Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: Bethlehemkirche Hamburg
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Bethlehemkirche Hamburg

Ihr Kinderlein kommet….

 Die 1958/59 von dem Hamburger Architekten Joachim Matthaei erbaute Bethlehemkirche war eine von vier Kirchbauten der 1998 gegründeten  Großgemeinde Eimsbüttel. Bereits 2003 beschloss der Kirchenvorstand sich angesichts knapper Finanzen von der Stephanuskirche und der Bethelhemkirche zu trennen. Nach der Entwidmung 2005 durch Bischöfin Maria Jespen wurde Anfang 2006 sogar der Abriss der Bethlehemkirche beschlossen. Dagegen legte jedoch das Hamburger Denkmalamt sein Veto ein.

Der als Solitär konzipierte Bau gehört zu den wenigen, auch im überregionalen Vergleich herausragenden Sakralbauten der Nachkriegszeit. Die Baugruppe aus dem hohen, langgestreckten Kirchensaalgebäude und dem davon abgerückten Turm setzt einen städtebaulich wirksamen Akzent. Den Gottesdienstraum bestimmen gefaltete Wände aus Lochziegeln mit heiztechnischer, akustischer und dekorativer Funktion. Sichtbar bleiben die konstruktiven Binder in der Decke und im hochliegenden Fensterband aus seriellen Betonfertigteilen. Die Chorwand ist durch verschiedenfarbige Ziegelschichten besonders hervorgehoben, ihre Mitte ziert das, aus gleichem Material von Nanette Lehmann geschaffene, raumhohe Ziegelbild zum Thema Lebensbaum. Durch die gelungene Kombination von formaler Strenge und moderner Konstruktion sowie Materialverwendung erhält die Bethlehemkirche ihre unverwechselbare Gestalt.

 Nach einem längeren Investorenauswahlverfahren wurde die Planung durch die Architekten Nicole Stölken und Matthias Schmidt gemeinsam mit dem Investor, der Gemeinde und dem Denkmalschutzamt entwickelt. Denkmalpflegerischer Anspruch war, die räumliche Komposition und Gestaltungsqualität von 1959 zu  erhalten und mit den Anforderungen einer Kindergartennutzung zu vereinen. Aus der Abwägung von Möglichkeiten entstand das Haus-im-Haus-Konzept.

Das Kirchengebäude wird nicht zum Kindergarten, sondern zur geräumigen Wetterhülle in die der Kindergarten mit seinem Gebäude einzieht. Dieser Neubau nimmt als frei eingestellter Baukörper das rechte Bankfeld ein. Die Funktionen werden kompakt zusammengefasst und auf Flure weitgehend verzichtet, so dass im Kirchenschiff Raum für eine große ´Indoor-´ Spielfläche bleibt. Der Neubau ordnet sich mit seiner geringen Gebäudehöhe deutlich dem Volumen der Saalkirche unter und hält Abstand zu der markanten Faltung der Außenwände, so dass der von Matthaei gewollte Gesamteindruck auch künftig lesbar bleibt. Durch die Seitentüren des Kirchraums entwickelt sich der Neubau teilweise in den Außenraum, so dass die Kita in der Gebäudeansicht ablesbar ist. Im Innenraum werden ergänzende Kita- Nutzungen in das Foyer und die bereits ausgeräumte Orgelnische integriert.

Die Gestaltungsidee für den Neubau ist ein, von der Materialität des Bestandsgebäudes unterschiedener ´Lampion´, der mit einer schlichten Gebäudehülle versehen von innen heraus leuchtet und damit die Atmosphäre im bestehenden Volumen prägt. Unterstützt wird dies durch dezente Farbunterschiede der Gruppenräume. Energetisch vorbildhaft ist das Konzept durch die geschützte Lage des neuen Baukörpers innerhalb des Kirchenschiffs.

Für die Kinder eröffnet sich mit der Realisierung des Haus-im-Haus- Konzeptes ein Potential vielfältiger räumlicher Angebote, die von der ´Lernlandschaft´ des Spielbereiches über die Nutzung der erhalten gebliebenen Empore bis hin zu der Einrichtung einer religionspädagogischen Fläche im Chorbereich reicht. Der Altar, wie auch das Kruzifix des Bildhauers Fritz Fleer blieben an angestammtem Platz erhalten. Mit dem Umzug in die Kirche ist die inhaltliche Nähe zu kirchlichen Themen für die Kita zu einer räumlichen Verbindung geworden.

Text: Stoelken-Schmidt Architekten / Redaktion: C.Breinl

Farbfotos: Jochen Stüber / s-w-Fotos: Die Bethlehemkirche von innen.: Quelle: Bestand Rheinländer 60/553 in 202; Die Bethlehemkirche von aussen : Quelle: Bestand Rheinländer 60/550 in 202



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