Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: Muttertag
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Muttertag
von Thomas Erne

In: Th. Klie [Hg.]. Valentin, Halloween & Co., Leipzig 2006

von Thomas Erne

1. Muttertagsszene

Königin für einen Tag

Die Frau sitzt aufrecht und allein im Doppelbett. In der Küche wird gearbeitet. Sie hört den Wasserkessel, das Klappern der Tassen. Dann geht die Tür zum Schlafzimmer auf. Ihr Mann und die beiden Töchter stehen vor ihr. Sie bringen ihr das Frühstück. Auf dem Tablett ist eine Kanne mit Kaffee, Orangensaft, ein weichgekochtes Ei, Marmelade, Honig und Toast. Dann ist sie weder allein. Sie beißt in den Toast. Alles voller Krümmel. Sie findet Frühstücken im Bett fruchtbar, vor allem allein. Einmal im Jahr werden Mütter, die sich für ihre Familie aufgeopfert haben, zur Königin gemacht - da gibt es kein Entrinnen -, aber nur für einen Tag („Queen for a Day“). Das ist dann der Muttertag.

2. Zur Geschichte des Muttertages

Motivlagen

Die Rolle der Mutter kann gesellschaftlich so selbstverständlich sein, dass ihre Leistung eines eigenen Festes bedarf, um öffentlich wahrgenommen zu werden. Sie kann gesellschaftlich aber auch so unselbstverständlich werden, dass der Feiertag die Akzeptanz der Mutterrolle fördern soll.

Die Diskretheit, mit der Mütter ihre Leistungen für den Nachwuchs im 19. Jahrhundert erbrachten, war 1870 ein Motiv für die amerikanische Frauenrechtlerin Julia Ward Howe. Sie forderte als erste Frau öffentlich einen eigenen Tag für Mütter. Die Mütter sollten Heim und am Herd verlassen, um ihre Sensibilität und Klugheit, die sich bei der Erziehung ihrer Kinder zeigten in den politischen Debatten einzubringen: „Let women now leave all that may be left of home for a great and earnest day of counsel” (Laßt die Frauen nun alles hinter sich lassen, was im Haus zurückgelassen werden kann, um sich für einen großen und ernsthaften Tag der Beratung zu treffen).

In den industrialisierten Gesellschaften des 21. Jahrhunderts lagern sich andere Motive an den Muttertag an. Die berufstätige kinderlose Frau etabliert sich als starker Gegenentwurf zum traditionellen Mutterideal. Auch in kinderfreundlichen Nationen wie Italien oder Spanien fallen die Geburtenraten auf historische Tiefstände. In einem solchen gesellschaftlichen Umfeld stabilisiert der Muttertag die Mütter in ihrer Rolle, die gesellschaftlich begründungsbedürftig geworden ist und ermutig jene Frauen, die Mutter werden wollen, in ihrer Absicht.

Von solchen Anreizen ein mutter- und kinderfreundliches Klima herzustellen ist der aggressive Druck deutlich unterschieden, den Diktaturen auf Mütter ausüben, um die knappe Ressource der Kinder zu mehren. Eine hohe Geburtenrate ist der erste kriegerische Akt bevor die Waffen sprechen. Sowohl im Nationalsozialismus als auch im Stalinismus gab es Prämiensysteme für gebärwillige Mütter, das Mutterkreuz bzw. der Mutterruhm-Orden (vgl. Art Mutterkreuz, Brockhaus Enzyklopädie, Bd. 13, Wiesbaden 1971, 130). Beide Diktaturen nutzten den Muttertag bzw. den internationalen Frauentag als staatlichen Feiertag, um die Leistungen der Mütter öffentlich zu honorieren und zugleich zu kontrollieren. Fragen der Kinderzahl wie der Kindererziehung sollten völlig der Privatsphäre entzogen und den Vorgaben des Staates unterworfen werden.

Historische Vorläufer

Der Muttertag ist nicht nur ein junger Feiertag. Er gilt auch als ein genuin säkulares Fest. Religiöse Feiern der Mütterlichkeit, etwa der antike Mutterkult für die Göttermutter Rheia, die mit Kronos die olympischen Götter zeugt, spielen bei seiner Entstehung in Amerika im 19. Jahrhundert keine Rolle. Das mag auch damit zu tun haben, dass der „amerikanische“ Muttertag seine Wurzeln in der Frauenrechtsbewegung hat, die in der männlich dominierten Vorstellungswelt der antiken und der christlichen Religion kein Ausdrucksmedium für ihr Anliegen sah.

