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Eine monumentale Installation in der Kulturkirche St. Stephani in Bremen interpretiert das christliche Thema der Kreuzwege neu. Die "Via Crucis" des griechischen Künstlers Jannis Kounellis besteht aus 16 Teilen, wobei sich jede Einheit wiederum aus drei massiven, sechs Meter langen Stahlträgern zussammensetzt. Diese sich 16 mal wiederholenden Einzelskulpturen mit identischen Maßen und Proportionen rhythmisieren durch Verdichtung oder Auflockerung in ihrer Aufstellung und durch die eigene Bewegung im Raum die Wahrnehmung auf besondere Weise. Das Ab- und Durchschreiten der Gestänge ist ein Bewußtwerden der rohen und abweisenden Form und Materialität, der man körperlich nur mit Widerwillen nahekommt.
Kounellis will mit der Installation nicht einzelne Kreuzweg-Stationen darstellen, sondern die variierenden Stellungen der Stahlträgerobjekte im Kirchenraum zeigen das Kreuz sozusagen in der Bewegung. Vorbild der raumgreifenden Arbeit sind katholische Prozessionen in Spanien und Mittelamerika, bei denen große Kreuze und Figuren als Objekteder Verehrung durch die Straßen getragen werden.
evangelischer Kirchbautag und Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart