Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: Kapelle St-Loup
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Kapelle St-Loup
Architekturflash Oktober 2010

Das Diakonissenkrankenhaus von St. Loup in der Nähe von Pompales in der französischen Schweiz wurde 1852 gegründet. Die noch heute dort ansässige Diakonissengemeinschaft musste ihr Mutterhaus renovieren und schrieb dazu einen Wettbewerb aus, den die Arbeitsgemeinschaft LOCALARCHITECTURE  und Bureau dárchitecture Danilo Mondada, Lausanne gewann.

Durch die Renovierungsarbeiten wurde die Hauskapelle des Mutterhauses zeitweise unbenutzbar. Als provisorischen Ort zum Beten  und Singen entwarf  die Architektengemeinschaft ein kleines spirituelles Zentrum.

Wie ein übergroßer gefalteter Papierstreifen liegt das kleine Gebäude mitten auf dem Grüngelände des Spitals. Die paraventartige Faltung  der Holzelemente erstreckt sich leicht aufsteigend zwischen einem flachen und breiten Eingangsbereich und einer schmalen hohen Öffnung als Altarwand.

An expressionistische Architekturphantasien könnte der Innenraum erinnern, aber seine atmosphärische Anmutung ist dank der Materialien und der Dimension des Raumes bergend und warm.  Für die Architekten ist die kleine Kapelle eine Verwandte der romanischen Kirchen wie sie sich in der Umgebung finden wobei die vertikalen Faltungen  in der Raumwirkung  quasi die Säulen ersetzen. Statt mit Glas  sind Eingangs- und Altarwand mit transparentem Polykarbonat geschlossen.

Für die Konstruktion wurde vom Lehrstuhl Ibois der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne eine Methode zur Modellierung von Faltwerken entwickelt. So ist der Kapellenbau auch Beispiel für eine Gemeinschaftsarbeit von Architekten und Ingenieuren. Das Hauptmaterial sind Brettsperrholzplatten. Da sich Holz nicht wirklich falten lässt, legte man an den Kanten Lochbleche ein und verschraubte diese. Die einzelnen Abschnitte der Konstruktion steifen sich  aufgrund der Verkantung gegenseitig aus.

Aus Begeisterung für ihren temporären Andachtsraum ist es Diakonissen gelungen, dass das Provisorium nun dauerhaft an seinem Ort  bleiben kann.

Baukosten: 159.000 Euro. Baujahr: 2008

 

Bilder: localarchitecture, danilo mondada. Fotograf: Milo Keller



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