Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: Hermann Weber / Künstler des Monats Juli
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Text von Hermann Weber
Text von Hermann Weber
Hermann Weber / Künstler des Monats Juli

Die Heilige Elisabeth von Thüringen oder Das Leben ist kein Zuckerschlecken

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20-teiliger Zyklus, Ölkreide auf Papier, 32 x 32 cm

Das, was früher in bildungsbürgerlichen Haushalten nur heimlich konsumiert werden durfte, ist heute eine anerkannte Kunstform. Comics sind zu Ansehen und Selbstbewusstsein gelangt. Sie wagen sich an literarische Werke  wie Proust´s “Suche nach der verlorenen Zeit” oder an eine Geschichtsbewätigung wie Art Spiegelman es in seiner “Maus”-Geschichte tut, die das Schicksal der Juden im Dritten Reich bearbeitet.  Es gibt zwar auch religiöse “Comics”, diese allerdings würde man eher didaktisch als künstlerisch beurteilen wollen. Hermann Weber hat seinen Elisabeth-Zyklus nicht im Bewusstsein eines Comiczeichners gestaltet. Trotzdem läßt das episodenhafte Aufblenden einzelner Szenen aus der Heiligenlegende der Elisabeth von Thüringen an eine “Graphic Novel” denken. Zu Hermann Webers Arbeitsweise gehört, dass dem Skizzenhaften der Darstellung ein langer inhaltlicher Beschäftigungsprozess mit einem Thema vorangegangen ist, der eben den unbedarft vollmundigen Zugriff unmöglich macht. Das zeigt sich dann in dem Stilmittel der tastenden Formen und instabilen Linien, dem Annähern aus verschiedenen Richtungen. Er zögerte, bis er auf das Ersuchen des Galeristen Michael Schmalfuss einging und sich zum Jubliläumsjahr der Hl. Elisabeth auf eine  Ausstellungsbeteilgung einliess, den er wußte bis dato wenig von der Elisabethgeschichte. Diese kleinen flüchtig und wie hingewischten Impressionen zeigen etwas von dem Befremdlichen und Skurrilen, das Weber hinter der Hagiographie für sich entdeckte. Trotz oder wegen der  zum Teil sogar komisch wirkenden Szenen ist  wieder ein unverstellter emphatischer Zugang zu dieser volkstümlichen Heiligen möglich. In der Marburger Elisabethkirche wäre ein Ort für diese Werke.

Claudia Breinl

Biografie Hermann Weber

1959   geboren in Biberach/Riß

1981-1985  Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Karlsruhe bei den Professoren Lüpertz, von Hancke und Antes

1986   Lehrauftrag an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Karlsruhe

1996   Berufung zum Professor an der Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst + Design in Halle/Saale

Ausstellungen (Auswahl)

2000      Braith-Mali-Museum, Biberach/Riß, Galerie Wolfhard Viertel, Frankfurt

2001      Galerie Alfred Knecht, Karlsruhe, Die Einsamkeit des Raums Evangelische Akademie, Bad Boll

2003      Galerie Schloss Mochental: „De Profundis Clamavi“ (Kat.)

2004      art KARLSRUHE, One-Man-Show, Margit Gass, Basel

2005      Galerie d’art GNG, Paris, Galerie CP, Angela Cerny & Roland Puff, Wiesbaden

2006      Margit Gass, Basel, art felchlin, Schwyz, Zürich, Chelsea-Galerie Laufen, Projektraum Basel 2007           Galerie Schrade, Karlsruhe, Galerie GNG, Paris

2008      "Descendere - Hinabsteigen" im Rahmen der Europäischen Kulturtage, Galerie Ewald Schrade, Karlsruhe, "Nicolaus Betscher", Priesterseminar/Diözesanmuseum Rottenburg

2009      Universidad convento Sor Juana, Mexiko Stadt, "Yo, la peor de todas", "Change - Die Hoffnung stirbt zuletzt", Galerie Schloss Mochental, "Que c'est beau, et quand l'illussion", Galerie GNG, Paris, GALERIE.LEO.COPPI, Berlin (mit Olaf Nehmzow)

2010      Un pintor alemán contemporáneo recrea a Sor Juana, Centro Cultural Santo Domingo, Instituto Nacional de Antropologia e Historia, Oaxaca de Juárez, Mexiko, HERZKAMMER, ( mit Gustav Kluge), Galerie Michael Schmalfuss, Marburg, DIX ANS, Galerie GNG, Paris



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