahn größer und dann immer kleiner, um bald wieder zu wachsen. Sie bahnen sich einen Weg von außen nach innen und dann um die Kurve nach außen, um auf die Öffnungen zu treffen, die aus der Gegenrichtung kommen. Unwillkürlich führen sie die Augen der Betrachtenden ins Werk hinein und hindurch und an Grenzen, an denen es kein Durchkommen gibt. Ohne diese Risse fehlte dem glatten Papier Entscheidendes. Die Risse lassen Licht und Schatten auf dem Papier miteinander spielen, wenn die Sonne am Tag einmal beinahe das ganze Werk in der Kirche umrundet.

 

Fotos und Rechte: Winfried Eberhardt



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