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Es handelt sich um einen Kirchenbau aus dem Jahr 2009, der wegen der Problematik der Energiesparzwänge eine neue Aktualität erhält. Besonderes Gewicht wurde nämlich bei der Planung auf ein zukunftsweisendes Energiekonzept gelegt. Das Gebäude bietet eine ästhetisch anspruchsvolle Lösung an, da es visuell zu seinem technichen Konzept steht und gestalterische Fragen nicht dahinter zurückstehen läßt.
Der elliptische Bau ist 24 Meter lang und 16 Meter breit. Die Glasfassade besteht aus rund 650 m² Sonnenschutzglas, auf das eine Ornamentstruktur aufgebracht wurde. Aussen- und Innenhülle der „Energie-Ellipse“ bilden gemeinsam eine zweischichtige Haut, in der Lichteinfall und Lüftung geregelt werden. In Augenhöhe sind in der äußeren Glashaut Kreuzwegstationen zu finden, die ganz ohne Figürlichkeit auskommen. Sie stammen von Rudolf Ackermann aus Eichstätt, der auch die liturgischen Orte geschaffen hat.
Glas, Stahl und ein Fußboden aus Eichenholz bestimmen das Innere der Kirche, in der 125 Gläubige Platz nehmen können. Die liturgische Achse zwischen Altar und Taufe wird durch einen Weg aus Juramarmor betont. Das achteckige Taufbecken am östlichen Brennpunkt liegt dem Altar genau gegenüber. Die innere Hülle der Kirche ist von den Schweizer Künstlern Godi Hirschi und Lukas Hirschi gestaltet worden, die im Raum farbige Akzente setzen: im Westen ein senkrecht ausgerichtetes rotes Band, im Osten ein ebenfalls senkrecht stehendes Band in grün und blau, im Norden ein quer liegendes goldenes und im Süden ein entsprechendes blaues Band.
Für die Heizung wird Erdwärme aus sechs Bohrungen genutzt, die jeweils 120 Meter tief in den Untergrund gehen. Die elektrische Energie kommt von einer Photovoltaikanlage auf dem Kirchendach. Die Erlöse aus der Photovoltaikanlage sollen die kompletten Energiekosten für das Gebäude tragen. Die Außenhülle der St. Bonifatius Kirche besteht aus einer Stahlkonstruktion, die mit 370 Sonnenschutzgläsern Solarlux scandic (Ug-Wert 1,1 W/m²K) versehen ist. Die Beschichtung der Sonnenschutzgläser kombiniert Sonnenschutz und Wärmedämmung und unterstützt damit die Energieeffizienz des Gebäudes.
Architekten: Diözesanbaumeister Karl Frey mit Richard Breitenhuber und Robert Fürsich / Diözesanbauamt Eichstätt
www.bistum-eichstaett.de/dioezesanbauamt
(Fotos: Andreas Schneidt)
evangelischer Kirchbautag und Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart