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Eine Ausstellung des Kunstmuseums Bern im Deutschen Hygiene-Museum Dresden bis zum 30. März 2008
„Ob ihm den Lieder gefallen hätten?“ – „Nein, die fände er zu kitschig? So, das ganze Ritual sei ziemlich lästig.“ – „Ob das nicht ein wenig humorlos sei in seiner Situation? Den Angehörigen würde die Feier doch schließlich sehr helfen.“ Wer so fragt, ist die Künstlerin Araya Rasdjarmerearnsook. Antworten bekommt sie natürlich keine, jedenfalls keine, die hörbar werden. Denn sie sitzt, weiß gekleidet, in einem Raum umgeben von sechs Leichen. „Death Seminar“ nennt sie ihre Video-Arbeit. Zu sehen ist sie in der Ausstellung, die ihren Namen der Tiefe eines Grabes entnommen hat: Six feet under.
Wie leistungsfähig ist die Gegenwartskunst, wenn es um die ganz großen Themen geht? Da, wo sie nicht anderes sein will als Kunst, leistet sie viel.
Erwin Wurm zeigt den Tod als einem Totenschädel in dessen Augenhöhlen Bananen stecken. Joe Sacanlan, der die Werbung „Schweden ist überall“ wörtlich nimmt, entwickelt aus dem Ikea Regal Billy einen Do-it yourself-Sarg. Schlicht und ergreifend zeigt Jorge Macchi den Tod in „Autumn in Lisbon“. Auf einer Karte von Lisabon hat er alles ausblendet, nur nicht die Friedhöfe. Der Schrecken des Todes wird sichtbar in den „Cadaveri“ von Arnulf Rainer, übermalte Photos von Toten, oder in Hans Danusers „Strangled Body“, großformatige schwarze Photos, die erst bei näherem Hinsehen als Hautfalte eines Toten zu erkennen sind. Kunst zeigt, was in dieser Gesellschaft auseinanderfällt, Tod und Leben, in einer Videoarbeit von Zuzanna Janin „Ceremony/Games“, die in eine Trauerfeier Badeszenen am Meeresstrand als Hintergrund kopiert.
Die Ausstellung hat nur einen wirklichen Mangel: Sie ist nur noch bis zum 30. März 2008 zu sehen. Dafür bekommt man als Extra den von Peter Kulka vornehm überarbeiteten Bau des Hygiene Museums zu sehen, das 1930 von Wilhelm Kreis im Stil der klassischen Moderne gebaut wurde.
T.E.
Deutsches Hygiene-Museum, Lingnerplatz 1, 01069 Dresden
Tel. +49 351 4846-400, Di-So von 10-18 Uhr www.dhmd.de
evangelischer Kirchbautag und Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart