Ev. Kirchbautag und Institut für Kirchbau: Kirche in Knarvik
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Kirche in Knarvik

Gut Holz !

Dieser Kirchenneubau in Knarvik wird nicht nur Gottesdienstbesucher der kleinen Stadt an der norwegischen Südwestküste anziehen. Er ist auch Kulturzentrum, Ausstellungs- und Konzertraum.

Das Erscheinungsbild zitiert und überspitzt im wahrsten Sinne des Wortes eine Piktogramm-Kirche. Ein Kirchenbau, so könnte man annehmen, erscheint heute auch gern einmal als Zitat seiner selbst.

Das Gebäude ist vollständig aus Holz errichtet, hierzulande nicht häufig als ausschließliches Baumaterial eingesetzt im repräsentativen Kirchenbau, der eher mit Materialien umgeht, die auf das Unvergängliche verweisen sollen.

(Gerade allerdings wurde eine Holzkirche in Köln-Flittard von Sauerbruch-Hutton  mit dem Deutschen Architekturpreis 2015 geehrt.)

Es  haftet an dem hölzernen Erscheinungsbild  etwas angenehm Unpathetisches und Provisorisches. Eine organisch der Hügelform angepasste Treppenanlage führt von der Stadt Knarvik zur Kirche hinauf. Man wird empfangen von einer verglasten Eingangssituation. Sie liegt zurückgesetzt unter einem Knick des Holzdaches. So hat man Schutz vor schlechtem Wetter.  Durch die Hanglage empfangen auch die Bereiche im unteren Geschoss immer genügend Helligkeit. Die Innenräume profitieren noch mehr als das Äußere von den origamihaften Faltungen der Dachform. Es entstehen interessante Schrägungen, Neigungen und Winkel. Die Allover-Holzverkleidung und die freundliche Helligkeit durch zahlreiche Fensteröffnungen wie die linear getakteten Lanzettfenster an der Längsfront,  diverse Oberlichter und eine zeitgenössisch interpretierte Fensterrose im Kirchenraum machen die Knarvik- Kirche zu einem erlebnisreichen und angenehmen Aufenthaltsort. Über der Souterrain/Erdgeschoss-Ebene für säkulare Kommunikation und Kulturereignisse  findet sich der  Kirchensaal, in dem über 500 Menschen Platz haben. Hier nimmt die Faltung des Daches besonders viel Einfluss auf die Raumgestalt. Neben der Expressivität, die durch die Winkelformen entsteht, wirkt der Gottesdienstraum leicht und großzügig. Für die  Prinzipalstücke hat man dem skandinavischen Design vertraut. Sie sind nicht massiv und bodenständig gedacht, sondern führen einen Balanceakt auf Stäbchen vor. Sie fügen sich charakterlich gut in das Gesamtkonzept der Architektur ein.

Text: Claudia Breinl; Fotos: Hundven-Clements Photography

Architekten: Reiulf Ramstad Arkitekter AS

www.reiulframstadarchitects.com



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