Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: Christuskirche Neugablonz
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Christuskirche Neugablonz

„Kein Geld, alles soll neu und größer werden, aber das Alte soll bleiben"

,...so paraphrasiert das Architekturbüro Florian Nagler die Aufgabe, vor die es von der Evangelischen Kirchengemeinde in Neugablonz gestellt wurde.

Im Sommer 2011 begann unter der Leitung des Architekturbüros Florian Nagler, München, eine umfangreiche Umbaumaßnahme der Christuskirche, die Ende 2012 mit dem Begegnungszentrum Christuskirche abgeschlossen wurde.

Dass in Kirchengemeinden die Tradition ein wichtiger Aspekt ist, wenn es um Gestaltung geht, liegt am Milieu, das hier prägend ist.  Architekten und Künstler sollten darauf eingehen, und wenn sie geschickt Neues in das Althergebrachte implantieren, wird auch das Innovative und zunächst im Lebensumfeld der KirchgängerInnen Ungewohnte Akzeptanz finden.

 Die Christuskirche in Neugablonz war der Gemeinde ans Herz gewachsen und gehörte mit ihrer kirchentypischen traditionellen Bauform einfach zum Ort und zur Identität.  Sie war 1954/1955 mit Mitteln der "wooden church crusade inc."  (USA) erbaut worden und sie war Symbol für die neue Heimat der Gemeindemitglieder im Allgäu. Deshalb war klar, dass das vertraute Erscheinungsbild der Kirche so weit wie möglich erhalten bleiben sollte.  Außerdem waren die finanziellen Mittel beschränkt und der schlichte Bau sollte seinen bescheidenen Charakter beibehalten. Aber man brauchte eben mehr Platz für die Jugendarbeit, für öffentliche Veranstaltungen, für das Gemeindeleben.

Keinesfalls sollte die prägnante Apsisrundung der Erweiterung geopfert werden, d.h. diese Seite der Kirche schied für An- und Umbauten aus.  Die seitliche in Hanglage zum Garten hin bot sich an. In einer unauffälligen Kubatur entstand hier ein zusätzlicher Gebäudeteil. Aus der Hanglage ergibt sich, dass man trotz zwei Geschossen deutlich niedriger bleibt als der Kirchenbau und die Proportionen der Kirche nicht verändert sind. Um den neuen Gebäudeteil für die alltäglichen Nutzung in die Kirche zu integrieren und die gemeindlichen Nutzungen zusammenzuführen, drehte man die Ausrichtung des Kirchenraums um 180 Grad. Durch den Anbau hat man ein großzügiges Foyer gewonnen, das auf der unteren Ebene, Küche, WC, Garderoben, die Jugendräume aber auch den Andachtsraum erschließt, in der oberen Ebene den Eingangsbereich bildet zum Gottesdienstraum. Im Turm gibt es einen zweiten Zugang für die Jugendräume und in den Andachtsraum über ein neues Treppenhaus. Die Wegeführung ist in einem Haus, in dessen Räumlichkeiten gleichzeitig verschiedenste Veranstaltungen stattfinden und viele Menschen unterwegs sind, das sowohl öffentlich als auch in geschlossenem Rahmen bespielt wird ungemein wichtig. Jedenfalls macht die Gemeinde unter anderem ein lebhaftes kulturelles Angebot und die Kirche ist wirklich ein Begegnungszentrum geworden.  

Statt der grünen Holzbänke hat man sich im  Gottesdienstraum für Stühle entschieden, sie sind flexibler.  Auf die frühere Rückseite des Raumes mußte nun erst einmal Licht geholt werden, damit sich nicht ein Gefühl einstellte, verkehrt herum zu sitzen. Drei  Tageslichtquellen haben die Architekten dafür geschaffen: ein Zenitlicht, das über ein verglastes Oberlicht einfällt und den Altarbereich erhellt, eine ebenerdige Fensterfront und einen großen Fensterausschnitt in Höhe mit den alten Kirchenfenstern. Die neuen Lichtöffnungen sind mit einem  Ornamentgitter aus vorgesetzten profilierten Wandelementen versehen, die schmückende und auch sichtschützende Funktion haben, möglicherweise an die Lichtspiele der Sonne in Baumblättern erinnern, was zur Lage der Kirche mit Wiesenflächen und Bäumen passt und zu dem heiteren Charakter, den die Architekten der Kirche mitgeben wollten.

www.nagler-architekten.de

www.christuskirche-kaufbeuren-neugablonz.de

Text: Claudia Breinl/Fotos:(c) Stefan Müller-Naumann



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