Das wäre heute anders. Die amerikanische Archäologin Marija Gimbuta vertritt die (umstrittene) These, dass es ein mütterliches Atlantis gegeben hat, eine längst versunkene und vom christlichen Abendland verdrängte alteuropäische Kultur. Diese prähistorische Welt stand ganz im Zeichen der Göttin. Sie wäre eine ideale Besetzung für eine feministisch-religiöse Reinszneierung des Muttertages. Denn Marija Gimbutas alteuropäische Welt ist kreativ, freilich ohne männliches Dominanzverhalten, fruchtbar, zärtlich, zutiefst mütterlich und religiös wie die Göttin, deren Symbol sie ist (vgl. Sprache der Göttin. Annäherung an das Werk Marija Gimbutas, Frauenmuseum Wiesbaden, 1994).

Einen religiösen Anknüpfungspunkt gibt es jedoch für den säkularen amerikanischen Muttertag, und zwar den englischen „Mothering Sunday“ (vgl. www.BBC.co.uk/religion). Im Mittelalter etabliert sich in England am zweiten Sonntag in der Fastenzeit, dem Sonntag Lätere, der Brauch die Kirche zu besuchen, in der man getauft worden war. Der Besuch dieser Mutterkirche war die Gelegenheit auch die leibliche Mutter wiederzusehen und sich bei ihr mit einem kleinen Geschenk zu bedanken. Im Zentrum des englischen Muttertages steht daher die Dankbarkeit der Kinder. Das ist ein wichtige Gemeinsamkeit des englischen Mothering Sunday mit dem amerikanischen Mother´s Day.

Umbesetzung

Als die Ideengeberin des Muttertages, Julia Ward Howe, mit der Forderung nach einem offiziellen Feiertag für Mütter an die amerikanische Öffentlichkeit tritt, liefert sie dafür eine politische Begründung. Ihre Muttertagsproklamation „Mother´s Day Proklamation“ beginnt mit dem Aufruf an alle Frauen sich am Muttertag aufzumachen: „Arise then ...women of this day!“ (Erhebt euch, Frauen dieses Tages). Julia Howes Ziel ist es, dass die Mütter ihre Söhne vor dem Krieg bewahren „Our sons shall not be taken from us to unlearn all that we have been able to teach them of charity, mercy and patience“ (Unsere Söhne sollen nicht von uns genommen werden, damit sie verlernen, was wir ihnen an Nächstenliebe, Solidarität und Achtsamkeit beibringen konnten). Die Erklärung endet mit dem Vorschlag einen internationalen Frauenkongress des Friedens einzuberufen: „A general congress of women without limit of nationality ... to promote ...the great and general interests of peace.“ (Ein allgemeines und grenzüberschreitendes Treffen von Frauen, um die Belange des Friedens zu fördern). Julia Ward Howe, die berühmt wird durch ihre „Battle Hymn of the Republic“, das bekannteste Bürgerkriegslied der Nordstaaten, ist traumatisiert von den entsetzlichen Verlusten im amerikanischen Bürgerkrieg. Ihre Vision ist bis heute aktuell und uneingelöst. Am „Mother´s Day of Peace“ (Mutterfriedenstag), einem Anti-Kriegstages und Friedenskongreß politisch aktiver und selbstbewußter Frauen aus allen Nationen, widersetzen sich die Mütter den Einberufungsbescheiden für ihre Söhne.

Julia Ward Howe stirbt 1910 ohne ihre Idee verwirklicht zu haben Dieses Erfolgserlebnis bleibt Ann Marie Reeves Jarvis vorbehalten, der Tochter eines methodistischen Pastors. Sie verfolgt mit großer Energie die Idee ihrer verstorbenen Mutter, die sich ebenfalls von einem „Mother´s Friendship Days“ eine Heilung der Wunden des Bürgerkriegs versprochen hatte. Ann Marie Jarvis gilt als die Mutter des Muttertages. Ihre Kampagne zur Einrichtung eines „General Memorial Day of all Mothers“ wird 1914 vom Erfolg gekrönt. Das amerikanische Abgeordnetenhaus und der Senat beschließen, dass der zweite Sonntag im Mai als offizieller Feiertag für die Mütter gefeiert wird. Das Gesetz wird von Präsident Woodrow Wilson unterschrieben.

Allerdings hat sich bei Ann Marie Jarvis der Begründungszusammenhang gegenüber der Frauenrechtlerin Julia Ward Howe signifikant verändert. Nicht nur, dass der zivilreligiöse Charakter des Muttertages deutlich hervortritt - der erste offizielle Muttertag wird 1908 in der Andrews Methodist Episcopal Church in Grafton gefeiert -, auch die Szenerie des Festes ist eine andere. Im Zentrum des Muttertages agieren bei Anne Marie Jarvis nicht mehr die Mütter, sondern die Kinder. Der Muttertag ist bei ihr ein Tag an dem die Mutter gefeiert wird, nicht der Tag, den sie selber feiert, im Unterschied zu den Vätern am Vatertag. Ann Marie Jarvis geht es folglich auch nicht wie Julia Ward Howe um den politische Widerstand der Mütter, deren Kinder in Kriegen sterben, die sie nicht wollen. Ihr geht es, wie beim englischen Mothering Sunday, um die Dankbarkeit der Kinder. Dafür ist sie selbst das beste Beispiel. Sie dankt ihrer verstorbenen Mutter, indem sie deren Idee eines staatlichen Muttertages erfolgreich etabliert, zunächst in den USA. Von dort kommt der Muttertag dann über die Schweiz und Skandinavien 1923 auch nach Deutschland. Deshalb schließt Anne Marie Jarvis von Anfang an in die Dankbarkeitsbezeugungen der Kinder am Muttertag das Gedenken an die verstorbenen Mütter mit ein. Durch Anne Marie Jarvis wird in die Gründungsurkunde des Muttertages eine nie vollständig abzuleistende Dankesschuld der Kinder gegenüber den Müttern eingeschrieben und fixiert.

Die Konsequenzen dieser Umbesetzung sind bis heute in den Inszenierungen des Muttertages zu spüren. Eine davon ist seine Kommerzialisierung. Der Muttertag ist in den USA nach Weihnachten der Feiertag mit dem zweithöchsten Geschenkumsatz und der Tag mit den meisten Ferngesprächen. Die ökonomische Attraktivität des Feiertages teilt sich umgehend auch anderen Nationen mit. Der Verband deutscher Blumenhändler zeigte sich 1934 zufrieden, dass die neue Regierung (Hitler!) durch die staatliche Feier des Muttertag die Familien zu einem harmonischen Familienleben zurückführe - und zu einem gesteigerten Verbrauch von Blumen. Heute sind es in Deutschland jedes Jahr ca. 6 Millionen Blumengebinde, die vor dem zweiten Sonntag im Mai über die Ladentische gehen.

Ann Marie Jarvis, die Mutter des Muttertages, mißbilligte zwar diese Entwicklung. 1923 geht sie gerichtlich gegen Muttertagsfeiern vor, bei denen mit ihrem Kampagnensymbol, weiße Nelken für die verstorbenen und rote Nelken für die lebenden Mütter sehr erfolgreich Fund-Raising betrieben wird. Bevor Ann Marie Jarvis 1948 im Alter von 84 Jahren in einem Sanatorium stirbt, gibt sie zu Protokoll, dass sie es bedauert den Muttertag gegründet zu haben. „This is not what I intended. I wanted it to be a day of sentiment, not profit” (Das ist nicht, was ich beabsichtigt habe. Ich wollte, dass es ein Tag des Gefühls, nicht des Profits wird).

Ironischerweise ist der Muttertag gerade nicht entgegen, sondern aufgrund dessen, was Ann Marie Jarvis wollte, nämlich einen “day of sentiment“, eine extrem profitable Veranstaltung. Nichts läßt sich offenbar leichter vermarkten als Gefühle, die in einem Grundkonflikt der Kindheit wurzeln. Und ein solcher Konflikt wird durch das Konzept von Ann Marie Jarvis ins Zentrum des Muttertages gerückt, ohne dass die Rituale am Muttertag signifikant zu seiner Lösung beitragen. Deshalb treibt dieser Tag jedes Jahr den Absatz von Blumen und Pralinen und die Telefonrechungen in die Höhe. Es sind Blumen, Pralinen und Telefonate gegen ungeklärte Schuldgefühle.

3. Dichte Beschreibung

Der Muttertag ist der Verwöhntag für Mütter. Sie werden morgens mit dem Frühstück am Bett überrascht, mittags mit kleinen und großen Zeichen der Dankbarkeit überhäuft und abends zum Essen ausgeführt. Offenbar fehlen dafür aber vielen Vätern und Kindern die Ausdrucksmittel. Deshalb liefern Unternehmen, die sich auf Feiertage spezialisiert haben, eine Fülle an Vorlagen und Geschenkideen. Das reicht von Familienphotos über Schmuck, Wellness - Wochenende bis zur einfachen „Mama, ich hab dich lieb“ Karte, die Kinder aus dem Internet herunterladen und ausmalen können. Beliebt sind außer Blumensträuße, die Männer bevorzugen, und den Telefonaten der abwesenden erwachsenen Kinder, Grußkarten mit passenden Muttertags-Gedichten. Bezeichnend für die falsche Sentimentalität am Muttertag ist das Gedicht von Annette von Droste-Hülshoff „An meine Mutter“, das von erwachsenen Kindern bevorzugt für den Dank an die Mütter verwendet wird. In diesen Zeilen scheint eine Tochter zu verstummen, weil die übergroße Liebe zur Mutter ihr die Sprache verschlägt. Tatsächlich beschreibt die Dichterin eine höchst problematische Mutterbeziehung, wenn auch sehr diskret (vgl. Peter von Matt, Verkommene Söhne, mißratene Töchter. Familiendesaster in der Literatur, München 1997, 232). Die Mutter schweigt beharrlich zur Tochter. So entsteht ein Übermaß an ungeklärten Gefühlen bis die Tochter resigniert und sich der Mutter unterwirft: „So nimm die einfach schlichte Gabe hin, Von einfach ungeschmücktem Wort getragen, Und meine ganze Seele nimm darin: Wo man am meisten fühlt, weiß man nicht viel zu sagen.“

Welches Problem wird am Muttertag mit Gedichten, Dankkarten, Blumensträußen, Essenseinladungen und Verwöhnpaketen bearbeitet? Fragt man nach dem funktionalen Gehalt des Muttertages stößt man auf die freie und selbstlose Anerkennung der Existenz des Kindes durch die Mutter. Das scheint die exemplarische Szene hinter den Szenerien zu sein, die am Muttertag aufgeführt werden. Auf diese Funktionsstelle in der eigenen Biographie ist jeder Mensch ansprechbar, weil an diesem Punkt in jedem Kind das Gefühl entsteht der Mutter ein Leben lang verpflichtet zu sein. Die freie und selbstlose Anerkennung der Existenz des Kindes räumt der Mutter einen unaufhebbaren Vorrang im Leben eines Kindes ein und bewirkt bei den Kindern das Bedürfnis dankbar zu sein, ein schlechtes Gewissen, wenn sie es nicht sind und Abwehr, wenn sie Erwachsen werden. Misslingen und Gelingen der Rituale liegen am Muttertag auch deshalb so eng beieinander, weil eine Teilregression zur exemplarischen Muttertagsszene gehört, und zwar von der Mutter wie auch von den Kindern. Beide tauchen an diesem Tag wieder ein in die Asymmetrie ihrer primären Bindung. Denn die mütterliche Anerkennung des kleinen Kindes ist nicht auf Augenhöhe angesiedelt.

Anerkennung der Existenz

Ein neugeborenes Kind schlägt seine Augen auf und blickt in das Gesicht seiner Mutter, die sich über es beugt. Bevor das Kind ich sagen kann, bevor es überhaupt etwas kann, wendet sich ihm seine Mutter zu. Diese Zuwendung ist für jedes Kind (über)lebensnotwendig. Das Gesicht der Mutter signalisiert ihm Anerkennung, nicht aufgrund von etwas, z.B. seiner Intelligenz, Musikalität oder Schönheit. Die Anerkennung der Mutter wird ihm auch nicht als etwas zuteil, als künftiger Nobelpreisträger oder als Eisprinzessin. Die Anerkennung der Mutter wird ihm geschenkt ohne etwas, als einem Wert an sich. Die entscheidende Botschaft der Mutter, die sich über ihr neugeborenes Kind beugt, lautet deshalb: „Du bist für mich wichtig.“ Aber auch der Vater gehört in die Szene. Seine Bedeutung für die Beziehung von Mutter und Kind, die ein traditionelles Mutterideal oft unterschlägt, liegt in zweierlei: Er ist wichtig für die Entwicklung des Kindes und ist anderseits ein wichtiger emotionaler Rückhalt für die Mutter. Seine Solidarität mit der Mutter ermöglicht ihr die „Teilregression“ in eine emotionale und köpernahe Beziehung zu ihrem neugeborenen Kind (vgl. Martin R. Textor, www.familienhandbuch.de/mutterbilder ).

Religiöser Kern

Diese Anerkennung der Existenz, nicht aufgrund von etwas (Leistung) oder als etwas (sozialer Status), die ein neugeborenes Kind in der Zuwendung der Mutter erfährt, ist religiös bedeutungsvoll. Sie ist die emotionale Basis für den klassischen Topos protestantischer Frömmigkeit, die Rechtfertigung der Person, nicht aufgrund von etwas oder als etwas, sondern aus Gnade. „Wer also behauptet, religiös zu sein, muß aus seiner Religion einen Glauben ableiten können, den er dem Kleinkind in Gestalt des Urvertrauens weitergeben kann” (E. Erikson, Identität und Lebenszyklus, Frankfurt a. M. 1998, 75.) Ein Kind, das dieses Urvertrauen hat und für andere wichtig ist, kann lernen sich selber wichtig zu nehmen. „Man verarbeitet das Anerkanntwerden zu einem Gefühl, anerkennenswert zu sein.“ (E. Tugendhat, Egozentrizität und Mystik, München 2003, 44). Ausgangspunkt ist Anerkennung des Kindes in seiner Existenz, als Wert an sich, durch die Mutter, den Vater, die Großeltern, Paten. Das Ziel aber ist es erwachsen zu werden: auf die primäre Zuwendung der Mutter aufbauend von ihr unabhängig zu werden und sich an sich selbst als anerkennenswert zu empfinden. „A Mother is not a person to lean on, but a person to make leaning unnecessary” (Dorothy Fisher). Die primäre Anerkennung durch die Mutter stellt eine Art von „basic trust“ dar, auf den sich ein stabiles Selbstvertrauen in Distanz zur Mutter aufbauen kann, das den Belastungen und Verwundbarkeiten eines selbstbewußten Lebens gewachsen ist.

Leitbilder des Mütterlichen

Trotz der fundamentalen Bedeutung für den Aufbau des individuellen Selbstbewusstseins wie für die Reproduktion der Gesellschaft ist die Mutterliebe keine Ressource, die verläßlich gesichert ist. Mütter sind in ihrer Liebe zu Kindern nicht durch Instinkte festgelegt. Sie können sich nicht nur gegen den Wunsch entscheiden Kinder zu bekommen. Sie können sich sogar gegen die Kinder entscheiden, die sie bekommen haben. Die mythische Gestalt der rachsüchtigen Medea, die ihre eignen Kinder ermordet, um ihrem untreuen Gatten Jason den tödlichen Schlag zu versetzen (vgl. G. Schwab, Sagen des Klassischen Altertums) markiert eine äußerste Tabugrenze, die in der modernen Literatur (vgl. Elfriede Jelinek, Lust, Hamburg 102004, 254) wie im modernen Leben (Babymorde in Brandenburg, Hungertod eines siebenjährigen Mädchens in Hamburg) immer wieder berührt wird.

Nun tritt an die Stelle der Instinkte nicht völlige Unbestimmtheit, sondern die Kultur. Sie fungiert als ein Reservoir von unterschiedlichen Leitbildern wie Mutterschaft zu verstehen ist, samt den Ritualen, etwa der Muttertag, um sie einzuüben. Da gibt es die traditionelle Mutter, die sich für Kinder und Familie aufopfert, die Mutter als Heilige mit einer abgespaltenen Sexualität, die dominante Mutter, die nicht loslassen kann, die omnipotente Mutter, die Haushalt, Kinder, Beruf und attraktives Aussehen mühelos verbindet, die alleinerziehende Mutter, die das höchste Armutsrisiko trägt, die „neue“ Mutter, die sich bewußt gegen ihren Beruf und für die Familie entscheidet.

Muttersein - Mutterwerden

Muttersein ist nicht nur eine biologische Tatsache, sondern auch ein soziales Konstrukt. Mütter werden im sozialen Leben, was sie biologisch schon sind. Diese Rollenübernahme, eine Art innerer Geburt des Mütterlichen, kann mit einer großen emotionaler Befriedigung verbunden sein. Aber auch mit seelischen „Wehen“, mit Abwehr, Zorn, Widerwille und Depressivität. Ein bezaubernd-poetisches Bild für den schmerzhaften inneren Prozess der Übernahme einer Mutterrolle zeichnet der Film „Die Geschichte vom weinenden Kamel“ von Byambasuren Davaa und Luigi Falorni (Sunfilm Entertainment, München 2004, 87 Min). In Süden der Mongolei, in der Weite der Wüste Gobi, kommt ein kleines weiße Kamel zur Welt. Kamele, so erfahren wir im Vorspann, sind gutmütige Tiere. Aber die junge Kamelmutter, geschwächt und verstört von einer langen und entsetzlichen Geburt, ist in ihrer Gutmütigkeit überfordert. Sie kann ihr Junges, das ihr so großes Schmerzen bereitet hat, nicht annehmen. Das Kamelbaby müsste verhungern, wenn kein Wunder geschieht. Da erinnert sich der Großvater der Sippe an das Hoos-Ritual: Ein Musiker kommt und spielt magisch-himmlische Melodien auf seiner Geige. Das Ritual und die Musik wirken wie ein Initiationsritus. Das Kamel darf zur Musik weinen und sein Leid klagen. So löst sich das Geburtstrauma in den Tränen, welche die Kamelmutter weint. Jetzt kann sie Mutter werden und sich ihrem Kind öffnen.

4. Erschließungsperspektiven

Der Muttertag ist weder ein staatlicher noch ein kirchlicher Feiertag. Der Anlaß hat nur Empfehlungscharakter und wird, rechtlich gesehen, als ein privates Fest nach amerikanischem Vorbild am zweiten Sonntag im Mai gefeiert. Obwohl der Muttertag folglich keinen Ort im Kirchenjahr hat, wird das Thema Muttertag in vielen christlichen Gottesdiensten an zweiten Sonntag im Mai aufgegriffen. Aus Sicht der Gottesdiensttheorie stellt dieser Gottesdienst dann einen Zielgruppengottesdienst dar. Eine Gruppe und ihre Lebensumstände wie die Mütter oder die frisch Verliebten am Valentinstag werden zum Thema eines Gottesdienstes gemacht. Der zweite Sonntag im Mai hat aber bereits ein Thema aufgrund seiner Stellung im Kirchenjahr. Der Konflikt wird in der Regel dadurch gelöst, dass eines der beiden Themen, Muttertag oder Kirchenjahr, in den Hintergrund tritt. Der Muttertagsgottesdienst kann aber auch eine Chance sein Kirchenjahr und moderne Lebenswelt zu verknüpfen. Dann geben die Namen der Sonntage, auf die der Muttertage im Wechsel fällt, Jubilate, Kantate, Rogate etc., die Grundstimmung an für die Inszenierung des Gottesdienstes von und für Mütter.

Das Problem der Zielgruppengottesdienst liegt darin, dass andere Gruppen sich nicht angesprochen fühlen. Betont man weniger die Zielgruppe als vielmehr die Lebenssituation, dann lässt sich der Muttertagsgottesdienst für andere Gruppen, Männer, auch kinderlose Paare, Jugendliche etc. öffnen. Denn dann stehen die Mütter exemplarisch für die Frage, woran ich mich bei der Übernahme einer neuen Rolle orientieren kann und welche Möglichkeiten es gibt, mich in dem Rollenkonzept, das ich gewählt habe, weiterzuentwickeln. In dieser Perspektive tendiert der Muttertag mehr zur Gattung des Kasualgottesdienstes.

Kasualien sind Gottesdienste aus besonderem Anlaß, wie Taufe, Konfirmation, Hochzeit und Beerdigung. Bei Gottesdiensten aus besonderem Anlaß liegt der Schwerpunkt nicht auf der Textauslegung, sondern auf der Verbindung einer Lebenssituation mit einer gottesdienstlichen Feier. „Der Text ist [in diesem Fall] in der Handlung“ (F. Schleiermacher, Prakt. Theol. 1850, 325). Die biblischen Texte dienen bei den Kasualgottesdiensten, wie beim Bibliodrama, dem Ausdruck und der Deutung einer individuellen Lebensgeschichte. Das Zentrum der gottesdienstlichen Handlung ist bei den Kasualien der Segen. Der Segen symbolisiert z.B. bei der Konfirmation, dass Gott den Aufbruch eines Jugendlichen ins Erwachsensein bejaht und das Wachstum seines Lebens begleitet.

Interpretiert man den Gottesdienst am Muttertag als eine Kasualhandlung, dann erweitert dieses Fest, wie auch der Einschulungsgottesdienst, den Kanon der Anlässe für religiöse Handlungen und zwar, weil sich die Problemzonen moderner Biographien verändert haben. Am Muttertag sind es zwei Problemkreise, auf der Segen, funktional bezogen sind: Die Übernahme und ständige Weiterentwicklung der konfliktträchtigen Mutterrolle - Segen hat da eine ähnliche Aufgabe wie das Ritual in der Geschichte vom weinenden Kamel -, und Emanzipation des Kindes von seiner primären Mutterbindung. Im Übrigen kann auch die Eucharistie und die Abendsmahlsszene diese Aufgabe übernehmen, vor allem in der katholischen Tradition. Es geht also einerseits um die Frage, was es heute heißt Mutter und Hausfrau zu sein: „Ein paar [Mütter] haben sich zusammengesetzt und überlegt, wie ein Gottesdienst aussehen könnte, der das Thema `heute Mutter und Hausfrau´ in den Mittelpunkt der Eucharistiefeier stellt“ (R. Huber und Frauentreff St. Klara, Heute Mutter und Hausfrau sein. Ein Gottesdienst zum Muttertag, in: KatBl 120 (1995), 287-293, 287). Und es geht andererseits um das Loslassen der Kinder und deren Erwachsenwerden (vgl. „Mamma mia – Muttertag“, www.bibelwelt.de ).

Beides sind riskante Prozesse, die mit Unsicherheit, Verlustangst, aber auch mit Spaß und großer Befriedigung verbunden sind. Die Chance eines Gottesdienstes am Muttertag ist es einerseits solche Erfahrungen wahrzunehmen, ihnen Ausdruck zu verleihen und andererseits einen Spielraum zu öffnen, Wege der Veränderung auszuprobieren und einzuüben und zwar, weil im Mittelpunkt des Gottesdienstes die Anerkennung der Rollenkompetenz, der Person der Mutter steht, nicht die bestimmter Rollen. Deshalb kann die Mutter im Gottesdienst mit ihren Mutterrolle spielen, ohne die Anerkennung Gottes aufs Spiel zu setzen.

Zur Vorbereitung

Der Muttertag stellt eine Chance für die Kirche dar mit ihrer Verkündigung an einem wichtigen Punkt den Anschluß an die moderne Lebenswelt zu gewinnen, wenn er gut und sorgfältig vorbereitet wird. An diesem Tag wird in kleinen Ritualen und Gesten der Dankbarkeit die komplizierte Rolle der Mutter im System Familie angesprochen, auch wenn die Formen, mit denen dies getan wird, den Paradoxien des heutigen Mutterseins kaum gerecht wird. Im Gegenteil, die Rituale der Dankbarkeit am Muttertag rufen ein Gemenge von vagen Schuldgefühlen auf, ohne an ihrer Klärung zu arbeiten. Das ist die Chance des christlichen Gottesdienstes. Er kann an diesem Tag der Ort der Klärung sein und der Segen Gottes das Symbol für Veränderungen, sowohl für die Befreiung von erstarrten Rollenbildern wie auch für die Entdeckung besserer Alternativen.

Um dieses Ziel zu erreichen, muß die Vorbereitung eines Gottesdienstes zum Muttertag mit einer Schulung der Wahrnehmung beginnen. Das geht am besten mit einem Vorbereitungsteam von Müttern in verschiedenen familiären Situationen. Was sagen eigentlich die heutigen Mütter über diesen Tag und über ihre Rolle als Mutter, Hausfrau, Berufsfrau? Und was sagt die Familienforschung (vgl. www.familienhandbuch.de)? Die komplexe Situation des Mutterseins in der modernen Gesellschaft läßt sich jedenfalls nicht mehr ausschließlich mit den Leitbildern der Bibel erfassen. Hinzu kommt, dass das Bild der intakten bürgerlichen Kleinfamilie immer noch als eine unausgesprochene theologische Norm in der Sprache der Liturgie wie der Predigt weiterwirkt. Doch auch in intakten Kleinfamilien sind die Mütter mit Fragen nach der gesellschaftlichen Bewertung von Hausarbeit konfrontiert, nach Rentenanspruch für Kindererziehung, mit Vorwürfen beim Schulversagen der Kinder, mit der Frage, wie sich Mutterschaft mit einem befriedigendes Sexualleben verbinden läßt und welche Konsequenzen die Übernahme der Mutterrolle für die Berufskarriere hat. Wenn solche und andere Fragen wahrgenommen und die theologische Fixierung auf bestimmte Lebensformen aufgebrochen werden, kann der Gottesdienst am Muttertag seine Funktion erfüllen, das reale Leben zu erneuern, so wie ist, nicht wie es moralisch oder theologisch wünschenswert erscheint.

Ein Vorbreitungsteam von Müttern erfüllt noch einen zweiten wichtigen Zweck. Es ist ein Baustein, um diesen Tag den Müttern wieder zurückzugeben und als Bühne für ihre Interessen in Anspruch zu nehmen. Auf die großen und kleinen Gesten der Dankbarkeit von Seiten der Kinder und Partner wollen nicht zuletzt viele Mütter ungern verzichten. Aber auch das kann im Gottesdienst am Muttertag aus der Perspektive der Mutter inszeniert werden. Der Segen ist die Form der Annerkennung für die selbstlose Zuwendung, die eine Mutter braucht, um ihr Kind in ein selbstbewußtes und von der Mutter unabhängiges Leben entlassen zu können. Das legitime Bedürfnis der Mütter nach Dankbarkeit kann auch so befriedigt werden, dass es nicht lebenslang Druck auf die Kinder ausübt.

Der Muttertag wird sich kaum mehr als ein „congress of women“ feiern lassen, wie es Julia Ward Howe ursprünglich gedacht hatte. Aber in der Vorbreitung des Muttertages können Mütter anfangen, unabhängig von Kindern und Familien, sich selber zu spüren, ihre Ressourcen zu entdecken, ihre Rolle zu überdenken, ihre Bedürfnisse auszusprechen und über Alternativen, auch politischer Natur, nachzudenken - und einiges davon im Gottessdienst öffentlich aussprechen. Dazu bedarf es allerdings eines gewachsenen Vertrauens im Vorbereitungsteam und es bedarf einiger vertrauensbildenden Maßnahmen. Etwa die, eine Gottesdienstkultur zu entwickeln, die nicht erst an diesem Tag damit beginnt, den Gottesdienst als eine besonders gute Adresse zu etablieren, um „heiße Eisen“ anzupacken. Vor allem wenn es, wie bei alleinerziehenden Müttern, um Verletzungen, Niederlagen, Wut, Scham und Schuldgefühle geht, die sie mit ihrer Mutterrolle verbinden (vgl. Th. Erne, Muttertag, einmal anders. Wie es zu einem Gottesdienst für Alleinerziehende kam, Ev Gemeindeblatt für Württemberg, 10/1998, 11).

Vor dem Hintergrund einer solchen dichten Beschreibung der Lebenssituation von Müttern wird der zweite Schritt, die Lektüre biblischer Texte, zu einer aufregenden Erfahrung. Sie gleicht einer Suchbewegung, bei der die offenen Fragen, manchmal sind es auch offene Wunden in der eigenen Biografie auf Sprachbilder der Bibel bezogen wird, bis eines davon passt. Das müssen nicht immer biblische Frauengestalten sein, in denen sich die Sehnsucht nach Veränderung, nach einem Exodus aus alten Rollenklischee wiederfinden lässt wie bei Miriam. Es können Gleichnisse Jesu sein, Sprachbilder aus den Psalmen, der Weisheit, es können Gedanken aus den Briefen sein, die in Zustimmung und Widerspruch, das Bedürfnis befriedigen, auszudrücken, was ich erfahren habe und mich zugleich über das Erfahrene hinausführen. Als Text für einen Muttertag mit alleinerziehenden Mütter wählten die Frauen ausgerechnet die Geschichte der kanaanitische Frau (Mt 15, 21-28), die auf der Ranglisten frauenverachtender Texte in der Bibel einen der vordersten Plätze einnimmt. Die demütigende Ablehnung der Bittstellerin durch Jesus drückte das Lebensgefühl der alleinerziehenden Mütter aus, abgelehnt und ausgegrenzt zu sein. In der Identifikation mit der kanaanäischen Frau erlebten sie dann aber auch die Annerkennung, ja Bewunderung, die Jesus dieser Mutter am Ende entgegenbrachte. An diesem Morgen gingen diese Mütter mit erhobenem Haupt, erbaut und ermutigt aus der Kirche.

Der letzte Schritt betrifft die Frage der Gestaltung. Es gibt anregende Ideen in der Literatur, in Filmen, im Internet, in Frauenliturgien und Muttertagsgottesdiensten. Aber fremde Ideen nutzen nichts, wenn sie kopiert werden und nicht eigene Gestaltung freisetzt. Jedes Vorbereitungsteam muß den Mut haben seine Form für den Muttertagsgottesdienst zu finden. In der spezifischen Situation, aus der die Frauen kommen, den Texten, mit denen sie arbeiten, dem Kontext Gemeinde, dem Kirchenraum, den Begabungen der Beteiligten liegt ein großes Gestaltungspotential, das nur diese Gruppe heben kann. Entscheidend, atmosphärisch wie inhaltlich ist der Rahmen und sind die Details. Der Rahmen kann schlicht und die Details einfach sein. Aber sie müssen sorgfältig gestaltet werden im Blick auf die Besucher: Wie wie bringt die Inszenierung des Gottesdienstes die Besucher ins Spiel? Die inhaltliche Arbeit in der Vorbereitung, die persönliche Betroffenheit, die Klärung der eigenen Situation im Horizont biblischer Texte, das alles ist eine unerlässliche Voraussetzung. Aber die Vorarbeit teilt sich der Gemeinde nur mit, wenn sie im Gottesdienst selbst an dieser Arbeit beteiligt wird. Das ist die Leitfrage der Gestaltung: Wie können die Fragen, die Mütter in der Vorbereitung bewegt und die sie im Horizont biblischer Texte klären konnten, in eine Szene übersetzt werden, in der die Gemeinde sich wiederfinden und ihrerseits diese Fragen klären kann. Das kann am Ende in einer herkömmlichen Form des Gottesdienstes geschehen. Nur ist diese Form, wenn sie als Bühne für Gemeinde begehbar wird, dann nicht mehr traditionell. Das kostet Zeit, wie die Vorbreitung jedes guten Festes. Aber es lohnt sich, denn so ist der Muttertag die Chance, dass eine ganze Gemeinde zu Königinnen und Köngen wird – wenigstens an diesem einen Tag.



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