Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: Kerstin Gottschalk
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Kerstin Gottschalk:

Curriculum Vitae

geboren 1971 in Mönchengladbach

lebt in Berlin

Studium an der Kunsthochschule Weissensee/ Berlin

Preise und Stipendien

2006 Mart Stam Förderpreis

2008 Goldrausch Künstlerinnenprojekt art IT

2009 Arbeitsstipendium Bildende Kunst / Berlin

Kerstin Gottschalk

Künstlerin des Monats September 2009

vorgestellt von Hanne Loreck

Kerstin Gottschalk lotet über materielle Verlaufsformen die Grenzen der Malerei und die Bedingungen von Räumen aus. Für Beton gegossen, 2008, hat die Künstlerin die rohe Wand einer Plattenbauwohnung zum Ausgangspunkt genommen und ihr ein etwa türhohes ‚Bild’ aus Beton aufgesetzt, so dass Wand und ‚Bild’ nun wie aus einem Guss erscheinen. Das ‚Bild’ weist malerische Spuren auf, die freilich nicht aus einem Pinselgestus, sondern aus dem Abbinden des Materials in der Verschalung herrühren. Sicherlich kennt die abstrakte Malerei Tröpfeln, Schütten oder Gießen und die dazugehörigen Spritzer und Flecken; wie Farbe bindet auch Zement ab. Dieses Wandbild fließt jedoch, so könnte man meinen, nach unten aus. Es steht in einem scheinbar frisch geronnen Materialfladen, der gleichermaßen auffällt wie unansehnlich wirkt. Hier begegnen wir einer Version des Auslaufens, das als Metapher jeden ordentlichen ‚Farbverlauf’, wie ihn die Malerei kennt, in Formlosigkeit überführt. So vermögen ‚unsaubere Ränder’ Fragen von Grenzziehungen und Kontrollmaßnahmen und generell Ideen von Ordnung und Norm in Kultur und Gesellschaft zu thematisieren. Nicht ‚Bild’, aber auch nicht Plastik, aktualisiert Beton gegossen jene sozioästhetische Diskussion, die zuerst in den 1960er Jahren mit der Anti Form das Hierarchische im Prinzip der Vertikalität angegriffen hat und die heute fortzusetzen sowohl als Materialisierungsart als auch im übertragenen Sinn nötiger denn je ist.

© Hanne Loreck

Kerstin Gottschalk, Beton gegossen, 2008, 210x120x4cm, Installationsansicht The Weakest Link, Stedefreund, Berlin
Kerstin Gottschalk, Beton gegossen, 2008, 210x120x4cm, Installationsansicht The Weakest Link, Stedefreund, Berlin
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Detailansicht: Kerstin Gottschalk, Beton gegossen, 2008, 210x120x4cm, Installationsansicht The Weakest Link, Stedefreund, Berlin
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Detailansicht: Kerstin Gottschalk, Beton gegossen, 2008, 210x120x4cm, Installationsansicht The Weakest Link, Stedefreund, Berlin
Ausstellungen von Kerstin Gottschalk:

2009
Monitor, Stedefreund Berlin (E)

Strong Shoyu , Souterrain, Projektraum der Sammlung Hoffmann, Berlin (E)

Anonyme Zeichner, DFG-Graduiertenkolleg Schriftbildlichkeit, Institut für Philosophie/ Berlin

2008
Von Jetzt bis Dann – Goldrausch 2008 ,Kunstraum Kreuzberg/Bethanien (K)

The Weakest Link, Stedefreund, Berlin

Tornado, Kunst und Klimakatastrophe, General Public, Berlin

2007
PX - A purposeless production, A necessary praxis, St.Paul Gallery, Auckland,

Neuseeland

Übergrenzen, Mart Stam Förderpreis 2006, Kunstfabrik, Berlin (K)

35 Minuten, Stedefreund, Berlin (E)

White Wash, twenty+3 projects, Manchester, UK (E)

2005
Outsorting

Passion Beyond Reason, Konzept: Gerold Miller, Gerwald Rockenschaub

Teilnahme am Bundeswettbewerb für Junge Kunst, Bundeskunsthalle Bonn



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