Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: Christoph Frick - Künstler des Monats Januar/Februar
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Der zugehörige Katalog "Gleichmass und Differenz" ist bei der Geschäftsstelle des Vereins für Kirche und Kunst zu beziehen:

Telefon: 0711 / 2149 - 238, JohannAlbrecht.Schuele@elk-wue.de,

Informationen auch bei: www.kirche-kunst.de

Christoph Frick - Künstler des Monats Januar/Februar

„seltsam vertraut“ - „Vertraut“ ist das, womit der Künstler beginnt – „seltsam“ wirkt das, was am Ende herauskommt. Zu Christoph Fricks Kunst gehört von allem Anfang an das Eine: Alltagsdinge werden aufgegriffen, eingesammelt, mitgenommen und aus diesen Dingen entstehen Bilder und Geschichten. Das künstlerische Ausgangsmaterial ist meist Alltägliches, Unspektakuläres, das kaum für künstlerische Zwecke dienlich scheint: Die Geldbeutel, welche die Vernissage-Besucher aus der Tasche ziehen, Abbildungen aus Modemagazinen, Spielzeug- und Nippesfiguren, Katalogfotos von Ferienwohnungen oder Fassaden von Einfamilienhäusern in einer Wohnsiedlung. Diese Unscheinbarkeiten werden vom Künstler gesammelt, in Reihe gestellt, in Vergleich gebracht. Es geht darum, dem Zwischenraum nachzuspüren zwischen den nur scheinbar gleichen Dingen. Wichtiges Medium der Annäherung ist die Fotografie. Meist sind es aufgefundene Fotografien, die weiterverarbeitet und neu zusammengesetzt werden, gelegentlich auch selbstgemachte Fotografien.Videosequenzen ermöglichen Verfremdung und erlauben Inszenierungen. In diesem künstlerischen Dialog mit den Dingen gewinnt das Gewöhnliche eine andere Sprache. Es erscheint das Unergründliche in und hinter den Dingen. Das, was wir scheinbar kennen, geht auf Distanz, kehrt sich merkwürdig ins Seltsame und wirft Fragen auf. In der seriellen Präsentation erlangen die Gegenstände eine ganz eigene ästhetische Wirkung, und so ist diese gestaltete Präsentation selbst von hoher Faszination: Große Fototafeln lösen sich beim Hinsehen in ihrer Einheitlichkeit auf, fragmentieren sich, öffnen andere Ebenen und Dimensionen und setzten sich mit eingefügten Details von Anderswoher wieder neu zusammen. Immer wieder begegnen wir auch befremdlich anmutenden Überbleibseln aus einer entrückten Vergangenheit, mithin dem, was Christoph Frick als „Archäologie“ bezeichnet. Seltsames dringt ein in unsere vertrauten Wirklichkeiten und wirft Fragen auf, die sich wieder an uns zurückwenden. Fragen, nach dem eigenen Umgang mit den seltsamen und vertrauten Dingen, die uns umgeben. Dabei erscheinen die vom Künstler aufgegriffenen alten Dinge nie nur als künstlerisch vernutzte Objekte. Sie behalten bei aller Befragung immer etwas von ihrem individuellen Wert und ihrer Würde, sie erfahren Behutsamkeit und Bewahrung. Die Dinge sind bei Christoph Frick, dem „Sammlerkünstler“ in guten Händen.

 

Reinhard Lambert Auer/ Johannes Koch



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