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Biografien:
Johann Peter Reuter
1949 geboren in Schwerte/Ruhr.
1970 Studium Freie Grafik und Malerei an der Werkkunstschule und FH Dortmund bei Prof. Harald Becker und Prof. Gustav Deppe.
1978 freischaffender Maler und Zeichner
1998 Projektförderung „Les Corps Glorieux“ durch die Medienzentrale der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers
2000 / 2002 / 2004 Teilnahme am Plein Air International Mirabel, Südfrankreich
2006 "Artist in Residence" Atelier-Stipendium der Stadt Krems (A)
Marie-Luise Frey-Jansen
1958 geboren in Rheinhessen
1978 -1981 Ausbildung als Paramentenstickerin
1982 -1988 Studium an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg bei Prof.Eusemann
1988 Diplom, Meisterprüfung
Seit 1988 freischaffend, Künstlerische Beratung in der Textilwerkstatt Elisabethenstift Darmstadt
1991 -1992 Lehrauftrag an der FH-Darmstadt, Textilkunde/Innenarchitektur
Seit 1985 Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen
Seit 1995 intensive Beschäftigung mit Schwarzlicht 2000 Jahres-Stipendium des Landes Bayern
Für die Kirchengemeinde Hallenberg haben Johann Peter Reuter und Marie-Luise Frey-Jansen den neu renovierten Kirchenraum gestaltet. Reuter schuf einen Altar samt Altarbild. Taufe und Ambo befinden sich noch in Arbeit. Das Bild besteht aus drei Teilen: zwei Tafelgemälde an den Seiten und ein Filzstreifen mit applizierten Schnüren in der Mitte. Das Konzept entstand in Zusammenarbeit mit Marie-Luise Frey-Jansen, der Leiterin der Textilwerkstatt am Elisabethenstift in Darmstadt. Der von ihr handbemalte Filz lässt sich im Wechsel der liturgischen Farben austauschen. Die Schnüre, die ihn gliedern, machen die Kontraste lebendiger und nehmen die Glasgestaltung im Raum auf, die ebenfalls von Frey-Jansen entworfen und von der Firma Derix umgesetzt wurde. In den Fenstern rhythmisieren senkrechte Farbstreifen gemeinsam mit unterschiedlich durchlässigen neutralfarbigen Gläsern die Fläche. Das Hauptmotiv darauf wurde im Siebdruckverfahren hergestellt. Es zeigt in zwei Schichten eine abstrahierte Landschaft mit Bäumen. Das Altarbild bringt Himmel und Erde in seinen Farben zusammen. Goldenes Licht scheint ihn zu durchdringen. Aber es täuscht nicht hinweg über die Farben der Erde und das Zeichen des Kreuzes. Der Glanz gibt ihnen Tiefe, einen Grund dahinter. Sogar eine Aussicht. Die Kreuzform ersetzt an dieser Stelle den bisherigen Kruzifixus auf dem Altar. Bei aller Abstraktheit ist sie mehr als bloß ein Zeichen. Durch den mehrschichtigen Farbauftrag entsteht ein dynamischer Eindruck. Dieses Kreuz greift in den Raum hinein. Zugleich löst es sich auf. Materialität und Körperlichkeit werden bewusst im Ungewissen gelassen. Sie gehen in eine andere Ebene über, die irgendwie hinter dem Gemalten zu bestehen scheint. Manche Besucher sehen in diesem Bild darum zu Recht auch ein Symbol der Auferstehung. So kann man den Mittelstreifen ebenfalls in zweierlei Weise wahrnehmen: als Bruch und Unterbrechung durch etwas, das den Blick verstellt, oder als Öffnung wie ein Tor. Beim Altar handelt es sich in dieser Abbildung noch um das 1:1 Modell des fertigen Objektes. Er beweist offenbares Gewicht in einer archaisch anmutenden Tischform. Die Mensa besteht aus Schieferplatten von einem regionalen Steinbruch. Die Füße des Altares wurden aus massiver Eiche aufgebaut und mit der Kettensäge in Form gebracht. Unten verbreitern sie sich, als müssten sie noch viel größere Kräfte aufbringen. So kommentiert der Künstler das inhaltliche Gewicht der religiösen Handlungen an diesem Ort. Die rauhe Holzoberfläche enstpricht dem malerischen Gestus des Bildes dahinter. Außerdem demonstriert sie natürliche Materialqualität. Ausdruck, Funktion und Material gehen eine Einheit ein.
Autor:
Markus Zink, Kunstbeauftragter der Ev. Kirche von Hessen-Nassau am Zentrum Verkündigung Frankfurt
evangelischer Kirchbautag und Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart