Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: Saskia Schultz - Künstlerin des Monats Januar
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o.T., 2005, Öl auf Leinwand, 100 x 120 cm
O.T. (OP-Szene), 2006, Linolschnitt auf Japanpapier, 82,5 x 122 cm
Ohne Titel (Käfig) , 2006, 59,5 x 42 cm, Linolschnitt auf Japanpapier
Saskia Schultz - Künstlerin des Monats Januar

Surreale Traumgestalten, anmutige Gesten, Kaligraphien und filigrane Ornamente – von anziehender Schönheit, aber ein wohliges Gefühl bleibt einem doch im Halse stecken! 

Die Bilder sind nicht geplant und nach einer vorgefertigten Konstruktion umgesetzt, sondern entstehen, wie Saskia Schultz sagt, aus der Intuition. Zufällig stößt sie auf etwas, bringt solche Fundstücken zusammen:  Texte und Bilder aus der hermetischen Illustrationskunst der  Mystik und der Alchemie, auch Bibelverse, Bildbezüge aus der Kunstgeschichte. Im Zusammenfügen der Fundstücke entsteht dann intuitiv eine neuen Gesamtheit und Struktur.

Saskia Schultz ist eine akribische Macherin, Produzentin der Kunst von hoher Perfektion, auch in den „altmeisterlichen Techniken“: In der Graphik, bei  Radierung, Kaltnadel und Strichätzung, Aquatinta, beim Linolschnitt, in der Zeichnung, in der Tafelmalerei. Sie ist auch Glasmalerin, Gestalterin großflächiger auf Architektur und Räume bezogene Glaskunst.

Studiert hat sie an der Stuttgarter Kunstakademie, in der Klasse für Malerei und Glasgestaltung bei Johannes Hewel.

Träume sind eine wichtige Inspiration ihrer Bildgestaltung. Das Medizinische spielt eine Rolle: Organe, immer wieder das Herz, der Blutkreislauf. Blut als Sitz des Lebens (auch biblisch, alttestamentlich), das Herz, da wo die Seele wohnt.  Den Blutkreislauf sehen wir als genau nachgezeichneten filigranen Scherenschnitt. Vor Augen geführt werden uns auch medizinische Maßnahmen – Operationen, chirurgische Eingriffe, Transfusionen. Eine Perspektive des Opfers nehmen die Bilder oft ein – Ausgeliefertsein und Schrecken. Auch die Frauenfiguren sind mehr als nur autobiographisch, es sind Animagestalten und sie repräsentieren und berühren eine Tiefenschicht von allgemeiner Gültigkeit. Ihre Figuren verweisen uns auch auf subtile Beziehungsverhältnisse: wer hat die Macht, bei welcher der Frauen liegt tatsächlich die Stärke: ist es die Heilende, die Wissende, die scheinbar Unbeteiligte und Ungerührte, die Leidende ?

Lambert Auer (aus der Eröffnungsrede in der Ev. Akademie Bad Boll)

(Redaktion: Claudia Breinl)



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