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Kirche und Gemeindezentrum Santa Monica in Rivas-Vaciamadrid, Madrid
Die Grundidee der Architekten war es, eine Architektur zu schaffen, die markant ist in einem konfusen städtebaulichen Umfeld. Der Architekt umschreibt die Außenform der Kirche als schockgefrorene Explosion. Doch man kann an dieser Nordseite mit ihren auffallenden Verwerfungen auch Tentakeln mit Fensteraugen sehen, die sich zur Kontaktaufnahme neugierig hinausrecken oder eine abstrahierte Hand, die sich einem entgegenstreckt. Die anderen Seiten des Gebäudes sind weniger expressiv. Man erkennt, dem Straßenverlauf folgend, ein langes und schmales Bauvolumen. Der Komplex besteht eigentlich aus zwei unabhängigen Teilen: der eine beherbergt die Kirche und die Tageskapelle. Deren expressiver Formensprache liegt eine Stahlkonstruktion zugrunde. Der andere Teil aus Stahlbeton ist für das Pfarrhaus und die Gemeinderäume vorgesehen. Beide Bauteile werden stilistisch vereint mittels einer Ummantelung aus Corten-Stahl.
Der Kirchenraum innen wird atmosphärisch bestimmt durch die gefaltete Altarwand, die sich der auskragenden Stahlkonstruktion auf der Nordseite verdankt. Lichteinfall, Blattgold und zwei schwebende Skulpturen, ein Engel und eine Madonna, sind der spanischen Vorliebe für bestimmte religiöse Kunst mit einem Hang zum Manierismus geschuldet. Die Prinzipalstücke sind wie Schmuckobjekte gestaltet, die in dem liturgisch streng geordneten und gerichteten Raum wie auch die Skulpturen eine willkommene Zierde sind.
Eine kleine Andachtskapelle als „Einbaukirche“ ist in den Hauptraum integriert, indem durch eine umlaufende Verglasung der Blick auf die Altarwand mit der Marienfigur gewahrt ist.
Mittlerweile haben die Architekten eine weitere Kirche in Cordoba gebaut, die wir in einem der nächsten Architekturflashs vorstellen werden.
Architekten: Vicens + Ramos
Fotos: Pablo Vicens y Hualde & Ricardo Santonja/Luis Garcia
evangelischer Kirchbautag und Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart