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Mit ihren vieldeutigen Titeln und dem weiten Assoziationsspielraum verführen die Gestalten des Holzbildhauers Klaus Hack die Fantasie.
Beim flüchtigen Blick aus der Entfernung erinnert die große Wandskulptur (Götterbote, 1992/1993, Weidenholz, weiß gefasst, 213 x 153 x 78 cm) in ihrer Haltung an den Corpus eines mittelalterlichen Kruzifixus. Es wird beim Näherkommen allerdings diese Assoziation korrigiert: Die Haltung des Oberkörpers zeigt eine Arm- und Kopfhaltung, wie sie in antiken Skulpturensammlungen begegnet. Ihr massiger Unterleib mit den kräftigen angehockten Schenkeln läßt an frühe Darstellungen von Fruchtbarkeitsgöttinnen denken. Wie aus der Körperspannung die Bewegung vervollständigt werden will und ihr Charakter zum Vorschein kommen könnte, trotz eines mehr oder weniger großen Restes an Ungewissheit - das ist äußerst spannend und anregend. Es gibt keine eindeutige ikonografische Zuordnung, man sucht und findet mannigfaltige Vorbilder und Verwandtschaften ohne ein endgültiges Ergebnis zu erreichen. Der Künstler verbindet in seinen Reliefs und Skulpturen, seinen Zeichnungen und Holzdrucken Einflüsse des Expressionismus und des Surrealen, Ornamentales und Architektonisches, klassische Figur und außereuropäische Einflüsse. Er arbeitet mit einheimischen Hölzern wie Linde, Pappel, Ahorn, Rotbuche. Meist sind die Hölzer weiß gefaßt, was den noch durchschimmernden natürlichen Holzfarbton kostbar macht und zugleich die vollplastischen oder reliefartigen Figuren entrückt , vergeistigt, dämonisiert. Die Charakteristik von Hacks Skulpturen ist die Verbindung von kubischen, geschichteten schweren Elementen mit filigranen ornamentalen durchbrochenen Partien. Immer sind es Metamorphosen der menschlichen Gestalt, - surreal, grazil, grotesk, elegant, monströs , - verfremdet und verwandelt, ins Intensive gesteigert. In seinen Relieftafeln greift Hack die Dreiflügeligkeit von Altären und Triptychen auf und nennt sie „Babelaltar“ oder „Kleidaltar“. Das ihr Figurenarsenal changiert zwischen Idol und Stele.
In den Jahren 1999 bis 2001 beschäftigte sich der Künstler mit dem Thema Totentanz., ausgehend vom dem„Füssener Totentanz“ von 1602, der in der St. Anna Kapelle im Benediktinerkloster St. Mang in Füssen zu sehen ist. Hack benutzte mannshohe Baumstämme als Drucktrommeln, in die er vorher Bilder und Motive geschnitzt hatte. Wandfüllende Nesselbahnen zeigten dann die schwarzen durch Wiederholungen rythmisierten Abdrücke an den Wänden, während die großen Baumstammdruckstöcke als Skulpturen im Raum standen.
Zu seinen Werken als Bildhauer bilden die Zeichnungen die filigrane Ergänzung – Themen und Strukturen der Holzarbeiten finden sich hier wieder, aber dem Medium entsprechend in zarten Lineaturen , kleinformatig, spielerisch, märchenhaft . Psychogramme und Traumbilder, ein Blick in das Labor des Künstlers.
(Claudia Breinl)
Klaus Hack
1966 geboren in Bayreuth
1989-95 Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und Hochschule der Künste Berlin, Abschluss als Meisterschüler
2004 – 2005 Lehrauftrag für Bildhauerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee
Mehrere Preise und Stipendien
lebt und arbeitet in Seefeld/Brandenburg
Alle Abbildungen mit freundlicher Genehmigung des Künstlers.
evangelischer Kirchbautag und Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart