Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: Gemeindezentrum Frankfurt-Zeilsheim
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Gemeindezentrum Frankfurt-Zeilsheim

Am 15.Mai 2011 wurde das neue evangelische Gemeindezentrum in Frankfurt-Zeilsheim eingeweiht.  Es wird künftig von den im Zuge von Sparmaßnahmen  zusammengelegten evangelischen  Gemeinden Zeilsheim und Friedenau-Taunusblick gemeinsam genutzt werden. Geistliches Zentrum für ganz Zeilsheim soll die Kirche im Frankenthaler Weg werden, die 2012 hundert Jahre alt wird und unter Denkmalschutz steht.

So ergibt sich aus der angespannten finanziellne Lage paradoxerweise hier und da eine Bauaufgabe, die es der Kirche ermöglicht, sich mit zeitgenössischer Architektursprache zu vermitteln und auf die Menschen zuzugehen.

Der Gemeindehausneubau  Pfaffenwiese 111 entstand aus einem eingeladenen Architekturwettbewerb, den der Evangelische Regionalverband Frankfurt im Jahr 2007 ausgelobt hatte. netzwerkarchitekten Darmstadt  konnten ihn für sich entscheiden.

Eine Vorgabe für den Neubau des evangelischen Gemeindezentrums war, dass es dem Standard eines Passivhauses entsprechen sollte.  Außerdem mußte berücksichtigt werden, dass das Gebäude an einer stark befahrenen Straße liegt. Das Büro netzwerkarchitekten entwickelte daraufhin den Leitgedanken  des „offenen Rahmens“: Ein vorgelagerter Außenbereich  ist die Schnittstelle zum öffentlichen Raum. Zugang und Schutz zugleich  bildet  eine ca. 50 cm starke, massive Wand. Die Wand integriert den Haupteingang, einen kleinen Glockenträger, und wird gestaltet durch unterschiedlich große Fensteröffnungen mit farbigen Gläsern, die entfernt an Le Corbusiers Fensterwand in der Kapelle von Ronchamp erinnern.

Diese Mauer zur Straße schützt das Gemeindezentrum vor Lärm und zu großer Einsicht, gleichzeitig signalisieren die  bunt verglasten Lichtluken aber auch, dass die Aufmerksamkeit geweckt werden soll und Neugier und Hereinschauen durchaus erwünscht sind. In der Figur des „offenen Rahmens“ wird der Anspruch eines geschützten Raumes für die Gemeindearbeit, wie auch der Anspruch einer prägnanten Präsenz im öffentlichen Raum erfüllt.

Das Gebäude wirkt  insgesamt  wie ein eleganter Pavillon,  in einen Garten gelagert.  Aussenbereich und Inneres gehen unmerklich ineinander über. Erreicht wird dies durch die in Glasflächen aufgelösten Wände und die Vorhofsituation, wo sich freier Himmel und schützende Überdachung wie in einem Atriumhaus abwechseln. Die Wegeführung ist eindeutig, aber nicht bevormundend. Durch Öffnen der Glasfassade lassen sich die Räume zum Außenraum hin erweitern. Eine Rasenfläche befindet sich vor dem Saal, ein großzügiges Holzdeck vor dem Foyer/Gruppenraum, im Rücken der straßenseitigen Eingangswand ein überdachter Bereich mit Sitzgelegenheiten

Der Gemeindesaal mit Foyer und Gruppenräumen ist nach Süden ausgerichtet. Dieser Bereich ist variabel durch mobile Trennwände.  Saal- und Foyer haben fünf große ‚Lichttrichter’ im Dach. Hierdurch profitieren sie von einer entsprechenden Raumhöhe, verbunden mit Zenitlicht und dem möglichen Blick zum Himmel.

 Auf der Nordseite des rechteckigen Gebäudevolumens  aus weißem Sichtbeton werden Nebenfunktionen entlang eines Flures organisiert, wie z.B. das Gemeindebüro. In der Gebäudemitte liegt die zentrale Erschließung und die ‚Funktionswand’, die neben den Nischen für die mobilen Trennwandelemente auch Garderoben und Lagerflächen anbietet.

Das neue Zentrum Pfaffenwiese eignet sich als multifunktionaler Raum für viele Zwecke. Sein Erscheinungsbild signalisiert nicht eine kirchliche Funktion in erster Linie. Es zeigt  Offenheit und lädt ein, verlangt aber von den Nutzern auch Respekt  vor seiner fragilen Eleganz.

 

Text: Claudia Breinl

Fotos: Jörg Hempel

www.netzwerkarchitekten.de



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