Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: Thomas Putze
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Vita:

Thomas Putze wurde am 7.2.1968 in Augsburg geboren.

1998-03 Studium der freien Bildhauerei an der Staatlichen Kunstakademie in Stuttgart bei Werner Pokorny und Micha Ullman.

Thomas Putze wohnt in Remseck und hat sein Atelier in den Wagenhallen in Stuttgart.


Aktuelle Ausstellung:

-    Tierisch gut! Staatliche Kunsthalle Karlsruhe (Junge Kunsthalle) bis 13.September

Link zur Homepage:

www.thomasputze.de

Thomas Putze
Künstler des Monats Juli 2009

vorgestellt von Petra Dais

Man sieht es den Skulpturen von Thomas Putze an, aus was sie gemacht sind und wie sie gemacht sind. Auch Risse im Holz oder im Kunststoff sind sichtbar, sie verweisen auf das Zerbrechliche und Hinfällige von Materialien - und eben auch von allem was lebt. Zerrissene Alltagsgegenstände, z.B. der Waschmaschinenschlauch, erzählen davon, dass die Objekte aus weggeworfenen Dingen gemacht sind. Und dann geschieht das Verblüffende - Transformation: Aus dem achtlos Weggeworfenen entstehen dreidimensionale Skizzen, ein Vogel, der so lebendig erscheint, als würde er gleich davonfliegen, ein Mensch, der sich entspannt zurücklehnt und seine Arme ausbreitet...

Basketballfigur, Weißdorn, Schrott, (Thomas Putze, 2007)
Basketballfigur, Weißdorn, Schrott, (Thomas Putze, 2007)
Kormoran, Fichte, Waschmaschinenschlauch, (Thomas Putze, 2008)
Kormoran, Fichte, Waschmaschinenschlauch, (Thomas Putze, 2008)

Thomas Putze ist als Bildhauer Performancekünstler, denn jede Skulptur entsteht als Performance. „Bei einer Performance spürt man die Energie, wann etwas anfängt und es ist klar, wo der Schlusspunkt ist. Das erlebe ich beim Arbeiten mit meinen Skulpturen, ich arbeite mit Materialien, die zu mir sagen, ich will... und irgendwann ist der Schlusspunkt da, dann ist der Punkt gekommen, wo ich aufhören muss, weil mich die Lust verlässt.“
Dass jede Skulptur einen energievollen Prozess hinter sich hat, sieht man. Es ist, als ob die Motorsäge eben noch die Splitter aus dem Holz gesägt hat, den Aufprall der Glasscheibe auf dem Boden kann man noch hören, im schwarzen Ruß kann man das Feuer noch sehen... auch wenn die Prozesse schon lange Zeit zurück liegen.

Nicht nur die Entstehung ist in den Skulpturen präsent, sondern auch eine Dimension, die in die Zukunft weist.

Viele Skulpturen von Putze erscheinen unfertig, offen. Es ist noch nicht alles gesagt, die Skulpturen fordern heraus, bringen etwas zum Anklingen, man wird als Betrachter/in hinein genommen in das Spiel, was dieses „Ding“ alles sein könnte. Und das ist es, was mich fasziniert, wenn ich im Atelier von Thomas Putze bin und durch diesen Wald aus Skulpturen gehe: Immer wieder fällt mir etwas ein - etwas neues auf - Geschichten fallen mir ein, das Leben ist präsent mit all seinen Facetten, die Brutalität - aber auch die Kraft gegen Gewalt, das Schelmische und das Zerbrechliche sprechen aus seinen Figuren. Und ich fange selbst an, die achtlos weggeworfenen Dinge zu befragen, was in ihnen steckt, was sie noch sein könnten....



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