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Der Jugend ein Haus
Für die pfälzische Landeskirche ist es ein wichtiger Ort : das Martin – Butzer – Haus Bad Dürkheim bietet vor allem Jugendlichen schon seit Jahrzehnten einen Ort für christliche Freizeit- und Bildungsveranstaltungen. Diese Jugendbildungsstätte wird seit Anbeginn lebhaft frequentiert und sie wird geliebt. Sie ist DAS Zentrum evangelischer Jugendarbeit in der Pfalz – kaum jemand, der nicht dort ein paar Tage seiner Konfirmandenzeit verbracht hätte. Für viele bewahrt sie schöne Erinnerungen. Das spürt man in allen Verlautbarungen über das Haus und seine Geschichte. Im Martin-Butzer-Haus scheint es, hat sich über die Jahre ein heiterer Genius Loci angesiedelt….
2007 sollte die Anlage renoviert und erweitert werden. Im Ursprungsbau aus den 50er Jahren mit Reminiszenzen an den Heimatstil, war es nötig geworden, die sanitären Einrichtungen zu erneuern und zu erweitern. Dafür mussten Zimmer wegfallen. Neue Zimmer wurden geschaffen in einem selbstständigen Anbau, der den Gebäudekomplex nun auf der Südseite begrenzt. Durch diesen Gebäuderiegel wird der Hof mit Eingangsseite angenehm eingefasst. Im Zuge der Erneuerungsmaßnahmen erhielt das ganze Gebäude außen wie innen ein stimmiges Farbkonzept, das auch die alten Bauteile verjüngt erscheinen lässt. Im alten Haus wurde der Speisesaal durch einen lichten Vorbau mit Terrasse erweitert, das Foyer und die Rezeption neu gestaltet, um eine hellere und weiträumigere Wirkung zu erzielen. Auch die alte Aula wurde vergrössert, die hölzerne Deckenkonstruktion als dekoratives Raumelement hervorgehoben. Im ganzen Haus wurde die Wegeführung verbessert und es entstanden an vielen Orten unerwartete kleine Aufenthaltsbereiche. Das muntere Farbkonzept und eine durchdachte Möblierung verschaffen dem ganzen Gebäudekomplex eine dezent-wohnliche Anmutung mit gastlicher Geste, die dem halböffentlichen Charakter des Hauses standhält.
Eine Besonderheit ist der „Raum der Stille“, der im ehemaligen Speicher des Haupthauses eingerichtet wurde. Seine Existenz verdankt sich einem regen Förderverein, der zusammen mit dem Architekten eine anspruchsvolle Gestaltung für diesen Raum suchte. Man fand in der Bildhauerin Madeleine Dietz aus Landau eine renommierte und engagierte Künstlerin. Sie schenkte dem Martin-Butzer-Haus eine Gestaltung aus Lehmziegeln und Stahl, die sie selbst für den Raum konzipierte und dort einfügte. Sitzt man auf den Bodenkissen, hat man das Kunstwerk in Augenhöhe vor sich und mag über die Erdgebundenheit und die Vergänglichkeit nachsinnen oder aber man tritt an eines der neuen Gaubenfenster und blickt auf Wald, Tal oder den Sonnenuntergang. Ein markantes Erkennungszeichen für das Martin-Butzer-Haus ist den Architekten gelungen mit ihrem Neubau. Die Satteldachbiederkeit aufzugreifen und ironisch zu überspitzen, gleichzeitig die ländliche Bodenhaftung augenzwinkernd zu hintertreiben, indem man das Konservative auf Stelzen stellt…
evangelischer Kirchbautag und Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart