Workshops

Workshops Ev. KBT 21.09.2019, 9-12 Uhr

1 Vermittlung²

Die architektonische Moderne 1919-1945 ist eine Fremde in der Kirchenlandschaft – oft steht ihre sakralsäkulare Kühnheit dem traditionell gemeindlichen Geborgenheitswunsch distanziert gegenüber. Anhand des architektonischen Jahresthemas im Kontext des Kirchenbaus wird mit Hilfe der unkonventionellen temporären Intervention „Bei deinem Namen genannt: Maria und Nikolaus“, dem bundesweiten ökumenischen Beitrag des Kulturbüros der EKD zum Europäischen Kulturerbejahr „Sharing Heritage“ gezeigt, wie Vermittlung in der Breite sinnfällig gelingen kann.

Workshopleitung: Dr. Johann Hinrich Claussen und Klaus-Martin Bresgott


Elbingerode außen © EKDkultur Ralf Klöden

Fotos: Ausstellung © EKDkultur – Andreas Schoelzel

2 Erprobungsräume in der EKM – Kirche kann auch ohne Gebäude aufgeschlossen sein.

In den Erprobungsräumen können Christen in der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands (EKM) neue Räume erschließen – allerdings soziale Räume: Andere Formen des Miteinander – an anderen Orten und zu anderen Zeiten. In dem Workshop werden Ideen und Beispiele vorgestellt (https://www.erprobungsraeume-ekm.de/).

Workshopleitung: Dr. Thomas Schlegel

Fotos: Erprobungsräume © Therese Peter

3 Her(r)bergskirchen Thüringer Wald: Die andere Art der Übernachtung im Kirchenraum als Multiplikator für die gesamte Region, IBA Kandidat der EKM

In der Michaeliskirche Neustadt am Rennsteig sind seit Sommer 2017 unerwartete Hybride aus geistlichen und weltlichen Nutzungen erlebbar. Direkt am Höhenwanderweg Rennsteig gelegen, können Radfahrer, Wanderer oder Pilger in der sogenannten ersten „Her(r)bergskirche“ nicht nur mit

traumhaftem Blick in den Kirchenhimmel übernachten, sondern beispielsweise auch in der neu eingerichteten Dorfbibliothek stöbern, oder gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft Filmabende und ausgiebige Abendessen genießen.

Mit der Quernutzung seiner Gemeindekirche setzt der kleine Ort ein starkes Statement: Durch die Zusammenarbeit zwischen kirchlichen, kommunalen und zivilgesellschaftlichen Akteuren ist es gelungen konkrete Nutzungsperspektiven zu entwickeln, um den von Abwanderung geprägten ländlichen Raum zukunftsorientiert zu gestalten. Die beispielhafte Quernutzung trägt dabei nicht nur zur Instandhaltung einer historischen Bausubstanz bei, sondern zeigt darüber hinaus auch sozio-kulturelle Ansätze des Zusammenlebens für andere Gemeinden auf. Im Laufe der Jahre 2019/2020 soll das IBA Projekt auf weitere Kirchengemeinden in der Region ausgedehnt werden.

Im Rahmen des Workshops sollen sowohl der bisherige Entwicklungsprozess des Projekts als auch die dabei gesammelten Erfahrungen präsentiert und diskutiert werden. Wen spricht das besondere Schlaferlebnis im Kirchenraum an? Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich daraus? Wie bringen wir geistliche und weltliche Nutzungen unter ein Dach?

Workshopleitung: Horst Brettel, Hannes Langguth, Felix Minkus & weitere Akteure

Her(r)bergskirche Neustadt am Rennsteig, fotografiert im Juli 2018
Her(r)bergskirche Neustadt am Rennsteig, fotografiert im Juli 2018
Her(r)bergskirche Neustadt am Rennsteig, fotografiert im Juli 2018

Fotos: Herbergsbilder aus Neustadt am Rennsteig, 3 Fotos © Rene Zieger, Berlin

4 Workshop zum IBA Projekt‚ Krobitz, St. Annen-Kapelle – Feuerorgel zieht an‘

Prozess Bürgerbeteiligung

Der international renommierte Künstler Carsten Nicolai hat eigens für die St. Annen-Kapelle aus dem 11. Jahrhundert eine skulpturale Arbeit entwickelt: ‚organ’ ist im weitesten Sinne ein Musikinstrument, das von frühen Entwürfen sogenannter Flammenorgeln aus dem späten 18. Jahrhundert inspiriert ist.

Das Kunstprojekt schafft einen starken Ort und verleiht der romanischen Kapelle, die einen Fixpunkt in der sanft anmutenden Landschaft im Saale-Orla-Kreis bildet, neue Strahlkraft. Die Kunstkapelle ist das erste realisierte Projekt im Rahmen des Ideenaufrufs ‚Querdenker für Thüringen 2017’, mit dem die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland nach innovativen Nutzungen für viele der leerstehenden Kirchen in Thüringen sucht.

Workshopleitung: Ulrike Rothe & weitere Akteure

Fotos: St. Annen Kapelle und Feuerorgel Krobitz, © Fotograf Thomas Müller, Bildrechte: Evangelische Kirche Mitteldeutschlands (EKM) und IBA Thüringen

5 ERINNERN

Manchmal ist es, als würden die Wände die Geschichte der Kirche atmen. Die Jahrhunderte voller Freud und Leid der Gemeinde werden dann spürbar. Ganz besonders ist das in der Reglerkirche mit ihrer wechselvollen Geschichte so: Im großen Altarbild, das Leben Jesu. Es zeigt die bekannten Ereignisse, zwischen den Zeilen auch etwas von seinem Alltag. Durch das Jahr erinnern wir mit diesen Bildern, Geschichten und den großen Feiertagen an das Leben Jesu.

Der Workshop soll den erinnerten Alltag von Menschen der Gemeinde sichtbar werden lassen. Fotos und Gegenstände sollen ein Einstieg in Erzählungen aus der Zeit vor und kurz nach der Wende sein.

Teilnehmer*innen des Kirchbautages, die aus allen Bundesländern Deutschlands kommen, hören an kleinen Erzähltischen zu. Fotos, Gegenstände, Erzählungen und Resonanzen finden dann in der Kirche ihren ästhetischen Ort und Rahmen.

„Haltbar“ … Es handelt sich um übrig gebliebenes Brot von Abendmahlsfeiern, in Schächtelchen, aus alten Briefen gefaltet, für jeden Tag eines ganzen Jahres. Foto: © Gabi Erne

Workshopleitung: Gabi Erne, Künstlerin und Playing Artist, Marburg

Ort: Reglerkirche Erfurt

6 Ins Herz gesät – Kirche auf der BUGA21

Im Rahmen eines interdisziplinären studentischen Ideenwettbewerbs stellen sich Studierende der FH Erfurt aus den Bereichen Architektur und Landschaftsarchitektur den besonderen Herausforderungen an einem heute unterrepräsentierten unwirtlichen, jedoch historisch bedeutsamen, ambivalenten und exponierten Standort um die Peterskirche auf dem Erfurter Petersberg. Dabei werden im gestalterischen und funktionalen Sinne gemeinsam Ideen und Perspektiven für eine überraschende Präsenz der Kirche auf der Bundesgartenschau 2021 in Erfurt entwickelt.

Südöstliches Religionsareal um die Peterskirche, Petersberg Erfurt, 2018, Fotos: © Marion Müller

Workshopleitung: Prof. Philipp Krebs, Marion Müller & weitere Akteure

7 Kolumbarien in Stadt und Land

Stadt: Nutzungserweiterung/Umnutzung zum Kolumbarium

Die Allerheiligenkirche und die Magdalenenkapelle in der Erfurter Innenstadt befinden sich im Besitz des Domkapitels. Im Rahmen einer Generalsanierung der Allerheiligenkirche im Jahre 2005 stellte sich die Frage einer zukünftigen Nutzung, wobei die Idee eines Kolumbariums entstand. Was waren die Bedingungen, welche Vorschriften waren zu beachten und welche Institutionen waren einzubinden, um so ein Vorhaben umsetzen zu können und entsprechende Genehmigungen zum Betrieb zu erhalten. Nach Klärung aller spezifischen Aufgabenstellungen, eines Künstlerwett-bewerbes und nach Erhalt aller erforderlichen Genehmigungen konnte mit der Umsetzung begonnen werden. Nach der Einweihung im September 2007 wurden mannigfaltige Erfahrungen beim Betrieb des Kolumbariums gesammelt. Diese konnten bei der Umnutzung der Magdalenenkapelle zu einem Kolumbarium im Jahre 2012 bei der Gesamtplanung berücksichtigt werden.

Land: Nutzungserweiterung als Kolumbarium

Auf Grund des demografischen Wandels sind unsere Kirchen in ihrem Fortbestand massiv bedroht.

Die Doppelgemeinde Golmsdorf-Beutnitz mit ca. 700 Einwohnern, davon etwa 140 Gemeindeglieder hat 2 Kirchen. Um den Fortbestand beider Kirchen zu sichern wurde hier intensiv über eine Nutzungserweiterung nachgedacht. Geplant ist, als Nutzungserweiterung in der St. Barbara-Kirche Golmsdorf ein Kolumbarium einzurichten. Für den ländlichen Raum wäre das ein Novum. In dem Workshop soll der Prozess der Abwägung in der Kirchgemeinde, der Ideenfindung und der jetzige Planungsstand erläutert werden. Weiterhin werden Entwürfe von Studenten der Bauhaus-Universität Weimar, die sie im Rahmen eines Semesterentwurfs für die Golmsdorfer Kirche zur Nutzungserweiterung als Kolumbarium anfertigten, erläutert.

St. Barbara-Kirche in Golmsdorf, Präsentation der Studentenentwürfe in der Bauhaus –Universität Weimar © Claudia Persch

Workshopleitung: Andreas Gold, Dombaumeister Erfurt &

Claudia Persch, Architektin, Förderverein Golmsdorf-Beutnitz

8 Bienen-Garten-Kirche Roldisleben – Themenkirche auf dem Land

aktiviert ein Dorf und die Region mit dem Anspruch: Begegnung ermöglichen, Identität stiften, Austausch von kulturellem, ökologischem und religiösem Wissen initiieren, IBA Kandidat der EKM

Mit der „Bienen-Garten-Kirche“ soll eine Stätte für intergenerationale Begegnungen und den Austausch von Erfahrungen, Wissen und Glauben geschaffen werden. Im Mittelpunkt steht die Erschließung von Garten und Kirche über die rein gottesdienstliche Nutzung hinaus zum Nutzen der Dorfgemeinschaft und als attraktiver Anlaufpunkt für die ganze Region. Die Besucher erhalten in der erlebnispädagogisch orientierten Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Leben der Bienen, deren kulturgeschichtlichen Bedeutung und Gefährdung Impulse für ein gesteigertes soziales, kulturelles und ökologisches Bewusstsein.

Bienen-Garten-Kirche Kirche Roldisleben © Evangelische Kirche Mitteldeutschland (EKM), IBA Thüringen, Fotograf: Thomas Müller

Workshopleitung: Pfarrer Andreas Simon und weitere Akteure

9 VIVENDIUM – Gesundheitskirche „St. Severi“ Blankenhain, IBA Kandidat der EKM

Das Konzept VIVENDIUM widmet sich der Verbindung von Glaube und Gesundheit und erweitert die Funktion einer Kirche als Gottesraum mit bisher ungenutzten Raumpotentialen unter gesundheitlichen Aspekten. Sensible Maßnahmen sind dabei Ausdruck einer behutsamen Herangehensweise zum thematischen Wandlungsprozess. Bezüglich der Komplexität von Gesundheit in Körper, Geist und Seele wird das vielfältige Raumpotential (Sakristei, Chor, Turm, Empore etc.) als räumliches Therapeutikum im Rahmen von Seelsorge, Psychotherapie und Psychosomatik begriffen. Mit dem Ziel einer selbstverantwortlichen Gesundheitsförderung stehen die Themen „Gesundheit“ (weltlich) und „Heilung“ (geistlich) im Mittelpunkt und bieten eine neue räumlich-thematische Öffnung der Kirche „St. Severi“.

Abb.: © M. Buss / W. Kempf / G. Widiger

Workshopleitung: M. Buss, W. Kempf, G. Widiger

10 Öffentlicher Raum Kirche

Wieviel Öffentlichkeit brauchen Kirchen eigentlich? Sie stehen im öffentlichen Raum und öffnen sich regelmäßig für die Öffentlichkeit einer Gemeinde. Große Stadtkirchen und berühmte Kirchengebäude sind nicht nur öffentliche sondern oft auch touristisch genutzte Gebäude. Aber Religion lebt auch aus der Begegnung mit dem Heiligen, die eher in der Abgeschlossenheit eines geschützten Sakralraumes gesucht wird. Entweicht der Heilige Geist, wenn die Kirchentüren offenstehen und eine beliebige Öffentlichkeit freien Zugang hat, oder ist Offenheit eine Chance dafür, dass ein neuer lebendiger Geist hineinweht in die leeren Kirchen? In dem Workshop wollen wir gemeinsam ins Gespräch kommen über Chancen und Risiken von Öffentlichkeit im und für den Raum Kirche.

© Prof. Dr. Markus Buntfuß

Workshopleitung: Prof. Dr. Markus Buntfuß

11 Von Außenseitern, Paaren und Straftaten der Bibel. Ein Sommerkirchen-Projekt.

In fünf Jahren ist aus einer vernachlässigten Kirche im dörflich geprägten Erlbachtal ein Publikumsmagnet geworden. Liturgisch geprägte Gottesdienste mit Gästen, Platzierung der Werbung im touristischen Segment, hervorragende, meist klassische Musik und kleine Themenimbisse waren die Schlüssel zu diesem Erfolg. Im dritten Jahr unterstützt uns das Bundesprogramm /Demokratie Leben! /mit hohen vierstelligen Summen, denn sie finden: Wir machen Demokratieentwicklung im ländlichen Raum.

Kirche Thieschitz © Dr. Ludwig Senf, Banner Sommerkirche in Thieschitz: © Christoph Beer

Workshopleitung: Stefan Pein, Pfarrer Dr. Frank Hiddemann

12 Paramentik: „The Spirit of Textiles“– Textilkunst für Kirchen

Während Ausstellungshäuser in den letzten Jahren die Textilien in der Kunst wieder entdecken, sind Objekte aus Stoff und Garnen als Paramente immer in Kirchenräumen präsent als Antependien an Altar und Kanzel und in Form von Gewändern. Die liturgischen Textilien dienen traditionell in erster Linie dazu, den Lauf des Kirchenjahres durch ihren Farbwechsel anzuzeigen. Doch sie könnten viel mehr: Textile Materialien sind reversibel und transportabel. Man kann sie flexibel einsetzen für temporäre und performative Anlässe. Sie können zu architektonischen Elementen werden als weit ausgreifende Wandbehänge oder Raumteiler, sie können der Raum-Akustik aufhelfen, – nicht zuletzt sind sie ein Faktor für Charakter und Atmosphäre eines Raumes.

Insofern ist es ein Ziel des workshops, das Potential des textilen Materials für die Paramentik und für die Gestaltung von Kirchenräumen in möglichst vielen Facetten neu auszuloten und weiterzuspinnen.

Anlass und Anschauung vor Ort sind die neuen Paramente für die Augustinerkirche in Erfurt, die von der Klasse Malerei/Textile Künste der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle entwickelt wurden.

Special Guest: Ulrich Reimkasten, Professor em. für Malerei und Textile Künste der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

Grünes Altarantependium, Augustinerkirche Erfurt. SEPIA – Institut für Textile Künste, Cornelia Buchheim; Foto: © SEPIA/Inka Schottdorf

Ort: Augustinerkirche Erfurt

Workshopleitung: Gido Hülsmann, Lambert Auer, Claudia Breinl

Ort: Augustinerkirche Erfurt

13 “Ein Fenster für St. Marien Bleicherode – von Nöten, einer Idee, dem Scheitern und einem Künstlerwettbewerb”.

Nicht immer verläuft ein Vorhaben, trotz allen Bemühens, geradlinig und planmäßig. Der Workshop will hier anhand der Kasuistik der Neugestaltung des Fensters von St. Marien auf eventuelle Stolpersteine bei Planung und Abstimmung hinweisen und Mut machen, Visionen stringent und erfolgreich zu realisieren.

Kirche St. Marien Bleicherode außen und innen, © Elke Bergt/ EKM

Workshopleitung: Dr. Maletz, Wettbewerbssieger, Frau Bergt

14 Netzwerkkirche Ellrich, IBA Kandidat der EKM

Die Gründung der Stadtkirche St. Johannis geht auf das Jahr 1229 zurück, der heutige Bauzustand entstand um 1883 nach einem verheerenden Brand am 25.9.1860.

Während der DDR-Zeit bis 1989 zur Ruine verfallen, Wiederaufbau und Weihung der Kirche 2008, Thüringer Denkmalschutzpreis 2009. Intensive Bemühungen um den Wiederaufbau der Türme, um der Stadt und der Region die besondere Prägung zurück zu geben. Entwicklung der Kirche zur Netzwerk- bzw. Begegnungs-kirche im Rahmen des Querdenker-Projektes geplant. Die Netzwerkkirche Ellrich liegt am Europäischen Grünen Band, dem ehemaligen Eisernen Vorhang, einem weltweit einzigartigem ökologischem Netzwerk durch Europa, welches heute Menschen und Natur verbindet und Symbol für einen friedlichen Wandel ist.

Fotos: © Evangelische Kirche Mitteldeutschland (EKM), Foto: Elke Bergt

Leitung: Frau Petra Schröder, Pfarrer i.R. Helmut Krause

15 Vom ungenutzten Kirchenschiff zur soziokulturellen Begegnungsstätte, IBA Kandidat der EKM

Nachdem vor 125 Jahren in Apolda die Lutherkirche gebaut worden war, wurde die Martinskirche nicht mehr benötigt und sollte zunächst abgerissen werden. dazu kam es Gott sein Dank nicht. Stattdessen wurde das Kirchenschiff von der Apsis getrennt. Letztere wird bis heute als neuer Gottesdienstraum genutzt. Das leere Kirchenschiff diente zwischenzeitlich als Museum, dann über Jahrzehnte als Kunstgutarchiv der ELKTh. Als dieses nach Eisenach verlegt wurde, stand das Kirchenschiff wieder leer. Gleichzeitig musste das durch das Diakoniewerk Apolda gGmbH betriebene Sozialkaufhaus umziehen und sich in neue Räume einmieten. So entstand zunächst die Idee, das Kirchenschiff der Martinskirche als Sozialkaufhaus zu nutzen. Daraus entwickelte sich der Plan, das Kirchenschiff, das im Nachbargrundstück stehende Pfarrhaus und einen Neubau als soziokulturelles Zentrum im Herzen Apoldas auszubauen.

Workshopleitung: Pfarrer Th. M. Robscheit

16 Ideenbörse: Spielkirche, offene Bürgerkirche…

Offene Bürgerkirche

Als die Schorndorfer Stadtkirche, vor über 500 Jahren voll Bürgerstolz erbaut, vor 5 Jahren mithilfe einer enormen Spendenbereitschaft renoviert wurde, entstand das Konzept, die Kirche für ihre heutigen Bürgerinnen und Bürger zu öffnen. Über die Gottesdienste hinaus ist die Kirche im Herzen der Stadt heute ein Ort für Begegnung und Gemeinschaft, aber auch für Stille und Möglichkeit der eigenen Einkehr. Themen und Fragestellungen, die uns als Gesellschaft bewegen bekommen ebenso Raum wie verschiedenste spirituelle Angebote. Die Sprache der Kunst und Kultur spielen dabei eine besondere Rolle und ermöglichen auf ganz neue Weise Impulse. Pfarrerin Dorothee Eisrich stellt die Erfahrungen mit der offenen Bürgerkirche vor und lädt zum Weiterdenken ein.

Spielkirche

Wie kann es gelingen, ein niederschwelliges Angebot zu schaffen, um Kinder und ihre Familien (wieder) in Kontakt zu ihrer Kirche zu bringen? Was wollen Kinder? Natürlich: spielen! Das Gute ist: Spielen ist die „elementare Form des Lernens“ und „bringt Kinder in ihren Lern- und Entwicklungsprozessen voran“, so der Hessische Bildungs- und Erziehungsplan, 2007. In Kurhessen-Waldeck entwickelt Pfarrerin Katrin Rouwen, Spiel- und Theaterpädagogin und Mutter zweier Kinder, gerade die Idee einer „Spielkirche“: eine Kirche wird zu einer Art „biblischem Indoorspielplatz“ umgebaut, in der aber auch weiterhin Gottesdienste mit Familien und Kindern gefeiert werden, in der zu festen Zeiten Bibelgeschichten in einem Nomadenzelt erzählt werden oder Kindertagesstätten religionspädagogische Wochen buchen können. Auch ein „Elternparadies“ darf da nicht fehlen… Wie kann dies und noch mehr Wirklichkeit werden?

Impulse zur Ideenbörse: Pfarrerin Katrin Rouwen

Workshopleitung: Frau Dr. Kohler-Weiß

17 Wallfahrt – Kirchentag – Martini: Öffentliche Großgottesdienste in der Stadt

Die Erfurter Domstufen und der Domplatz bieten regelmäßig Platz für öffentliche Großgottesdienste: Messen zu Wallfahrten und mit Papst Benedikt XVI. 2011; Martini-Feier am 10.November; Kirchentag zuletzt 2017; Trauergottesdienst für die Opfer des Mordanschlags auf das Erfurter Gutenberg-Gymnasium im Mai 2002. Was ist das Besondere solcher öffentlicher Gottesdienste? Was tun die Veranstalter, damit sich Kirchenferne wiederfinden? Was hilft zum Gelingen?

Fotos 1-3 Bildrechte: Matthias Schmidt / Ev. Kirchenkreis Erfurt, Foto 4 rechts unten: Fotograf:

Jens-Ulrich Koch, Bildrechte Bistum Erfurt

Workshopleitung: Dr. Anne Rademacher und Dr. Matthias Rein

Ort: Gemeinderaum am Domberg, über dem Domplatz, Severihof 1

18 Kirche als Raum für Spiritualität, Kultur und Tourismus

Die Erfurter Kaufmannskirche gehört zu den zentralen Kirchen der Stadt Erfurt. Direkt am Anger gelegen und flankiert vom Lutherdenkmal wird die als „verlässlich geöffnet” zertifizierte Kirche jährlich von zigtausend Besuchern aufgesucht. Martin Luther, die Bach-Familie sowie ein reformations- und kunstgeschichtlich interessantes und in den letzten Jahren aufwendig saniertes Ensemble von Kanzel, Taufstein und Altar sind für viele Gäste von besonderem Interesse.

Die ab 2020 anstehende umfangreiche Sanierung des Kirchenschiffes zielt über das Bestehende hinaus auf eine breitere kulturelle und touristische Nutzung der Kirche und soll zugleich Impulse für das Gemeindeleben bringen.

Im Workshop werden die geplanten Veränderungen vorgestellt.

Fotos © Dr. Tilmann Cremer, Visualisierung rechts: Architekturbüro Smits+Tandler

Workshopleitung: Pfr. Dr. Tilmann Cremer, Architekturbüro Smits+Tandler u.a.

Ort: Kaufmannskirche Erfurt