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Lauschangriff - Beteiligung als
Ressource
2. Preis mit Empfehlung auf Realisierung / Evangelische Landeskirche Baden
Mehrfachbeauftragung zum Neubau einer Kapelle als Selbstbauprojekt bei der Tagungsstätte für die Evangelische Jugend in Neckarzimmern / 2009
Eine Kapelle an sich ist im protestantischen Verständnis nicht sinnstiftend viel mehr sind es Interaktionen im Raum. Die Kapelle muss deshalb ein Raum des Prozesses und der immer wiederkehrenden Ingebrauchnahme sein (vgl. Thomas Erne u.a.). Deshalb verstehen wir die neue Kapelle vor allem als einen Prozess, in dem sich Jugendliche mit ihren lebensrelevanten Themen ihren Ort in der Kapelle herausbilden können.
Für den „ich bestimme selbst“-Bauprozess wird zunächst eine Landmarke als temporäre Kirche errichtet. Dabei wird an die Tradition angeknüpft, einen Altar zu bauen, um den dann eine religiöse Stätte entsteht.
Verschiedene Workcamps beeinflussen immer wieder die Form des endgültigen Gebäudes. Die umfassende Mauer (Opensource-Mantel) der Kapelle ist als eine plastische Masse zu verstehen, in der sich die Prozesse „eindrücken“. Auch der vom Verfasser vorgeschlagene Ort kann sich im Prozess ändern.
Nach der „Fertigstellung“ des Gebäudes beginnt dann der immer wiederkehrende Prozess der Ingebrauchnahme des Raumes. Die Kapelle ermöglicht in diesem Sinne ein permanentes Anbauen, Weiterbauen und Einbauen.
Die ovale Form des Gebäudes leitet sich aus der sich formenden Gemeinschaft mit (anders als im geschlossenen Kreis) offenen Enden ab. Der überdachte Vorplatz und der „Zwischenraum“ bilden diese offenen Enden räumlich aus. Sie sind halbformelle Orte zwischen Kapelle und Landschaft. Die Ingebrauchnahme von Räumen kann ihre Wahrnehmung über den Moment der hergestellten Situation hinaus verändern.
(Text und Abbildungen:kirchentrojaner)
Architekten: kirchentrojaner
evangelischer Kirchbautag und Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart