Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: MAN SON 1969
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MAN SON 1969
Vom Schrecken der Situation
Meister Francke, Christus der Schmerzesnmann, um 1435 (c) Hamburger Kunsthalle
Till Gerhard, Wächter der Natur, 2004 (c) Gerhard 2007
Elmar Hess, Cold War, 2008 (c) Hess 2008
Josephine Meckseper, RAF Tray, 2002 (c) Galerie Reinhard Hauff
Hamburger Kunsthalle
30. Januar bis 26. April 2009, Katalog zur Ausstellung 9 Euro

www. Hamburger-kunsthalle.de/manson

Es dauert seine Zeit bis die Pointe des Titels der Ausstellung „MAN SON“ zündet. Charles Manson, der charismatische Anführer der mörderischen Hippie Kommune „The Familiy“ pflegte seinen Namen so zu schreiben: „Man Son“ – „Menschensohn“. Man beginnt zu ahnen, warum eine Ausstellung, die mit dem Jahr 1969 eine Schnittstelle der Moderne thematisiert, einem Bild von Meister Francke, Christus der Schmerzensmann um 1435, einen zentrale Stelle einräumt. Das anrührende Bild zeigt Christus als „Leidenden und Auferstandenen in einer Gestalt“ (H.R. Leppien).

Charles Manson, der Wahnvorstellungen regelrecht akkumulierte und für sich beanspruchte nicht nur der neue Menschensohn zu sein, sondern auch eine Reinkarnation Hitlers, des fünften apokalyptischen Engels wie auch des fünften Beatles, steht dagegen für den Umschlag einer prekären Phantasie. Das Projekt der Pop-Kultur, die träumerische Entgrenzung durch Sex and Drugs and Rock´n Roll im Zeichen von Love, Peace and Happiness, schlägt bei Manson um in Gewalt und Terror. Vermutlich war es nicht einmal eine besonders böswillige Perversion, die den bizarren Sektenführer auf die Idee brachte eine Verbindung herzustellen zwischen dem Schmerzen erduldenden Menschensohn  und dem Schmerzen zufügenden „Man Son“... 

... mehr im Heft 2/2009 von kunst und kirche

Thomas Erne



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