Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: Barbara Wetzel - Künstlerin des Monats September
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Pflanzerin, Holzschnitt, 80 x 25 cm
Regen
Sieben Raben
Schirmfrau, Holzschnitt, 60 x 92 cm
Barbara Wetzel - Künstlerin des Monats September

Wie viel Freiheit in der Fähigkeit zur figurativen Gestaltung liegt, läßt sich gut an den Arbeiten von Barbara Wetzel ablesen. Sie haben expressive Anteile, aber auch archaisch-symbolhafte Züge, sie changieren zwischen Urtümlichkeit und lebendiger Subjektivität. Der Umgang der Künstlerin mit dem Material holz schließt auch den Holzschnitt ein, nicht erst seit diese Technik in den letzten Jahren  wieder zu Ansehen kam. Es gelingt eine Zartheit und Eleganz im Umgang mit den Hölzern, die nicht angenehm angepasst oder anschmiegsam wird, sondern von Zähigkeit spricht. Ein starker Wille und Kraft  ist in allen Arbeiten spürbar, eine grundsätzliche Lebensbejahung.

Vita

Barbara Wetzel, geboren 1969 in Wittenberge, Steinmetzlehre, Bildhauerdiplom an der HfBK Dresden, lebt und arbeitet in Katelbogen/ Mecklenburg, wichtigste Arbeiten: Kunst am Bau mit körperbehinderten Kindern am Landeskindergarten für Körperbehinderte Neubrandenburg, Arbeit mit Strafgefangenen der JVA Bützow für die BUGA Schwerin, Zahlreiche Arbeiten in privaten Sammlungen, Stipendium der Stadt Neubrandenburg 2001, Zukunftspreis der Koppel66 Hamburg 2009

Gewinnerin des Kunstwettbewerbs auf dem Ev. Kirchbautag in Rostock 2011

Bildende Kunst im Wettbewerb – das war neu bei einem evangelischen Kirchbautag! Doch ist Kunst insofern Thema der alle drei Jahre stattfindenden Kongresse, als es bei der Behandlung aktueller Fragen des Kirchenbaus immer auch um die Ausstattung der Gottesdiensträume geht.

So will man in Zukunft dieses Thema deutlicher im Themenspektrum der Kirchbautage verankern.

Den Anfang machte ein eingeladener Wettbewerb unter 9 KünstlerInnen  zur Gestaltung von Tauforten. Einige mecklenburgische Gemeinden benötigten bereits seit längerem in ihren Kirchen neue Tauforte und so war es naheliegend, den Kunstwettbewerb auf diese Gestaltungsaufgabe auszurichten.

Einem schlichten Neubau in Zweedorf fehlten noch sämtliche Teile der Ausstattung an den liturgischen Orten. Mit zwei Kollegen beteiligte sich die Holzbildhauerin Barbara Wetzel am Wettbewerb für diese Kirche. Mit umfassender Mehrheit der Jury wurde ihrer Arbeit der Preis zuerkannt.

 „Die Grundidee des Entwurfs nimmt Bezug auf ein Zitat Dietrich Bonhoeffers: „Von guten Mächten wunderbar geborgen…“. Der Taufort ist aus Holz konstruiert: er besteht aus einer zweiteiligen Eichenplatte, die in der ausgesparten Mitte eine Keramikschale trägt. Dieser Oberbau ist gehalten von einem fragil wirkenden Gestänge von Holzstäben, die sich durch zusätzliche Schraubgewinde stützen. Eine Skizze zu einem Abendmahlstisch und einem Ambo in ähnlicher Konstruktion sind der Entwurfsarbeit beigefügt. Ergänzend schlägt die Künstlerin vor, den Raum an den Wänden mit bedruckten Stoffbahnen auszustatten, die verschoben und verdichtet werden können. Daraus ergeben sich interessante Wirkungen im bislang relativ unstrukturierten Architekturrahmen des neuen Kirchenraums. Der inhaltliche Ansatz - in Bezugnahme auf eine theologischen Metapher Bonhoeffers -  wird hier in neuer, irritierender, und hoher ästhetischer Qualität verfolgt, die vielfältige Assoziationsmöglichkeiten zulässt. (aus der Beschreibung der Jury)

(Text: Lambert Auer, Claudia Breinl)

 

Modell des Taufortes für Zweedorf


  //  Saskia Schultz - Künstlerin des Monats Januar  //  Peter Schlör - Künstler des Monats Mai  //  Anja Luithle - Künstlerin des Monats Juni   //  Gerhard Richter - Künstler des Monats Juli  //  Barbara Wetzel - Künstlerin des Monats September  //  Stefan Becker-Schmitz - Künstler des Monats November
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