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20-teiliger Zyklus, Ölkreide auf Papier, 32 x 32 cm
Das, was früher in bildungsbürgerlichen Haushalten nur heimlich konsumiert werden durfte, ist heute eine anerkannte Kunstform. Comics sind zu Ansehen und Selbstbewusstsein gelangt. Sie wagen sich an literarische Werke wie Proust´s “Suche nach der verlorenen Zeit” oder an eine Geschichtsbewätigung wie Art Spiegelman es in seiner “Maus”-Geschichte tut, die das Schicksal der Juden im Dritten Reich bearbeitet. Es gibt zwar auch religiöse “Comics”, diese allerdings würde man eher didaktisch als künstlerisch beurteilen wollen. Hermann Weber hat seinen Elisabeth-Zyklus nicht im Bewusstsein eines Comiczeichners gestaltet. Trotzdem läßt das episodenhafte Aufblenden einzelner Szenen aus der Heiligenlegende der Elisabeth von Thüringen an eine “Graphic Novel” denken. Zu Hermann Webers Arbeitsweise gehört, dass dem Skizzenhaften der Darstellung ein langer inhaltlicher Beschäftigungsprozess mit einem Thema vorangegangen ist, der eben den unbedarft vollmundigen Zugriff unmöglich macht. Das zeigt sich dann in dem Stilmittel der tastenden Formen und instabilen Linien, dem Annähern aus verschiedenen Richtungen. Er zögerte, bis er auf das Ersuchen des Galeristen Michael Schmalfuss einging und sich zum Jubliläumsjahr der Hl. Elisabeth auf eine Ausstellungsbeteilgung einliess, den er wußte bis dato wenig von der Elisabethgeschichte. Diese kleinen flüchtig und wie hingewischten Impressionen zeigen etwas von dem Befremdlichen und Skurrilen, das Weber hinter der Hagiographie für sich entdeckte. Trotz oder wegen der zum Teil sogar komisch wirkenden Szenen ist wieder ein unverstellter emphatischer Zugang zu dieser volkstümlichen Heiligen möglich. In der Marburger Elisabethkirche wäre ein Ort für diese Werke.
Claudia Breinl
1959 geboren in Biberach/Riß
1981-1985 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Karlsruhe bei den Professoren Lüpertz, von Hancke und Antes
1986 Lehrauftrag an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Karlsruhe
1996 Berufung zum Professor an der Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst + Design in Halle/Saale
2000 Braith-Mali-Museum, Biberach/Riß, Galerie Wolfhard Viertel, Frankfurt
2001 Galerie Alfred Knecht, Karlsruhe, Die Einsamkeit des Raums Evangelische Akademie, Bad Boll
2003 Galerie Schloss Mochental: „De Profundis Clamavi“ (Kat.)
2004 art KARLSRUHE, One-Man-Show, Margit Gass, Basel
2005 Galerie d’art GNG, Paris, Galerie CP, Angela Cerny & Roland Puff, Wiesbaden
2006 Margit Gass, Basel, art felchlin, Schwyz, Zürich, Chelsea-Galerie Laufen, Projektraum Basel 2007 Galerie Schrade, Karlsruhe, Galerie GNG, Paris
2008 "Descendere - Hinabsteigen" im Rahmen der Europäischen Kulturtage, Galerie Ewald Schrade, Karlsruhe, "Nicolaus Betscher", Priesterseminar/Diözesanmuseum Rottenburg
2009 Universidad convento Sor Juana, Mexiko Stadt, "Yo, la peor de todas", "Change - Die Hoffnung stirbt zuletzt", Galerie Schloss Mochental, "Que c'est beau, et quand l'illussion", Galerie GNG, Paris, GALERIE.LEO.COPPI, Berlin (mit Olaf Nehmzow)
2010 Un pintor alemán contemporáneo recrea a Sor Juana, Centro Cultural Santo Domingo, Instituto Nacional de Antropologia e Historia, Oaxaca de Juárez, Mexiko, HERZKAMMER, ( mit Gustav Kluge), Galerie Michael Schmalfuss, Marburg, DIX ANS, Galerie GNG, Paris
evangelischer Kirchbautag und Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart